Freitag, 30. Juni 2017

Das Subjekt des Leidens und die drei Kennzeichen

Das Subjekt des Leidens und die drei Kennzeichen
Was ist die Persönlichkeit. Die fünf Aneignungsgruppen sind da zu nennen. Wie aus einer Häufung von Teilen der Eindruck „Wagen“ entsteht, entsteht der Begriffskomplex „Wesen“, sobald es die Gruppe gibt.
Und welche sind die fünf Aneignungsgruppen, die leidhaft sind? Es sind:
die Aneignungsgruppe: Körper,
die Aneignungsgruppe: Empfindung,
die Aneignungsgruppe: Wahrnehmung,
die Aneignungsgruppe: Geistesregungen und
die Aneignungsgruppe: Bewusstheit.
Es gibt nicht, irgendeinen Körper, der beständig, fest, dauerhaft, und nicht dem Gesetz des Vergehens unterworfen ist und ständig gleich bleiben wird.Es gibt nicht irgendeine Empfindung, irgendeine Wahrnehmung, irgendwelche Geistesregungen und irgendein Bewusstsein, das beständig, fest dauerhaft , nicht dem Gesetz des Vergehens unterworfen ist und ständig gleich gleich bleiben wird.
Was denkt ihr, ist der Körper beständig oder unbeständig?
Unbeständig.
Sind Empfindungen, Wahrnehmungen, Geistesregungen, Bewusstsein beständig oder unbeständig?
Unbeständig.
Was aber unbeständig ist, ist das leidhaft oder freudvoll?
Leidhaft.
Was aber unbeständig, leidhaft, dem Gesetz des Untergangs unterworfen ist, ist das recht, das anzusehen als „Dies ist mein, dies bin ich, dies ist meine Seele“?
Gewiss nicht.
Der Körper ist keine Seele, denn wenn der Körper eine Seele wäre, dann würde dieser Körper zu keinen Krankheiten neigen, und ich könnte beim Körper erreichen: „So sei mein Körper“ oder so sei mein Körper nicht“.
Der Körper ist also keine Seele. Doch was ist die Ursache oder die Voraussetzung zum Entstehen des Körpers? Auch die Entstehung des Körpers geschieht ohne Seele, aber wie kann etwas entstehen, das keine Seele hat und damit auch keine Seele ist?
Wer berührt? Wer empfindet?“ Diese fragen sind nichtzulässig, denn ich sage nicht:“Er berührt.“ Würde ich so sprechen, dann wäre diese Frage angebracht: „Wer berührt?“ Aber so sage ich nicht, denn würde man mich , der ich das nicht sage, aber so fragen:“Aus welcher Voraussetzung entsteht die Berührung?“ So ist diese Frage zulässig, denn die richtige Antwort ist hier:“ Aus den sechs Sinnes gebieten als Voraussetzung entsteht die Sinnesempfindung.

Donnerstag, 29. Juni 2017

Alles Dasein ist Leiden

Alles Dasein ist Leiden
Dies ist die Edle Wahrheit vom Leiden: Geburt ist leidhaft, Trauer, Jammer, Schmerz, gram und Verzweiflung sind leidhaft, mit Unliebem vereint, von Liebem getrennt sein ist leidhaft, Begehrtes nicht erlangen ist leidhaft, kurz: die fünf Aneignungsgruppen sind leidhaft.
Wer hundert liebe Dinge hat, hat hundert Leiden, wer neunzig, zehn, fünf, zwei liebe Dinge hat, hat neunzig, zehn, fünf, zwei Leiden,wer nichts Liebes hat, der hat kein Leiden. Trauerlos, ohne Leidenschaft und frei von Verzweiflung sind sie, so sage ich. Welche vielfältige Trauer, welche Kümmernisse, welche Leiden in der Welt es auch gibt: Durch Liebes bedingt entstehen sie, entstehen sie nicht, gibt es auch nichts Liebes.
Leidvoll sind Lüste, gleichwohl nicht, wer Lüste wünscht, der wünscht sich Leid. Wer keine Lüste sich wünscht, der wünscht sich kein Leid.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Die Lehre

Die Lehre
Wie das große Meer nur einen Geschmack hat, den des Salzes, so hat auch diese Lehre und Disziplin nur einen Geschmack, den Geschmack der Erlösung.

Dienstag, 20. Juni 2017

Terroristischer Anschlag in London

Terroristischer Anschlag in London
Gestern berichtete ich von dem terroristischen Anschlag in London, wo ein Kleintransporter in eine Menschengruppe gefahren ist als die Menschen nach einem Gebet aus der Moschee gekommen sind und anschließend zum Essen wollten, weil zur Zeit im Islam der Ramadan ist, und man nur nach dem Tageslicht etwas Essen darf.
Jetzt, einen Tag nach diesem Anschlag weiß man schon mehr, warum dieser Anschlag vollzogen wurde, es war Rache gegen Muslime, die schon vorher zwei Attentate in Großbritannien begangen hatten.
Der Attentäter, der gleich nach der Tat festgenommen wurde, war oder ist ein 47-jähriger Mann, der Vater von vier Kindern ist. Warum hat dieser Familienvater sich zu diesen Taten hinreißen lassen? Das ist die eigentliche Frage, die ich mir stellen muss, obwohl ich die Tat des Mannes verstehen kann, denn die menschliche Natur lässt das Verhalten der Rache zu, wenn man selbst oder ein Mitglied der Familie von anderen Menschen verletzt oder getötet wurde. In diesem Falle wurden britische Mitbürger durch Anschläge von Islamisten getötet und verletzt, also mussten im Gegenzug auch Bürger muslimischen Glaubens einem Terroranschlag zum Opfer fallen.
Dieses Verhalten „Du oder Ich“ ist uns durch die Genetik mitgegeben worden, damit wir Menschen die Entwicklung oder unsere Entwicklung auf der Erde unbeschadet überstehen, und wir haben uns entsprechend entwickelt, aber in zwei verschiedenen Richtungen, ich drücke es einmal so aus: „in die Richtung des Guten und in die Richtung des Bösen“.
In die Richtung des Guten: Wir helfen Menschen, wenn sie in Not geraten sind, und stellen diesen Menschen alles zur Verfügung, damit sie überleben können. Wir spenden diesen Menschen auch Trost, wenn sie etwas Schreckliches erlebt haben, und damit zeigen wir die Seite des Menschen, die einerseits Freude und Glück geben will, aber auch, die das Leid der Menschen beseitigen wollen.
In dem Fall des Terroranschlags wurde keine Freude und kein Glück verbreitet, sondern es wurde schweres Leid unter die Menschen gebracht, denn die Betroffenen des Attentats, die Muslime, die in der Moschee ihr Gebet verrichtet hatten, und die sich auf ein schönes Abendessen gefreut haben, und danach glücklich nach Hause gegangen wären, aber auch die Angehörigen der direkten Opfer leiden unter diesem Terroranschlag sehr. Was hat dieser Tatverdächtige mit dieser Tat angerichtet? Er hat nicht nur einzelne Menschen Leid zugefügt, sondern auch viele Menschen, die von diesem Terroranschlag gehört haben.
Es wurden drei Glaubensrichtungen von Menschen geschaffen, die ein Wesen als oberstes Wesen eingerichtet haben, das über die Menschheit seine schützende Hand hält, denn auch der Islam ist ein Glaube, der die Nächstenliebe kennt und der aussagt, wenn dir jemand auf die linke Backe schlägt, dann halte auch die rechte hin, das heißt soviel, ich verzichte auf Rache, sondern ich liebe meinen nächsten wie mich selbst.
Das sind die drei Glaubensrichtungen, die uns in der Entwicklung weitergebracht haben, und die uns noch weiterbringen werden, wenn wir auf Rache verzichten können, und wenn wir uns an die Gebote der Nächstenliebe halten, oder wenn wir auf die Erzeugung von Leid verzichten, sondern den Menschen Glück und Liebe entgegenbringen, denn nur Glück und Liebe kann uns Menschen die Menschlichkeit bringen, die wir für ein konfliktfreies Zusammenleben brauchen können. Und aus diesem Grunde verneigt euch vor eurem Nächsten und wünscht ihm ein glückliches und leid freies Leben.


Montag, 19. Juni 2017

Anschlag in London

Anschlag in London
In der letzten Nacht soll es wieder einen Anschlag in London gegeben haben. Ein Kleintransporter ist in eine Fußgängergruppe gefahren, und hat zwei Menschen getötet und etwa 8 Menschen verletzt. Der Fahrer des Kleintransporters soll festgenommen worden sein, er wurde gleich nach der tat von anderen Menschen umringt, die ihn dann der Polizei übergaben.
Die britische Anti-Terroreinheit soll die Ermittlungen übernommen haben, denn anscheinend wird vermutet, dass es sich um einen terroristischen Anschlag handelt, aber scheinbar nicht von Anhängern des IS durchgeführt, sondern von einen britischen Staatsangehörigen.
Nach den zwei Anschlägen in Großbritannien scheint es so, dass britische Bürger zum Gegenangriff übergehen, für mich es ist so etwas unverständlich, denn kein Bürger hat das Recht, die Verurteilung von Straftaten selbst zu übernehmen, denn das ist eine Angelegenheit der Polizei bzw. der Justizbehörden.
Aber noch ist nicht klar, wer hinter diesem Anschlag steht, darüber werden wir vermutlich in den nächsten Tagen etwas erfahren. Doch ich habe schon etwas geahnt, dass jemand die Eigeninitiative übernehmen wird, um gegen den IS und seinen Sympathisanten vorzugehen, auch mit Gewalt, und dass scheint jetzt der Fall zu sein, denn die Emotionen sind in der letzten Zeit enorm gesteigert worden.
Ich hoffe, dass die Bürger allgemein vernünftig bleiben, und dem Staat die weiteren Ermittlungen überlassen, und dass der Täter seiner gerechten Strafe zugeführt wird, aber keine Todesstrafe, denn diese Strafe ist abartig, und hat in der Demokratie keinen Platz.

Sonntag, 18. Juni 2017

Wie verleihe ich der Meditation Bedeutung

Wie verleihe ich der Meditation Bedeutung
Für mich ist es wichtig, das Vorgehen in der Meditation zu verstehen. Wenn ich nicht auf die Abwesenheit des Fehlers, der die Wurzel des Übels ist, zu meditieren, dann wird meine Meditation am eigentlichen Problem vorbeiziehen, selbst wenn ich denke, dass meine Meditation sehr tiefgründig ist. Ich mag erfolgreich sein, meinen Geist von störenden Objekten zurückzuziehen, aber es heißt noch lange nicht, dass ich in die Wirklichkeit vertieft bin. Ich muss erkennen, dass Objekte nicht auf diese Weise existieren, wie die Unwissenheit es annimmt.
Leide ich unter Angst, da ich fälschlicherweise glaube, dass sich eine Schlange vor meiner Tür befinden würde, dann nützt es mir wenig, wenn ich darauf hinweise, dass sich auf der anderen Seite des Hauses ein Baum befindet. Ich muss den Menschen zeigen, dass sich in Wirklichkeit keine Schlange vor der Tür befindet. Auf die Weise muss ich verstehen, dass diese Objekte, von denen ich annehme, dass sie in und aus sich selbst heraus existieren, aber nicht auf die Art und Weise existieren, damit ich die Probleme überwinden kann, die durch eine falsche Ansicht geschaffen werden. Nur indem ich meinen Geist von den Gedanken zurückziehe, oder ich an etwas anderes denke, so setze ich nicht an der Wurzel des Problems an.
Ich muss mir klarmachen, dass es unlogische Konsequenzen hätte, wenn Objekte wirklich auf die Art und Weise existieren, wie sie mir erscheinen. Auf dieser Grundlage kann ich es wertschätzen, dass die Phänomene nicht auf diese Art und Weise existieren.

Samstag, 17. Juni 2017

Es ist notwendig, die Wirklichkeit zu verstehen

Es ist notwendig, die Wirklichkeit zu verstehen
Viel von meinem Planen ist wie ein warten darauf, in einer vertrockneten Schlucht zu schwimmen. Viele unserer Handlungen sind wie Haushalten in einem Traum. Verwirrt im Fieberwahn, erkenne ich das Fieber nicht.
Leid bringende Emotionen können nicht überwunden werden, wenn man nicht den Glauben an das Objekt der Leid bringenden Emotionen aufgibt.
Begierde, Hass und so weiter, die an die irrtümliche Wahrnehmung von Vorteilen und Nachteilen geknüpft sind, werden dadurch überwunden, diese Vorteile und Nachteile sind nicht mehr in diesen Dingen wahrzunehmen, und durch äußere Wege können sie nicht aufgegeben werden.
Yogis erkennen mit ihrem Geist, dass alle Leid bringenden Emotionen und Fehler daraus entstehen, sich selbst als inhärent existent zu betrachten, und in dem Wissen, dass das Selbst das Objekt dieses Missverständnisses ist, widerlegen sie die eigene inhärente Existenz.
Wenn erkannt wird, dass alle Phänomene ohne wirkliches Selbst sind, wird der Same für den Daseinskreislauf zerstört.



Freitag, 16. Juni 2017

Die Wurzel des Daseinskreislaufes

Die Wurzeln des Daseinskreislaufes
Genauso wie die Fähigkeit zum Fühlen im ganzen Körper vorhanden ist, durchdringt die Unwissenheit alle Leid bringenden Emotionen. Daher werden alle Leid bringenden Emotionen überwunden, indem die Unwissenheit überwunden wird.
Ich betrachte:
Erscheint die Attraktivität eines Objektes als integraler Bestandteil dieses Objektes? Verschleiert die Attraktivität eines Objektes dessen Fehler und Nachteile? Führt es zu Begierde, wenn ich die angenehmen Aspekte eines Objektes überbetone? Führt es zu Hass und heftiger Ablehnung, wenn ich die unangenehmen Aspekte eines Objektes überbetone? Nehme ich wahr wie ich: Ein Objekt zuerst nur wahrnehme, dann unterscheide, ob das Objekt gut oder schlecht ist, und dann daraus schließe, dass das Objekt seine eigene unabhängige Existenzgrundlage hat. , und dann daraus schließe, dass das Gute oder Schlechte des Objekts inhärent in ihm existiert. Dann auf der Grundlage dieses Urteils entweder Begierde oder Hass entwickle.





Donnerstag, 15. Juni 2017

Erkenne die Wurzel aller Probleme

Erkenne die Wurzel aller Probleme
Angezogen von Licht und Wärme fliegt die Motte in die Flamme. Betört vom Klang der Gitarre steht das Reh und bemerkt den Jäger nicht. Angelockt vom Duft der Blume wird das Insekt in ihr gefangen. Gierig auf Geschmack eilt der Fisch auf den Angelhaken zu. In den Schlamm gezogen gibt es kein Entrinnen für den Elefanten.
Wie wäre es möglich, dass große Leid bringende Emotionen nicht in jenen Menschen entstehen, deren Geist sich auf inhärente Existenz verlässt? Selbst wenn der Geist nur gewöhnlich ist, dann befindet sich doch der Geist dieser Menschen fest im Griff der Schlange der Leid bringenden Emotionen. In jemandem, der das Selbst aufbläht, gibt es immer ein festhalten am „Ich“. Durch dieses Festhalten entsteht Anhaftung am vergnügen. Durch Anhaftung werden Nachteile verschleiert und Vorteile wahrgenommen, wodurch starke Anhaftung entsteht, und Objekte, die „mein“ sind, werden als Mittel ergriffen, um Sinnesfreuden zu erlangen. Solange es ein Haften am selbst gibt, solange wirst du dich daher im Daseinskreislauf drehen.




Dienstag, 13. Juni 2017

Das Fundament legen

Das Fundament legen
Das Fundament legen, damit Selbsterkenntnis und Weisheit wachsen können. Zu Beginn einer Übung sei rege wie ein Reh, das in einem Pferch gefangen ist und sich befreien will. In der Mitte sei wie ein Bauer während der Ernte, der au nichts wartet. Am Ende sei wie ein Hirte, der seine Herde heim gebracht hat.
Ich betrachte:
Alle kontraproduktiven Emotionen basieren auf der Unwissenheit über die wirkliche Natur von Lebewesen und Dingen und hängen von dieser Unwissenheit ab.
Es gibt gezielte Methoden, um Begierde und Hass vorübergehend zu unterdrücken. Doch wenn wir der Unwissenheit den Boden entziehen, die die wahre Natur von uns, den anderen und allen Phänomenen falsch begreift, dann werden gleichzeitig alle destruktiven Emotionen geschwächt.
Unwissenheit betrachtet Phänomene, die nicht in und aus sich selbst heraus existieren, so, als ob sie unabhängig von Gedanken existieren.






Sonntag, 11. Juni 2017

Achtsamkeitsmeditation

Achtsamkeitsmeditation
Ich suche mir einen bequemen Platz, an dem ich mich konzentrieren kann, und an dem ich nicht gestört werde. Meditieren kann ich im Stehen, im Gehen oder im Liegen, aber die meisten Menschen ziehen es vor, im Sitzen oder auf einem Stuhl zu meditieren. Ich suche und finde jetzt eine Haltung, die mich entspannt und mich wach hält, wo meine Wirbelsäule aufrecht steht, und ein Zen-Sprichwort sagt mir: Ich soll meinen Geist so handhaben wie ein geübter Reiter sein Pferd, die Zügel weder zu straff noch zu lose halten.
Ich meditiere immer so lange, wie ich möchte, aber ich kann auch mit kürzeren Zeitspannen beginnen wie mit fünf Minuten, aber die längeren Sitzungen von etwa 30 bis 60 Minuten helfen mir eher, wenn ich in die Tiefe gehe.Ich kann vorab entscheiden, wie lange ich meditieren will, oder ich warte erst einmal ab und entscheide dann spontan darüber. Während der Meditation kann ich auch einen Blick auf meine Uhr werfen, aber für diese Uhr kann auch alternativ eine Stoppuhr nehmen. Aber es gibt auch Menschen, die Räucherstäbchen nehmen, diese anzünden und dann niederbrennen lassen.
Ich atme sehr tief ein, ich entspanne mich, und ich habe meine Augen geöffnet oder auch geschlossen. Ich nehme alle Geräusche wahr, die kommen und gehen, und ich lasse sie sein, was immer sie sind. Ich bin mir essen bewusst, dass ich mir die Zeit nehme, um zu meditieren. Ich lasse für die Dauer der Meditation die Sorgen fallen, als wenn ich eine schwere Tasche absetzen würde, bevor ich mich in einen schweren Sessel fallen lasse. Falls ich möchte, kann ich nach der Meditation, die Sorgen wieder aufnehmen.
Ich richte eine Aufmerksamkeit auf meine Empfindungen des Atems, aber ich versuche nicht, den Atem zu steuern, sondern ich lasse ihn sein, was und wie er ist, und ich spüre, wie die kühle Luft einströmt und die warme Luft ausströmt, und wie sich Brust und Bauch heben und senken.
Des weiteren versuche ich, meine Empfindungen eines jeden Atemzuges von Anfang bis Ende zu verfolgen, vielleicht kann ich meine Atemzüge zählen, denn ich fange bei eins an leise zu zählen und zähle bis zehn, dann fange ich wieder von vorne an, und wenn mein Geist abschweift, dann beginne ich wieder bei eins.
Doch es ist normal, wenn der Geist abschweift, und wenn das geschieht, dann kehre ich wieder zum Atem zurück, denn ich bin sanft und gut zu mir selbst. Ich versuche, ob ich mich meiner Aufmerksamkeit zehn Atemzüge hintereinander widmen kann, aber am Anfang stellt dies eine Herausforderung dar. Wenn mein Geist in den ersten Minuten der Meditation zur Ruhe kommt, dann forsche ich weiter, wie es ist, zunehmend in den Atem versunken zu sein, und alles andere loszulassen.
Ich bin offen für die einfachen Freuden des Atems und gebe mich dem Atem hin. Und ich versuche, ob ich mit ein wenig Übung nach Dutzenden von Atemzügen hintereinander noch beim Atem bleiben kann. Wenn ich den Atem als eine Art von Anker benutzen kann, dann nehme ich wahr, was durch meinen Geist zieht. Wahr nehme ich die Gedanken und Gefühle, die Wünsche und Pläne und Erinnerungen, und ich nehme sie so, wie sie kommen und gehen.
So lasse ich sie sein, was sie sind, ich verfange mich nicht in ihnen , auch kämpfe ich nicht mit ihnen, aber ich lasse mich nicht von ihnen faszinieren. Und so empfinde ich ein Gefühl der Akzeptanz oder auch der Güte gegenüber allem, was den offenen Raum des Gewahrseins durchquert.
Ich fahre fort, indem ich meinen Atem versenke, mit einem wachsenden Gefühl des Friedens, und ich nehme die wechselnde Natur dessen wahr, was meinen Geist durchquert, und achte darauf, wie es sich anfühlt, wenn man sich in einem flüchtigen Gewahrseinsinhalt verfängt, und wie es sich anfühlt, sie vorbeiziehen zu lassen.
Ich bin mir des friedlichen, weitläufigen Gewahrseins selber bewusst, und ich bringe die Meditation zum Abschluss, wann ich es möchte, und ich achte darauf, wie ich mich fühle, und ich nehme das Gute meiner Meditation in mich auf.


Sonntag, 4. Juni 2017

Die uralte Kunst der Meditation

Die uralte Kunst der Meditation
Die wesentlich Übungen und Lehren, wie man sie in den besten buddhistischen Klöstern findet, werden dem Westen in einer zugänglichen Weise angeboten. Darin wird man mit einigen der einfachsten und am weitesten verbreiteten Meditationsübungen bekannt gemacht, aber insbesondere mit den Übungen der Achtsamkeit und der liebevollen Güte. Ein zentraler Bestandteil sind sechs Meditationsübungen, die als Anleitung dienen und als geführte Meditationen entworfen wurden, denn sie vermitteln die unmittelbare praktische Erfahrung.
Doch der Zweck des Unterfangens ist es keineswegs, dass ich Buddhist werde oder fernöstliche Zeremonien bzw. rituelle Verbeugungen erlerne. Mir geht es darum, zu erlernen, wie ich meditiere und dann davon im täglichen Leben profitiere. Wenn ich mir jetzt die Zeit nehme, und ich zur Ruhe komme,dann spüre ich, und dazu ist jeder Mensch in der Lage, dass ich mein Leben viel mitfühlender und wachsamer leben könnte, denn meditieren bedeutet, dass ich meine inneren Fähigkeiten fördere, um sie in meinem Leben zum Ausdruck bringen zu können.
Doch es gibt viele brauchbare Formen von Meditationsübungen, und im Grunde ist es jede, die mir hilft, achtsamer und bewusster für einen Körper und meine Sinne, für meinen Geist und für mein Herz werden. Und es ist nicht so sehr von Bedeutung , welche Art von Meditation ich mir ausgewählt habe, denn wichtiger ist es, dass ich, nachdem ich mich für eine Art entschieden habe, auch dabei bleibe, und sie täglich praktiziere. Aber die Meditation verlangt Disziplin, und das ist nicht anders , als wenn ich lerne Klavier zu spielen, denn das genügt es auch nicht, wenn ich nur gelegentlich ein paar Minuten am Tage übe. Denn wenn ich wirklich daran interessiert bin, eine Fertigkeit ernsthaft zu erlernen und auch Fortschritte zu machen, sei es nun mit dem Klavier spielen oder mit der Meditation, dann brauche ich Ausdauer, Geduld und regelmäßiges Üben.
So suche ich mir eine Art von Meditation heraus, die mir zusagt, und dann praktiziere ich sie, aber ich arbeite täglich daran, und wenn es möglich sein sollte, dann mit einem Lehrer oder im Rahmen einer Meditationsgruppe. Beim regelmäßigen Üben werde ich allmählich die Fähigkeiten entwickeln, die mir den gegenwärtigen Augenblick öffnen, und ich werde durch die Meditation Geduld und Mitgefühl entwickeln, und ich werde offen sein für alles, was es gibt.
Die Grundübungen der Achtsamkeits-Meditation sind das Herzstück der buddhistischen Meditation, und wird auch Vipassana genannt. Der Ausdruck „Vipassana“ bedeutet: „Die Dinge so zu sehen, wie sie sind“,, und sie ist die am weitesten verbreitete Meditationsweise in Südostasien und von zentraler Bedeutung in allen buddhistischen Traditionen, denn sie betont die Achtsamkeit und wie ich das unmittelbare Gewahrsein meiner Erfahrungen in allen Bereichen des Handeln entwickle.
Die Meditationen helfen mir, das Licht der Achtsamkeit auf jeden Aspekt meiner täglichen Erfahrungen zu werfen, und sie zeigen mir, wie ich die heilende Kraft liebevoller Güte auf mich selbst und andere Menschen ausdehnen kann. Die Achtsamkeit-Meditation wird auch Einsicht-Meditation genannt. Es geht dabei nicht darum, die Aufmerksamkeit auf ein Bild von Buddha, eine Gottheit, ein Licht, eine Kerze oder auf heilige Worte zu lenken, vielmehr entdecke ich durch die Achtsamkeit eine Möglichkeit, inmitten einer Bewegung unbewegt zu bleiben. So können ganz weltliche, oft wiederholte Tätigkeiten wie Essen, Spazierengehen oder Telefonieren in die meditative Bewusstheit einbezogen und Teil der Achtsamkeit-Übung werden. Aber meine Meditation ist dadurch keine Übung, die ich von Zeit zu Zeit durchführe, sie ist eher eine Seinsweise, die jeden Augenblick des Tages bei mir ist.
Achtsamkeit hilft mir, geistesgegenwärtiger und lebendiger auf alles zu reagieren, was mir begegnet, und das zu entwickeln, was ich als Lebenskunst bezeichne. Lebenskunst ist kein sorgloses Dahintreiben noch ein angstvolles Festklammern an der Vergangenheit, sondern sie besteht darin, in jedem Augenblick ganz einfühlsam zu sein, ihn als völlig neu und einzigartig anzusehen und das Bewusstsein offen und ganz und gar empfänglich zu halten.
Wenn ich mit dem Meditieren beginne, dann bedeutet das,dass ich mein Leben mit Anteilnahme und Liebenswürdigkeit betrachte und herausfinde, wie ich Wachsam und frei sein kann. Ich habe viele Vorstellungen und Überzeugungen auf mich selbst, und ich erzähle Geschichten über das, was ich will und wer ich bin, sei es nun klug oder nicht.Aber oft sind es nicht hinterfragte und begrenzte Vorstellungen anderer Menschen, die ich verinnerlicht habe, und dann in meinem Leben zum Ausdruck bringe. Aber Meditieren heißt auch, neue Möglichkeiten entdecken und Fähigkeiten entwickeln, die eigentlich jeder von uns besitzt: nämlich ein weiseres, liebevolleres, mitfühlenderes und erfüllteres Leben zu führen.