Sonntag, 11. Juni 2017

Achtsamkeitsmeditation

Achtsamkeitsmeditation
Ich suche mir einen bequemen Platz, an dem ich mich konzentrieren kann, und an dem ich nicht gestört werde. Meditieren kann ich im Stehen, im Gehen oder im Liegen, aber die meisten Menschen ziehen es vor, im Sitzen oder auf einem Stuhl zu meditieren. Ich suche und finde jetzt eine Haltung, die mich entspannt und mich wach hält, wo meine Wirbelsäule aufrecht steht, und ein Zen-Sprichwort sagt mir: Ich soll meinen Geist so handhaben wie ein geübter Reiter sein Pferd, die Zügel weder zu straff noch zu lose halten.
Ich meditiere immer so lange, wie ich möchte, aber ich kann auch mit kürzeren Zeitspannen beginnen wie mit fünf Minuten, aber die längeren Sitzungen von etwa 30 bis 60 Minuten helfen mir eher, wenn ich in die Tiefe gehe.Ich kann vorab entscheiden, wie lange ich meditieren will, oder ich warte erst einmal ab und entscheide dann spontan darüber. Während der Meditation kann ich auch einen Blick auf meine Uhr werfen, aber für diese Uhr kann auch alternativ eine Stoppuhr nehmen. Aber es gibt auch Menschen, die Räucherstäbchen nehmen, diese anzünden und dann niederbrennen lassen.
Ich atme sehr tief ein, ich entspanne mich, und ich habe meine Augen geöffnet oder auch geschlossen. Ich nehme alle Geräusche wahr, die kommen und gehen, und ich lasse sie sein, was immer sie sind. Ich bin mir essen bewusst, dass ich mir die Zeit nehme, um zu meditieren. Ich lasse für die Dauer der Meditation die Sorgen fallen, als wenn ich eine schwere Tasche absetzen würde, bevor ich mich in einen schweren Sessel fallen lasse. Falls ich möchte, kann ich nach der Meditation, die Sorgen wieder aufnehmen.
Ich richte eine Aufmerksamkeit auf meine Empfindungen des Atems, aber ich versuche nicht, den Atem zu steuern, sondern ich lasse ihn sein, was und wie er ist, und ich spüre, wie die kühle Luft einströmt und die warme Luft ausströmt, und wie sich Brust und Bauch heben und senken.
Des weiteren versuche ich, meine Empfindungen eines jeden Atemzuges von Anfang bis Ende zu verfolgen, vielleicht kann ich meine Atemzüge zählen, denn ich fange bei eins an leise zu zählen und zähle bis zehn, dann fange ich wieder von vorne an, und wenn mein Geist abschweift, dann beginne ich wieder bei eins.
Doch es ist normal, wenn der Geist abschweift, und wenn das geschieht, dann kehre ich wieder zum Atem zurück, denn ich bin sanft und gut zu mir selbst. Ich versuche, ob ich mich meiner Aufmerksamkeit zehn Atemzüge hintereinander widmen kann, aber am Anfang stellt dies eine Herausforderung dar. Wenn mein Geist in den ersten Minuten der Meditation zur Ruhe kommt, dann forsche ich weiter, wie es ist, zunehmend in den Atem versunken zu sein, und alles andere loszulassen.
Ich bin offen für die einfachen Freuden des Atems und gebe mich dem Atem hin. Und ich versuche, ob ich mit ein wenig Übung nach Dutzenden von Atemzügen hintereinander noch beim Atem bleiben kann. Wenn ich den Atem als eine Art von Anker benutzen kann, dann nehme ich wahr, was durch meinen Geist zieht. Wahr nehme ich die Gedanken und Gefühle, die Wünsche und Pläne und Erinnerungen, und ich nehme sie so, wie sie kommen und gehen.
So lasse ich sie sein, was sie sind, ich verfange mich nicht in ihnen , auch kämpfe ich nicht mit ihnen, aber ich lasse mich nicht von ihnen faszinieren. Und so empfinde ich ein Gefühl der Akzeptanz oder auch der Güte gegenüber allem, was den offenen Raum des Gewahrseins durchquert.
Ich fahre fort, indem ich meinen Atem versenke, mit einem wachsenden Gefühl des Friedens, und ich nehme die wechselnde Natur dessen wahr, was meinen Geist durchquert, und achte darauf, wie es sich anfühlt, wenn man sich in einem flüchtigen Gewahrseinsinhalt verfängt, und wie es sich anfühlt, sie vorbeiziehen zu lassen.
Ich bin mir des friedlichen, weitläufigen Gewahrseins selber bewusst, und ich bringe die Meditation zum Abschluss, wann ich es möchte, und ich achte darauf, wie ich mich fühle, und ich nehme das Gute meiner Meditation in mich auf.


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