Freitag, 7. April 2017

Die Pfeife, die ich selber werfe

Die Pfeile, die ich selber werfe
Die ersten Pfeile sind unangenehm, aber dann füge ich diesen Pfeilen meine Reaktionen hinzu. Doch diese Reaktionen sind die zweiten Pfeile, und es sind diejenigen, die ich selber werfe, denn der größte Teil meines Leidens entsteht durch die zweiten Pfeile.
Ich nehme an, und ich gehe nachts durch ein dunkles Zimmer und stoße mit meinem Zeh an einen Stuhl, denn gleich nach dem ersten Pfeil des Schmerzes kommt ein zweiter Pfeil des Ärgers. „Wer hat diesen verfluchten Stuhl verrückt.“ Oder vielleicht ist eine geliebte Person mir gegenüber kühl, wenn ich auf Warmherzigkeit hoffe, und zusätzlich zu den natürlichen Schmerzen in meiner Magengrube (erster Pfeil) fühle ich mich möglicherweise dadurch, dass ich als Kind ignoriert worden bin und unerwünscht (zweiter Pfeil) war.
Denn zweite Pfeile lösen durch assoziative neuronale Netzwerke weitere zweite Pfeile aus: denn ich kann die Schuld über meinen Ärger spüren, dass jemand den Stuhl verrückt hat, oder ich bin darüber traurig, dass ich mich ein weiteres Mal von jemanden verletzt fühle, den ich liebe. Denn in Beziehungen erzeugen zweite Pfeile ein Teufelskreis: meine Zweite-Pfeil-Reaktionen löst Reaktionen von der anderen Person aus, die noch mehr zweite Pfeile von meiner Seite auslösen und so weiter.
So treten bemerkenswerterweise die meisten meiner Zweiten-Pfeil-Reaktionen ein, wenn tatsächlich irgendwo ein erster Pfeil zu finden ist, denn den Situationen, auf die ich reagiert habe, wohnt kein Schmerz inne. Ich füge mir ein leiden, , so komme ich manchmal von der Arbeit nach Hause, und da ist ein einziges Chaos, überall liegen die Sachen der Kinder herum. Das ist die Situation, denn es ist ein erster Pfeil in Jacken und Schuhen auf dem Sofa oder in dem Durcheinander auf der Küchentheke zu finden? Nein, denn niemand hat einen Ziegelstein auf mich fallen lassen oder meine Kinder sind verletzt, und muss ich mich darüber aufregen? Doch nicht wirklich. Ich kann die Sachen ignorieren, sie ruhig aufsammeln, oder ich spreche mit den Kindern darüber. Ich schaffe es manchmal. Mit der Situation so umzugehen. Wenn ich es nicht schaffe, dann beginnt der zweite Pfeil zu landen, und mit Drei Giften bestückt: Habgier macht mich unbeugsam im Hinblick darauf, wie ich die Dinge haben möchte, Hass sorgt dafür, dass ich mich gestört fühle, und Verblendung bringt mich dazu, die Situation persönlich zu nehmen.
Es ist traurig, dass Zweite-Pfeil-Reaktionen auf Gegebenheiten hin erfolgen, die in Wirklichkeit positiv sind. Mache ich jemanden ein Kompliment, so ist das eine positive Situation. Aber dann kann ich mit Nervosität und mit etwas Scham zu denken anfangen:Oh, ich bin nicht wirklich ein guter Mensch. Vielleicht wird herausgefunden, dass ich ein Betrüger bin. Und genau dort beginnt das unnötige Leiden des zweiten Pfeils.

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