Dienstag, 12. Dezember 2017

Meditative Kontemplation

Meditative Kontemplation
Ich gehe zurück in eine Situation, in der ich von Hass oder Begierde erfüllt bin.
Erscheint mir der verhasste bzw. der begehrte Mensch oder das verhasste bzw. das begehrte Objekt nicht als sehr substanziell, gegenständlich und wirklich.? Das dies der Fall ist, kann ich unmöglich behaupten, dass ich die Phänomene bereits als vom Denken abhängig betrachte.
Ich betrachte die Phänomene so, als ob sie aus eigener Kraft heraus existieren.
Ich erinnere mich dran, dass ich immer wieder auf die Leerheit meditieren muss, um dieser irrtümlichen Erscheinungsweise von Phänomenen entgegenzuwirken.


Montag, 11. Dezember 2017

Die drei Hauptaspekte des Pfades zur Erleuchtung

Die drei Hauptaspekte des Pfades zur Erleuchtung
Mit der gleichzeitigen Erkenntnis des Entstehens in wechselseitiger Abhängigkeit und der Erkenntnis der Leerheit, ohne zwischen diesen beiden hin und herzuwechseln, wird die Betrachtungsweise von inhärenter Existenz durch definitives Wissen vollständig zerstört. Indem das Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit als unwiderlegbar gesehen wird. An diesem Punkt angekommen, ist die Untersuchung der Wirklichkeit vollständig.
Wenn ich über das abhängige Geflecht im Herzen des Entstehens in wechselseitiger Abhängigkeit reflektiere, wird mein Verständnis gestärkt, dass die Phänomene nur dem Namen nach existiere und lediglich eine von mir zugeschriebene Existenz haben, nichts mehr als das. Wenn ich verstanden habe, dass allein schon die bloße Zuschreibung die Vorstellung untergräbt, dass Phänomene in und aus sich selbst heraus existieren, dann habe ich die Aufgabe erfüllt, herauszufinden, was die buddhistische Sichtweise der Wirklichkeit ist. Ich habe die Hoffnung, dass ich mich diesem Punkt nähere.
Alles, was meinen Sinnen und meinem geist erscheint, entsteht in Abhängigkeit vom begrifflichen Denken. Wenn ich das verstanden habe, werde ich die Vorstellung überwinden können, dass Phänomene aus eigener Kraft heraus existieren. Ich werde die Wahrheit darin erkennen, dass Phänomene nicht aus eigener Kraft heraus existieren. Ich werde die Leerheit, das heißt Freiheit von inhärenter Existenz, erkennen können, die jenseits der unzähligen Probleme existieren, die aus der Sichtweise hervorgehen, dass Phänomene in und aus sich heraus existieren.
Die Leerheit ist das Heilmittel, um die Täuschungen aufzuheben, in denen ich mich befinde.





Sonntag, 10. Dezember 2017

Grundlegende Abhandlung über die Mitte, die "Weisheit" genannt wird

Grundlegende Abhandlung über die Mitte, die „Weisheit“ genannt wird
Ein Handelnder hängt von einer Handlung ab, und eine Handlung existiert in Abhängigkeit von einem Handelnden. Außer dem Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit sehe ich keine andere Ursache für deren Existenz.
Handelnder und Handlung hängen voneinander ab. Ich kann eine Handlung nur in Abhängigkeit von einem Handelnden postulieren, und der Handelnde kann nur in Abhängigkeit zu einer Handlung postuliert werden. So entsteht eine Handlung in Abhängigkeit zu einem Handelnden, aber ein Handelnder entsteht in Abhängigkeit zu einer Handlung. Aber sie stehen nicht auf gleiche Weise wie Ursache und Wirkung miteinander in Beziehung, denn das eine wird nicht vom anderen erschaffen.
Wieso sind alle Dinge relativ? Wieso ist eine Ursache von ihrer Wirkung abhängig? Weil die Ursache nicht in und aus sich selbst heraus entsteht. Wenn eine Ursache aus sich selbst heraus bestünde, dann würde diese Ursache nicht von ihrer Wirkung abhängen. Es gibt keine autarke und selbständige Ursache. Ich finde nichts, das in und aus sich selbst heraus existiert, wenn ich eine Ursache analytisch untersuche, obwohl jedes Ding meinen alltäglichen und gewöhnlichen Geist so erscheint, als wenn er ein separates und unabhängiges Wesen hätte.
Alle Phänomene stehen unter dem Einfluss von etwas anderem als sich selbst, so hängt die Benennung von einem Ding als Ursache von der Betrachtung der Wirkung dieses Dinges ab. Das ist der Weg, durch den ich erkennen kann, dass dieses subtileres Verständnis des Entstehens in wechselseitiger Abhängigkeit im Sinne von Benennung in Abhängigkeit korrekt ist.
Was von Bedingungen abhängt, ist leer von seiner eigenen inhärenten Existenz.“
Ich habe folgende Gedanken:“Es mag in der tat Tiere geben, die vom Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit von Ursache und Wirkung eine Ahnung haben, aber für mich ist dieses Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit von Ursache und Wirkung eine unbestreitbare Tatsache, über die ich, im Unterschied zu den Tieren, reflektieren kann. Wenn ich diesen Gedankengang weiterverfolge, dann entwickelt sich das Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit von Ursache und Wirkung aufgrund von Benennung in Abhängigkeit, das ist ein Hinweis, dass Ursache und Wirkung keinen eigenen Wesenskern haben. Hätten Ursache und Wirkung ihren eigenen Wesenskern, so müsste man sie nicht in wechselseitiger Abhängigkeit benennen.
Wenn etwas aufgrund seiner eigenen unabhängigen und getrennten Existenz bestehen würde, so wäre es nicht notwendig, dieses als etwas Abhängiges zu postulieren.
Würde ein Ding in und aus sich selbst heraus existieren, dann wäre es genug, und ich könnte dann sagen: „Es ist das“, ohne Notwendigkeit, dieses Ding mit irgendetwas anderem in Beziehung zu setzen. Doch das das Ding nicht in und aus sich selbst heraus etabliert ist, so gibt es keine andere Alternative zu dem Postulat, dass dieses Ding in Beziehung zu etwas anderem steht.
Diese Gedanken finde ich sehr hilfreich.





Freitag, 8. Dezember 2017

Die Bedeutung erforschen

Die Bedeutung erforschen
Wie grundlegend ist begriffliches Denken? Es wäre unbequem anzunehmen, dass ich genau in dem Moment, wo jedes einzelne Objekt in meinem Wahrnehmungsbereich kommt, Gedanken entwickeln müsste, die jedes einzelne dieser Objekte konstruiert. Es wäre egal, wie schnell mein Denken funktionieren würde, so gäbe es nicht genügend Zeit für mich, um die Gedanken zu entwickeln, die für einen einzigen Augenblick der visuellen Wahrnehmung notwendig wäre.
Es ist in der Tat so, dass die äußeren Objekte Teil des Prozesses sind, wenn ich ein Bewusstsein über die entwickle wie wenn ich einen Baum und seine Umgebung wahrnehme. Wenn Abhängigkeit von Gedanken aber bedeutet, dass ich einen konzeptuellen Gedanken für alles, was ich sehe, entwickeln müsste, dann wäre das absurd.
Daher erscheint es mir, dass die „Erschaffung der Welt durch begriffliches Denken“ letzten Endes bedeutet, dass Objekte und Phänomene ihre Existenz nicht aus sich selbst erschaffen können, ohne von einem Bewusstsein abhängig zu sein.
Von diesem Standpunkt aus sage ich:“Dass alle Phänomene und Dinge als auch fühlende Wesen, durch begriffliches Denken erschaffen sind.“ Es ist offensichtlich, dass Wirkungen von Ursachen abhängen, aber Ursachen hängen auf subtile Weise auch von ihren Wirkungen ab.
So ist jede Ursache selbst eine Auswirkung ihrer eigenen vorausgegangenen Ursachen und entsteht daher in Abhängigkeit von diesen jeweiligen Ursachen. Ursache und Wirkung bilden eine zeitliche Sequenz, in der eine Wirkung nach ihrer Ursache entsteht, denn das ist ein Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit im Sinne von Erschaffen in Abhängigkeit.
Die Benennung von etwas ist eine Ursache, die von der Betrachtung der Auswirkung der Ursache abhängt. Es ist nicht so, dass etwas selbst in und aus sich selbst heraus eine Ursache ist, sondern dieses etwas wird als Ursache bezeichnet in Relation zu seiner Auswirkung.
Die Wirkung geschieht nicht vor ihrer Ursache, und die Ursache entsteht nicht nach ihrer Auswirkung, sondern innerhalb des Denkens an ihre zukünftige Wirkung bezeichne ich ich etwas als eine Ursache. Das ist mit dem Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit im Sinne von Benennung in Abhängigkeit gemeint.




Donnerstag, 7. Dezember 2017

Was bedeutet es, von begriffliches Denken erschaffen zu sein

Was bedeutet es, von begriffliches Denken erschaffen zu sein
Wenn ich schöne Blumen oder ein herrliches Haus betrachte, dann erscheinen die Phänomene in meinem wahrnehmenden Bewusstsein so, als ob sie in und aus sich selbst heraus existierten.Doch nichts in dem wahrgenommenen Objekten kann bei genauerer Betrachtung eine solche Existenzweise bestätigen. Die Wahrnehmungskraft meines Geistes ist die Quelle der wahrgenommenen Objekte, und das trifft auf alle Phänomene zu. Wenn ich diese Phänomene suche, dann kann ich sie nicht aus sich selbst heraus bestehend ermitteln, obwohl sie genau so erscheinen. Denn dadurch, dass Phänomene und Lebewesen Nutzen und Schaden bringen, was vom Bewusstsein abhängt, existieren sie. Phänomene und fühlende Wesen haben niemals in und aus sich selbst heraus existiert, existieren nicht auf solche Weise und werden niemals auf solche Weise existieren. Sie existieren durch die Kraft des Geistes, durch die Kraft der Konventionen.
So hängt die ganze Welt vom begrifflichen Denken ab:
Begierde und so weiter existieren,
nicht ohne begriffliches Denken.
Welcher intelligente Mensch würde daher postulieren,
dass sie wirklich Objekte sind,
die auch begrifflich sind..
Phänomene existieren nur in Gegenwert von begrifflichem Denken.
Phänomene, die nur dann existieren, wenn begriffliches Denken vorhanden ist, und die nicht existieren, wenn begriffliches Denken fehlt, bestehen nicht durch ihre eigene Natur, wie eine Schlange, die in einem aufgerollten Seil wahrgenommen wird.




Mittwoch, 6. Dezember 2017

Wahrnehmen, wie alles auf Gedanken beruht

Wahrnehmen, wie alles auf Gedanken beruht
Selbst die verschiedenen blühenden Blumen, die den Geist erfreuen, und die attraktiv schimmernden, erhabenen goldenen Wohnstätten sind in keiner Weise von einem inhärent existenten Schöpfer erschaffen. All dies wird durch die Kraft der Gedanken gebildet. Durch die Kraft begrifflichen Denkens wird die Welt erschaffen.
Wenn ich eine ungefähre Vorstellung davon entwickelt habe, dass alles von Gedanken abhängt, dann sollte ich die Frage stellen, ob andere Menschen und Dinge normalerweise auf diese Weise erscheinen oder nicht. Wenn ich auf subtiler Ebene von Emotionen beeinflusst werde, dann ist es schwierig, festzustellen, wie ich an diesen Emotionen festhalte. Ich rufe mir eine Situation in Erinnerung, in der ich starken Hass oder starke Begierde verspürte. Der gehasste oder der begehrte Mensch oder Gegenstand erschien mir als sehr substanziell und sogar völlig unveränderlich, nicht wahr? Wenn ich genauer hinsehe, dann verstehe ich, warum ich momentan nicht von mir behaupten kann, dass ich die Phänomene bereits als auf Gedanken beruhend betrachte.
Mir erscheinen die Phänomene so, als ob sie aus eigener Kraft heraus existierten. Das „ich“ kann weder innerhalb noch außerhalb des Geist-Körper-Gefüges gefunden werden, und die Existenz des „Ich“ hängt vom begrifflichen Denken ab.
Das gesprenkelte Farbmuster und die zusammengerollte Form eines aufgerollten Seils sind denen einer Schlange ähnlich, und wenn das Seil im Halbdunkel wahrgenommen wird, entsteht der Gedanke „Das ist eine Schlange“.
Was das Seil in dem Moment betrifft, wo es als Schlange gesehen oder wahrgenommen wird, sind die Ansammlung und die Teile des Seils, aber nicht im Geringsten eine Schlange.
Die Schlange ist durch begriffliches Denken verursacht und etabliert worden. Es ist genauso, wenn der Gedanke „Ich“ entsteht: Nichts innerhalb des Geistes und des Körpers, weder die Ansammlung, die eine ununterbrochene Folge von früheren und späteren Momenten ist, noch die Ansammlung der Teile zu einer bestimmten Zeit, noch die einzelnen Teile, noch die unterbrochene Folge von irgendwelchen der getrennten Teile, ist auch nicht im Geringsten, das „Ich“.
Ebenso gibt es nicht im Geringsten etwas, das ein von Geist und Körper verschiedenes Wesen ist, und als das „Ich“ begriffen werden kann. Folglich ist das „Ich nur durch das begriffliche Denken, in Abhängigkeit von Geist und Körper, verursacht und etabliert, es entsteht nicht durch sein eigenes Wesen.“
Mir war plötzlich, als ob ein Blitz durch meine Brust gefahren ist. Ich war von Ehrfurcht ergriffen, dass, wann immer ich während der folgenden Wochen Menschen sah, diese mir wie Täuschungen einer Zauberkünstlers vorkamen, weil sie mir als inhärent existent erschienen, ich aber wusste, dass dies in Wirklichkeit nicht der Fall war. Jetzt begann ich zu verstehen, dass es wirklich möglich ist, den Prozess des Entstehens, des Entstehens der Leid bringenden Emotionen anzuhalten, indem ich nicht länger der Art und Weise, wie ich das „Ich“ und all die anderen Phänomene erscheinen, meine Zustimmung gebe, die Leerheit, und jedes Mal rufe ich mir die Erfahrung von damals ins Gedächtnis, um sie in meinen Aktivitäten des Tages hineinzubringen. Lediglich „Ich“ zu denken, oder zu sagen, wie in dem Satz: „Ich werde dieses oder jenes tun“, löst dann oft ein Gefühl aus. Aber ich kann noch immer keinen Anspruch auf ein umfassendes Verständnis der Leerheit erheben.



Dienstag, 5. Dezember 2017

Die Behauptung des Verschieden-Seins untersuchen

Die Behauptung des Verschieden-Seins untersuchen
Das „Ich“ und der Geist/Körper müssen vollständig voneinander verschieden sein.
In diesem Falle müsste das „Ich“ auffindbar sein, nachdem Geist und Körper beiseite geräumt wurden.
Das „Ich“ würde nicht die Eigenschaften des Entstehens, der Bestehens und des Zerfall aufweisen, was absurd wäre. Das „Ich“ müsste unsinniger weise nur reine Einbildung oder unvergänglich sein.
Das „Ich“ würde unsinniger weise keine geistigen oder physischen Eigenschaften aufweisen.
Wenn ich so ein „Ich“ nicht finden kann, dann treffe ich eine klare und feste Entscheidung: „Weder ich noch irgendein anderer Mensch ist inhärent existent.“
Verweile ich einen Augenblick in dieser Wahrnehmung, und nehme ich die Bedeutung der Leerheit in mich auf, indem ich mich auf die Abwesenheit von inhärenter Existenz konzentriere.
Ich lasse wieder die Erscheinungen von Menschen in meinen Geist auftauchen.
Ich reflektiere über die Tatsache, dass Menschen und Lebewesen innerhalb des Kontextes des Entstehens in wechselseitiger Abhängigkeit Handlungen ausführen, und somit Karma ansammeln und die Wirkungen meiner Handlungen erfahren.
Stelle ich die Tatsache fest, dass das Erscheinen von Menschen und Lebewesen innerhalb der Abwesenheit von inhärenter Existenz möglich ist und Wirkungen herbeiführen kann.
Wenn Wirksamkeit und Leerheit einander zu widersprechen scheinen, ziehe ich ein Spiegelbild zu Hilfe.
Das Spiegelbild eines Gesichtes kommt in Abhängigkeit von einem Spiegel und einem Gesicht unbestreitbar zustande, auch wenn es leer von Augen, Ohren, der Nase usw. ist, die es zu haben scheint. Das Spiegelbild eines Gesichtes verschwindet, wenn Gesicht oder Spiegel fehlen.
Auf ähnliche Weise stellt es keinen Widerspruch dar, dass ein Mensch Handlungen ausführt, Karma ansammelt, die Auswirkungen von Handlungen erlebt und in Abhängigkeit von Karma und destruktiven Emotionen wiedergeboren wird, obwohl dieser Mensch nicht einmal ein Staubkörnchen inhärenter Existenz aufweist.
Ich versuche, dieses Fehlen eines Widerspruches zwischen Wirksamkeit und Leerheit in Bezug auf alle fühlenden Wesen und in Bezug auf alle Dinge wahrzunehmen.

Montag, 4. Dezember 2017

Die Behauptung des Eins-Seins untersuchen

Die Behauptung des Eins-Seins untersuchen
Das „Ich“ und der Geist/Körper müssten vollständig und in jeder Hinsicht ein und dasselbe sein.
Es wäre in diesem Falle sinnlos, von einem „Ich“ zu sprechen.
Und es wäre unmöglich, von „meinem Körper“ oder „meinem Kopf“ oder „meinem Geist“ zu sprechen.
Wenn Geist und Körper nicht mehr existieren, so würde das selbst auch nicht mehr existieren.
Weil Geist und Körper mehr als eins sind, müssten die „Ichs“ einer Person mehrfach vorhanden sein.
Da mein „Ich“ nur eines ist, müssten mein Geist und Körper auch nur eines sein.
Genauso wie der Geist und der Körper entstehen und wieder vergehen, würde das „Ich“ inhärent entstehen und inhärent vergehen.
In diesem Fall würden weder die angenehmen Auswirkungen von heilsamen Handlungen noch die schmerzhaften Auswirkungen von nicht heilsamen Handlungen in mir zur Reife gelangen, oder aber ich würde die Wirkungen von Handlungen erfahren, die ich selber gar nicht gegangen habe.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Meditative Kontemplation

Meditative Kontemplation
Kreise ich, wie ich das schon zuvor gemacht habe, das Ziel meiner Untersuchungen ein, nämlich die Erscheinung des „Ich“, als ob es in und aus sich selbst heraus errichtet sei, und ich erinnere mich an eine Situation, in der ich felsenfest an die Existenz eines solchen „Ich“ geglaubt habe.
Nehme ich deutlich die Unwissenheit wahr, welche die Wirklichkeit mit einer Schicht in inhärenter Schicht überziehen, und ich identifiziere diese Unwissenheit.
Lege ich besonderes Gewicht auf die Betrachtung folgender Tatsache: Wenn es ein solches inhärent existentes „Ich“ gäbe, dann müssten das „Ich“ und das Geist-Körper-Gefüges entweder ein und dasselbe oder aber voneinander verschieden sein.
Betrachte ich dann mit Nachdruck die Widersinnigkeit der Behauptung, dass das Selbst und das Geist-Körper-Gefüge entweder ein und dasselbe oder aber voneinander verschieden wären., so spüre ich die Unmöglichkeit der folgenden Behauptungen.

Samstag, 2. Dezember 2017

Wie mir diese Sichtweise hilft

Wie mir diese Sichtweise hilft
Menschen und Dinge wie Täuschungen zu betrachten, hilft mir, ungünstige Emotionen zu verringern, da Begierde, Hass und alle anderen Leid bringenden Emotionen daraus entstehen, dass ich Phänomene jenseits dessen, was diese Phänomene in Wirklichkeit sind, mit Qualitäten wie „gut“ oder „schlecht“ überlagern.
Wenn ich mich über jemanden sehr ärgere, dann habe ich ein starkes Gespür für die Schlechtigkeit dieses Menschen. Wenn ich mich später beruhigt habe, und dann denselben Menschen betrachte, dann kann es sein, dass ich meine eigene frühere Wahrnehmung lächerlich finde.Der klare Vorteil von Einsicht ist der, dass sie mich davon abhält, Objekten jenseits dessen, was diese Objekte in Wirklichkeit sind, dass man diesen etwas Gutes oder etwas Schlechtes zuschreiben kann. Durch die Schwächung von Selbsttäuschung wird es mir möglich, Begierde und Hass zu verringern und schließlich ganz aufzugeben, weil die Leid bringenden Emotionen auf unrealistische Übertreibungen aufbauen. Dieses Auflösen von ungesunden Emotionen wiederum schafft mehr Raum für gesunde Emotionen und heilsame Einstellungen. Ich betrachte die Phänomene mit Einsicht, und ich hole sie in den Bereich meiner Übung der Leerheit hinein.
Wenn ich mich darin übe, Liebe und Mitgefühl auszudehnen, dann erinnere ich mich daran, dass auch Liebe und Mitgefühl und auch die Menschen, die das Objekt meiner Liebe und meines Mitgefühls sind, wie die Täuschungen eines Zauberkünstlers sind. Sie erscheinen mir nämlich so dinglich und konkret, als ob sie in und aus sich selbst heraus bestünden, was aber nicht der Fall ist. Wenn ich Liebe, Mitgefühl und die anderen Menschen als inhärent existent betrachte, dann werde ich dieses Sichtweise davon abhalten, Liebe und Mitgefühl in vollem Ausmaß entwickeln zu können.
Ich sollte sie wie Täuschungen betrachten, die auf eine Weise erscheinen, aber in Wirklichkeit auf andere Weise existieren. Diese Sichtweise wird sowohl meine Erkenntnis der Leerheit als auch meine Liebe und mein Mitgefühl vertiefen, so dass ich mich in diesem Verständnis wirkungsvoll mitfühlenden Handlungen widmen kann.

Freitag, 1. Dezember 2017

Den Widerspruch zwischen Erscheinung und Wirklichkeit erkennen

Den Widerspruch zwischen Erscheinung und Wirklichkeit erkennen
Ich führe hier die Beispiele der Täuschung des Spiegelbildes und der Luftspiegelung an, um eine grobe Vorstellung von dem Widerspruch zu vermitteln zwischen dem, wie etwas erscheint und wie es in Wirklichkeit existiert. Wenn ich erkannt habe, dass ein Abbild eines Gesichtes im Spiegel nicht wirklich ein Gesicht ist, heißt das noch nicht, dass ich die Leerheit inhärenter Existenz des Spiegelbildes erkannt habe. Denn in dem Wissen, dass ein Spiegelbild eines Gesichtes im Spiegel nicht wirklich ein Gesicht ist, nehme ich noch immer fälschlicherweise an, dass das Spiegelbild eines Gesichtes leer davon ist, ein Gesicht zu sein, mit wirklicher Erkenntnis der Leerheit gleichzusetzen wäre, dann müsste ich, sobald ich mein Gesicht auf irgendein anderes Objekt lenke, wie auf meinen Arm oder meinem Körper oder meine Wohnung, auch sofort dessen Leerheit von inhärenter Existenz erkennen.Doch das ist nicht der Fall. Es ist nicht so, dass ich und andere Menschen Täuschungen sind, viel mehr erscheine ich und die anderen wie Täuschungen.
Um sich selbst und andere Phänomene wie Täuschungen wahrnehmen zu können, hat zwei Voraussetzungen: Erstens, die falsche Erscheinung von sich selbst oder anderen Objekten als inhärent existent, und zweitens ein Verständnis davon, dass ich selbst oder was immer ich betrachte, nicht auf diese Weise existiere. In der Meditation habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich nach dieser unabhängigen Eigenschaft von Phänomenen gesucht, diese aber nicht gefunden habe, auch wenn nach meinen Meditationen die Phänomene immer noch auf ebensolche Weise als inhärent existent erscheinen.
Mein vorangegangenes Verständnis öffnet nun das Tor zur Erkenntnis, dass diese Phänomene illusorisch sind in dem Sinne, dass sie als inhärent existent erscheinen, sie aber in Wirklichkeit nicht inhärent existieren. Alle Dinge haben die Eigenschaft von etwas Unrichtigem und Täuschendem.
Es gibt vielerlei Diskrepanzen zwischen der Art und Weise, wie sie in Wirklichkeit sind. Etwas, was vergänglich ist, kann als unvergänglich erscheinen. Manchmal erscheinen mir die Ursachen von Schmerzen wie zu viel essen ist zunächst die Ursache eines Vergnügens, aber letzten Endes doch nicht. Etwas, was zu Leiden führt, wird als das nicht gesehen, was es in Wirklichkeit ist, sondern wird als Weg betrachtet, der zum Glück führt.
Obwohl ich mir Glück wünsche, weiß ich aufgrund meiner Unwissenheit nicht, wie ich das Glück erreichen kann. Obwohl ich vom leiden frei sein möchte, arbeite ich genau daran, die Ursache für das leiden zustande zu bringen, weil ich ein falsches Verständnis davon habe, was Leiden hervorbringt. Die Augen derer, die sich eine Zaubervorstellung ansehen, werden durch die Täuschungen des Zauberkünstlers beeinflusst, und aufgrund dieser Täuschungen glauben die Zuschauer, Pferde, Elefanten und so weiter zu sehen. Indem ich den Erscheinungen von inhärenter Existenz zustimme, übertreibe ich auf ähnliche Weise den guten Status von guten und schlechten Phänomenen, und werde dadurch in Begierde und Hass hineingezogen und in Handlungen, die Karma verursachen. Was ein nicht inhärent existentes „Ich“ ist, erscheint mir als inhärent existentes „Ich“, und ich nehme die Erscheinung als gegeben an.

Donnerstag, 30. November 2017

Meditative Kontemplation

Meditatives Kontemplation
Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich das Abbild eines Menschen in einem Spiegel für den tatsächlichen Menschen hielt.
Das Spiegelbild dieses Menschen erschien als tatsächliche Person, war es in Wirklichkeit aber nicht.
Auf gleiche Weise erscheinen alle Personen und Dinge so, als ob sie aus sich selbst heraus existieren, ohne von Ursachen und Bedingungen, von ihren Einzelbestandteilen und von Gedanken abzuhängen, was aber nicht der Fall ist.
Auf diese Weise sind Personen und Dinge wie Täuschungen.

Dienstag, 28. November 2017

Sich selbst wie eine Täuschung wahrnehmen

Sich selbst wie eine Täuschung wahrnehmen
Wie die Täuschung eines Zauberers, wie Träume und wie der Mond, der auf dem Wasser widergespiegelt wird, sind alle Lebewesen und ihre Umgebung leer von inhärenter Existenz. Obwohl nicht wirklich existent, so erscheinen alle diese wie Blasen, die im Wasser aufsteigen.
Als ein Ergebnis meiner Untersuchungen über die Natur des „Ich“ und anderer Phänomene werde ich erkennen, dass alle Phänomene zwar so erscheinen, als ob sie inhärent existieren, sie aber in Wirklichkeit leer von inhärenter Existenz sind, genauso wie die magischen Täuschungen, die mir ein Zauberer vorführt, aber in Wirklichkeit nicht auf die Weise existieren, wie sie mir erscheinen.
Eine Form aus der Ferne gesehen, wird von denjenigen, die nahe dran sind, klar und deutlich gesehen. Wenn eine Luftspiegelung wirklich Wasser wäre, arum wird dann von denen, die nahe dran sind, kein Wasser gesehen.
Die Art und Weise, wie diese Welt von denjenigen aus der Ferne, aber wirklich gesehen wird, wird von denen, die nahe dran sind, nicht so gesehen.
Für die sie wie eine Luftspiegelung ohne wirkliche Substanz ist.
Ein Gesicht im Spiegel erscheint so, als ob es ein Gesicht wäre, doch dieses Abbild im Spiegel ist kein Gesicht. Von allen möglichen Standpunkten aus betrachtet ist dieses Abbild im Spiegel leer davon, ein Gesicht zu sein. Ebenso kann ein Zauberer Täuschungen hervorzaubern, die wie etwas Bestimmtes erscheinen, sowie ein Mensch, der in einem Holzkasten von Schwertern aufgespießt wird, die aber in keiner Weise so erschaffen sind, wie sie mir erscheinen. Denn auf ähnliche Weise erscheinen Phänomene, wie die Körper anderer Menschen, als ob sie aus anderer Kraft heraus erschaffen sind, in Wirklichkeit aber leer davon sind, auf solche Weise zu bestehen.
Es ist jedoch so, dass Phänomene Illusionen sind, vielmehr sind Phänomene wie Illusionen. Auch wenn das Spiegelbild meines Gesichtes nicht wirklich mein Gesicht ist, so ist dieses Spiegelbild nicht völlig nicht existent. Anhand der Widerspiegelung meines Gesichtes im Spiegel kann ich verstehen, wie mein Gesicht in Wirklichkeit aussieht.
Auf vergleichbare Weise sind Personen und Objekte nicht völlig nicht existent, auch wenn sie leer davon sind, auf die Art und Weise zu existieren, wie sie erscheinen, als aus sich selbst heraus entstanden.
So können Personen handeln und Objekte erfahren werden. „Wie eine Täuschung zu sein“ ist daher nicht dasselbe wie „scheinbar zu existieren, in Wirklichkeit aber nicht zu existieren“, so wie die Hörner eines Hasen, die nicht existieren.



Montag, 27. November 2017

Die Behauptung des Verschieden-Seins untersuchen

Die Behauptung des Verschieden-Seins untersuchen
Das „Ich“ und des Geist/Körper müssten vollständig voneinander verschieden sein. In diesem Falle müsste das „Ich“ auffindbar sein, nachdem Geist und Körper beiseite geräumt wurden.
Das „Ich“ würde nicht die Eigenschaften des Entstehens, des Bestehens und des Zerfalls aufweisen, was absurd wäre.
Das „Ich“ müsste unsinniger weise nur reine Einbildung sein oder aber unvergänglich.
Das „Ich“ würde unsinniger weise keinerlei geistigen oder physischen Eigenschaften aufweisen.
Wenn ich so ein wenig Erkenntnis gewonnen habe, dann verweile ich mit dieser Erkenntnis in der stabilisierenden Meditation, und ich nehme ihre Auswirkung wahr.
Wenn dieses Gefühl ein wenig schwächer wird, dann kehre ich zu der analytischen Meditation zurück, bis sich das Gefühl wieder einstellt, und ich entwickle tiefere Erkenntnis.
Das Hin und Herwechseln zwischen der eins gerichteten Meditation auf ein bestimmtes Thema und der analytischen Meditation werden tiefere Erfahrungen fördern.


Sonntag, 26. November 2017

Die Behauptung des Eins-Seins untersuchen

Die Behauptung des Eins-Seins untersuchen
Das „Ich“ und der Geist/Körper müssten vollständig und in jeder Hinsicht ein und dasselbe sein.
So wäre es sinnlos, von einem „Ich“ zu sprechen.
Es wäre unmöglich, von „meinem Körper“ oder m“meinem Kopf“ oder „meinem Geist zusprechen.
Wenn Geist und Körper nicht mehr existieren, würde das Selbst auch nicht mehr existieren.
Da Geist und Körper mehr als eins sind. Müssten die „Ichs“ einer Person auch mehrfach vorhanden sein.
Da unser „Ich“ nur eines ist, müssten unser Geist und Körper auch nur eines sein.
Genauso wie der Geist und der Körper entstehen und wieder vergehen, würde das „Ich“ inhärent entstehen und inhärent vergehen. In diesem Fall würden weder die angenehmen Auswirkungen von heilsamen Handlungen noch die schmerzhaften Auswirkungen von nicht heilsamen Handlungen in mir zur Reife gelangen, oder aber ich würde die Wirkungen von Handlungen erfahren, die ich selber gar nicht begangen habe.

Samstag, 25. November 2017

Die Einsicht von ruhigem Verweilen und besonderer Einsicht

Die Einsicht von ruhigem Verweilen und besonderer Einsicht
Bisher habe ich ruhiges Verweilen mithilfe der stabilisierenden Meditation erreicht. Und bisher waren ruhiges Verweilen und die Analyse der besonderen Einsicht wie die zwei Schalen einer Waage: Wenn die eine Schale sich hob, senkte sich die andere. Jetzt aber wechsle ich zwischen stabilisierender Meditation und analytischer hin und her, so dass die Kraft der Analyse noch größere geistige und körperliche Kräfte von Geschwindigkeit hervorbringt als das bisher der Fall gewesen ist, wenn ich ruhiges Verweilen mithilfe der stabilisierenden Meditation erreicht habe.
Wenn ruhiges Verweilen und besondere Einsicht auf diese Weise gleichzeitig mit gleicher Kraft zusammenarbeiten, wird das die „Einheit von ruhigem Verweilen und besonderer Einsicht“ genannt. Ein anderer Name hierfür ist „Weisheit, die aus der Meditation entsteht“, im Unterschied zu der Weisheit, die aus dem Hören, Lesen, Studieren und Nachdenken hervorgeht.
Wenn ich früher über die Leerheit gelesen und über sie nachgedacht habe, war mein Bewusstsein auf die Leerheit als etwas intellektuell zu Untersuchendes gerichtet. Daher waren mein Geist und die Leerheit voneinander getrennt und verschieden. Aber jetzt mache ich die Erfahrung durchdringender Leerheit, ohne das Subjekt und Objekt dabei voneinander getrennt wären. Sie erreichen einen Zustand, in dem Einsicht und Leerheit wie Wasser sind, das in Wasser gegossen wird.
Das noch verbleibende subtile Gefühl von Subjekt und Objekt löst sich langsam auf, und dabei vermischen sich Subjekt und Objekt vollständig in vollkommener Nicht-Konzeptdualität, wie Buddha sagte: „Wenn das Feuer des unverstellten Erkennens der Wirklichkeit, sowie sie ist, aus der fehlerfreien Analyse entsteht, wird das Brennholz des begrifflichen Denkens aufgebraucht, sowie das Feuer von zwei Holzzweigen, die man aneinander reibt.
Für Anfänger ist es hilfreich, diesen spirituellen Entwicklungsplan zu kennen, da er einen starken Einfluss auf meinen Fortschritt auf dem Weg ausüben wird. Vorläufig kann ich ein wenig stabilisierende Meditation abwechseln, damit ich diesen Vorgang sozusagen in der Meditation stärken kann.
Richte ich zuerst meinen Geist auf ein einzelnes Objekt wie auf ein Bildnis von Buddha oder wie auf meinen Arm. Ich wende die analytische Meditation an, wie ich in vier Schritten der Meditation über die Natur des „Ich“ beschrieben wurde. Betrachte ich die logischen Widersprüche, die auftreten würden, wenn ich behaupte, dass mein Selbst und mein Geist/Körper entweder dasselbe oder voreinander verschieden wären.


Samstag, 18. November 2017

Ruhiges Verweilen und besondere Einsicht in Balance bringen

Ruhiges Verweilen und besondere Einsicht in Balance bringen
Die Entwicklung von meditativer Stabilität alleine wird die Wahrnehmung von inhärenter Existenz nicht zerstören. Die Leid bringenden Emotionen können zurückkommen und alle möglichen Störungen bringen.
Die Meditation des ruhigen Verweilens kann nur die Leid bringenden Emotionen unterdrücken, aber nicht vollständig beseitigen. Ich brauche Selbsterkenntnis und Weisheit, damit ich die Leid bringenden Emotionen und die sich daraus entwickelnden Schwierigkeiten und Verstrickungen vollständig auflösen kann. Stabilisierende Meditation und analytische Meditation müssen Hand in Hand arbeiten. Arbeiten die stabilisierende und analytische Meditation so zusammen, dann können die problematischen Gefühle entwurzelt und jegliche Begrenzung für meine Intelligenz entfernt werden. Auf diese Weise kann ich mein letztendliches Ziel, anderen Lebewesen zu helfen, wirkungsvoller erreichen.
Große Klarheit und Stabilität, die in der Meditation des ruhigen Verweilens erlangt wird, ebnet den Weg dafür, dass meine Untersuchungen in der Meditation der besonderen Einsicht besonders kraftvolle Einblicke in die Leerheit von inhärenter Existenz ermöglichen. Wenn ich die Leerheit der Phänomene, die zu destruktiven Emotionen führen, von mir selbst, von anderen Lebewesen und Dingen, direkt erkenne, dann können Schwierigkeiten und Probleme direkt an der Wurzel überwunden werden.
Die Meditation des ruhigen Verweilens mit der Meditation der besonderen Einsicht zusammenzuführen, muss ich zwischen der eins gerichteten Meditation und der analytischen Meditation hin und her wechseln, um beide miteinander in Einklang zu bringen. Zuviel Analyse wird der Aufgeregtheit Vorschub leisten und lässt den Geist etwas instabil werden. Aber zu viel Stabilität führt dazu, dass ich keinen Ansporn mehr verspüre, die analytische Meditation durchzuführen.
Wenn ich lediglich analytische Meditation ausführe, dann wird das ruhige Verweilen, das ich zuvor entwickelt habe, schlechter werden. Nachdem ich einmal das Pferd des ruhigen Verweilens bestiegen habe, sollte ich in der analytischen Meditation verweilen, und diese in regelmäßigen Abständen mit der stabilisierenden Meditation abwechseln.



Freitag, 17. November 2017

Diese Einsicht ausweiten auf das, was ich besitze

Diese Einsicht ausweiten auf das, was ich besitze
Ich wende die Art und Weise, wie ich die falsche Wahrnehmung von mir selbst selbst erkannt habe, geistig auf alle Phänomene an.
Ich wiederhole kurz: Gäbe es ein konkretes und inhärentes „Ich“, dann müsste dieses „Ich“ entweder eins mit dem Geist/Körper sein oder davon verschiedene. Da beide dieser Möglichkeiten zu logischen Trugschlüssen führen, muss ich daraus den Schluss ziehen, dass ein solches konkretes „Ich“ in Wirklichkeit gar nicht existiert.
Habe ich einmal verstanden, dass es kein inhärentes „Ich“ gibt, dann ist es einfach zu erkennen, dass ein Gefühl von inhärent existentem Eigentum irrtümlich ist. Geist und Körper sind Objekte, die vom „Ich“ benutzt werden, denn das „Ich“ ist wie eine Eigentümerin, der Körper und Geist gehören. So sage ich manchmal: „Mein Körper ist heute ein bisschen angeschlagen.“ Oder: „Heute ist mein Körper in guter Verfassung.“ Aber solche Aussagen sind berechtigt und gültig, selbst wenn ich nicht denke:“Das bin ich,“ wenn ich meinen schmerzenden Arm betrachte, so denke ich bestimmt: „Ich habe Schmerzen, und es geht mir nicht gut“, wenn mein Arm schmerzt. Und dennoch ist es klar, dass das „Ich“ und der Körper voneinander verschieden sind. Der Körper gehört dem „Ich“.
Auf vergleichbare Weise spreche ich von „meinem Geist“, und ich kann sagen: „Mein Gedächtnis ist so vergesslich geworden, mit mir stimmt irgendetwas nicht.“ Ich bin der Trainer meines Geistes und versuche, ihn dazu zu bringen und zu tun, was ich möchte.
So gehören Körper und Geist dem „Ich“ und das „Ich“ ist ihr Besitzer. Es ist unbestreitbar, dass Körper, Geist und „Ich“ ihre Funktionen erfüllen, gibt es kein unabhängiges „Ich“, das von Körper und Geist verschieden ist und diese besitzt. Meine Augen, Ohren und so weiter sind Dinge, die ich als „meins“ betrachte, auch wenn sie nicht auf die Art und Weise existieren, in der sie so deutlich und kraftvoll meinen Geist erscheinen, als ob sie ein inhärent existentes„Ich“ besäße.
Der Buddha, der einzig und allein zum Wohle der Wesen lehrt, sagt: „dass alle Lebewesen aus dem falschen Verständnis von „Ich“ entstanden sind und von der begrifflichen Vorstellung von „meinem“ eingehüllt werden.
Habe ich erkannt, dass das Selbst nicht inhärent existiert, so kann „meins“ auch nicht inhärent existieren.
Innere Phänomene wie mein Geist oder mein Körper gehören mir und sind daher „meins“.
Äußere Phänomene wie meine Kleidung oder mein Auto sind ebenfalls „meins“.
Existiert mein „Ich“ nicht inhärent, dann kann das, was „meines“ ist, auch nicht inhärent existieren.







Donnerstag, 16. November 2017

Ich lasse in meinen Anstrengungen nicht nach

Ich lasse in meinen Anstrengungen nicht nach
Wenn ich meinen Körper und meinen Geist betrachte und deren Entscheidungen nicht länger für wahr halte, dann ist das ein Hinweis dafür, dass die Abwesenheit der konkreten und soliden Existenz des „Ich“ einen Eindruck in mir hinterlassen hat. Die Freiheit von inhärenter Existenz, die ich in meinen meditativen Untersuchungen entdeckt habe, hat dann einen tiefen Eindruck in mir hinterlassen, und ich investiere nicht mehr soviel Zuversicht und Vertrauen in die übertriebene Erscheinungsweise meines Körpers und Geistes.
Dieser Schwund an Vertrauen in die Wirklichkeit der Erscheinungen ist ein Zeichen für den Erfolg und kann durch stetige Meditation immer mehr verstärkt werden. Das ist der Prozess, wie ich der Selbsterkenntnis immer näher kommen und mich so sehen kann, wie ich wirklich bin.
Erkenntnis der Leerheit ist nicht einfach, aber wenn ich weiter daran arbeite und damit fortfahre zu untersuchen und zu analysieren, wird sich die Erkenntnis mit Sicherheit entwickeln. Sie werden verstehen, was es bedeutet, nach inhärenter Existenz zu suchen, sie aber nicht zu finden, und was es bedeutet, nach etwas, das man sich lebendig und stark vorstellt, zu suchen und nicht zu finden. Diese Nichtauffindbarkeit erscheint meinem Geist als Leerheit, erst ganz schwach und dann mit größter Klarheit. Obwohl anfängliche Einsichten nicht die tiefgründigsten sind, werden die Einsichten tiefer und tiefer werden, wenn ich diesen Prozess weiterführe.
Durch ein anfängliches Gefühl für die Leerheit werde ich ein besseres Gespür dafür bekommen, was Unwissenheit ist, das wiederum wird zu einer besseren und deutlicheren Erfahrung der Leerheit führen. Dies wird wiederum mein Erkennen der Unwissenheit und dessen, was verneint wird, verbessern. Dieses Identifizieren wird die Wucht der logischen Beweisführungen, die ich immer wieder anwende, vertiefen, zu mehr und mehr Verständnis führen und meinen Glauben in das, was übertrieben ist, den Boden entziehen. So kann ich Schwierigkeiten und Probleme lösen.




Mittwoch, 15. November 2017

Ich brauche Beharrlichkeit

Ich brauche Beharrlichkeit
Es geht darum, sich zu einer tieferen Ebene durchzuarbeiten. Ich muss lernen, ein subtileres Empfinden davon, wie dieses „Ich“ erscheint, zu entwickeln und dann logisches Denken heranzuziehen, um zu erkennen, ob das, was erscheint, dem Licht logischer Untersuchungen standhalten kann. Zwischen diesen beiden, dem immer feineren Wahrnehmen des „Ich und den logischen Untersuchungen, muss ich dann hin und herwechseln. Mithilfe dieses Prozesses werde ich nach und nach mein Verständnis davon vertiefen, was ein übertriebenes Gefühl des „selbst“ ist, wie auch von der Instabilität seines Fundamentes.
So wie es in den buddhistischen Schriften beschrieben wird, werde ich beginnen, anhand eigener Erfahrungen einen Unterschied zwischen Existenz und inhärenter Existenz zu machen. Diese großartigen Texte fordern mich dazu heraus, sowohl das eine Extrem zu vermeiden, nämlich die Beschaffenheit von Personen und Dingen zu übertreiben, als auch das andere Extrem, nämlich anzunehmen, dass Personen und Dinge überhaupt nicht existieren. Personen und Dinge existieren, daran besteht kein Zweifel. Die Frage ist, wie sie existieren?
Wenn ich zum Verständnis fortgeschritten bin, dass Personen und Dinge im Licht genauer Untersuchungen nicht gefunden werden können, und ich bin mir bewusst, dass Personen und Dinge in der Tat aber existieren, dann spüre ich möglicherweise die Wucht der Aussage, dass Personen und Dinge durch die Kraft der Gedanken existieren. Das wiederum wird mich dazu anspornen, noch weiter zu gehen und darüber nachzudenken, wie Menschen und Objekte meinem Geist erscheinen. Mein Vertrauen in das Gute und in die Schlechtigkeit dieser Erscheinungen, die ich zuvor automatisch akzeptierte und als den Menschen und Dingen innewohnend zugeschrieben habe, wird untergraben. Ich fange an, wahrzunehmen, wie ich den Erscheinungen von Menschen und Dingen meine Zustimmung gebe, und wie ich normalerweise daran festhalte.
Die Meditation ist eine lange Reise und nicht eine einzelne Einsicht oder mehrere Einsichten. Mit dem Vorbeifließen der Tage, Wochen, Monate und Jahre wird meine Meditation immer tiefgründiger werden. Ich fahre fort zu lesen, nachzudenken und zu meditieren.
Ich gehe nochmals die vier Schritte der logischen Untersuchung durch, wie sie beschrieben sind.
Wenn das Gefühl, dass das „Ich“ aus sich selbst heraus besteht, auseinanderfällt und sich im Leeren auflöst, dann wechsle ich in meiner Betrachtung zu einem Körperteil, wie zu meinem Arm.
Beobachte ich, ob sich mein Gefühl, dass mein Arm inhärent existiert, aufgrund meiner vorangegangene Untersuchung, sofort auflöst oder nicht.
Wenn ich die vorangegangene Untersuchung nicht sofort auf meinem Arm anwenden kann, dann ist mein Verständnis noch immer auf der gröberen Ebene.




Dienstag, 14. November 2017

Wie ich den Unterschied zwischen grobem und subtilem falschen Verständnis erkennen kann

Wie ich den Unterschied zwischen grobem und subtilem falschen Verständnis erkennen kann
Eine mögliche Ursache dafür, die Erkenntnis der Leerheit des „Ich“ nicht auf andere Phänomene übertragen zu können, könnte darin liegen, dass meine anfängliche Identifikation mit einem „Ich“, das unabhängig und aus sich selbst heraus besteht, im Kontext einer eklatanten Übertreibung von mir selbst stattgefunden hat. Und darauf habe ich dann mit Begierde, Hass oder einer starken Abwehrreaktion oder dergleichen reagiert. Eine solche grobe Identifikation konnte es so erscheinen lassen, als ob unter gewöhnlichen Umständen mein Gefühl von „Ich“ nicht mit der Erscheinung eines unabhängigen und aus sich selbst bestehenden „Ich“ vermischt ist. Aber tatsächlich ist es das, wenn auch auf einer subtileren Ebene. Das ist der Grund, warum die ursprüngliche Erkenntnis, obwohl auch hilfreich, keine so große Kraft hat. Auf diesen Punkt möchte ich etwas näher eingehen, habt daher Geduld mit mir.
Zuerst muss ich mich über folgende spannende Frage Gedanken machen: Wenn eine Person weder Körper noch Geist ist, und auch nicht eine Kombination dieser beiden, und auch nicht völlig verschieden davon, was sehe ich dann, wenn ich das „Ich“ betrachte? Und die buddhistischen Schriften sagen mir, dass das, was ich wahrnehme, ein „Ich“ oder eine Person ist, das oder die in Abhängigkeit von anderen Bedingungen entstanden ist. Ich richte meine Aufmerksamkeit auf das „Ich“, obwohl ich es nicht richtig verstehe, welches die Buddhisten das „bloße Ich“ nennen. Da diese Fehlkonstruktion von Geist und Körper als inhärent existent so schnell meinem falschen Verständnis des „Ich“ vorausgeht, kann es so erscheinen, als ob das, dem ich meine Aufmerksamkeit schenke, wenn ich das „Ich“ betrachte, Geist und Körper sind, in Wirklichkeit aber selbst das „Ich“ sind.
Dennoch ist es eine Tatsache, dass alles, was meinem Geist, ob meinem geistigen Bewusstsein oder meinen Sinneswahrnehmungen erscheint, mit einer Übersteigerung von dessen Beschaffenheit vermischt ist. Alle äußeren und inneren Objekte, die meinem Geist erscheinen, einschließlich des Ich, sind vermengt mit einem Gefühl, dass das wahrgenommene Objekt aus sich selbst heraus besteht. Daher sind alle meine Bewusstseinsarten in Bezug auf das, was ihnen erscheint und von ihnen wahrgenommen wird, fehlerhaft, selbst wenn ein bestimmte Wahrnehmung richtig ist: Wenn zum Beispiel ein blaues Objekt als blau wahrgenommen wird, oder wenn ich eine Tür als Tür erkenne. Ein solches Bewusstsein ist richtig in Bezug darauf, dass ich das Objekt aufgrund meiner eigenen Neigungen und Veranlagungen so wahrnehme, dass ich es mit einer Schicht von inhärenter Existenz überlagern.
Wenn ich dabei in der Meditation die Erscheinung von mir selbst, wie sie ist, akzeptiere, und ich dann damit fortfahre, ein hinzugefügtes Gefühl von inhärenter Existenz zu widerlegen, dann habe ich bereits ein Paradebeispiel für inhärente Existenz übersehen, die ich gerade widerlegen will. Ja, ich existiere, daran besteht kein Zweifel. Aber dieses mein“Ich“ existiert nicht auf die Art und Weise, wie es meinem Geist erscheint. Das ist der Grund, dass inhärente Existenz in Bezug auf das allererste „Ich“, das mir üblicherweise erscheint, widerlegt werden muss.
Dieses „Ich“ existiert nicht. Habe ich dies erkannt, dann setze ich in meiner Arbeit an der grundlegenden irrtümlichen Annahme an und wirken mir entgegen. Wenn ich dieses „Ich“ so belasse, als ob es existiert, und dann mit meinen Untersuchungen fortfahre, werde ich nicht an die Wurzeln des Problems heran kommen. Denn das „bloße Ich“, das nicht inhärent existente „Ich“, und inhärent existente „Ich“ sind momentan noch miteinander vermischt. Daher muss ich bedenken, dass das „Ich“, dem ich meine Aufmerksamkeit schenke, nicht so existiert, wie es erscheint. Wenn ich aber dieses „Ich“ als wirklich akzeptiere und dann zu beweisen suche, dass dieses „Ich“ letzten Endes nicht existiert, werde ich die Beschaffenheit seiner Leerheit falsch verstehen.

Montag, 13. November 2017

Meine Erkenntnis überprüfen

Meine Erkenntnis überprüfen
So wie ich durch falsches Essen zu Schaden komme, so kann ich durch richtiges Essen ein langes Leben, Freiheit von Krankheiten, Stärke und Freuden erlangen, genauso kann ich durch falsches Verständnis zu Schaden kommen, aber durch richtiges Verständnis erlange ich Glück und Erleuchtung.
Nachdem ich nach einem in mir selbst inhärent existenten „Ich“ gesucht habe, mache ich schließlich die Erfahrung der Nichtauffindbarkeit dieses „Ich“. Handelt es sich hierbei bereits um die Leerheit von inhärenter Existenz oder um etwas Gröberes? Es gibt zwei Ebenen dieser Erfahrung der Leerheit von inhärenter Existenz des „Ich“.
Die gröbere Ebene nenne ich „eine Person“ ist nicht substanziell existent in dem Sinne, dass sie selbstständig und unabhängig ist, und die subtilere Ebene nenne ich „eine Person ist nicht inhärent existent“. Es ist möglich, dass ich die subtilere Leerheit verstanden habe, obwohl ich in der Wirklichkeit nur die gröbere Leerheit verstanden habe.
Beide Arten der Erkenntnis der Leerheit sind von Nutzen, und ein Verständnis der gröberen Ebene wird sicherlich helfen, die subtilere Ebene zu verstehe. Doch ist es wichtig, diese beiden nicht zu verwechseln.
Damit ich den Unterschied erkennen kann, folge ich zuerst den logischen Gedankengängen, die zusammengefasst wurden. Wenn mein anfängliches Gefühl, dass das „Ich“ aus sich selbst errichtet ist, auseinanderfällt und sich in meiner geistigen Wahrnehmung wie in einem Vakuum auflöst, dann wechsle ich das Thema meiner Untersuchungen vom „Ich“ zu meinem Körper, oder zu einem Teil meines Körpers, wie zu meinem Arm.
Wenn mein Gefühl, dass mein Körper oder Arm in und aus sich selbst heraus besteht, sich sofort auflöst, und die Abwesenheit eines solchen Status meinem Geist erscheint, dann ist das ein Zeichen dafür, dass mein Verständnis der Leerheit des „Ich“ auf der subtileren Ebene anzusiedeln ist. Wenn ich jedoch die Kraft der vorangegangenen logischen Gedankengänge nicht sofort auf meinen Körper oder meinen Arm anwenden kann, das ist ein Hinweis darauf, dass mein Verständnis der Leerheit des „Ich“ noch nicht so tief ist und daher auf der größeren Ebene anzusiedeln ist.
Falls bei diesem anderen betrachteten Phänomen, wie bei einem Arm, ein Gefühl der konkreten Existenz zurück bleibt, dann waren meine vorangegangenen Untersuchungen in Bezug auf das „Ich“ nicht so tiefgreifend wie es vielleicht den Anschein hatte.
Solange Geist und Körper falsch verstanden werden, solange wird das falsche Verständnis des „Ich“ existieren.



Sonntag, 12. November 2017

Ich führe wiederholt die vier Schritte zur Erkenntnis durch

Ich führe wiederholt die vier Schritte zur Erkenntnis durch
Ich kreise das Ziel meiner Untersuchung ein: Die Erscheinung des „Ich“ als ob es in und aus sich selbst heraus begründet wäre.
Ich lege fest, dass das „Ich“, wenn es so existiert, wie es erscheint, entweder eins mit dem Geist und Körper oder aber davon verschieden sein müsste.
Betrachte ich eingehend die Probleme, die auftreten würden, wenn das „Ich“ und das Geist-Körper-Gefüge ein und dasselbe wären.
Das „Ich“ und der Geist/Körper müssten vollständig und in jeder Hinsicht eins sein.
In diesem falle wäre es sinnlos, von einem „Ich“ zu sprechen.
Es wäre unmöglich, von „meinem „Körper“ oder „meinem Kopf“ oder „meinem Geist“ zu sprechen.
Wenn Geist und Körper nicht mehr existieren, würde das Selbst auch nicht mehr existieren.
Da Geist und Körper mehr als eins sind, müssten die „Ichs“ einer Person auch nur eines sein.
Genauso wie der Geist und der Körper entstehen und wieder vergehen, würde das „Ich“ inhärent entstehen und inhärent vergehen. In diesem Falle würden weder die angenehmen Auswirkungen von heilsamen Handlungen noch die schmerzhaften Auswirkungen von nicht heilsamen Handlungen in mir zur Reife gelangen, oder aber ich würde die Wirkungen von Handlungen erfahren, die ich selber gar nicht begangen habe.
Betrachte ich eingehend die Probleme, die auftauchen würden, wenn das „Ich“ und das Geist-Körper-Gefüge inhärent voneinander verschieden wären:
Das „Ich“ und der geist/Körper müssten vollständig voneinander verschieden sein. In diesem Falle müssten das „Ich“ auffindbar sein, nachdem Geist und Körper beiseite geräumt wurden.
Das „Ich“ würde nicht die Eigenschaften des Entstehens, des Bestehens und des Vergehens aufwiesen, was absurd wäre.
Das „Ich“ würde nur eine reine Einbildung sein oder aber unvergänglich, was beides unsinnig ist.
Das „Ich“ würde widersinnigerweise keinerlei geistige oder Physische Eigenschaften aufweisen.

Freitag, 10. November 2017

Zu einer Schlussfolgerung gelangen

Zu einer Schlussfolgerung gelangen
Zunächst stellt sich die Unwissenheit etwas vor. Die Wirklichkeit davon wird später ermittelt.
Es ist wichtig, das meine logischen Untersuchungen nicht mechanisch werden, sondern lebendig bleiben. Wenn ich nach einem konkret existenten „Ich“ suche und es nicht finden kann, weder als inhärent davon verschieden, dann ist es sehr wichtig, dass meine Suche umfassend und gründlich ist, andernfalls werde ich nicht die Kraft und Wucht verspüren, die es hat, wenn ich ein solches „Ich“ nicht finden kann.
Es reicht nicht aus, dass die Art und Weise des Nichtfindens, des „Ich“, lediglich eine leere Wiederholung der ärmlichen Phrase „nicht gefunden“. Habe ich einen Ochsen verloren, dann akzeptiere ich die bloße Aussage nicht: „Der Ochse kann in diesem Gebiet nicht gefunden werden.“ Mit der Unauffindbarkeit des „Ich“ verhält es sich so, indem ich meditiere, bis ich zu einer Schlussfolgerung gekommen bin, werde ich zu fester Überzeugung gelangen.
Wenn ich auf diese Weise analysiere, dann werde ich das starke Gefühl eines sich selbst konstituierenden und inhärent existenten Ich, das zuvor noch eindeutig zu existieren scheint, in Frage stellen.
Langsam fange ich an zu denken: „Aha! Zuvor erschien dieses „Ich“ als derart wirklich, aber vielleicht ist es nicht der Fall.“ Indem ich dann immer weiter untersuche, werde ich schließlich nicht oberflächlich, sondern aus der Tiefe meines Seins werde ich überzeugt, dass ein solches Ich nicht existiert. Ich werde die bloßen Worthülsen hinter mir lassen und zu einer festen Überzeugung gelangen, dass das „Ich“, obwohl es konkret erscheint, in Wirklichkeit nicht auf diese Art und Weise existiert. Die Entscheidung aus dem Innern meines Geistes heraus, dass diese Art von „Ich“ wirklich nicht existiert, ist der bleibende Eindruck, den diese ausgedehnten logischen Untersuchungen hinterlassen werden.
Halte ich vor einer großen Zuhörerschaft einen Vortrag, dann nehme ich wahr, dass meinem Geist jeder einzelne Zuhörer in meinem oder seinem Sitz aus eigener Kraft heraus zu existieren und nicht nur durch die Kraft der Gedanken und nur konventionell zu existieren erscheint. Alle diese Zuhörer erscheinen in einem Zustand übertriebener Solidarität und Festigkeit. Auf diese Weise scheinen diese Zuhörer zu existieren, und auf diese Weise erscheinen sie mir in einem Geist. Wenn diese Zuhörer jedoch wirklich auf diese Weise existieren, dann müssten sie mittels der Untersuchungen, die ich bisher beschrieben habe, auffindbar sein. Doch das ist nicht möglich. Es gibt einen Widerspruch zwischen dem, wie diese Zuhörer erscheinen und dem, wie sie wirklich existieren. Daher rufe ich mir in solch einem Moment alles in Erinnerung, was ich über die Selbstlosigkeit weiß und reflektiere über eine Aussage: Grundlegende Abhandlung über die Mitte, die „Weisheit“ genannt wird, in der ich untersuche, ob Buddha inhärent existiert oder nicht:
Der Buddha ist nicht sein Geist-Körper-Gefüge. Er ist nicht verschieden von seinem Geist-Körper-Gefüge. Das Geist-Körper-Gefüge ist nicht mehr in ihm, er ist nicht im Geist-Körper-Gefüge. Er besitzt das Geist-Körper-Gefüge nicht. Welchen Buddha gibt es da?
Buddha kann als Beispiel für die Selbstlosigkeit bzw. Ich-Losigkeit angeführt werden, als Beispiel für die Abwesenheit einer inhärent existierenden Person. Auf gleiche Weise sollte ich über meine eigene Selbstlosigkeit nachdenken. Wenn ich diese Reflektionen auf mich selbst anwende, dann denke ich: Der Mönch Tenzin Gyatso ist nicht sein Geist-Körper-Gefüge. Er ist nicht verschieden von seinem Geist-Körper-Gefüge. Das Geist-Körper-Gefüge ist nicht in ihm, und er ist nicht im Geist-Körper-Gefüge. Er besitzt das Geist-Körper-Gefüge nicht. Welchen Tenzin Gyatso gibt es da?
Der Mönch Tenzin Gyatso ist nicht irgendetwas innerhalb seines Geist-Körper-Gefüges, angefangen von der Spitze seines Kopfes bis zu den Sohlen seiner Füße. Suche ich den Mönch Tenzin Gyatso dann kann nichts als der Mönch Tenzi Gyatso ausfindig gemacht werden, nicht das Sehbewusstsein, nicht das Hörbewusstsein, nicht das Bewusstsein des Geschmacks, nicht das Körperbewusstsein, nicht das geistige Bewusstsein, nicht das Bewusstsein im Wachzustand, nicht das Bewusstsein im Traum, nicht das Bewusstsein während des Tiefschlafs, und am Ende meines Lebens nicht einmal das Bewusstsein des klaren Lichtes des Todes. Ist irgendetwas von allem der Tenzin Gyatso? Nichts von allen diesen kann als Tenzi Gyatso ausfindig gemacht werden.
Ebenso gibt es nichts außerhalb meines Geist-Körper-Gefüges, das Tenzin Gyatso wäre. Und Tenzin Gyatso hängt auch nicht von meinem Geist-Körper-Gefüge als ein völlig verschiedenes Wesen ab wie ein Löwe in einem Waldhain. Genauso wenig hängt das Geist-Körper-Gefüge als ein völlig verschiedenes Wesen von Tenzin Gyatso ab wie ein Wald im Schnee. Diese beiden Möglichkeiten würden erfordern, dass Tenzin Gyatso und sein geist-Körper-Gefüge verschiedene Gebilde sind, und das ist unmöglich. Ebenso wenig besitzt Tenzin Gyatso sein Geist-Körper-Gefüge, sowie eine Person eine Kuh besitzt, wofür zwei verschiedene Wesen notwendig wären, oder aber wie ein Baum sein Inneres besitzt, was das gleiche Gebilde wäre.
Welchen Tenzin Gyatso gibt es dann? Es steht mit Sicherheit fest, dass nichts als Tenzin Gyatso gefunden werden kann, nicht als Bestandteil des Geist-Körper-Gefüges, nicht als völlig verschiedenes Wesen vom Geist-Körper-Gefüge abhängig, nicht als etwas im Besitz vom Geist-Körper-Gefüge und noch nicht einmal als eine Kontinuität des Geist-Körper-Gefüges. Es ist völlig klar, dass das Selbst des Tenzin Gyatso lediglich in Abhängigkeit von seinem Geist-Körper-Gefüge gebildet ist.
Diese logische Untersuchung steht im Widerspruch zu dem, wie ich gewöhnlich denke. Wenn ich denke: „Ich bin ein Mönch“, dann erscheint in meinem Geist ein Mönch, zu dem ein Körper und ein Geist gehören. Wir alle sind Menschen, so viele steht mit Sicherheit fest. Doch wenn ich mich selber als eine Person identifiziere und jemand anderen als eine andere Person, dann erscheinen diese beiden äußerst konkret und selbstverständlich. Wenn ich jedoch logisch nachforsche, um herauszufinden, was genau die eigentliche Person in Wirklichkeit ist, wenn ich untersuche, ob diese Person eine bestimmte Art von Geist/Körper ist dann kann ich nichts finden, das diese Person wäre. Ebenso ist es nicht möglich, dass irgendetwas, das völlig verschieden von Geist und Körper ist, diese Person ist. Da dies der Fall ist, lehrt mich die tiefgründige buddhistische Lehrmeinung, dass eine Person lediglich in Abhängigkeit von Geist und Körper konstituiert ist.
Forsche ich logisch nach, dann verstehe ich, dass das, was ursprünglich greifbar und offensichtlich erschien, überhaupt nicht auf diese Art und Weise existiert. Die Person, die zunächst so deutlich und konkret zu existieren schien, kann schlicht und einfach nicht gefunden werden. Das, was in und aus sich selbst heraus zu existieren schien, wird als von Gedanken abhängig erkannt.
Wenn ich so reflektiere, und dann auf die Menschen blicke, so sehe ich, dass alle Menschen auf eine Art und Weise „Ich“ denken, das irrtümlich ist und diese Menschen in Schwierigkeiten verwickelt.
Wenn ich diese Menschen betrachte, so hilft es mir, und wird auch anderen helfen, Liebe und Mitgefühl zu entwickeln für die Lebewesen, die in irrtümliche Auffassungen gefangen sind.
Indem ich nach und nach über diese vier Schritte meditiere und sie zur Entfaltung bringe, werde ich die Fähigkeit entwickeln, alles und jedes auf diese Weise zu untersuchen und den Widerspruch zwischen Erscheinung und Wirklichkeit zu entdecken, um dann aus der Tiefe meines Seins zu dem Entschluss zu gelangen, dass alle Personen und Dinge nicht auf die Weise existieren, wie sie zunächst erscheinen. Mithilfe dieses vollständig entschlossenen Geistes kann die Abwesenheit des inhärent existenten „Ich“ verstanden werden, auch wenn ich zuvor noch so sehr an dieses inhärent existente „Ich“ geglaubt habe.
Ich verstehe dann die Verneinung von inhärenter Existenz vollkommen, und mein Geist kann sich in diese Leerheit hinein vertiefen und darin aufgehen.




Donnerstag, 9. November 2017

Das Verschieden-sein untersuchen

Das Verschieden-sein untersuchen
Das Spiegelbild eines Gesichtes wird in Abhängigkeit von einem Spiegel wahrgenommen, existiert jedoch nicht wirklich als Gesicht. Genauso existiert die begriffliche Auffassung eines „Ich“ in Abhängigkeit von Geist und Körper. Doch wie das Spiegelbild eines Gesichtes existiert das „Ich“ nicht wirklich aus sich selbst heraus.
Jetzt untersuche ich im vierten Schritt, ob das „Ich“ und der Geist/Körper von einander verschieden sein können. Betrachte ich die folgenden logischen Zusammenhänge: Geistige und physische Objekte werden auch „zusammengesetzte Phänomene“ genannt, da sie von Augenblick zu Augenblick hervorgebracht werden, bestehen und schließlich zerfallen sie wieder. Diese Eigenschaften zeigen mir deutlich, dass geistige und physische Objekte aufgrund von bestimmten Ursachen und Wirkungen existieren und daher vergänglich sind.
Wenn das „Ich“ von der ganzen Bandbreite der vergänglichen Phänomene inhärent verschieden wäre, dann besäße das „Ich“ unlogischer weise nicht de Eigenschaften von vergänglichen Phänomenen, nämlich hervorgebracht zu werden, zu bestehen und dann wieder zu zerfallen, genau so wie ein Pferd, da es von einem Elefanten verschieden ist, nicht die Eigenschaften hat, die einen Elefanten charakterisieren. Wenn angenommen wird, dass das Selbst von Geist und Körper verschieden ist, dann wäre das Selbst als etwas konstruiert, das völlig andere Eigenschaften als Geist und Körper hat, genauso wie das Bewusstsein vom Körper verschieden ist.
Wenn das „Ich“ vom Geist/Körper verschieden wäre, müsste das „Ich“ somit entweder ein falsch wahrgenommenes Phänomen oder aber ein unvergängliches Phänomen sein. Das „Ich“ könnte auch nicht mit den charakteristischen Eigenschaften von Körper und Geist ausgestattet sein und müsste daher völlig getrennt von Körper und Geist betrachtet werden. Wenn ich danach suche, was das „Ich“ ist, dann muss ich etwas finden, das völlig verschieden vom Geist und Körper ist. Doch das kann ich nicht. Das „Ich“ wird nur innerhalb des Geist-Körper-Gefüges wahrgenommen.
Es gibt kein Selbst außer dem Geist-Körper-Gefüge, da es außerhalb dieses Geist-Körper-Komplexes keine begriffliche Vorstellung vom Selbst gibt.
Betrachte ich die Folgen, die es hätte, wenn das „Ich“ in und aus sich selbst heraus bestünde, so wie es meinem Geist erscheint, und wenn es vom Geist und Körper inhärent verschieden wäre.
Das „Ich“ und der Geist/Körper müssen vollständig voneinander verschieden sein.
In diesem Fall muss das „Ich“ auffindbar sein, nachdem Geist und Körper beiseite geräumt sind.
Das „Ich“ würde nicht die Eigenschaften des Entstehens, des Bestehens und des Zerfalls aufweisen, was absurd wäre.
Das „Ich“ würde nur reine Einbildung sein oder aber unvergänglich, was beides widersinnig ist.
Das „Ich“ würde widersinnigerweise keinerlei geistige oder physische Eigenschaften aufweisen.







Mittwoch, 8. November 2017

Das Eins-Seins untersuchen

Das Eins-Seins untersuchen
Die Lehre von der Abwesenheit inhärenter Existenz ist diejenige Lehre, die den geist am wirksamsten läutert.
Jetzt bin ich für den dritten Schritt vorbereitet, wo ich untersuchen werde, ob das „Ich“ mit dem Geist/Körper eins sein kann.
Betrachte ich die folgenden logischen Zusammenhänge: Wenn das „Ich“, sowie es meinem Geist erscheint, in und aus sich selbst heraus bestünde, und wenn es dasselbe wie mein Geist/Körper wäre, dann dürfte es keinen Unterschied geben zwischen meinem „Ich“ und meinem Geist/Körper.
Mein „Ich“ und mein Geist/Körper müssen vollständig und in jeder Hinsicht dasselbe sein. Phänomene, die auf eine bestimmte Art und Weise erscheinen, in Wirklichkeit aber auf auf eine andere Art und Weise existieren, sind falsch. Was jedoch wirklich in und aus sich selbst heraus existiert, kann unmöglich einen Konflikt aufweisen zwischen dem, wie es erscheint und dem, wie es in Wirklichkeit existiert. Was wirklich wahr ist, muss auf die Art und Weise erscheinen, wie es existiert. Und es muss auf die Art und Weise existieren, wie es erscheint.
Wenn mein „Ich“ dasselbe ist wie mein Geist/Körper, hat es dann Sinn, die Existenz des „Ich“ zu postulieren?
Wenn man annimmt, dass das Selbst nur innerhalb des Geist/Körper existieren kann, dann müsste Geist-Körper-Gefüge das Selbst sein. Wenn dem so wäre, dann wäre mein Selbst nicht existent.
Wenn das „ich“ und das Geist-Körper-Gefüge genau dasselbe sind, dann wäre es unmöglich, an „meinem Körper“, „meinem Kopf“ oder „meinem Geist“ zu denken.Ebenso wäre es unmöglich zu vermuten, dass „mein Körper stärker wird“. Und wenn das Selbst und das Geist-Körper-Gefüge eins wären, dann würde das Selbst auch nicht mehr existieren, wenn der Geist-Körper nicht mehr existiert.
Ein zweites Problem besteht darin, dass das Selbst einer Person mehrfach vorhanden sein müsste, zumindest aber mehr als eins, da Geist und Körper auch mehr als eins sind.
Wenn Geist und Körper das Selbst wären, dann müsste, da Geist und Körper mehr als eins sind, das Selbst auch mehr als eins sein.
Oder anders herum, da das Selbst nur in Einzahl vorhanden, also „eins“ ist, müssten Geist und Körper widersinnigerweise auch „eins“ sein.
Wenn ich annehme, dass das „Ich“ inhärent existent ist, gäbe es auch ein drittes Problem: Genauso wie Geist und Körper entstehen und zerfallen, müsste das „Ich“ inhärent entstehen und inhärent zerfallen. Obwohl Buddhisten die Tatsache akzeptieren, dass das Selbst entsteht und wieder zerfällt, so nehme ich dennoch an, dass dies konventionell geschieht und nicht inhärent und aus sich selbst heraus. Beim Fehlen inhärenter Existenz ist es möglich, dass eine Reihe von Augenblicken, und auch Leben, ein zeitliches Kontinuum bilden, in welchem spätere Augenblicke von früheren Augenblicken abhängen. Wenn das Selbst jedoch inhärent entstünde und inhärent zerfiele, dann wäre es unmöglich, dass die jetzigen Augenblicke meines Lebens von früheren Augenblicken abhingen, da jeder einzelne Augenblick in und aus sich selbst heraus entstünde und zerfiele, ohne von irgendetwas anderem abhängig zu sein. In diesem Fall wären frühere Leben unmöglich, da jedes Leben in und aus sich selbst heraus, inhärent und unabhängig bestünde.
Buddha hat von seinen Erinnerungen an frühere Leben gesprochen. Manche nehmen deswegen fälschlicherweise an, dass der Buddha nach seiner Erleuchtung und das Individuum, das er in einem früheren Leben war, ein und dieselbe Person und damit unvergänglich sind.
Als Buddha frühere Leben beschrieben hat, vermied er es sorgfältig, festzulegen, dass die Person seines jetzigen Lebens an einen bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit gewesen ist. Er hat allgemein darüber gesprochen und lediglich gesagt:“In der Vergangenheit war ich diese und jene Person.“ Er hat nicht gesagt:“ In der Vergangenheit war Buddha Shakyamani diese und jene Person.“
Auf diese Weise sind der Ausführende von Handlungen, Karma, in einem früheren Leben und der Ausführende, der die Resultate dieser Handlungen erfährt, in einem zeitlichen Kontinuum begriffen, das Buddhisten das „bloße Ich“ nennen, das von einem Leben zum nächsten wandert. Wenn das „Ich“ inhärent entstünde und inhärent zerfiele, dann wäre eine derartige Kontinuität unmöglich, da diese zwei Leben, nämlich die Person, die die Handlung ausführt, und die Person, die deren Wirkung erlebt, in keiner Beziehung zueinander stünden.
Dies würde zu der Absurdität führen, dass die angenehmen Wirkungen von heilsamen Handlungen nicht in mir zur Reife kämen. Die Wirkungen all dieser Handlungen wären vergeudet. Und das es unbestreitbar ist, dass ich die Auswirkungen von Handlungen erfahre, würde das bedeuten, dass ich die Auswirkungen von Handlungen erfahre, die ich selbst gar nicht ausgeführt habe, was auch widersinnig ist.
Ich erinnere mich, dass zwei Ereignisse, die inhärent existent sind, nicht im gleichen Kontinuum eingeschlossen sein können, sondern verschieden voneinander sein müssen und ohne Zusammenhang. Dies gut zu verstehen hängt davon ab, dass ich ein genaues Gespür dafür entwickle, wie das „Ich“ und andere Phänomene mir gewöhnlich so erscheinen, als ob sie aus sich selbst heraus konstituiert seinen, und wie ich dann diese Erscheinung einfach akzeptiere und dann auf dieser Grundlage handle.
Das ist die übertriebene Existenzweise, die ich untersuche.