Samstag, 12. August 2017

Die Wurzeln aller Probleme erkennen

Die Wurzeln aller Probleme erkennen
Angezogen von Licht und Wärme fliegt die Motte in die Flamme. Betört vom Klang der Gitarre steht das Reh und bemerkt den Jäger nicht. Angelockt vom Duft der Blume wird das Insekt in ihr gefangen. Gierig auf Geschmack eilt der Fisch auf den Angelhaken zu. In den Schlamm gezogen gibt es kein Entrinnen für den Elefanten.
Wie wäre es möglich, dass große Leid bringende Emotionen nicht in jenen Menschen entstehen, deren Geist sich auf inhärente Existenz verlässt. Selbst wenn ein Objekt nur gewöhnlich ist, dann befindet sich doch der Geist dieser Menschen fest im Griff der Schlange der Leid bringenden Emotionen.
In jemandem, der das Selbst aufbläht, gibt es immer ein Festhalten am „Ich“. Durch dieses Festhalten entsteht eine Bindung am Vergnügen. Durch die Bindung werden Nachteile verschleiert und Vorteile wahrgenommen, wodurch eine starke Bindung entsteht und Objekte, die „mein“ sind, werden als Mittel ergriffen, um die Freuden der Sinne zu erlangen. So lange es ein haften am Selbst gibt, solange werde ich mich im Daseinskreislauf drehen.
Genauso wie die Fähigkeit zum Fühlen im ganzen Körper vorhanden ist, durchdringt die Unwissenheit alle Leid bringenden Emotionen. Daher werden alle Leid bringenden Emotionen überwunden, indem die Unwissenheit überwunden wird.
Betrachte ich:
Erscheint die Attraktivität eines Objekts als integraler Bestandteil dieses Objektes? Verschleiert die Attraktivität eines Objektes dessen Fehler und Nachteile? Führt es zur Begierde, wenn ich die angenehmen Aspekte eines Objektes überbetone? Führt es zu Hass und heftige Ablehnung, wenn ich die unangenehmen Aspekte eines Objektes überbetone? Nehme ich wahr wie ich: Ein Objekt zuerst nur wahrnehmen, dann unterscheiden, ob das Objekt gut oder schlecht ist, dann daraus schließen, dass das Objekt seine eigene unabhängige Existenzgrundlage hat, dann daraus schließen, dass das Gute oder Schlechte des Objekts inhärent in ihm existieren, dann auf der Grundlage dieses Urteils entweder Begierde oder Hass entwickeln.


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