Samstag, 6. Mai 2017

Lebenlanges Lernen

Leben langes lernen
Schon vor der Geburt bildeten sich neuronale Schaltkreise, und mein Gehirn wird bis zum letzten Atemzug weiterlernen und sich verändern.
Auf diesem Planten haben die Menschen von allen Tieren die längste Kindheit. Weil die Kinder in der Wildnis sehr verletzlich sind, hat es sich evolutionstechnisch im großen Maße ausbezahlt gemacht, dem Gehirn einen verlängerten Zeitraum intensiver Entwicklung zu gewähren. Aber das Lernen geht nach der Kindheit weiter, denn bis ins hohe Alter erwerbe ich als Mensch neue Fertigkeiten und neues Wissen.
Die Fähigkeit des Gehirns, zu lernen, und sich damit selber zu verändern, nennt man Neuroplastizität. Die Ergebnisse sind normalerweise winzig, schrittweise Veränderungen in der neuronalen Struktur, die sich mit den Jahren summieren. Nur gelegentlich sind die Ergebnisse dramatisch, so können bei blinden Menschen einige okzipitale Areale, die für die visuelle Verarbeitung vorgesehen sind, um definiert und für Hörfunktionen genutzt zu werden. Die geistige Aktivität prägt die neuronale Struktur auf unterschiedliche Art und Weise.
Besonders aktive Neuronen sprechen noch besser auf Input an.
Arbeitende neuronale Netzwerke werden stärker durchblutet und dadurch mit mehr Glukose und Sauerstoff versorgt. Wenn Neuronen gemeinsam feuern, in einem Abstand von einigen Millisekunden voneinander, stärken sie ihre bestehenden Synapsen und formen neue, und auf diese Art „verdrahten“ sie sich.
Untätige Synapsen verkümmern durch neuronale Verdünnung, es ist eine Art von Überleben des Beschäftigsten, und was nicht genutzt wird, wird abgebaut.
Denn ein Kleinkind hat dreimal so viele Synapsen wie ein Erwachsener und Jugendliche können im präfrontalen Kortex (PFC) bis zu 10 000Synapsen pro Sekunde verlieren.
Im Hippocampus wachsen ganz neue Neuronen, diese Neurogenese erhöht die Offenheit von Gedächtnisnetzwerken für ein neues Lernen.
Emotionale Erregung erleichtert das lernen, indem sich die neuronale Erregung steigert und synaptische Veränderungen konsolidieren.
In der vielfältigen Art und Weise, wie mein Gehirn seine Struktur verändert, ist meine Erfahrung über meine augenblickliche, subjektive Wirkung hinaus von Bedeutung. Sie bewirkt die dauerhafte Veränderungen im physischen Gewebe meines Gehirns, die Auswirkungen auf mein Wohlbefinden, mein Funktionieren und meine Beziehungen haben. Das ist ein grundlegender, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierender Grund dafür, warum ich gut zu mir bin und gesunde Erfahrungen kultiviere und in mich aufnehme.












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