Donnerstag, 20. April 2017

Angst

Angst
Die wiederholte Aktivität des SNS/HPAA-Systems erhöht die Reaktivität der Amygdala auf scheinbare Bedrohungen, das wiederum erhöht die Aktivität des SNS/HPAA-Systems, und damit wird die Amygdala noch weiter sensibilisiert.
Das geistige Korrelat dieses Prozesses ist eine zunehmend schnelle Erweckung der Zustandsangst, es ist eine auf spezielle Situationen basierende Angst. Die Amygdala hilft bei der Bildung impliziter Erinnerungen, und das sind Spuren vergangener Erfahrungen, die unterhalb der bewussten Wahrnehmung existieren, den bei zunehmender Sensibilisierung überschattet sie die Reste in einem stärkeren Maße mit Furcht und intensiviert damit die Eigenschaftsangst, was unabhängig von der Situation einer andauernden Angst ist.
Ein häufige Aktivierung des SNS/HPAA-Systems verschleißt den Hippocampus, der für die Bildung expliziter Erinnerungen, es sind eindeutige Aufzeichnungen dessen, was tatsächlich passiert ist, unerlässlich ist. Cortisol und andere chemische Stoffe schwächen bestehende synaptische Verbindungen im Hippocampus und hemmen die Bildung neuer. Der Hippocampus ist eine der wenigen Regionen im menschlichen Gehirn, die neue Neuronen hervorbringen können, doch Glucocorticoide verhindern die Entstehung von Neuronen im Hippocampus und beeinträchtigen seine Fähigkeit, neue Erinnerungen zu generieren.
Es ist eine schlechte Kombination, wenn die Amygdala über sensibilisiert und der Hippocampus beeinträchtigt ist: Denn schmerzvolle Erfahrungen können im implizierten Gedächtnis gespeichert werden, ist all den Verzerrungen und der Turboladung einer im Schnellgang operierenden Amygdala, ohne dass es eine exakte explizite Erinnerung an sie gibt. Es könnte sich so anfühlen: Es ist etwas passiert, aber ich weiß nicht was, denn ich bin richtig durcheinander. Und das kann helfen zu erklären, warum Traum-Opfer sich von schrecklichen Dingen, die sie erlebt haben, distanziert fühlen können, aber stark auf jeden Auslöser reagieren, der sie unbewusst an das erinnert, was einst passiert ist. Doch in wenigen extremen Situationen kann der Eins-Zwei-Schlag einer hochgedrehten Amygdala und eines geschwächten Hippocampus dazu führen, dass man sich durcheinander fühlt, aber ohne genau zu wissen, warum

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