Freitag, 28. April 2017

Ein Weg der Übung

Ein Weg der Übung
Es heißt immer, ein Schmerz sei unvermeidbar, aber das Leiden sei optimal.Wenn ich einfach im Augenblick verweilen könnte, und zwar mit dem, was gerade im Gewahrsein aufsteigt, was auch immer sei, und es ist egal, ob es sich um den ersten Pfeil oder um den zweiten Pfeil handelt, denn ohne zusätzlich zu reagieren, werde ich die Kette des Leidens dort durchbrechen. Denn mit der zeit durch Training und das Prägens meines Geistes und meines Gehirns, kann ich sogar das verändern, was aufsteigt, kann es vermehren, was positiv ist, aber auch vermindern was negativ ist. Aber in der Zwischen zeit kann ich durch ein wachsendes Gespür für Frieden und Klarheit, die in ihrer wahren Kultur vorhanden sind, ruhen und sie können durch dasselbe genährt werden.
Doch diese drei Prozesse wie: sein mit dem, was aufsteigt, arbeiten mit den Neigungen des Geistes, das Aufsteigende transformieren, und eine Zuflucht suchen, im Seins-Grund, sind die wesentlichen Praktiken des Pfads des Erwachens. Denn sie korrespondieren in vielerlei Weise jeweils mit Achtsamkeit, Tugend und Weisheit, und somit mit den drei grundlegenden neuronalen Funktionen des Lernens, des Regulierens und des Selektierens.
Befasse ich mich auf meinem Pfad des Erwachens mit unterschiedlichen Schwierigkeiten, so werde ich wiederholt diese Wachstumsstufen begegnen.
Erste Stufe: Ich bin in einer Zwei-Pfeil-Reaktion verfangen, und ich merke es nicht einmal, denn mein Partner hat vergessen, Milch mitzubringen, und ich beklage mich wütend, ohne zu sehen, dass meine Reaktion übertrieben ist.
Zweite Stufe: Ich erkenne, dass ich von Habgier oder Hass übermannt worden bin, aber ich kann nicht anders, denn innerlich winde ich mich, aber ich kann nicht aufhören, heftig wegen der Milch zu murren.
Dritte Stufe: Es tauchen einige Aspekte der Reaktion auf, aber ich lebe sie nicht aus, weil ich gereizt bin, aber dann rufe ich mir in das Gedächtnis, dass mein Partner auch so für mich sehr viel macht, so dass es die Sache noch viel schlimmer macht, wenn ich mürrisch werde und bleibe.
Vierte Stufe: Es kann auch sein, die Reaktion kommt nicht auf, und manchmal vergesse ich, dass ich jemals ein Problem hatte, und ich verstehe, dass keine Milch da ist, und zusammen mit meinem Partner überlege ich in aller Ruhe, was man jetzt tun könnte.
In der Pädagogik werden diese Stufen prägnant als unbewusste Inkompetenz, bewusste Inkompetenz, bewusste Kompetenz und unbewusste Kompetenz beschrieben. Diese Bezeichnungen sind deshalb nützlich, weil sie mir ermöglichen, zu sehen, wo ich bei einem bestimmten Problem stehe. Doch die zweite Stufe ist die härteste, und es ist gerade die, bei der ich und auch andere aufgeben wollen. Und deshalb ist es wichtig, beständig die dritte und die vierte Stufe anzustreben, und wenn ich nicht locker lasse, dann werde ich mein Ziel auch erreichen.
Aber es erfordert auch Mühe und Zeit, alte Strukturen zu beseitigen und neue aufzubauen. Man kann sie als Gesetz der kleinen Dinge bezeichnen. Auch wenn kleine Augenblicke der Habgier, des Hasses und der Verblendung Leidens-Reste in meinem Geist und Gehirn hinterlassen haben, so werden viele kleine Augenblicke der Übung diese Drei Gifte und das Leiden, das sie verursachen, doch durch Glück, Liebe und Weisheit ersetzen.
Bis hierher habe ich einen großen Themenbereich abgedeckt und vieles über die evolutionären Ursprünge und neuronalen Ursachen des Leidens gelernt.

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