Dienstag, 1. August 2017

In der Person keine Seele, in den Dingen keine Eigennatur

In der Person keine Seele, in den Dingen keine Eigennatur
Die Buddhas haben die Seele als Irrtum erkannt und darum die Nicht-Seele gelehrt. Sie haben dargelegt, dass es ein Etwas wie eine Seele oder eine Nicht-Seele gibt.
Ich kann diejenigen nicht als Kenner des Sinnes der Buddha-Verkündigung ansehen, die meinen, die Seele besitze Wesenhaftigkeit und es gebe eine Eigenständigkeit der Dinge.
Daraus, dass man bei allem ein Anders werden erkennt, folgert das Fehlen von Eigennatur in den Dingen. Aber: Weil die Dinge Leerheit sind, gibt es kein Ding ohne Eigennatur.
Wenn es keine Eigennatur Hier: Leerheit gäbe, wer würde sich dann wandeln? Wenn es aber Eigennatur hier: Dauerhaftigkeit gäbe, wer könnte sich dann wandeln?
Ein Entstehen von Eigennatur durch Voraussetzungen und Ursachen ist als Gedanke nicht zutreffend, denn Eigennatur, die aus Ursachen und Voraussetzungen entstanden ist, wäre etwas geschaffenes.
Was in Eigennatur seither existiert, wie könnte das wieder entstehen? Darum gibt es, wenn man die Leerheit oder Wandelbarkeit bestreitet, philosophische kein Entstehen.
Die Welt würde nicht-entstanden, nicht vergangen, unerschütterlich und der Veränderung enthoben sein, wenn es bei ihr Eigennatur gäbe.
Was durch Eigennatur existiert, das kann nicht nicht sein, folglich wäre es ewig. Falsch wäre, zu sagen: „Es ist nicht jetzt, was aber früher“, denn das impliziert die Vernichtung des Unvernichtbaren.
Für etwas, das wirklich ist, gäbe es wegen seiner Eigennatur kein Nichtsein. In Wahrheit verhält es sich aber so, dass zum Zeitpunkt des Nirwana infolge des zur Ruhe Kommens des Werdenstromes die Vernichtung des Leidens eintritt.
Woher könnte es Leiden geben, das nicht konditional entstanden ist? Als unbeständig hat der Buddha das Leiden erklärt. Gäbe es Eigennatur, wäre es nicht vorhanden.
Für Leiden, das aus Eigennatur , gäbe es keine Aufhebung. Du bestreitest die Aufhebung des Leidens, wenn du darauf beharrst, es gebe Eigennatur.
Wenn es Eigennatur gäbe, wäre keine Verwirklichung des Heilsweges möglich. Da aber dieser Weg verwirklicht wird, beweist das, es gibt keine Eigennatur.
Niemand, der in Eigennatur existiert, könnte jemals Gutes oder Schlechtes tun. Was könnte einer tun, der nichtleer ist? Eigennatur agiert nicht und daher kein Karma schaffen.
Wenn alles nichtleer wäre, dann gäbe es kein Erlangen des Nicht-erlangten, kein Tun zur Beendigung des Leidens und keine Aufhebung aller Verunreinigungen.
Wäre alles dies um uns herum nicht leer, dann gäbe es weder Entstehen noch Vergehen. Durch Aufgeben oder Aufhebung von was wäre dann wohl das Nirwana anzustreben.

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