Freitag, 22. September 2017

Die Argumentation des Entstehens in Abhängigkeit wertschätzen

Die Argumentation des Entstehens in Abhängigkeit wertschätzen
Wie schon vorher erläutert wurde, haben alle vergänglichen und unvergänglichen Phänomene Einzelbestandteile. Obwohl diese Einzelbestandteile und das Ganze, das sie bilden, voneinander abhängen, erscheinen sie mir so, als ob sie ihr jeweils eigenes Dasein hätten. Wenn das Ganze und seine Bestandteile so existieren, wie sie mir erscheinen, dann müsste ich dazu in der Lage sein, auf ein ganzes zu zeigen, das von seinen Bestandteilen unabhängig ist. Das ist jedoch unmöglich.
Es gibt einen Konflikt zwischen dem, wie mir ein Ganzes und seine Bestandteile erscheinen und dem, wie diese in Wirklichkeit existieren. Das bedeutet nicht, dass nichts Ganzes existiert, denn wenn kein Ganzes existierte, könnte ich unmöglich von etwas sprechen, das Bestandteil von diesem Ganzen ist. Die Schlussfolgerung hieraus muss sein, dass es etwas Ganzes gibt, dass dessen Existenz aber nicht in Abhängigkeit von seinen Bestandteilen hervorgerufen wird. Das Ganze existiert nicht unabhängig.
Das was in Abhängigkeit entsteht, ist nicht Eins mit dem, wovon es abhängt und nicht inhärent verschieden davon. Daher ist nicht Nichts und nicht inhärent existent.

Donnerstag, 21. September 2017

Den Raum untersuchen

Den Raum untersuchen
Auch der Raum besteht aus einzelnen Bestandteilen wie der Raum der verschiedenen Himmelsrichtungen (Norden, Süden, Osten, Westen) oder der Raum, der von einem bestimmten Objekt eingenommen wird.
Betrachte ich den Raum im Allgemeinen, so überlege ich, wie dieser Raum in Abhängigkeit von seinen Einzelbestandteilen (Norden, Süden, Osten,Westen) entsteht.
Überprüfe ich, ob die Abhängigkeit des Raumes von seinen Einzelbestandteilen mit dem kollidiert, wie mir dieser Raum erscheint, nämlich so, als ob er in und aus sich selbst heraus bestünde.
Betrachte ich den Raum einer Tasse. Überlege ich, wie dieser Raum in Abhängigkeit von seinen Bestandteilen, dem oberen Teil der Tasse und dem unteren Teil, entsteht.
Überprüfe ich, ob die Abhängigkeit dieses Raumes von seinen Einzelbestandteilen mit dem kollidiert, wir mir dieser Raum erscheint, nämlich so, als ob er aus eigener Kraft, als in und aus sich selbst heraus bestünde.

Mittwoch, 20. September 2017

Das Bewusstsein untersuchen

Das Bewusstsein untersuchen
Das Bewusstsein, das eine blaue Vase betrachtet, hat keine räumliche Ausdehnung, da das Bewusstsein nicht physikalisch ist. Aber das Bewusstsein existiert als eine zeitliche Aneinanderreihung von Momenten. Das Bewusstsein, das eine blaue Vase betrachtet, hat frühere und spätere Momente, wie kurz sie auch sein mögen, sind Bestandteile eines Bewusstseinsstromes.
Betrachte ich den kürzest möglichen Augenblick in einem zeitlichen Kontinuum, so bestünde dieser kürzeste Augenblick nicht aus einem früheren und späteren Teil, dann könnte er sich nicht mit anderen kuren Augenblicken verbinden, um ein zeitliches Kontinuum zu bilden. Und wenn dieser kürzeste Augenblick nicht aus einem früheren und einem späteren Teil bestünde, dann wäre er von einem vorhergehenden Augenblick genau gleich entfernt, was bedeuten würde, dass er gar nicht existiert und es überhaupt kein zeitliches Kontinuum gäbe.
So wie ein einzelner Augenblick ein Ende hat, muss er einen Anfang und eine Mitte haben. Ach sein Anfang, seine Mitte und sein Ende müssen wie ein einzelner Augenblick untersucht werden.
Betrachte ich mein Bewusstsein, wie es eine blaue Vase wahrnimmt.
Überlege ich, wie dieses Bewusstsein in Abhängigkeit von seinen Einzelbestandteilen entsteht, nämlich den verschiedenen Augenblicken, die ein zeitliches Kontinuum bilden.
Überprüfe ich, ob seine Abhängigkeit von den Einzelbestandteilen mit dem kollidiert, wie mir dieses Bewusstsein erscheint, so als ob es in und aus sich selbst heraus bestünde.


Dienstag, 19. September 2017

Die Abhängigkeit von den einzelnen Bestandteilen

Die Abhängigkeit von den einzelnen Bestandteilen
Das Konzept des Entstehens in Abhängigkeit bezieht sich sich auch auf die Tatsache, dass alle vergänglichen und unvergänglichen Phänomene in Abhängigkeit von ihren Bestandteilen existieren. Alles besteht aus einzelnen Bestandteilen. Eine Kanne beispielsweise existiert in Abhängigkeit von ihren Bestandteilen. Dabei kann ich die größeren Bestandteile betrachten wie den Deckel, den Henkel, die Öffnung oder die subtileren Bestandteile wie die Moleküle, und ohne ihre wesentlichen Bestandteile kann die Kanne unmöglich existieren. Sie existiert nicht auf die konkrete und unabhängige Weise, in der sie mir erscheint.
Und wie sieht es mit den atomaren Teilchen aus, die die Bausteine für alle größeren Dinge sind? Und könnte es sein, dass diese atomaren Teilchen nicht aus Einzelbestandteilen bestehen? Auch das ist unmöglich, denn, wenn ein Atomar-Teilchen keine räumliche Ausdehnung hätte, dann könnte es sich nicht mit anderen Teilchen verbinden, um ein größeres Ding zu formen. Teilchen-Physiker nehmen an, dass man auch die kleinsten Teilchen in kleinere Teilchen zerlegen kann. auch wenn ich Instrumente entwickeln kann, um dies zu tun.
Aber selbst wenn man auf diese Weise eine physikalisch unteilbare Einheit fände, so müsste diese Einheit dennoch eine räumliche Ausdehnung haben und somit Einzelbestandteile, da sie sich ansonsten nicht mit anderen solchen Einheiten verbinden könnte, um irgendetwas Größeres zu formen.
Ich vergegenwärtige mir ein vergängliches Phänomen wie ein Buch. Betrachte ich, wie dieses Phänomen in Abhängigkeit von seinen Bestandteilen zustande kommt, den Buchstaben, den Seiten und dem Einband.
Überprüfe ich, ob diese Abhängigkeit von den Einzelbestandteilen mit dem kollidiert, wie mir dieses Buch erscheint, nämlich so, als ob es aus sich selbst heraus bestünde.


Montag, 18. September 2017

Entstehen in Abhängigkeit und Wirklichkeitssinn

Entstehen in Abhängigkeit und Wirklichkeitssinn
Die Lehre des Entstehens in Abhängigkeit kann überall angewandt werden. Diese Lehre konkret anzuwenden, ist vorteilhaft, weil ich ein ganzheitliches Bild bekomme. Denn, wie auch immer eine Situation beschaffen sein mag, ob gut oder schlecht, so hängt sie doch von Ursachen und Bedingungen ab. Ein konkretes Ergebnis existiert nicht aus sich selbst und aus eigener Kraft heraus, sondern hängt von vielen vergangenen Ursachen und Bedingungen ab. Wäre das nicht der Fall, so könnte es nicht in Erscheinung treten.
Denke ich von diesem Standpunkt aus, dann kann ich das Gesamtbild viel besser erfassen. Und aus dieser Perspektive kann ich die Wirklichkeit der Situation, nämlich die Interdependenz dieser Situation, erkennen. Mit Hilfe dieser relationalen Betrachtungsweise wird die Handlung, die ich dann ausführe, viel eher der Realität angemessen sein. Auf der Ebene der internationalen Politik kann es vorkommen, dass ein Machthaber ein bestimmtes Problem als von einer einzigen Person verursacht betrachten, die dann schnell zur Zielscheibe von Handlungen wird. Aber das ist nicht realistisch, denn das Problem ist wesentlich komplexer. Gewalt ruft eine Kettenreaktion hervor. Selbst wenn die Absicht eine gute sein sollte, so wird ohne diese umfassende Perspektive jeder Versuch, die Situation in den Griff zu bekommen, unrealistisch sein. Die Grundlage haben keine guten Grundlagen, weil das ganzheitliche Bild fehlt, und weil es an Verständnis mangelt, für das gesamte Gewebe von beteiligten Ursachen und Wirkungen.
Auf dem Gebiet der Medizin ist es nicht ausreichend, sich nur auf ein Spezialgebiet zu konzentrieren, denn der gesamte Körper muss in Betracht gezogen werden. So ist in der tibetischen Medizin der diagnostische Ansatz ganzheitlicher und geht von interaktiven Systemen aus. Und wenn ich im Bereich des wirtschaftlichen Handelns ausschließlich hinter den Profit her bin, dann lande ich bei der Korruption. Und so betrachte ich nur das Anwachsen von Korruption in vielen Ländern.Stufe ich alle wirtschaftlichen Handlungen moralisch als neutral ein, so bedeutet das, dass ich die meine Augen verschließe, wenn es um das Thema „Ausbeutung“ geht. Macht es keinen Unterschied „ob die Katze schwarz oder weiß ist“, wie man in China sagt, dann stelle ich mich blind gegenüber den schwarzen, gegenüber den Menschen, die moralisch bankrott sind und eine Menge an Problemen verursachen.
Wenn ich versäume, das Gesamtbild in den Blick zu nehmen, so bleibt mein Wirklichkeitssinn auf der Strecke. Die Haltung, dass Geld allein ausreicht und glücklich macht, führt oft zu unvorhergesehenen Konsequenzen. Wenn ich glauben würde, das es ausreicht, mich ohne Vorbereitungen in einer religiösen Klausur zur Meditation zurückzuziehen. So hätte ich bald nichts mehr zu essen. Werde ich mir des Gesamtbildes bewusst, dann wird meine Lebenseinstellung vernünftiger, meine Handlungen pragmatischer, und diese Weise können viele positive Resultate erreicht werden,
Der Hauptnachteil der Leid bringenden Emotionen ist, dass sie die Wirklichkeit verschleiern.
Wenn die Leid bringenden Emotionen und ihre Handlungen aufhören, gibt es die Befreiung. Die Leid bringenden Emotionen entstehen aus falschen konzeptuellen Auffassungen.
Falsche konzeptuelle Auffassungen sind übertriebene Arten des Denkens, die nicht mit den Tatsachen übereinstimmen. Nehme ich irgendein Objekt wie ein Ereignis, einen Menschen oder irgendein anderes Phänomen, das bescheidene vorteilhafte Züge aufweist. Wenn ich dieses Objekt fälschlicherweise als aus sich selbst heraus existent betrachte, als wirklich und real,dann setzen geistige Projektionen ein, die das Gute des Objektes übertreiben und zwar über das hinaus, was es eigentlich ist, und das wird zur Begierde führen. Das Gleiche geschieht bei Zorn, Hass und heftiger Ablehnung. Hier wird eine negative Eigenschaft des Objektes übertreiben, was dazu führt, dass das Objekt als schlecht erscheint, und es führt zu einer Störung. So wird, wenn ich Zorn und Hass auf etwas entwickle, dann wird ein hoher Prozentsatz der Hässlichkeit des verhassten Objekts durch meine Übertreibung hervorgerufen. Diese Aussage stimmt mit den buddhistischen Vorstellungen über das Entstehen Leid bringender Emotionen überein.
Werden Begierde und Hass entwickelt, dann wird die Wirklichkeit nicht mehr wahrgenommen. Es wird eine geistige Projektion wahrgenommen, die mir extreme Schlechtigkeit oder extreme Gutheit des Objekts vorgaukelt und irreführende und der Wirklichkeit nicht entsprechende Handlungen hervorruft. Aber dies kann verhindert werden, indem ich das Gesamtbild betrachte, das sich enthüllt, wenn ich meine Aufmerksamkeit auf das Entstehen in Abhängigkeit von den Phänomenen lenke, auf die Verkettung von Ursachen und Wirkungen, aus denen alle Phänomene entstehen und in der sie existieren.
Von dieser Perspektive betrachtet, treten die Nachteil der Leid bringenden Emotionen offen zu Tage. Wenn ich dazu fähig sein will, die tatsächliche Situation wahrzunehmen, dann muss ich freiwillig damit aufhören, mich den Leid bringenden Emotionen zu unterwerfen, weil sie auf jedem erdenklichen Gebiet die Wahrnehmung der Tatsachen verhindern. Betrachte ich die Dinge vom Standpunkt der Begierde und des Hasses aus, dann werden die Tatsachen immer verschleiert.
Liebe und Mitgefühl beinhalten auch starke Gefühle, die mich dazu veranlassen können, aus Empathie zu weinen, aber sie werden nicht durch mentale Übertreibungen hervorgerufen, sondern durch eine gültige Erkenntnis der Not von Lebewesen und durch die Einsicht, dass es angemessen ist mich um das Wohlergehen dieser Lebewesen zu kümmern. Diese Gefühle beruhen auf der Erkenntnis, auf welche Weise die Lebewesen im sogenannten Daseinskreislauf dem Leiden unterworfen sind, und die Stärke von Liebe und Mitgefühl wird durch das Verstehen von Vergänglichkeit und Leerheit vergrößert. Es kann sein, das Liebe und Mitgefühl von den Leid bringenden Emotionen beeinflusst sind. Aber wahre Liebe und wahres Mitgefühl sind unvoreingenommen und frei von mentalen Übertreibungen, weil sie auf der gültigen Erkenntnis meiner Beziehungen zu anderen Menschen und Lebewesen aufbauen. Die Sichtweise des Entstehens in Abhängigkeit ist äußerst nützlich, wenn es darum geht, das Gesamtbild zu erfassen und wertzuschätzen.

Samstag, 16. September 2017

Die Wucht davon zu spüren, dass Alles mit Allem in Beziehung steht

Die Wucht davon zu spüren, dass Alles mit Allem in Beziehung steht
Wenn die fälschliche Annahme, dass Menschen und Dinge unabhängig existieren, die Ursache für alle anderen kontraproduktiven Ansichten und Emotionen ist, dann ist die Kontemplation über die Tatsache, dass alle Phänomene in Abhängigkeit voneinander entstehen, eines der wichtigsten Mittel, um diese fälschliche Ansicht zu überwinden.
Diese Realität ist der Grund, warum Buddhisten die Meinung vertreten, dass alle Phänomene etwas in Abhängigkeit Entstandenes sind und nicht etwas in Unabhängigkeit Entstandenes.
Durch nachdenken über das Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit werde ich den Glauben verlieren, dass die Dinge in und aus sich selbst heraus existieren,
Die Annahme von inhärenter Existenz ist die Ursache für alle nicht heilsamen Ansichten. Die Leid bringenden Emotionen entstehen nicht ohne diesen Fehler. Wenn Leerheit vollständig erkannt ist, werden die nicht heilsamen Sichtweisen und Leid bringende Gefühle vollkommen gereinigt.
Wodurch wird die Leerheit erkannt? Indem ich das Entstehen in Abhängigkeit sehe. Buddha, der größte Kenner der Wirklichkeit, sagte: „Was in Abhängigkeit entsteht, entsteht nicht inhärent.“
Ein Verständnis für das Entstehen in Abhängigkeit ist dafür, die Unwissenheit zu überwinden. Alle Leid bringenden Emotionen werden überwunden, indem die Unwissenheit überwunden wird. Wenn das Entstehen in Abhängigkeit erkannt ist, entsteht Unwissenheit nicht mehr.
Das Entstehen in Abhängigkeit weist auf die Tatsache, dass alle vergänglichen Phänomene, ob diese nun körperlicher, geistiger oder sonstiger Natur , in Abhängigkeit von bestimmten Ursachen und Bedingungen entstehen. Was immer in Abhängigkeit von bestimmten Ursachen und Bedingungen entsteht, funktioniert nicht ausschließlich aus eigener Kraft heraus.
Vergegenwärtige ich mich ein vergängliches Phänomen wie ein Haus, und ich betrachte, dass dieses Phänomen in Abhängigkeit von bestimmten Ursachen entsteht wie Holz, Schreinern, Ziegeln, Dachdecker und so weiter.
Überprüfe ich, ob diese Abhängigkeit im Konflikt damit steht, dass das Phänomen als in und aus sich selbst heraus existent erscheint.


Freitag, 15. September 2017

Drei Arten, wie ich Objekte wahrnehmen kann

Drei Arten, wie ich Objekte wahrnehmen kann
Es gibt drei Modi, wie Objekte geistig erfasst werden können:
Das Objekt wird inhärent existent betrachtet, das ist der Modus der Unwissenheit.
Das Objekt wird nicht inhärent existent betrachtet, das ist der Modus der Selbsterkenntnis und Weisheit.
Das Objekt wird weder als inhärent existent noch als nicht inhärent existent betrachtet, wenn man etwas auf gewöhnliche Weise sieht etwa wie ein Haus.
Auch wenn ich ein Objekt nicht so betrachte wie es die Unwissenheit macht, als ob es inhärent existent sei, heißt es noch nicht, dass ich als nicht inhärent existent betrachten kann, wie es die Weisheit tut. Es gibt Gedanken, die weder das eine noch das andere tun, und somit in eine andere Kategorie fallen. Und das ist der Grund, warum ich gezielt diejenigen Phänomene benennen möchte, bei denen ich diesen fundamentalen Fehler begegnen möchte. Denke ich an etwas anderes, dann würde ich die Unwissenheit nicht umkehren, und es wäre so, als wenn ich einen Dieb in der Stadt suchen würde, nachdem dieser in den Wald verschwunden ist.
Wird die Unwissenheit überwunden,, dann werde ich die irrtümlichen Annahmen entwurzelt haben, welche die Objekte mit Qualitäten von Schönheit und Hässlichkeit und so weiter überlagern und zwar jenseits von dem, was diese Objekte in Wirklichkeit an Eigenschaften haben. Und damit sind alle Leid bringenden Emotionen wie Begierde, Hass, Eifersucht, Aggressivität etc., welche die Unwissenheit als ihre Wurzel haben, überwunden. Sind die Leid bringenden Emotionen beseitigt, dann können meine Handlungen nicht mehr motiviert werden. So sind meine unfreiwilligen Geburten und Wiedergeburten im Daseinskreislauf beendet, die durch meine Gewohnheitstendenzen aufgrund meiner früheren Handlungen angetrieben wurden, und Befreiung erlangt haben.
Über diesen Ablauf sollte ich einmal nachdenken, bis es mir klar geworden ist, um dann, ohne in die Irre zu gehen, nach der Wahrheit zu suchen. Wenn ich verstanden habe, wie ich in den Leidens-Kreislauf eintreten kann, so werde ich eine Wertschätzung entwickeln, wie Personen und Dinge in Wirklichkeit existieren. Wenn ich es nicht verstanden habe, dass geisteshaltungen, die in den Ruin führen, beseitige werden müssen, dann wird mir die Existenz der Befreiung nicht klar sein. Und wenn ich aber verstanden habe, dass fälschliche Annahmen in der Tat aufgelöst werden können, dann wird sich meine Absicht, die Befreiung zu erlangen, verstärken. Und das ist der Grund, warum Selbsterkenntnis und Weisheit so wichtig sind.
Unwissenheit führt dazu, dass ich die Bedeutung von Schönheit, Hässlichkeit und anderen Qualitäten überbetone.
Die Überbetonung dieser Qualitäten führt zu Begierde, Hass, Eifersucht, Aggressivität und so weiter.
Die destruktiven Emotionen führen mich zu Handlungen, die von einem falschen Verständnis verunreinigt sind.
Diese Handlungen führen zu unfreiwilliger Geburt und Wiedergeburt im Daseinskreislauf und zu wiederholten Verwicklungen in Schwierigkeiten.
Das Auflösen der Unwissenheit entzieht unseren Übertreibungen von guten und schlechten Eigenschaften den Boden. Dies wiederum unterhöhlt Begierde, Hass, Eifersucht, Aggressivität und so weiter, was wiederum den Handlungen, die durch falsches Verständnis verunreinigt sind, ein Ende bereitet, wodurch den unfreiwilligen Geburten und Wiedergeburten im Daseinskreislauf ein Ende bereitet wird.
Selbsterkenntnis und Weisheit sind der Weg, der zur Befreiung führt.