Dienstag, 17. Oktober 2017

Ein besonderer Gegenstand der Meditation

Ein besonderer Gegenstand der Meditation
Ein besonderer Gegenstand der Meditation für alle Persönlichkeitstypen ist ein Bildnis des Buddha oder einer anderen religiösen Gestalt: Mein Geist wird von heilsamen Qualitäten durchdrungen, wenn ich mich darauf konzentriere. Wenn ich mir dieses Bildnis immer wieder visualisiere, und ich es dann mit Klarheit in meinem Geist vergegenwärtigen kann, dann wird es mich bei meinen alltäglichen Aktivitäten begleiten, als wäre ich in der Gegenwart eines Buddha oder einer anderen religiösen Gestalt, die ich visualisiert habe. Auch wenn ich krank bin und unter Schmerzen leide, werde ich in der Lage sein, diese wunderbare und inspirierende Anwesenheit hervorrufen. Und selbst wenn ich sterben werde,wird ein Buddha oder eine andere visualisierende Gestalt ständig in meinem Geist erscheinen, und mein Bewusstsein des jetzigen Lebens wird in einer Haltung von Ehrfurcht und Zartgefühl enden. Das wäre hilfreich, was ich auch meine.
Ich stelle mir in meiner Meditation einen tatsächlichen Buddha vor, nicht etwa eine Abbildung oder eine Statue. Zuerst muss ich die Form und die Eigenschaften eines Buddha, den ich mir vorstelle, genau kennen lernen, indem ich eine Beschreibung darüber höre, oder indem ich eine Abbildung genau betrachte. Daran muss ich mich gewöhnen, damit ein Abbild davon in meinem Geist entstehen kann.
Bei einem Anfänger ist das geistige Bewusstsein noch sehr zerstreut und wird leicht zu den verschiedensten Objekten hingezogen. Aus eigenen Erfahrung weiß ich aber, dass sich die Zerstreutheit verringert, sobald ich meinen Blick auf einem Objekt wie auf einer Blume ruhen lasse. So auf ähnliche Weise wird sich die Zerstreutheit meines Geistes verringern, sobald ich meinen Blick auf dem Bildnis eines Buddha ruhen lasse, und schließlich wird es mir möglich sein, ein Abbild davon in meinem Geist entstehen zu lassen.
Stelle ich mir den religiösen Gegenstand auf der Höhe meiner Augenbrauen vor, etwa ein Meter bis zwei Meter vor mir im Raum und in einer Größe von etwa drei bis zehn Zentimeter. Je kleiner das Objekt ist, desto eins gerichteter wird mein Geist werden. Das Objekt sollte klar und leuchtend sein, Licht ausstrahlend, aber dennoch kompakt. Die Leuchtkraft des Objektes hilft zu vermeiden, dass die Wahrnehmungsweise des Geistes locker wird. Seine Dichte wird den geist davon abhalten, zu anderen Objekten abzuschweifen.
Jetzt sind die Eigenschaften und die Größe des Gegenstandes der Betrachtung für die Dauer der Entwicklung von ruhigem Verweilen fixiert. Ich will in meiner Meditation nicht davon abweichen, selbst wenn sich der Gegenstand der Betrachtung mit der Zeit in Größe, Farbe, Position oder sogar Anzahl verändert. Wenn dies geschieht, dann bringe ich meinen Geist auf den ursprünglichen Gegenstand zurück.
Wenn ich mich zu sehr darum bemühe, dass der Gegenstand der Betrachtung leuchtend und klar erscheint, wird dies die Meditation beeinträchtigen. Wenn ich ständig die Helligkeit des Gegenstandes der Betrachtung verändere und anpasse, wird das die Entwicklung von Stabilität verhindern, aber eine gewisse Zurückhaltung ist hier notwendig.
Wenn der Gegenstand der Betrachtung einmal, wenn auch vage, in meinem Geist erscheint, dann bleibe ich dabei. Später, wenn das Objekt beständig geworden ist, kann ich schrittweise dessen Helligkeit und Klarheit anpassen, ohne das ursprüngliche Bild zu verlieren.
Betrachte ich genau das Bildnis eines Buddha, einer anderen religiösen Gestalt oder eines anderen religiösen Symbols, so nehme ich dessen Form, Farbe und Einzelheiten genau wahr.
Arbeite ich daran, dieses Bildnis innerlich in meinem Bewusstsein erscheinen zu lassen, so stelle ich mir dabei das Bildnis etwa einen bis zwei Meter vor mir, auf Höhe der Augenbrauen vor, und zwar in einer Größe von drei bis zehn Zentimetern, wobei kleiner besser ist. Das Objekt scheint hell.
Betrachte ich die Gestalt als tatsächlich vorhanden, ausgestattet mit hervorragenden Eigenschaften von Körper, Rede und Geist.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Der Gegenstand der Meditation

Der Gegenstand der Meditation
Lasst mich nun betrachten, auf was für ein Objekt soll ich mich konzentrieren, wenn ich mich darin über, ruhiges Verhalten zu erlangen. Da die Auswirkungen von früheren destruktiven Emotionen und Handlungen immer noch in meinem Geist schlummern, wird jeder Versuch, meinen Geist zu konzentrieren, kann von diesen Kräften mühelos unterbrochen werden. Sollte es mir bereits gelungen sein, die Leerheit von inhärenter Existenz klar und deutlich in Erfahrung zu bringen, dann kann ich das Bild der Leerheit als Objekt meiner Konzentration nutzen. Es ist anfangs schwer, sich auf ein tiefgründiges Thema zu konzentrieren. Normalerweise brauche ich ein Objekt der Aufmerksamkeit, das meine am stärksten vorhandenen destruktive Emotion schwächen wird, ob diese Begierde, Hass, Verwirrung, Stolz oder übermäßig viel Denken ist. Das, was jeweils als Fokus genutzt wird, um diesen Tendenzen entgegenzuwirken, wird auch „Objekt, das mein Verhalten läutert“ genannt.
Wenn ich meine vorherrschende Leid bringende Emotion Begierde ist, dann reagiere ich auf einen selbst nur mäßig attraktiven Menschen oder nur mäßig attraktives Objekt sofort mit Anhaftung. In diesem Fall kann ich über die Bestandteile meines Körpers meditieren, vom obersten Teil meines Kopfes angefangen bis zu den Sohlen meiner Füße, nämlich Haut, Fleisch, Blut, Organe, Knochen, Knochenmark, Urin, Fäkalien und so weiter. Oberflächlich betrachtet mag der Körper schön und anziehend wirken. Aber wenn ich zum zweck der Übung die einzelnen Bestandteile meines Körpers betrachte, dann wirkt er nicht mehr so schön und anziehend. Betrachte ich einen Augapfel für sich allein, kann es einem Furcht einflößen. Ich ziehe es alles in meine Betrachtung mit ein, auch meine Haare, Fingernägel und Fußnägel.
Wenn ich eine Leiche betrachte, so erkenne ich deutlich die einzelnen Stadien der Verwesung. Die Photographien eines verwesenden Körpers können hilfreich sein, denn mein Körper mag mir als schöner erscheinen, mit einem angenehmen Spannungszustand der Muskeln und der haut, fest und gleichzeitig weich beim berühren. Untersuche ich die Bestandteile dieses Körpers und den Verfall, dem der Körper ausgesetzt ist, so kann ich leicht erkennen, dass die wahre Natur des Körpers von anderer Beschaffenheit ist.
Wenn aufgrund von entsprechendem Verhalten in vielen früheren Leben, meine vorherrschende Leid bringende Emotion Hass oder Frustration ist, ich leicht reizbar bin und aus dem Häuschen gerate, dann kann ich Liebe entwickeln mithilfe des Wunsches, dass alle, denen es an Glück und Zufriedenheit mangelt, mit Glück und den Ursachen für Glück ausgestattet sein mögen.
Wenn meine vorherrschende Leid bringende Emotion Verwirrung und Dumpfheit ist, vielleicht aufgrund meines Glaubens, dass Phänomene ohne Ursachen und Bedingungen entstehen, oder dass das Selbst aus eigener Kraft heraus existiert und handelt, dann kann ich über das Entstehen aller Phänomene in Abhängigkeit meditieren, ihre Abhängigkeit von Ursachen und Bedingungen. Ebenso kann ich die, die Wiedergeburt im Daseinskreislauf komplimentieren, mit Unwissenheit beginnend und mit Alter und Tod endend. Jedes dieser beiden Meditation-Objekte wird der Verwirrung von falschen Ansichten und Unwissenheit den Boden entziehen und meine Intelligenz fördern.
Wenn meine vorherrschende Leid bringende Emotion, die ich aus vergangenem Leben mitbringe, Stolz ist, dann kann ich über die Verschiedenen Kategorien von Phänomenen innerhalb des Gesamtkomplex meines Körpers und Geistes meditieren. Indem ich den vielen verschiedenen Einzelfaktoren, die diesen Gesamtkomplex ausmachen, Beachtung schenken, wird das der Wahrnehmung eines Selbst entgegenwirken, das von diesen Faktoren verschieden ist. Außerdem werde ich durch die Betrachtung dieser Einzelfaktoren feststellen, dass es viele Dinge gibt, die ich nicht kenne, wodurch meinem aufgeblähtes Selbst ein wenig die Luft abgelassen wird. Physiker haben ihre eigenen Kategorien für Phänomene wie sechs verschiedene Arten von Quarks sowie vier verschiedenen Kräfte wie elektromagnetische, Gravitations-, starke radioaktive und schwache radioaktive Kräfte. Falls ich denke, dass ich alles wüsste, brauche ich nur an solche Dinge denken. Das wird meinen Stolz einen Dämpfer versetzen, und ich werde zum Schluss kommen, dass ich in Wirklichkeit nichts weiß.
Wenn meine vorherrschende Leid bringende Emotion im Hervorbringen zu vieler Gedanken besteht, so dass mein Geist umher flattert und zu viel auf das Ein- und Ausatmen, wie beschrieben, meditieren. Indem ich meinen Geist an den Atem binde, wird der scheinbar endlose Strom von Gedanken, die Überall herum schweifen, sofort verringert werden.
Falls ich keine vorherrschende Leid bringende Emotion habe, kann ich ein beliebiges dieser Objekte auswählen.

Samstag, 14. Oktober 2017

Eine besondere Atemtechnik

Eine besondere Atemtechnik
Am Beginn einer Meditation-Sitzung ist es wichtig oder auch hilfreich, kontraproduktive Energieströme , die auch „Winde“ genannt werden aus meinem Körper zu entfernen.
Die nun folgende Sequenz von neun Ein- und Ausatmungen wird mir helfen, Impulse zur Begierde oder Hass, wie ich vor der Sitzung vielleicht hatte, zu beseitigen, so als ob ich vor der Meditation den Müll herausbringen würde.
Ich atme zuerst durch das rechte Nasenloch tief ein, indem ich das linke Nasenloch mit meinem linken Daumen zudrücke. Ich entferne den Daumen vom linken Nasenloch, und ich schließe gleichzeitig das rechte Nasenloch mit dem Mittelfinger der linken Hand, und ich atme durch das linke Nasenloch aus. Das wiederhole ich dreimal. Danach atme ich tief durch das linke Nasenloch ein, indem ich weiterhin das rechte Nasenloch mit dem Mittelfinger der linken Hand geschlossen halte. Ich verschließe dann das linke Nasenloch wieder mit dem Daumen meiner linken Hand, ich entferne gleichzeitig den Mittelfinger der linken Hand vom rechten Nasenloch, und ich atme durch das rechte Nasenloch aus. Das wiederhole ich dreimal. Dann lege ich meine linke Hand zurück in den Schoß, so wie ich es oben beschrieben habe, unter „Körperhaltung“, und ich atme tief durch beide Nasenlöcher ein, und dann durch beide Nasenlöcher wieder aus. Und das wiederhole ich dreimal.
Das ergibt neun Atemzüge. Wenn ich ein- und ausatme, dann konzentriere ich meine Gedanken auf meine Ein- und Ausatmungen, indem ich denke: „ Einatmen“ und „Ausatmen“, oder ich zähle jeden Atemzug, und fange dafür bei eins an, bis ich bei zehn angelangt bin, und dann zähle ich wieder zurück auf eins. Aber ich konzentriere mich auf meinem Atem. Allein schon diese Übung wird meinen Geist leichter und weiter werden lassen und vorübergehend frei von irgendwelchen Objekten der Begierde oder der Abneigung, die ich vorher vielleicht noch nicht gehabt habe. Mein Geist wird dadurch frisch werden.
Ich vergegenwärtige mich zu diesem Zeitpunkt deutlich meine Absicht und meinen Wunsch, anderen zu helfen. Hätte ich zuvor, noch unter dem Einfluss von Begierde und Hass, versucht, eine heilsame Geisteshaltung zu entwickeln, dann wäre das schwierig gewesen. Doch nun ist es leichter, einfacher und vergleichbar damit, als ob man ein verschmutztes Stück Stoff zum Färben vorbereitet: Nachdem man den Schmutz weg gewaschen und dessen Farbe neutralisiert hat, wird der Stoff die neue Farbe leichter annehmen.
Solange ich lebe, atme ich, indem ich die ganze Kraft auf meinen Atem konzentriere, der zeitlebens mit mir ist, und den ich mir nicht jedes Mal neu visualisieren muss, dann werden zuvor existierende Gedanken dahinschmelzen. Es wird dadurch einfacher, meinen Geist auf die nachfolgenden Schritte zu lenken.

Freitag, 13. Oktober 2017

Die Körperhaltung

Die Körperhaltung
Setze ich mich mit aufrechtem Körper hin, dann erden die Energiekanäle im Körper aufgerichtet. De Körperhaltung ist in der Meditation wichtig. Die Energie, die in diesen Kanälen fließt, wird so ins Gleichgewicht gebracht, was dann dabei hilft, dass der Geist ausgeglichen wird und besser genutzt werden kann. Eigentlich kann ich auch meditieren, wen ich mich hinlege, doch die aufrechte Körperhaltung im Sitzen mit überkreuzten Beinen und den folgenden sieben Merkmalen ist am besten geeignet.
Ich setze mich mit meinen Beinen überkreuzt, und ich lege mir extra ein Kissen unter mein Steißbein.
Ruhiges Verweilen wird dadurch entwickelt und entfaltet, indem ich den Geist nicht auf ein äußeres, sondern auf ein inneres Objekt richte. Daher blicke ich nach unten in Richtung meiner Nasenspitze, aber nicht zu intensiv. Sollte das unangenehm sein, so schaue ich auf den Boden vor mir. Ich lasse meine Augen leicht geöffnet, weder weit geöffnet noch ganz geschlossen. Visuelle Reize werden mein geistiges Bewusstsein nicht stören. Schließe ich später meine Augen von selbst, dann ist es in Ordnung.
Ich richte mein Rückgrat auf, wie ein Pfeil oder wie eine Säule aus Münzen, ohne mich dabei vor oder zurückzulehnen.
Ich halte meine Schultern gerade, und ich halte meine Hände vier Fingerbreit unterhalb meines Bauchnabels. Ich lege die rechte Hand, deren Handfläche auch noch oben zeigt. Die Daumen berühren sich leicht und bilden mit den Handflächen ein Dreieck.
Ich halte meinen Kopf eben und gerade, so dass sich meine Nase auf einer geraden Linie mit meinem Bauchnabel befindet, und mein Nacken sollte einen ganz leichten Bogen formen, wie der Nacken eine Pfaus.
Die Zungenspitze berührt leicht den Gaumen in der Nähe der Schneidezähne. Dies verhindert, dass bei längeren Sitzungen der Meditation Speichel aus meinem Mund läuft und verhindert auch, dass ich zu heftig atme, was meinen Mund und meine Kehle trocken werden lässt. Ich atme ruhig, sanft und gleichmäßig ein und aus.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Voraussetzung für die Übung

Voraussetzungen für die Übung
Bei Anfängern können äußere Faktoren einen erheblichen Einfluss auf die Meditation haben, weil die inneren geistigen Fähigkeiten noch nicht entsprechend entwickelt sind. Hilfreich ist es, äußere Geschäftigkeit einzuschränken und einen ruhigen Ort für die Meditation zu wählen. Ist meine innere Erfahrung fortgeschritten, dann werden äußere Umstände mich nicht mehr so stark beeinflussen.
In diesem frühen Stadium der Entwicklung von ruhigem Verweilen benötige ich einen ruhigen Ort für meine Übungen, fernab von Geschäftigkeit und Menschen, was Begierde oder Hass begünstigen könnte. Im Inneren brauche ich Zufriedenheit und Mäßigung, ohne großes begehren nach Essen, Kleidung etc. Ich muss meine Aktivitäten einschränken, Lärm, Aufregung und ständiges Beschäftigtsein vermeiden. Ethische Verhalten ist wichtig und bringt mir Entspannung, Frieden und Gewissenhaftigkeit. Diese Vorbereitungen helfen mir, die gröberen Ablenkungen zu verringern.
Mit einem Gelübde kann ich meine äußere Aktivitäten einschränken, dadurch wird der spirituelle Entwicklung mehr Bedeutung beigemessen. Und Zurückhaltung lässt mich achtsam werden für mein verhalten und führt mich dazu, zu beobachten, was in meinem Geist geschieht, um sicherzugehen, dass ich mein Gelübde nicht verletze. Und dass bedeutet, dass ich meinem Geist davon abhalte, zerstreut zu werden, selbst wenn ich keine bewussten Anstrengungen unternehme, zu meditieren. Und so werde ich ständig in die Richtung eins gerichteter, inneren Meditation gelenkt.
Es gibt Menschen, die halten ein Gelübde für ethisches Verhalten, für eine Strafe oder für ein Gefängnis. Das ist völlig falsch. Mache ich eine Diät, dann tue ich es, um meine Gesundheit zu verbessern und nicht, um mich zu bestrafen. Auf ähnliche Weise zielen die Regeln und Gelübde darauf ab, kontraproduktives Verhalten im Zaum zu halten und die Leid bringenden Emotionen zu überwinden, weil diese mich zu Grunde richten. Zu meinem eigenen Wohl halte ich mich mit Handlungen und Absichten zurück, die leiden hervorbringen könnten, denn eine entsprechende Zurückhaltung kann mich vor Schmerzen und damit vor Leiden schützen.
















Sonntag, 8. Oktober 2017

Trägheit überwinden

Trägheit überwinden
Die Trägheit tritt auf unterschiedliche Weise in Erscheinung. Alle Formen der Trägheit oder Faulheit führen dazu, die spirituelle Übung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Manchmal bedeutet Trägheit, dass man von der meditation abgelenkt wird durch ethisch neutrale Handlungen wie Nähen oder dem nachdenken darüber, wie man am besten von einem Ort zum anderen kommt. Diese Art von Trägheit kann besonders schädlich sein, weil solche Handlungen und Gedanken normalerweise nicht als Problem erkannt werden.
Manchmal manifestiert sich Trägheit auch als Ablenkung in Form von Gedanken über ein Objekt der Begierde oder darüber, wie man es seinem Feind heimzahlen kann. Eine andere Art der Trägheit ist das Gefühl, das der Aufgabe der Meditation nicht gewachsen ist, sich minderwertig und entmutigt fühlt und denkt: „Wie könnte jemand wie ich jemals so etwas erreichen?“ Doch manchmal verkenne ich das Potential des menschlichen Geistes, aber auch die Nacht des stufenweisen Übens.
Diese Formen der Trägheit beinhalten, dass man von der Meditation wenig begeistert ist. Aber wie kann ich diese Formen der Trägheit überwinden? Wenn ich die Vorteile betrachte, dass ich durch die Meditation geistige und körperliche Geschmeidigkeit erlange, dann wird meine Begeisterung für die Meditation erweckt und der Trägheit entgegengewirkt. Wenn ich die meditative Freude und Glückseligkeit von geistiger und körperlicher Flexibilität entwickelt habe, wird es mir möglich sein, solange in der Meditation zu verweilen, wie ich es wünsche, und dann wird mein Geist so geübt sein, so dass ich ihn auf jede gewünschte heilsame Handlung ausrichten kann, so dass sich die Fehlfunktion des Körpers und des Geistes gelöst haben.

Samstag, 7. Oktober 2017

Fokussieren

Fokussieren
Obwohl mein momentaner Geisteszustand von Ablenkungen gekennzeichnet ist, kann ich meine Fähigkeiten zum Wissen, über die ich verfüge, bündeln und gezielt auf ein Objekt , das ich verstehen will, lenken und fokussieren. Das geschieht dann, wenn ich wichtige Anweisungen zuhöre. Durch einen derartigen Fokus werden sämtliche Übungen wie die Übungen in der Liebe und Mitgefühl oder die altruistische Absicht, Erleuchtung zum Wohle aller Lebewesen erlangen, oder die Erkenntnis meiner wahren Natur und er tatsächlichen Beschaffenheit aller anderen Phänomene auf dramatische Weise verbessert, so dass mein Fortschritt viel schneller und viel tiefgründiger ist.
So bietet der Buddhismus viele Techniken an, um einen kraftvollen Zustand der Konzentration zu entwickeln, der „ruhiges Verweilen“ genannt wird. Er heißt zu recht „ruhiges Verweilen“, da alle Ablenkungen ruhig geworden sind und mein Geist, von selbst, ununterbrochen, freudvoll und elastisch auf dem ausgewählten inneren Gegenstand er Meditation mit enormer Klarheit und stabiler Beständigkeit verweilt. Auf dieser Stufe der geistigen Entwicklung benötigt die Konzentration keine Anstrengung mehr.

Freitag, 6. Oktober 2017

Den Geist fokussieren

Den Geist fokussieren
Lass Ablenkungen dahinschmelzen wie Wolken, die sich am Himmel auflösen.
Wichtig ist es, dass man in allen Bereichen des Denkens fähig ist. Komme ich dann zu einem Ergebnis, so ist es notwendig, meinen Geist ohne Abschweifungen darauf zu richten. Diese beiden Fähigkeiten, zu analysieren und darauf fokussiert zu bleiben, ist grundlegend dafür, dass ich mich so sehe, wie ich wirklich bin.In allen Bereichen spiritueller Entwicklung, unabhängig davon, auf welcher Entwicklungsstufe ich mich befinde, brauche ich die Analyse als auch die meditative Konzentration, um die gewünschten Stadien zu erreichen. Diese Stadien reichen vom Streben nach einer besseren Zukunft für mich selbst über die Entwicklung von vertrauen in Ursache und Wirkung meiner Handlungen, über die Entwicklung der Absicht, das immer wieder kehrende Leiden innerhalb des sogenannten Daseinskreislaufes zu überwinden, über die Entwicklung von Liebe und Mitgefühl bis hin zur Verwirklichung der wahren Natur von Personen und Dingen.
All diese Fortschritte und Verbesserungen finden in meinem Geist statt, in dem ich die Art und Weise meines Denkens verändere und meine Einstellung mittels Analyse und Fokus umwandle. Es gibt verschiedene Arten der Meditation, und sie fallen alle in zwei Hauptkategorien von analytischer Meditation und eins gerichteter Meditation, die auch Einsicht-Meditation und ruhiges verweilen genannt werden.
Wenn mein Geist zerstreut ist, dann ist er ziemlich kraftlos. Ablenkungen hier und Ablenkungen da öffnen den kontraproduktiven Emotionen Tür und Tor, was zu allen möglichen Arten von Schwierigkeiten führt. Ohne klare und stabile Konzentration kann meine Erkenntnisfähigkeit die wahre Natur der Phänomene nicht mit voller Kraft erkennen. Wenn ich im Dunkeln ein Gemälde sehen will, dann brauche ich eine sehr helle Lichtquelle. Doch selbst dann kann ich das Bild nicht deutlich und im Detail sehen, wenn dieses Licht unbeständig flackert. Und wenn das Licht beständig und gleich bleibend aber schwach ist, kann ich das Gemälde auch nicht gut erkennen. Ich brauche sowohl eine große Klarheit als auch eine Beständigkeit der Geistes, eine analytische Meditation als auch eins gerichtete Meditation, wei eie Öllampe, die von keinem Windhauch berührt wird. Wenn mein Geist in meditativer Ausgeglichenheit ruht, kann ich die Wirklichkeit erkennen, wie sie ist.
Außer meinen derzeitigen Geist steht mir nichts zur Verfügung, womit ich dies erreichen kann. Deshalb muss ich alle meine geistigen Fähigkeiten bündeln, um ihn zu stärken. So verkauft ein Kaufmann nach und nach viele Dinge, um ein vermögen anzusammeln. Auch gleiche Weise müssen die Fähigkeiten meines Geistes, Tatsachen zu verstehen, zusammengeführt und gebündelt werden, damit die Wirklichkeit mit voller Klarheit erkannt werden kann. Im Normalzustand ist mein Geist abgelenkt und läuft wie fließendes Wasser überall hin. Die angeborene Kraft meines Geistes wird in die verschiedensten Richtungen zerstreut, wodurch ich unfähig werde, de Wirklichkeit klar zu erkennen. Wenn mein Geist nicht fokussiert ist, dann wird er, sobald etwas auftaucht, weggelockt. Zuerst renne ich diesem Gedanken hinterher, dann jenem und schließlich einem anderen Gedanken. Mein Geist ist unbeständig und wankelmütig. Ich kann mich nicht auf das konzentrieren, worauf ich mich konzentrieren will und werde von etwas anderem weggelockt und treibe so freiwillig in mein eigenes Verderben.
Ein Mensch, dessen Geist zerstreut ist, befindet sich zwischen den Reißzähnen der Leid bringenden Emotionen.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Weiterführende Übungen

Weiterführende Übungen
Ein Verständnis der logischen Begründung des Entstehens in wechselseitiger Abhängigkeit wird meine Analyse vertiefen, dass das „Ich“ und all die anderen Phänomene weder mit der Grundlage, auf denen sie gebildet werden, identisch, noch von dieser Grundlage verschieden sind. Ein Verständnis des Entstehens in wechselseitiger Abhängigkeit wird mich dazu ermutigen, mich tatkräftig in Großzügigkeit, ethischen Verhalten, Geduld und freudiger Anstrengung zu üben. Liebe und Mitgefühl bilden das Herz dieser Übungen und werden meine Fähigkeit für Selbsterkenntnis und Weisheit verbessern. Es ist notwendig, dass diese Hand in Hand arbeiten.
Ich habe einen Geist, der zu Wissen und Erkenntnis fähig ist. Daher kann ich, wenn ich mich darum bemühe, Wissen und Erkenntnis zu erlangen. Es ist notwendig, dass ich lese, Vorträge höre und studiere. Ich brauche eine Perspektive, die auf lange Sicht ausgerichtet ist, und ich muss meditieren. Da ich mit Bewusstsein ausgestattet bin, und da Leerheit etwas ist, dass ich mir gegenwärtigen kann, werden meine Bemühungen mit Sicherheit Resultate bringen.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Besondere Objekte der Meditation

Besondere Objekte der Meditation
Es ist manchmal hilfreich, einen Menschen, den ich in hohen Eheren halte, als das Objekt für diese Art von Untersuchung zu nehmen wie meinen eigenen hochgeschätzten spirituellen Lehrer. Im Lichte der Wertschätzung und Hochachtung für meinen Lehrer werde ich nicht den Fehler machen, Ursache und positive Wirkung dieses Menschen unmöglich verleugnen zu können.
Leerheit ist äußerst wichtig, denn wenn ich die Leerheit gut verstehe, dann kann ich aus dem Kreislauf der Leid bringenden Emotionen befreit werden. Wenn ich die Leerheit nicht verstehe, dann werde ich, wie an einem Nasenring geführt, in Leid Leid bringende Emotionen getrieben, die ein Leben nach dem anderen in Leiden innerhalb des Daseinskreislaufes bewirken. Wenn ich aber bedenke, dass meine Leerheit von innen abhängt, oder dass die Leerheit eines Autos vom Auto abhängt, dann scheint diese Grundlage, von der die Leerheit eine Eigenschaft ist, fast wichtiger als die Leerheit selbst.
So kann es hilfreich sein, wenn ich manchmal den Schwerpunkt auf die Erscheinung eines Objektes lege, die leer von inhärenter Existenz ist, und manchmal auf die Leerheit von inhärenter Existenz dieses Objektes selbst und dann zwischen diesen beiden hin und her pendeln, anstatt sich nur auf die Leerheit zu konzentrieren. Solch eine abwechselnde Betrachtung wird mir helfen, sowohl das Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit als auch die Leerheit zu ermitteln, was zeigt, dass die Leerheit nicht aus sich selbst heraus und isoliert existiert, sondern die wirkliche Beschaffenheit der Phänomene ist.
Die natürliche Abwesenheit von inhärenter Existenz einer Form ist Leerheit. Leerheit ist nicht etwas Zusätzliches wie beispielsweise ein Hut auf einem Kopf. Leerheit ist die eigentliche Natur der Form, ihre letztendliche Beschaffenheit. „Denn die Leerheit macht Phänomene nicht leer, weil Phänomene an sich leer sind.“ Die Form wird nicht durch die Leerheit leer gemacht, denn die Form ist an sich leer. Das hat mich angeregt, darüber nachzudenken.
Zuallererst ist es unbestreitbar, dass Objekte so erscheinen, als ob sie aus sich selbst heraus bestünden. Wenn Objekte wie Tische, Stühle und Körper nicht aus sich selber heraus bestünden, dann gäbe es keine Möglichkeit, zu postulieren, dass sie existieren. So ist das Sehbewusstsein, das einen Tisch wahrnimmt, gültig in Bezug auf, dass er tatsächlich bestehend erscheint, und dass ein Bewusstsein gleichzeitig richtig und fehlerhaft ist. Die tiefgründige Darstellung dessen ist, wie Phänomene existieren und wie sie wahrgenommen werden und existieren Phänomene wie Tische, Stühle und Körper nicht aus sich selbst heraus. Das Sehbewusstsein irrt sich in Bezug darauf, dass Objekte so erscheinen, als ob sie in und aus sich selbst heraus bestünden, doch das gleiche Sehbewusstsein ist gültig in Bezug auf die Gegenwart des Objekts. Auf diese Weise kann ein Bewusstsein gleichzeitig gültig als auch fehlerhaft sein, gültig in Bezug auf die Gegenwart des Objektes und seiner Existenz, aber fehlerhaft in Bezug darauf, dass das Objekt so erscheint, als ob es seinen eigenen unabhängigen Status hätte.
Objekte erscheinen aufgrund des falschen Rahmens meiner gewöhnlichen Wahrnehmung so, als ob sie in und aus sich selbst heraus bestünden, aber in Wirklichkeit ist nichts aus sich selbst konstituiert. So ist die Form an sich leer und wird nicht durch die Leerheit leer gemacht. Was ist es, das leer ist? Die Form selbst, der Tisch selbst oder der Körper selbst? Auf die gleiche Weise sind alle Phänomene leer von ihrer eigenen inhärenten Existenz.
Leerheit ist nicht etwas, das vom Geist ausgedacht wird, sondern die Dinge sind von Anfang an so. Erscheinung und Leerheit sind eine Entität und können nicht in unterschiedliche Entitäten differenziert werden.
Da alle Personen und Dinge etwas in Abhängigkeit Entstandenes sind, sind sie leer von inhärenter Existenz. Da sie von anderen Faktoren abhängig sind, bedingen sie sich nicht selbst.
Da ale Personen und Dinge leer von inhärenter Existenz sind, müssen sie wtas in Abhängigkeit Entstandenes sein. Wenn Phänomene aus eigener Kraft heraus bestünden, könnten sie nicht von anderen Faktoren abhängen wie von Ursachen, von ihren eigenen Bestandteilen und vom Denken. Da Phänomene sich nicht selbst verursachen und begründen, können sie sich verändern.
Diese beiden Erkenntnisse sollten Hand in Hand arbeiten und sich gegenseitig unterstützen und fördern.




Dienstag, 3. Oktober 2017

Sich gegenseitig unterstützende Erkenntnisse

Sich gegenseitig unterstützende Erkenntnisse
Die Leere der Leerheit kann mein Verständnis von Ursache und Wirkung beeinträchtigen, aber es wäre besser, sie dann vorübergehend außer Acht zu lassen. Das Verständnis von Leerheit muss Ursache und Wirkung von Handlungen mit einschließen. Falls ich denke, dass es kein Gut und Schlecht geben kann, da die Phänomene leer sind, dann mache ich es mir unnötig schwer, die Bedeutung der Leerheit zu verstehen. Es ist nicht notwendig, dass ich die Ursachen und ihre Wirkungen erkenne und wertschätze.

Montag, 2. Oktober 2017

Die Argument von der Leerheit zum Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit

Die Argumentation von der Leerheit zum Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit
Mir scheint es einfacher Leerheit durch die Begründung zu verstehen, dass Personen und Dinge etwas in Abhängigkeit Entstandenes sind, als zu verstehen, dass ein Objekt etwas in Abhängigkeit Entstandenes sein muss, da es leer von inhärenter Existenz ist.
Ich erläutere es etwas näher:
Im Bereich von Falschheit sind Widersprüche möglich. Altert ein junger Mensch, oder ein unwissender und ungebildeter Mensch wird zu einem Gelehrten, der viel weiß. In einer Welt, in der es nur inhärent existente und somit fest fixierte Personen und Dinge gäbe, wäre ein solcher Wandel unmöglich. Ist ein Baum wirklich und prinzipiell ein Baum, sowie er im Sommer ist, ausgestattet mit den Merkmalen wie Blätter und Früchten, dann können äußere Umstände diesen Baum nicht beeinflussen und dazu führen, dass er im Winter diese Eigenschaften verliert. Wenn die Schönheit dieses Baumes aus sich selbst heraus bestünde, dann könnte sie sich aufgrund äußere Umstände unmöglich in Hässlichkeit verwandeln.
Was falsch ist, kann sich zu allem Möglichen entwickeln, wohingegen das Wirkliche genau so sein muss, wie es ist. Wenn ich mich nicht auf die Aussage von jemandem verlassen kann, dann sage ich, dass diese Aussage möglicherweise falsch ist. Die Tatsache, dass Phänomene eine Beschaffenheit von Falschheit haben, erlaubt viele Veränderungen, vom Guten zum Schlechten, vom Schlechten zum Guten, Entwicklung und Verfall. Da Phänomene, Personen und Dinge frei von der Wirklichkeit sind, sich selbst zu konstituieren, werden sie von Bedingungen beeinflusst und sind in der Lage, sich zu verwandeln. Da Jugendlichkeit keine bleibende Wirklichkeit ist, kann sie sich im hohen Alter wandeln.
Weil Phänomene in diesem Sinne falsch sind, können sie sich jederzeit verändern: ZU einer Zeit gibt es in einer bestimmten Gegend viele Menschen, zu einer anderen Zeit weniger, und Länder, die in Frieden miteinander leben, fangen an, sich zu bekriegen, neue Staaten entstehen und verschwinden wieder. Gut und schlecht, Wachstum und Verfall, Existenz im Daseinskreislauf und Nirwana, diese Weise und jene Weise: Wandel geschieht auf die unterschiedlichste Art. Das Menschen und Phänomene sich verändern, zeigt, dass sie nicht ihren eigenen individuellen Status, wie sie sind, besitzen, und dass sie nicht in der Lage sind, sich selbst zu etablieren. Da sie ohne festes Fundament sind, können sie sich verändern.
Auf diese Weise sind Ursache und Wirkung innerhalb der Leerheit von inhärenter Existenz plausibel. Bestünden Phänomene aus sich selbst heraus, so würden sie nicht von anderen Faktoren abhängig sein. Ohne Abhängigkeit von anderen Dingen sind Ursache und Wirkung unmöglich. Weil Ursache und Wirkung plausibel sind, können ungünstige Wirkungen wie Schmerz vermieden werden, indem man bestimmte Ursachen wie Eifersucht aufgibt. Es können günstige Wirkungen wie Glück erreicht werden, indem man sich in anderen Ursachen übt wie in der Entwicklung von Freude am Erfolg der Mitmenschen.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Die Plausibilität von Ursache und Wirkung

Die Plausibilität von Ursache und Wirkung
Dass alle Handlungen, alle handelnden und alle Objekte von Handlungen in wechselseitige Abhängigkeit entstehen, bedeutet, ihre inhärente Existenz zu verneinen, und das muss ich begreifen lernen. Ich muss verstehen, dass Ursache und Wirkung eindeutig existieren. Dass ein Objekt leer von inhärenter Existenz ist, kann ich in der Tat durch die Tatsache beweisen, dass es etwas in Abhängigkeit Entstandenes ist. Daher sind in Abhängigkeit entstandene Dynamiken wie Ursache und Wirkung durchaus möglich und plausibel.
Leerheit ist nicht ein totales Nichts, das die Existenz aller Phänomene bestreitet, sondern eine Leerheit von inhärenter Existenz. Phänomene sind leer von diesem Status der inhärenter Existenz, sie sind nicht leer von sich selbst. Ein Tisch ist nicht leer von inhärenter Existenz, er ist nicht leer davon, ein Tisch zu sein. So sind aufgrund der Leerheit, das heißt aufgrund der Abwesenheit von inhärenter Existenz, Handlung, handelnder und Objekt der Handlung möglich.
Auf diese Weise bedeutet Leerheit, dass das Objekt existieren muss, doch das Objekt existiert auf eine andere Weise, als ich es mir vorgestellt habe. Wenn ich ein Gespür für die Leerheit entwickelt habe, dann reicht es nicht aus, wenn ich nur behaupte, dass Phänomene existieren müssen, ich aber kein klares Gefühl davon habe, wie die Phänomene existieren. Ich muss aus der Tiefe meines Wesens begreifen, dass Verstehen von Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit das verstehen von Leerheit fördert, und dass das Verstehen von Leerheit das verstehen von Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit fördert.

Samstag, 30. September 2017

Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit und Leerheit

Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit und Leerheit
Sich auf Handlungen und ihre Auswirkungen zu verlassen, in dem Wissen der Leerheit der Phänomene, ist wunderbarer als selbst das Wunderbare und phantastischer als selbst das Phantastische.
Nachzudenken, wie ein Objekt etwas in Abhängigkeit Entstandenes ist, weil es in Abhängigkeit von Ursachen und Bedingungen, in Abhängigkeit von seinen Bestandteilen und in Abhängigkeit vom Denken entsteht, ist von großem Nutzen. Denn man überwindet damit die Vorstellung, dass dieses Objekt in und aus sich selbst heraus existiert. Wenn ich nicht genau verstehe, wo von Phänomene leer sind und was negiert wird, dann werde ich am Ende dieser Untersuchung das Gefühl haben, dass das untersuchte Phänomen oder Objekt überhaupt nicht existiert. Dann werden die Phänomene als etwas Kurzlebiges erscheinen, wie ein ausradierte Zeichnung, fast wie ein Nichts. Der Grund für diesen Fehler liegt darin, dass ich keinen Unterschied gemacht habe zwischen „Abwesenheit“ von inhärenter „Existenz“ und „Nicht-Existenz“.
Wenn ich es nicht schaffe, zwischen diesen beiden zu unterscheiden, dann wird es mir nicht möglich sein, das Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit aller Phänomene wertzuschätzen.
Es ist von grundlegender Bedeutung, zu verstehen, dass „Leerheit“ gleichbedeutend mit „Entstehen in wechselseitiger „Abhängigkeit“ gleichbedeutend mit „Leerheit“ ist.

Freitag, 29. September 2017

Die Ähnlichkeit mit Illusionen

Die Ähnlichkeit mit Illusionen
Wenn ich das Instrument logischer Untersuchung benutze, dann kann ich kein Lebewesen finden, das von einem Leben zum nächsten wiedergeboren wird. Aber das heißt nicht, dass es die Wiedergeburt überhaupt nicht gibt. Wenn ich den Ausführenden einer Handlung, die Handlung selbst und das Objekt der Handlung einer Untersuchung unterziehe, dann stelle ich fest, dass diese nicht unabhängig und aus sich selbst heraus existieren. Dennoch hinterlassen gesunde und ungesunde Handlungen ihre Spuren im Geist der handelnden, und diese Spuren sind wie Samen, die in diesem oder in einem zukünftigen Leben aufgehen und Früchte tragen werden.
Wenn ich einen Menschen, der in einem Traum erscheint und einen tatsächlichen Menschen im Wachzustand mittels logischer Untersuchung betrachte, dann kann ich weder bei dem einen noch bei dem anderen Menschen ein Wesen finden, das aus sich selbst heraus erschaffen ist. Doch bei einer solchen Untersuchung sind beide gleichermaßen unauffindbar, was nicht bedeutet, dass es den Menschen im Wachzustand nicht gibt, oder dass ein Mensch in einem Traum ein wirklicher Mensch wäre. Bei einer solchen Untersuchung sind beide gleichermaßen unauffindbar, was nicht bedeutet, dass es den Menschen im Wachzustand nicht gibt, oder dass ein Mensch in einem Traum ein wirklicher Mensch wäre. Aber dies würde allgemeingültiger Wahrnehmung widersprechen. Die Tatsache, dass Menschen und andere Objekte im Licht genauer Untersuchung nicht auffindbar sind, bedeutet aber nicht, dass sie nicht existieren, sondern dass nicht aus eigener Kraft heraus existieren.
Sie existieren aufgrund anderer Faktoren. Leer davon zu sein, aus eigener Kraft heraus zu existieren, bedeutet somit, von anderen abhängig zu sein.
Inhärente Existenz hat es nie gegeben, gibt es nicht und wird es niemals geben. Ich nehme fälschlicherweise an, dass es sie gibt und werde dadurch in Leid bringende Gefühle hineingezogen.
Die Annahme, dass Phänomene wirklich existieren, ist ein Extrem der Übertreibung, ein Furcht einflößender Abgrund.
Die Erkenntnis, dass alle Phänomene leer von inhärenter Existenz sind, weil sie etwas in Abhängigkeit Entstandenes sind, vermeidet beide Extreme. Die Erkenntnis, das Phänomene etwas in Abhängigkeit Entstandenes sind, vermeidet das Extrem des gefährlichen Leugnens. Die Erkenntnis, dass Phänomene leer von inhärenter Existenz sind, vermeidet das Extrem der gefährlichen Übertreibung.

Donnerstag, 28. September 2017

Die Unaussprechlichkeit der Wahrheit

Die Unaussprechlichkeit der Wahrheit
Es gibt Menschen, die Schwierigkeiten beim logischen Argumentieren haben, denn sie können in einer Debatte nie die treffende Antwort geben. Auf vergleichbare Weise kann es der Fall sein, dass ich die Leerheit nicht wirklich verstanden habe, ich aber dennoch tiefgründig erscheinen möchte und dann lediglich die in den buddhistischen Schriften gemachte Aussage wiederhole, dass die Vollkommenheit der Weisheit unvorstellbar und unaussprechlich ist. Doch diese Aussage über die Unvorstellbarkeit und Unaussprechlichkeit der Leerheit drückt lediglich aus, dass die Erkenntnis der Leerheit, wie sie in einer nicht dualistischen Meditation direkt erfahren wird, nicht mit Worten ausgedrückt werden kann. Sie besagt nicht, dass man über die Leerheit nicht reflektieren und nicht auf sie meditieren kann. Sie besagt nicht, dass man über die Leerheit nicht reflektieren und auf sie meditieren kann.
Wenn ich Begriffe wie „Leerheit“ oder „letztendliche Wirklichkeit“ höre, sie aussprechen und darüber nachdenke, dann erscheinen mir Subjekt und Objekt voneinander getrennt, das wahrnehmende Bewusstsein auf der einen und die wahrgenommene Leerheit auf der anderen Seite, wohingegen in tiefgründiger Meditation Subjekt und Objekt einen einzigen Geschmack haben. Dann sind die wahrgenommene Leerheit und das Bewusstsein, das diese Leerheit wahrnimmt wie Wasser, das in Wasser gegossen wird und das nicht mehr voneinander unterschieden werden kann.

Mittwoch, 27. September 2017

Die Wucht des Entstehens in wechselseitiger Abhängigkeit

Die Wucht des Entstehens in wechselseitiger Abhängigkeit
Alle Phänomene, ob nützliche oder schädliche, Ursache und Wirkung, dieses und jenes, entstehen in Abhängigkeit von anderen Faktoren und werden durch durch sie etabliert.
Wenn es dieses gibt, dann entsteht jenes, so wie „kurz“, wenn es „lang“ gibt. Durch die Herstellung von diesem wird jenes hervorgerufen, sowie Licht durch das Erzeugen einer Flame.
Im Kontext der wechselseitigen Abhängigkeit entstehen Nutzen und Schaden, können vergängliche Phänomene funktionieren, sind also nicht nur Einbildungen, und ist Karma, das Gesetz von Handlungen und ihren Wirkungen, plausibel: Ich bin nicht nur eine mentale Einbildung. Indem ich das verstehe, befreie ich mich von dem, was Buddhisten als „das Extrem des Nihilismus“ bezeichnen: Die falsche Schlussfolgerung, dass ein Phänomen überhaupt nicht existiert, wenn es im Licht der logischen Untersuchung nicht gefunden werden kann.
Indem man verstanden hat, dass Wirkungen aus Ursachen entstehen, postuliert man alle Erscheinungen innerhalb der Konventionen dieser Welt und lehnt daher die nihilistische Auffassung ab.
Es gibt zwei Extreme: Auf der einen Seite die übertriebene Ansicht, dass Phänomene aus eigener Kraft heraus existieren, und auf der anderen Seite das Verleugnen von Ursache und Wirkung.
Diese zwei extreme sind wie zwei Abgründe, in die mein Geist fallen kann. Dadurch entstehen schädliche Einstellungen, die entweder den Status von Dingen über ihre eigentliche Natur hinaus übersteigern oder aber die Existenz von Ursache und Wirkung insgesamt Verneinen. Falle ich in den Abgrund der Übertreibung, so werde ich dazu verleitet, Ansichten über mich selbst zu entwickeln, die über das, was ich eigentlich bin, weit hinausgehe: ein unmögliches Kunststück. Falle ich in den Abgrund der Verneinung, verliere ich den Wert einer gesunden ethischen Einstellung aus den Augen und werde in unschuldige Handlungen hineingezogen, die meine eigene Zukunft in Gefahr bringen.
Um die Balance zwischen dem Entstehen in Abhängigkeit und der Leerheit halten zu können, muss ich zwischen „inhärenter Existenz“ und „Existenz an sich“ unterscheiden. Und ebenso muss ich zwischen „Abwesenheit von inhärenter Existenz“ und „absoluter Nicht-Existenz“ unterscheiden. Das ist der Grund, warum die großen buddhistischen Weisen, wenn sie die Doktrin der Leerheit erläutert haben, nicht das Argument benutzen, dass Phänomene leer der Fähigkeit sind, eine Funktion zu erfüllen. Vielmehr haben sie gesagt, dass die Phänomene leer von inhärenter Existenz sind, weil sie etwas in Abhängigkeit Entstandenes sind. Wenn Leerheit auf solche Weise verstanden wird, dann werden die beiden oben beschriebenen Extreme vermieden: Die übertriebene Auffassung, dass Phänomene aus eigener Kraft heraus existieren, wird durch die Erkenntnis er Leerheit vermieden, und das Verleugnen von der Existenz einer Funktionalität, also das Verleugnen von Ursache und Wirkung, wird vermieden durch das Verständnis, dass die Phänomene etwas in Abhängigkeit Entstandenes sind und daher nicht absolut nicht existent.
Die Argumentation des Entstehens in Abhängigkeit durchschneidet alle Netze der falschen Anschauungen.
Die Argumentation des Entstehens in wechselseitiger Abhängigkeit ist der sicherste Weg, um einen genauen Kurs zu halten zwischen den beiden Abgründen der falschen Geisteshaltungen und den damit verbundenen Leiden.




Montag, 25. September 2017

Die wechselseitige Abhängigkeit aller Phänomene wahrnehmen

Die wechselseitige Abhängigkeit aller Phänomene wahrnehmen
Weise Menschen erkennen die Lehre des Entstehens in Abhängigkeit, und nehmen daher keine extremen Sichtweisen an.
Aufgrund der Tatsache, dass die Phänomene so erscheinen, selbst meinen Sinneswahrnehmungen, als ob sie aus sich selbst heraus existieren, akzeptiere ich fälscherlicherweise die Sichtweise, dass die Phänomene auf konkrete Weise existieren, als dies in Wirklichkeit der Fall ist. Auf diese Weise werde ich in die Leid bringenden Emotionen hineingezogen, und ich schaffe die Grundlage für mein eigenes Verderben. Ich muss diese Probleme beheben, indem ich immer wieder über die abhängige Beschaffenheit von allem nachdenke.

Sonntag, 24. September 2017

Leerheit bedeutet nicht "Nichts"

Leerheit bedeutet nicht „Nichts“
Es besteht kein Zweifel daran, dass Personen und Dinge existieren, doch wie und auf welche Weise existieren sie? Wenn ich eine Blume betrachte und denke: „Diese Blume hat eine hübsche Form, eine schöne Farbe und eine angenehme Textur“, dann sieht es so aus, als wenn etwas Konkretes da ist, das diese Eigenschaften der Form, Farbe und Textur besitzt. Wenn ich mir diese Eigenschaften und die Bestandteile der Blume, wie wie Farbe der Blume, die Form der Blume, der Stil der Blume, die Blütenblätter der Blume, so als wenn es eine Blume gäbe, die diese Eigenschaften oder diese Bestandteile besitzt.
Existiert diese Blume so, wie sie mir erscheint, dann muss ich etwas finden, dass von diesen Eigenschaften und Bestandteilen, die die Blume ausmachen, verschieden ist. Das jedoch ist unmöglich, denn eine derartige Blume kann weder im Licht meiner logischen Untersuchung noch mit anderen wissenschaftlichen Methoden gefunden werden, selbst wenn mir zuvor eine Blume als substanziell und leicht zu finden erschien. Da diese Blume bestimmte Wirkungen hat, existiert sie zweifellos. Wenn ich diese Blume suche, die in Übereinstimmung mit meiner Vorstellung über sie existiert, so kann diese Blume unmöglich gefunden werden.
Ein Objekt, das wirklich in und aus sich selbst heraus existiert, sollte immer offensichtlicher zu Tage treten, wenn man es untersucht, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Das bedeutet nicht, dass es nicht existiert, weil es wirksam ist und Wirkungen hervorrufen kann. Die Tatsache, dass dieses Objekt im Lichte meiner logischen Untersuchung nicht gefunden werden kann, ist ein Hinweis darauf, dass es nicht auf die Art und Weise existiert, wie es meiner Sinneswahrnehmung und meiner Gedanken erscheint: als korrekt und aus sich selbst heraus erschaffen.
Ich untersuche Phänomene, kann diese aber nicht finden. Wenn ich aus dieser Unauffindbarkeit folgern würde, dass die Phänomene nicht existierten, dann gäbe es keine Lebewesen, keine Bodhisattvas, keine Buddhas, nichts Reines und nichts Unreines. Es gäbe keine Notwendigkeit für die Befreiung, und es gäbe keinen Grund, auf die Leerheit zu meditieren. Aber es ist ganz offensichtlich, dass Menschen und Dinge nützen oder schaden., dass Freude und Schmerz existieren, dass ich mich von Schmerzen befreien und Glück erlangen kann. Es wäre töricht, die Existenz von Menschen und Dingen zu bestreiten, wenn ich offensichtlich von ihnen beeinflusst werde. Die Annahme, dass Menschen und Dinge nicht existieren, ist eine Leugnung des Offensichtlichen und somit töricht.
Phänomene sind leer von inhärenter Existenz, mit der Tatsache, dass sie etwas in Abhängigkeit Entstandenes sind. Die Sichtweise, dass Phänomene nicht inhärent existent sind, ist nicht nihilistisch. Ich sage nicht, dass Phänomene leer sind, weil sie keine Funktion erfüllen können, sondern weise auf die Tatsache hin, dass Phänomene in Abhängigkeit von Ursachen und Wirkungen entstehen.
Abhängig und unabhängig bilden ein Gegensatzpaar. Alles, was existiert, muss entweder der einen oder der anderen Kategorie angehören.
Wenn etwas abhängig ist, dann ist es leer davon, aus eigener Kraft heraus zu existieren:Nirgendwo im Körper und im Geist, die Grundlage für das „Ich“ bilden, kann ich dieses „Ich“ finden. Darum ist das „Ich“ nicht aus eigener Kraft erschaffen, sondern durch die Kraft anderer Bedingungen, nämlich seinen Ursachen seinen Bestandteilen und den begrifflichen Denken.


Samstag, 23. September 2017

Wie die Argumentation des Entstehens in Abhängigkeit funktioniert

Wie die Argumentation des Entstehens in Abhängigkeit funktioniert
Entweder abhängig oder unabhängig, außer diesen beiden Kategorien habe ich keine andere Wahl. Wenn ein Phänomen der einen Kategorie angehört, kann es unmöglich der anderen Kategorie angehören. „Abhängig“ und „unabhängig“ bilden ein Gegensatzpaar. Wenn ich daher etwas sehe, das nicht unabhängig sein und nicht aus eigener Kraft heraus existieren kann, dann gibt es keine andere Wahl, als dass dieses Ding oder Phänomen abhängig von etwas anderen und somit leer davon ist, aus eigener Kraft heraus zu existieren, Betrachte ich das folgendermaßen:
Die Existenz eines Tisches hängt von seinen Bestandteilen ab. Daher bezeichne ich die Ansammlung der Bestandteile als die Grundlage, auf der der Tisch aufgebaut wird. Wenn ich mittels logischer Untersuchung diesen Tisch finden will, der meinem Geist so erscheint, als ob er unabhängig existiert, dann muss ich ihn unter diesen seinen Bestandteilen suchen: den Beinen, der Tischplatte und so weiter. Aber keines dieser Bestandteile des Tisches ist solch ein Tisch. Daher werden diese Dinge, die kein Tisch sind, in Abhängigkeit von Gedanken zu einem Tisch. Der Tisch existiert nicht aus sich selbst heraus.
Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist ein Tisch etwas, das in Abhängigkeit entsteht oder existiert. Es hängt von bestimmten Bedingungen ab, er hängt von bestimmten Bestandteilen ab, und er hängt von Gedanken ab. Von diesen Dreien ist der Gedanke, der ein Objekt benennt.
Die Existenz in Abhängigkeit von begrifflichen Denken ist die subtilste Bedeutung des Entstehens in Abhängigkeit. Physiker haben entdeckt, dass Phänomene nicht objektiv in und aus sich selbst heraus existieren, sondern auch der Beobachter mit einzubeziehen ist. So muss das „Ich“ irgendwo im Bereich zu finden sein, wo sich auch der Körper befindet. Aber es ist auch klar, dass dieses „Ich“ nirgendwo anders gefunden werden kann.Doch wenn ich in diesem Bereich suche, dann kann ich kein „Ich“ finden, das aus sich selbst heraus existiert. Wenn ich essen, trinken, sprechen und schlafen kann, dann ist es der logische Beweis, dass ich existiere, obwohl ich im Licht logischer Untersuchung nicht gefunden werden kann.
Dies bedeutet, dass nicht gefunden werden kann, dass dieses „Ich“ ist, was nicht heißt, dass dieses „Ich“ nicht existiert. Wie kann es nicht Existieren? Die Nichtexistenz dieses „Ich“ anzunehmen, wäre unsinnig. Das „Ich“ existiert eindeutig, doch, wenn es existiert und nicht gefunden werden kann, dann muss ich sagen, dass es in Abhängigkeit von Gedanken entsteht. Das „Ich“ kann auf keine andere Weise postuliert werden.

Freitag, 22. September 2017

Die Argumentation des Entstehens in Abhängigkeit wertschätzen

Die Argumentation des Entstehens in Abhängigkeit wertschätzen
Wie schon vorher erläutert wurde, haben alle vergänglichen und unvergänglichen Phänomene Einzelbestandteile. Obwohl diese Einzelbestandteile und das Ganze, das sie bilden, voneinander abhängen, erscheinen sie mir so, als ob sie ihr jeweils eigenes Dasein hätten. Wenn das Ganze und seine Bestandteile so existieren, wie sie mir erscheinen, dann müsste ich dazu in der Lage sein, auf ein ganzes zu zeigen, das von seinen Bestandteilen unabhängig ist. Das ist jedoch unmöglich.
Es gibt einen Konflikt zwischen dem, wie mir ein Ganzes und seine Bestandteile erscheinen und dem, wie diese in Wirklichkeit existieren. Das bedeutet nicht, dass nichts Ganzes existiert, denn wenn kein Ganzes existierte, könnte ich unmöglich von etwas sprechen, das Bestandteil von diesem Ganzen ist. Die Schlussfolgerung hieraus muss sein, dass es etwas Ganzes gibt, dass dessen Existenz aber nicht in Abhängigkeit von seinen Bestandteilen hervorgerufen wird. Das Ganze existiert nicht unabhängig.
Das was in Abhängigkeit entsteht, ist nicht Eins mit dem, wovon es abhängt und nicht inhärent verschieden davon. Daher ist nicht Nichts und nicht inhärent existent.

Donnerstag, 21. September 2017

Den Raum untersuchen

Den Raum untersuchen
Auch der Raum besteht aus einzelnen Bestandteilen wie der Raum der verschiedenen Himmelsrichtungen (Norden, Süden, Osten, Westen) oder der Raum, der von einem bestimmten Objekt eingenommen wird.
Betrachte ich den Raum im Allgemeinen, so überlege ich, wie dieser Raum in Abhängigkeit von seinen Einzelbestandteilen (Norden, Süden, Osten,Westen) entsteht.
Überprüfe ich, ob die Abhängigkeit des Raumes von seinen Einzelbestandteilen mit dem kollidiert, wie mir dieser Raum erscheint, nämlich so, als ob er in und aus sich selbst heraus bestünde.
Betrachte ich den Raum einer Tasse. Überlege ich, wie dieser Raum in Abhängigkeit von seinen Bestandteilen, dem oberen Teil der Tasse und dem unteren Teil, entsteht.
Überprüfe ich, ob die Abhängigkeit dieses Raumes von seinen Einzelbestandteilen mit dem kollidiert, wir mir dieser Raum erscheint, nämlich so, als ob er aus eigener Kraft, als in und aus sich selbst heraus bestünde.

Mittwoch, 20. September 2017

Das Bewusstsein untersuchen

Das Bewusstsein untersuchen
Das Bewusstsein, das eine blaue Vase betrachtet, hat keine räumliche Ausdehnung, da das Bewusstsein nicht physikalisch ist. Aber das Bewusstsein existiert als eine zeitliche Aneinanderreihung von Momenten. Das Bewusstsein, das eine blaue Vase betrachtet, hat frühere und spätere Momente, wie kurz sie auch sein mögen, sind Bestandteile eines Bewusstseinsstromes.
Betrachte ich den kürzest möglichen Augenblick in einem zeitlichen Kontinuum, so bestünde dieser kürzeste Augenblick nicht aus einem früheren und späteren Teil, dann könnte er sich nicht mit anderen kuren Augenblicken verbinden, um ein zeitliches Kontinuum zu bilden. Und wenn dieser kürzeste Augenblick nicht aus einem früheren und einem späteren Teil bestünde, dann wäre er von einem vorhergehenden Augenblick genau gleich entfernt, was bedeuten würde, dass er gar nicht existiert und es überhaupt kein zeitliches Kontinuum gäbe.
So wie ein einzelner Augenblick ein Ende hat, muss er einen Anfang und eine Mitte haben. Ach sein Anfang, seine Mitte und sein Ende müssen wie ein einzelner Augenblick untersucht werden.
Betrachte ich mein Bewusstsein, wie es eine blaue Vase wahrnimmt.
Überlege ich, wie dieses Bewusstsein in Abhängigkeit von seinen Einzelbestandteilen entsteht, nämlich den verschiedenen Augenblicken, die ein zeitliches Kontinuum bilden.
Überprüfe ich, ob seine Abhängigkeit von den Einzelbestandteilen mit dem kollidiert, wie mir dieses Bewusstsein erscheint, so als ob es in und aus sich selbst heraus bestünde.


Dienstag, 19. September 2017

Die Abhängigkeit von den einzelnen Bestandteilen

Die Abhängigkeit von den einzelnen Bestandteilen
Das Konzept des Entstehens in Abhängigkeit bezieht sich sich auch auf die Tatsache, dass alle vergänglichen und unvergänglichen Phänomene in Abhängigkeit von ihren Bestandteilen existieren. Alles besteht aus einzelnen Bestandteilen. Eine Kanne beispielsweise existiert in Abhängigkeit von ihren Bestandteilen. Dabei kann ich die größeren Bestandteile betrachten wie den Deckel, den Henkel, die Öffnung oder die subtileren Bestandteile wie die Moleküle, und ohne ihre wesentlichen Bestandteile kann die Kanne unmöglich existieren. Sie existiert nicht auf die konkrete und unabhängige Weise, in der sie mir erscheint.
Und wie sieht es mit den atomaren Teilchen aus, die die Bausteine für alle größeren Dinge sind? Und könnte es sein, dass diese atomaren Teilchen nicht aus Einzelbestandteilen bestehen? Auch das ist unmöglich, denn, wenn ein Atomar-Teilchen keine räumliche Ausdehnung hätte, dann könnte es sich nicht mit anderen Teilchen verbinden, um ein größeres Ding zu formen. Teilchen-Physiker nehmen an, dass man auch die kleinsten Teilchen in kleinere Teilchen zerlegen kann. auch wenn ich Instrumente entwickeln kann, um dies zu tun.
Aber selbst wenn man auf diese Weise eine physikalisch unteilbare Einheit fände, so müsste diese Einheit dennoch eine räumliche Ausdehnung haben und somit Einzelbestandteile, da sie sich ansonsten nicht mit anderen solchen Einheiten verbinden könnte, um irgendetwas Größeres zu formen.
Ich vergegenwärtige mir ein vergängliches Phänomen wie ein Buch. Betrachte ich, wie dieses Phänomen in Abhängigkeit von seinen Bestandteilen zustande kommt, den Buchstaben, den Seiten und dem Einband.
Überprüfe ich, ob diese Abhängigkeit von den Einzelbestandteilen mit dem kollidiert, wie mir dieses Buch erscheint, nämlich so, als ob es aus sich selbst heraus bestünde.


Montag, 18. September 2017

Entstehen in Abhängigkeit und Wirklichkeitssinn

Entstehen in Abhängigkeit und Wirklichkeitssinn
Die Lehre des Entstehens in Abhängigkeit kann überall angewandt werden. Diese Lehre konkret anzuwenden, ist vorteilhaft, weil ich ein ganzheitliches Bild bekomme. Denn, wie auch immer eine Situation beschaffen sein mag, ob gut oder schlecht, so hängt sie doch von Ursachen und Bedingungen ab. Ein konkretes Ergebnis existiert nicht aus sich selbst und aus eigener Kraft heraus, sondern hängt von vielen vergangenen Ursachen und Bedingungen ab. Wäre das nicht der Fall, so könnte es nicht in Erscheinung treten.
Denke ich von diesem Standpunkt aus, dann kann ich das Gesamtbild viel besser erfassen. Und aus dieser Perspektive kann ich die Wirklichkeit der Situation, nämlich die Interdependenz dieser Situation, erkennen. Mit Hilfe dieser relationalen Betrachtungsweise wird die Handlung, die ich dann ausführe, viel eher der Realität angemessen sein. Auf der Ebene der internationalen Politik kann es vorkommen, dass ein Machthaber ein bestimmtes Problem als von einer einzigen Person verursacht betrachten, die dann schnell zur Zielscheibe von Handlungen wird. Aber das ist nicht realistisch, denn das Problem ist wesentlich komplexer. Gewalt ruft eine Kettenreaktion hervor. Selbst wenn die Absicht eine gute sein sollte, so wird ohne diese umfassende Perspektive jeder Versuch, die Situation in den Griff zu bekommen, unrealistisch sein. Die Grundlage haben keine guten Grundlagen, weil das ganzheitliche Bild fehlt, und weil es an Verständnis mangelt, für das gesamte Gewebe von beteiligten Ursachen und Wirkungen.
Auf dem Gebiet der Medizin ist es nicht ausreichend, sich nur auf ein Spezialgebiet zu konzentrieren, denn der gesamte Körper muss in Betracht gezogen werden. So ist in der tibetischen Medizin der diagnostische Ansatz ganzheitlicher und geht von interaktiven Systemen aus. Und wenn ich im Bereich des wirtschaftlichen Handelns ausschließlich hinter den Profit her bin, dann lande ich bei der Korruption. Und so betrachte ich nur das Anwachsen von Korruption in vielen Ländern.Stufe ich alle wirtschaftlichen Handlungen moralisch als neutral ein, so bedeutet das, dass ich die meine Augen verschließe, wenn es um das Thema „Ausbeutung“ geht. Macht es keinen Unterschied „ob die Katze schwarz oder weiß ist“, wie man in China sagt, dann stelle ich mich blind gegenüber den schwarzen, gegenüber den Menschen, die moralisch bankrott sind und eine Menge an Problemen verursachen.
Wenn ich versäume, das Gesamtbild in den Blick zu nehmen, so bleibt mein Wirklichkeitssinn auf der Strecke. Die Haltung, dass Geld allein ausreicht und glücklich macht, führt oft zu unvorhergesehenen Konsequenzen. Wenn ich glauben würde, das es ausreicht, mich ohne Vorbereitungen in einer religiösen Klausur zur Meditation zurückzuziehen. So hätte ich bald nichts mehr zu essen. Werde ich mir des Gesamtbildes bewusst, dann wird meine Lebenseinstellung vernünftiger, meine Handlungen pragmatischer, und diese Weise können viele positive Resultate erreicht werden,
Der Hauptnachteil der Leid bringenden Emotionen ist, dass sie die Wirklichkeit verschleiern.
Wenn die Leid bringenden Emotionen und ihre Handlungen aufhören, gibt es die Befreiung. Die Leid bringenden Emotionen entstehen aus falschen konzeptuellen Auffassungen.
Falsche konzeptuelle Auffassungen sind übertriebene Arten des Denkens, die nicht mit den Tatsachen übereinstimmen. Nehme ich irgendein Objekt wie ein Ereignis, einen Menschen oder irgendein anderes Phänomen, das bescheidene vorteilhafte Züge aufweist. Wenn ich dieses Objekt fälschlicherweise als aus sich selbst heraus existent betrachte, als wirklich und real,dann setzen geistige Projektionen ein, die das Gute des Objektes übertreiben und zwar über das hinaus, was es eigentlich ist, und das wird zur Begierde führen. Das Gleiche geschieht bei Zorn, Hass und heftiger Ablehnung. Hier wird eine negative Eigenschaft des Objektes übertreiben, was dazu führt, dass das Objekt als schlecht erscheint, und es führt zu einer Störung. So wird, wenn ich Zorn und Hass auf etwas entwickle, dann wird ein hoher Prozentsatz der Hässlichkeit des verhassten Objekts durch meine Übertreibung hervorgerufen. Diese Aussage stimmt mit den buddhistischen Vorstellungen über das Entstehen Leid bringender Emotionen überein.
Werden Begierde und Hass entwickelt, dann wird die Wirklichkeit nicht mehr wahrgenommen. Es wird eine geistige Projektion wahrgenommen, die mir extreme Schlechtigkeit oder extreme Gutheit des Objekts vorgaukelt und irreführende und der Wirklichkeit nicht entsprechende Handlungen hervorruft. Aber dies kann verhindert werden, indem ich das Gesamtbild betrachte, das sich enthüllt, wenn ich meine Aufmerksamkeit auf das Entstehen in Abhängigkeit von den Phänomenen lenke, auf die Verkettung von Ursachen und Wirkungen, aus denen alle Phänomene entstehen und in der sie existieren.
Von dieser Perspektive betrachtet, treten die Nachteil der Leid bringenden Emotionen offen zu Tage. Wenn ich dazu fähig sein will, die tatsächliche Situation wahrzunehmen, dann muss ich freiwillig damit aufhören, mich den Leid bringenden Emotionen zu unterwerfen, weil sie auf jedem erdenklichen Gebiet die Wahrnehmung der Tatsachen verhindern. Betrachte ich die Dinge vom Standpunkt der Begierde und des Hasses aus, dann werden die Tatsachen immer verschleiert.
Liebe und Mitgefühl beinhalten auch starke Gefühle, die mich dazu veranlassen können, aus Empathie zu weinen, aber sie werden nicht durch mentale Übertreibungen hervorgerufen, sondern durch eine gültige Erkenntnis der Not von Lebewesen und durch die Einsicht, dass es angemessen ist mich um das Wohlergehen dieser Lebewesen zu kümmern. Diese Gefühle beruhen auf der Erkenntnis, auf welche Weise die Lebewesen im sogenannten Daseinskreislauf dem Leiden unterworfen sind, und die Stärke von Liebe und Mitgefühl wird durch das Verstehen von Vergänglichkeit und Leerheit vergrößert. Es kann sein, das Liebe und Mitgefühl von den Leid bringenden Emotionen beeinflusst sind. Aber wahre Liebe und wahres Mitgefühl sind unvoreingenommen und frei von mentalen Übertreibungen, weil sie auf der gültigen Erkenntnis meiner Beziehungen zu anderen Menschen und Lebewesen aufbauen. Die Sichtweise des Entstehens in Abhängigkeit ist äußerst nützlich, wenn es darum geht, das Gesamtbild zu erfassen und wertzuschätzen.

Samstag, 16. September 2017

Die Wucht davon zu spüren, dass Alles mit Allem in Beziehung steht

Die Wucht davon zu spüren, dass Alles mit Allem in Beziehung steht
Wenn die fälschliche Annahme, dass Menschen und Dinge unabhängig existieren, die Ursache für alle anderen kontraproduktiven Ansichten und Emotionen ist, dann ist die Kontemplation über die Tatsache, dass alle Phänomene in Abhängigkeit voneinander entstehen, eines der wichtigsten Mittel, um diese fälschliche Ansicht zu überwinden.
Diese Realität ist der Grund, warum Buddhisten die Meinung vertreten, dass alle Phänomene etwas in Abhängigkeit Entstandenes sind und nicht etwas in Unabhängigkeit Entstandenes.
Durch nachdenken über das Entstehen in wechselseitiger Abhängigkeit werde ich den Glauben verlieren, dass die Dinge in und aus sich selbst heraus existieren,
Die Annahme von inhärenter Existenz ist die Ursache für alle nicht heilsamen Ansichten. Die Leid bringenden Emotionen entstehen nicht ohne diesen Fehler. Wenn Leerheit vollständig erkannt ist, werden die nicht heilsamen Sichtweisen und Leid bringende Gefühle vollkommen gereinigt.
Wodurch wird die Leerheit erkannt? Indem ich das Entstehen in Abhängigkeit sehe. Buddha, der größte Kenner der Wirklichkeit, sagte: „Was in Abhängigkeit entsteht, entsteht nicht inhärent.“
Ein Verständnis für das Entstehen in Abhängigkeit ist dafür, die Unwissenheit zu überwinden. Alle Leid bringenden Emotionen werden überwunden, indem die Unwissenheit überwunden wird. Wenn das Entstehen in Abhängigkeit erkannt ist, entsteht Unwissenheit nicht mehr.
Das Entstehen in Abhängigkeit weist auf die Tatsache, dass alle vergänglichen Phänomene, ob diese nun körperlicher, geistiger oder sonstiger Natur , in Abhängigkeit von bestimmten Ursachen und Bedingungen entstehen. Was immer in Abhängigkeit von bestimmten Ursachen und Bedingungen entsteht, funktioniert nicht ausschließlich aus eigener Kraft heraus.
Vergegenwärtige ich mich ein vergängliches Phänomen wie ein Haus, und ich betrachte, dass dieses Phänomen in Abhängigkeit von bestimmten Ursachen entsteht wie Holz, Schreinern, Ziegeln, Dachdecker und so weiter.
Überprüfe ich, ob diese Abhängigkeit im Konflikt damit steht, dass das Phänomen als in und aus sich selbst heraus existent erscheint.


Freitag, 15. September 2017

Drei Arten, wie ich Objekte wahrnehmen kann

Drei Arten, wie ich Objekte wahrnehmen kann
Es gibt drei Modi, wie Objekte geistig erfasst werden können:
Das Objekt wird inhärent existent betrachtet, das ist der Modus der Unwissenheit.
Das Objekt wird nicht inhärent existent betrachtet, das ist der Modus der Selbsterkenntnis und Weisheit.
Das Objekt wird weder als inhärent existent noch als nicht inhärent existent betrachtet, wenn man etwas auf gewöhnliche Weise sieht etwa wie ein Haus.
Auch wenn ich ein Objekt nicht so betrachte wie es die Unwissenheit macht, als ob es inhärent existent sei, heißt es noch nicht, dass ich als nicht inhärent existent betrachten kann, wie es die Weisheit tut. Es gibt Gedanken, die weder das eine noch das andere tun, und somit in eine andere Kategorie fallen. Und das ist der Grund, warum ich gezielt diejenigen Phänomene benennen möchte, bei denen ich diesen fundamentalen Fehler begegnen möchte. Denke ich an etwas anderes, dann würde ich die Unwissenheit nicht umkehren, und es wäre so, als wenn ich einen Dieb in der Stadt suchen würde, nachdem dieser in den Wald verschwunden ist.
Wird die Unwissenheit überwunden,, dann werde ich die irrtümlichen Annahmen entwurzelt haben, welche die Objekte mit Qualitäten von Schönheit und Hässlichkeit und so weiter überlagern und zwar jenseits von dem, was diese Objekte in Wirklichkeit an Eigenschaften haben. Und damit sind alle Leid bringenden Emotionen wie Begierde, Hass, Eifersucht, Aggressivität etc., welche die Unwissenheit als ihre Wurzel haben, überwunden. Sind die Leid bringenden Emotionen beseitigt, dann können meine Handlungen nicht mehr motiviert werden. So sind meine unfreiwilligen Geburten und Wiedergeburten im Daseinskreislauf beendet, die durch meine Gewohnheitstendenzen aufgrund meiner früheren Handlungen angetrieben wurden, und Befreiung erlangt haben.
Über diesen Ablauf sollte ich einmal nachdenken, bis es mir klar geworden ist, um dann, ohne in die Irre zu gehen, nach der Wahrheit zu suchen. Wenn ich verstanden habe, wie ich in den Leidens-Kreislauf eintreten kann, so werde ich eine Wertschätzung entwickeln, wie Personen und Dinge in Wirklichkeit existieren. Wenn ich es nicht verstanden habe, dass geisteshaltungen, die in den Ruin führen, beseitige werden müssen, dann wird mir die Existenz der Befreiung nicht klar sein. Und wenn ich aber verstanden habe, dass fälschliche Annahmen in der Tat aufgelöst werden können, dann wird sich meine Absicht, die Befreiung zu erlangen, verstärken. Und das ist der Grund, warum Selbsterkenntnis und Weisheit so wichtig sind.
Unwissenheit führt dazu, dass ich die Bedeutung von Schönheit, Hässlichkeit und anderen Qualitäten überbetone.
Die Überbetonung dieser Qualitäten führt zu Begierde, Hass, Eifersucht, Aggressivität und so weiter.
Die destruktiven Emotionen führen mich zu Handlungen, die von einem falschen Verständnis verunreinigt sind.
Diese Handlungen führen zu unfreiwilliger Geburt und Wiedergeburt im Daseinskreislauf und zu wiederholten Verwicklungen in Schwierigkeiten.
Das Auflösen der Unwissenheit entzieht unseren Übertreibungen von guten und schlechten Eigenschaften den Boden. Dies wiederum unterhöhlt Begierde, Hass, Eifersucht, Aggressivität und so weiter, was wiederum den Handlungen, die durch falsches Verständnis verunreinigt sind, ein Ende bereitet, wodurch den unfreiwilligen Geburten und Wiedergeburten im Daseinskreislauf ein Ende bereitet wird.
Selbsterkenntnis und Weisheit sind der Weg, der zur Befreiung führt.