Montag, 8. Mai 2017

Unkraut jäten und Blumen pflanzen

Unkraut jäten und Blumen pflanzen
Um negative implizite Erinnerungen allmählich durch positive zu ersetzen, lasse ich einfach die positiven Aspekte meiner Erfahrung auffällig und relativ intensiv im Vordergrund meines Gewahrsein hervortreten, während ich gleichzeitig das negative Material in den Hintergrund rücke. Ich stelle mir vor, dass die positiven Inhalte meinen Gewahrsein in alte Wunden eindringen, wunde und verletzte Stellen wie eine warme, goldene Salbe beruhigen, Hohlräume auffüllen, langsam negative Gefühle und Überzeugungen durch positive ersetzen.
Das negative geistige Material, mit dem ich arbeite, könnte aus der Erwachsenenzeit stammen und aktuelle Erfahrungen umfassen. Häufig ist es wichtig, dass ich mich mit impliziten und expliziten Erinnerungen aus meiner Kindheit beschäftige, da die Dinge, die mich aus dem Gleichgewicht bringen, normalerweise tief in den Erinnerungen verwurzelt sind. Menschen ärgern sich manchmal über sich selber, denn sie werden immer noch durch Dinge aus der Vergangenheit beeinflusst. Aber man sollte daran denken: das Gehirn ist darauf ausgelegt, sich durch Erfahrungen zu verändern, besonders durch negative, und ich lerne aus meinen Erfahrungen, jedoch hauptsächlich aus denen, die in der Kindheit geschehen sind, und das ist natürlich, denn dieses Gelernte geht uns nicht mehr aus dem Kopf.
Ich erinnere mich, dass ich als Kind im Vorgarten Löwenzahn jätete, aber wenn ich die Wurzel des Löwenzahn nicht ganz herauszog, dann kam er wieder, und emotionale Irritationen verhalten sich genauso.Und so spüre ich tief hinein in die frühesten, verletzlichsten, am stärksten emotional geladenen Schichten meines Geistes und ich taste nach der Spitze der Wurzel dessen, was mich plagt. Doch mit ein wenig Übung und Verständnis meiner Selbst werde ich eine Liste mit der engeren Auswahl an „üblichen Verdächtigen“ hervorbringen, den tiefen Quellen meiner immer wieder kehrenden emotionalen Irritationen, und anfangen, diese regelmäßig zu betrachten, wenn ich mich gereizt, ängstlich, verletzt oder unzulänglich fühle. Zu diesen tiefen Quellen kann das auf Unbeliebt sein in der Schule zurückführende Gefühl gehören, von anderen nicht gewollt zu werden, ein aus einer chronischen Krankheit herrührende Gefühle der Hilflosigkeit oder ein aus einer schlimm verlaufenden Scheidung folgendes Misstrauen gegenüber Intimität. Finde ich die Spitze der Wurzel, nehme ich das Gute in mir auf, das den Einfluss, den es auf mich hat, beseitigen wird. So werde ich im Garten meines Geistes Unkraut jäten und Blumen pflanzen.
Schmerzhafte Erfahrungen werde durch positive geheilt, die das Gegenteil darstellen, so dass das Gefühl des kindlichen Schwachsinns durch das aktuelle Gefühl der Stärke ersetzt wird. Kommt ständig die Traurigkeit wegen schlechter Behandlung in einer früheren Beziehung hoch, so rufe ich mir in Erinnerung, dass ich noch von anderen Menschen geliebt werde, und ich lasse mich in dieses Gefühl einsinken. Und so füge ich die Macht der Straße hinzu, indem ich mir selber sage: „Ich habe alles durchgestanden, ich bin noch immer hier, und viele Menschen lieben mich.“ Aber ich vergesse nicht, was passiert ist, denn die emotionale Ladung des Erlebten wird kontinuierlich geringer werden.
Es ist nicht der Punkt, sich den schmerzhaften Erfahrungen zu erwehren und nach angenehmen zu greifen: Sondern es ist die Art des Verlangens, denn das Verlangen führt zu Leiden. Und die Kunst besteht darin, dass man Gleichgewicht findet, bei dem ich achtsam, annehmend und neugierig in Bezug auf schwierige Erfahrungen bleibe, während ich außerdem unterstützende Gefühle und Gedanken in mich aufnehme. Doch kurz gesagt, mich durchfluten negative Erfahrungen auf zwei Arten mit den positiven:
Wenn ich heute ein positive Erfahrung mache, dann helfe ich mir, wenn ich in alte Schmerzen eindringe.
Wenn negatives Material auftaucht, dann rufe ich die positiven Emotionen und Betrachtungswiesen ins Bewusstsein, die das Gegenmittel sein werden.
Wann immer ich eine dieser Methoden anwende, versuche ich ein paar Mal innerhalb der folgenden Stunde ähnliche positive Erfahrungen zu fühlen und in mich aufzunehmen. Vieles deutet darauf hin, dass eine negative Erinnerung, eine explizite ebenso eine implizite, kurz nach dem Abruf besonders anfällig für Veränderung ist.
Verspüre ich Ehrgeiz, so kann ich noch etwas Zusätzliches tun: Ich gehe kleine Risiken ein, denn ich tue Dinge, zu denen mein verstand sagt, dass sie gut sind, von denen die Sorge aber möchte, dass ich sie vermeide, denn hinsichtlich meiner Gefühle muss ich offener sein, um direkt um Liebe zu bitten oder beruflich mehr zu erreichen. Wenn sich die Ergebnisse als gut erweisen, was sie höchstwahrscheinlich sein werden, so nehme ich sie auf, und ich räume langsam, aber sicher die alten Ängste aus.
Doch meistens erfordert das Aufnehmen des Guten weniger als eine Minute, häufig nur ein paar Sekunden, denn es ist ein persönlicher Akte. Und niemand braucht zu wissen, dass ich diesen Akt durchführe. Doch mit der Zeit werden neue, positive Strukturen in meinem Gehirn aufgebaut.






































































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