Montag, 18. Dezember 2017

Eine Metapher als Hilfe für mein Gehirn

Eine Metapher als Hilfe für mein Gehirn
Wie kann ich Erkenntnis und Weisheit vertiefen, indem ich den Prozess verstehe, der mein leiden hervorruft. Diesen Prozess vergleiche ich mit einem Eimer, der sich in einem Wasserbrunnen hinauf und hinunter bewegt. Wie kann ich, die Lebewesen, die von einem Leben ins nächste wieder geboren werden, mit einem Wassereimer in einem Brunnen vergleichen? Dazu gibt es sechs Vergleichsmöglichkeiten: Genauso wie der Wassereimer an einem Seil festgebunden ist, so sind die Lebewesen an den Leid bringenden Emotionen und den von ihnen motivierten Handlungen festgebunden.
Genauso wie die Bewegungen des Wassereimers im Brunnen nach oben und nach unter von jemanden ausgeführt werden, der dies bewirkt, so wird der Prozess des Daseinskreislauf von einem ungezähmten Geist am Laufen gehalten, genauer gesagt von der falschen Annahme, dass das Selbst oder „Ich“ inhärent existiert und von dem daraus resultierenden falschen Verständnis von „meins“.
Genauso wie der Wassereimer immer und immer wieder im Brunnen auf und abwandert, so wandern die fühlenden Wesen ständig im großen Brunnen des Daseinskreislauf auf und ab, von den höchsten Ebenen vorübergehenden Glücks bis zu den tiefsten Ebenen vorübergehenden Schmerzes.
Genauso wie es große Anstrengungen braucht, um den Wassereimer hochzuziehen, er sich aber mühelos nach unten bewegt, so müssen die fühlenden Wesen große Anstrengungen unternehmen, um sich in ein glücklicheres Leben hochzuziehen, aber wandern mühelos in schmerzvolle Situationen hinunter.
Genauso wie ein Wassereimer nicht selbst über seine Bewegungen bestimmt, so sind die Faktoren, die das Leben eines Menschen formen, das Ergebnis von vergangener Unwissenheit, Anhaftung und Ergreifen bzw. Handlung. In der Gegenwart schaffen dieselben Faktoren ständig neue Probleme für unsere zukünftigen Leben, wie Wellen im Ozean.
Genauso wie der Wassereimer bei seinen Auf- und Abwärtsbewegungen gegen die Wand des Brunnens schlägt und dadurch zerbeult wird, so werden die fühlenden Wesen tagein, tagaus durch Leiden und Veränderungen des Lebens in Mitleidenschaft gezogen und durch Abläufe, auf die sie keinen Einfluss haben.
Mit dieser Metapher und diesem Vergleich wird ein Einblick in den Prozess ermöglicht, der den Daseinskreislauf antreibt.
Zuerst sollte ich diese Informationen, die hier über den Daseinskreislauf freigegeben werden, auf mich selbst anwenden, so dass ich, meine eigene Not, in der ich mich befinde, verstehe und den starken Wunsch entwickeln kann, diese Dynamik der sich immer wiederholenden Probleme überwinde. Wenn mein Geist noch nicht von der Erkenntnis beeinflusst ist, wie ich selbst in einem unkontrollierten Kreislauf der Selbstzerstörung herum wandere, dann werde ich das Leiden der anderen Lebewesen nicht als unerträglich empfinden, um all diesen Lebewesen aus dem Morast herauszuhelfen.






Keine Kommentare: