Mittwoch, 6. Dezember 2017

Wahrnehmen, wie alles auf Gedanken beruht

Wahrnehmen, wie alles auf Gedanken beruht
Selbst die verschiedenen blühenden Blumen, die den Geist erfreuen, und die attraktiv schimmernden, erhabenen goldenen Wohnstätten sind in keiner Weise von einem inhärent existenten Schöpfer erschaffen. All dies wird durch die Kraft der Gedanken gebildet. Durch die Kraft begrifflichen Denkens wird die Welt erschaffen.
Wenn ich eine ungefähre Vorstellung davon entwickelt habe, dass alles von Gedanken abhängt, dann sollte ich die Frage stellen, ob andere Menschen und Dinge normalerweise auf diese Weise erscheinen oder nicht. Wenn ich auf subtiler Ebene von Emotionen beeinflusst werde, dann ist es schwierig, festzustellen, wie ich an diesen Emotionen festhalte. Ich rufe mir eine Situation in Erinnerung, in der ich starken Hass oder starke Begierde verspürte. Der gehasste oder der begehrte Mensch oder Gegenstand erschien mir als sehr substanziell und sogar völlig unveränderlich, nicht wahr? Wenn ich genauer hinsehe, dann verstehe ich, warum ich momentan nicht von mir behaupten kann, dass ich die Phänomene bereits als auf Gedanken beruhend betrachte.
Mir erscheinen die Phänomene so, als ob sie aus eigener Kraft heraus existierten. Das „ich“ kann weder innerhalb noch außerhalb des Geist-Körper-Gefüges gefunden werden, und die Existenz des „Ich“ hängt vom begrifflichen Denken ab.
Das gesprenkelte Farbmuster und die zusammengerollte Form eines aufgerollten Seils sind denen einer Schlange ähnlich, und wenn das Seil im Halbdunkel wahrgenommen wird, entsteht der Gedanke „Das ist eine Schlange“.
Was das Seil in dem Moment betrifft, wo es als Schlange gesehen oder wahrgenommen wird, sind die Ansammlung und die Teile des Seils, aber nicht im Geringsten eine Schlange.
Die Schlange ist durch begriffliches Denken verursacht und etabliert worden. Es ist genauso, wenn der Gedanke „Ich“ entsteht: Nichts innerhalb des Geistes und des Körpers, weder die Ansammlung, die eine ununterbrochene Folge von früheren und späteren Momenten ist, noch die Ansammlung der Teile zu einer bestimmten Zeit, noch die einzelnen Teile, noch die unterbrochene Folge von irgendwelchen der getrennten Teile, ist auch nicht im Geringsten, das „Ich“.
Ebenso gibt es nicht im Geringsten etwas, das ein von Geist und Körper verschiedenes Wesen ist, und als das „Ich“ begriffen werden kann. Folglich ist das „Ich nur durch das begriffliche Denken, in Abhängigkeit von Geist und Körper, verursacht und etabliert, es entsteht nicht durch sein eigenes Wesen.“
Mir war plötzlich, als ob ein Blitz durch meine Brust gefahren ist. Ich war von Ehrfurcht ergriffen, dass, wann immer ich während der folgenden Wochen Menschen sah, diese mir wie Täuschungen einer Zauberkünstlers vorkamen, weil sie mir als inhärent existent erschienen, ich aber wusste, dass dies in Wirklichkeit nicht der Fall war. Jetzt begann ich zu verstehen, dass es wirklich möglich ist, den Prozess des Entstehens, des Entstehens der Leid bringenden Emotionen anzuhalten, indem ich nicht länger der Art und Weise, wie ich das „Ich“ und all die anderen Phänomene erscheinen, meine Zustimmung gebe, die Leerheit, und jedes Mal rufe ich mir die Erfahrung von damals ins Gedächtnis, um sie in meinen Aktivitäten des Tages hineinzubringen. Lediglich „Ich“ zu denken, oder zu sagen, wie in dem Satz: „Ich werde dieses oder jenes tun“, löst dann oft ein Gefühl aus. Aber ich kann noch immer keinen Anspruch auf ein umfassendes Verständnis der Leerheit erheben.



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