Sonntag, 30. April 2017

Das Gute in sich aufnehmen

Das Gute in sich aufnehmen
Ich bin größer, besser als ich dachte, ich wusste nicht, dass ich soviel Güte besitze.
Mein Körper wird aus Nahrung aufgebaut, die ich esse, und mein Geist wird durch Erfahrungen aufgebaut, die auch ich mache. Denn der Erfahrungsstrom formt nach und nach mein Gehirn und prägt auch damit meinen Geist. So dass ich mich an Ergebnisse explizit erinnere: wie das habe ich im letzten Sommer getan, oder ich fühle mich jetzt so, als ich verliebt war. Aber leider bleibt der größte Teil der Prägung meines Geistes für immer außerhalb meines Bewusstseins, und man nennt dies, das implizit Gedächtnis und es umfasst meine Erwartungen, meine Beziehungsmodelle, meine emotionalen Neigungen und meine generelle Einstellung. Doch auf der Basis der sich langsam akkumulierenden Reste gelebter Erfahrungen begründet das implizite Gedächtnis die innere Landschaft meine Geistes, wie es sich anfühlt, ich zu sein.
Diese Reste können in gewisser Hinsicht in zwei Haufen geteilt werden: in diejenigen, die mir und anderen etwas nützen, und in diejenigen, die Schaden bringen. Um das zum Edlen Achtfachen Pfad des Buddhismus gehörende Glied „Rechtes Streben“ zu umschreiben: So muss ich nützliche implizite Erinnerungen schaffen, bewahren und vermehren und schädliche verhindern, beseitigen oder reduzieren.







































































































































































































































Samstag, 29. April 2017

Hauptpunkte

Hauptpunkte
Aber so manches körperliche und geistige Unbehagen ist unvermeidbar. Diese Beschwernisse sind die ersten Pfeile des Lebens.
Reagiere ich auf einen ersten Pfeil mit einem oder mehr der Drei Gifte Habgier, Hass und Verblendung, also im weitesten Sinne, in deren Zentrum das verlangen steht, so beginne ich, mich selbst und andere mit zweiten Pfeilen zu bewerfen. Doch ich werfe häufig mit zweiten Pfeilen, wenn ich keinen ersten Pfeil finde. Aber erschreckender ist, dass ich manchmal zweite Pfeile als Reaktion auf Situationen werfe, die gut sind, wie solche, in denen ich ein Kompliment bekomme.
Leiden ist zutiefst körperlich. Die körperliche Reaktionen, an denen mein sympathisches Nervensystem (SNS) und meine Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPAA) beteiligt ist, bewirken, dass das leiden lawinenartig anwachsend durch meinen gesamten Körper fließt.
Viele Menschen erleben chronische Kaskaden an zweiten Pfeilen, und das hat negative Folgen für meine körperliche und geistige Gesundheit.
Das macht dem Prinzip „ruhe und verdauen“ operierende parasympathische Nervensystem (PNS) dämpft die Aktivierung des SNS/HPAA-Systems.
Das vielversprechende Rezept für ein langes und gutes Leben ist ein Grundzustand, der durch die hauptsächliche Erregung des PNS und eine milde Aktivierung des SNS zu Zwecken der Vitalität gekennzeichnet ist, kombiniert mit gelegentlichen Steigerungen des SNS-Aktivität für den Umgang mit großen Chancen oder Bedrohungen.
Mit dem Sein, was in einem aufsteigt, mit den Neigungen des Geistes zu transformieren, arbeiten, und im Seins-Grund Zuflucht suchen sind die wesentlichen Praktiken des Pfads des Erwachens. In vielerlei Hinsicht korrespondieren sie jeweils mit Achtsamkeit, Tugend und Weisheit.
Wenn ich auf dem Pfad des Erwachens bin, gehe ich weiter! Viele Augenblicke der Übung werden allmählich und wahrhaftig ihre Zufriedenheit, Güte und Einsicht erhöhen.




Freitag, 28. April 2017

Ein Weg der Übung

Ein Weg der Übung
Es heißt immer, ein Schmerz sei unvermeidbar, aber das Leiden sei optimal.Wenn ich einfach im Augenblick verweilen könnte, und zwar mit dem, was gerade im Gewahrsein aufsteigt, was auch immer sei, und es ist egal, ob es sich um den ersten Pfeil oder um den zweiten Pfeil handelt, denn ohne zusätzlich zu reagieren, werde ich die Kette des Leidens dort durchbrechen. Denn mit der zeit durch Training und das Prägens meines Geistes und meines Gehirns, kann ich sogar das verändern, was aufsteigt, kann es vermehren, was positiv ist, aber auch vermindern was negativ ist. Aber in der Zwischen zeit kann ich durch ein wachsendes Gespür für Frieden und Klarheit, die in ihrer wahren Kultur vorhanden sind, ruhen und sie können durch dasselbe genährt werden.
Doch diese drei Prozesse wie: sein mit dem, was aufsteigt, arbeiten mit den Neigungen des Geistes, das Aufsteigende transformieren, und eine Zuflucht suchen, im Seins-Grund, sind die wesentlichen Praktiken des Pfads des Erwachens. Denn sie korrespondieren in vielerlei Weise jeweils mit Achtsamkeit, Tugend und Weisheit, und somit mit den drei grundlegenden neuronalen Funktionen des Lernens, des Regulierens und des Selektierens.
Befasse ich mich auf meinem Pfad des Erwachens mit unterschiedlichen Schwierigkeiten, so werde ich wiederholt diese Wachstumsstufen begegnen.
Erste Stufe: Ich bin in einer Zwei-Pfeil-Reaktion verfangen, und ich merke es nicht einmal, denn mein Partner hat vergessen, Milch mitzubringen, und ich beklage mich wütend, ohne zu sehen, dass meine Reaktion übertrieben ist.
Zweite Stufe: Ich erkenne, dass ich von Habgier oder Hass übermannt worden bin, aber ich kann nicht anders, denn innerlich winde ich mich, aber ich kann nicht aufhören, heftig wegen der Milch zu murren.
Dritte Stufe: Es tauchen einige Aspekte der Reaktion auf, aber ich lebe sie nicht aus, weil ich gereizt bin, aber dann rufe ich mir in das Gedächtnis, dass mein Partner auch so für mich sehr viel macht, so dass es die Sache noch viel schlimmer macht, wenn ich mürrisch werde und bleibe.
Vierte Stufe: Es kann auch sein, die Reaktion kommt nicht auf, und manchmal vergesse ich, dass ich jemals ein Problem hatte, und ich verstehe, dass keine Milch da ist, und zusammen mit meinem Partner überlege ich in aller Ruhe, was man jetzt tun könnte.
In der Pädagogik werden diese Stufen prägnant als unbewusste Inkompetenz, bewusste Inkompetenz, bewusste Kompetenz und unbewusste Kompetenz beschrieben. Diese Bezeichnungen sind deshalb nützlich, weil sie mir ermöglichen, zu sehen, wo ich bei einem bestimmten Problem stehe. Doch die zweite Stufe ist die härteste, und es ist gerade die, bei der ich und auch andere aufgeben wollen. Und deshalb ist es wichtig, beständig die dritte und die vierte Stufe anzustreben, und wenn ich nicht locker lasse, dann werde ich mein Ziel auch erreichen.
Aber es erfordert auch Mühe und Zeit, alte Strukturen zu beseitigen und neue aufzubauen. Man kann sie als Gesetz der kleinen Dinge bezeichnen. Auch wenn kleine Augenblicke der Habgier, des Hasses und der Verblendung Leidens-Reste in meinem Geist und Gehirn hinterlassen haben, so werden viele kleine Augenblicke der Übung diese Drei Gifte und das Leiden, das sie verursachen, doch durch Glück, Liebe und Weisheit ersetzen.
Bis hierher habe ich einen großen Themenbereich abgedeckt und vieles über die evolutionären Ursprünge und neuronalen Ursachen des Leidens gelernt.

Donnerstag, 27. April 2017

Das Gesamtbild

Das Gesamtbild
Die Evolution des PNS ging mit der des SNS Hand in Hand, zu dem Zweck, Tiere, einschließlich Menschen, in der potentiell tödlichen Umgebung, am Leben zu erhalten, denn beide werden gebraucht.
Ich mache z.B. fünf Atemübungen, und ich atme dabei ein wenig voller ein und aus als gewöhnlich, und dies verleiht gleichzeitig Energie und es ist entspannend, weil zuerst das sympathische System und dann das parasympathische System aktiviert wird, in einem Rhythmus von hin und her, aber es ist ein sanfter Rhythmus, und ich achte darauf, wie ich mich dabei fühle. Diese Kombination aus Lebendigkeit und Zentriertheit ist ein Wesen von Athleten, Geschäftsleuten, Künstlern, Liebenden und Meditierenden, und es ist eine anerkannte Höchstleistungszone.Im Ergebnis ist sie die harmonische Zusammenarbeit von Gaspedal und Bremse.
Doch Glück, Liebe und Weisheit wird nicht dadurch gefördert, dass das SNS abgeschaltet wird sondern dadurch, dass das autonome Nervensystem als Ganzes in einem optimalen Gleichgewichtszustand gehalten wird.
Parasympathische Erregung ist hauptsächlich für einen Grundzustand der Ruhe und Leichtigkeit und ein Gefühl des Friedens.
Die milde Aktivierung des SNS ist für Begeisterung, Lebenskraft und gesunde Leidenschaft.
Gelegentliche Steigerungen in der Aktivierung des SNS, um mit herausfordernden Situationen fertig zu werden, sowie bei einer großen Chance bei der Arbeit bis zu einem spätabendlichen Anruf eines Teenagers, der von der Party abgeholten werden muss die aus den Fugen geraten ist.
Doch mit diesem Rezept habe ich die besten Chancen auf ein langes, produktives, glückliches Leben, aber das erfordert natürlich sehr viel Übung.


Dienstag, 25. April 2017

Das parasympathische Nervensystem

Das parasympathische Nervensystem
Bisher habe ich nachgedacht, wie durch habgier und Hass, besonders durch das letztere, angetriebene und durch das sympathische Nervensystem geprägte Reaktionen durch mein gehirn und meinen Körper fließen. Das SNS ist nur eines der drei Zweige des autonomen Nervensystems (ANS), das vorwiegend unter der Bewusstseinsebene operiert, wo es viele Körpersysteme und deren Reaktionen auf wechselnde Gegebenheiten reguliert. Die anderen zwei Zweige des ANS sind das parasympathische Nervensystem (PNS) und das enterische Nervensystem, das mein gastrointestinales System reguliert. Ich lasse mich auf das PNS und das SNS fokussieren, da beide eine entscheidende Rolle bei meinem Leiden spielen und bei dessen Ende.
Das PNS speichert die Energie in meinem Körper und ist verantwortlich für die kontinuierliche Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichts. Es wird ein Entspannungsgefühl erzeugt, das geht häufig mit Zufriedenheit einher, und das ist auch der Grund, warum man es manchmal auch das Ruhe- und Verdauungsgefühl nennt, so im Gegensatz zum SNS als Kampf-oder-Flucht-System. Aber beide Zweige des ANS sind miteinander verbunden wie zwei Hälften einer Wippe: geht die eine Hälfte nach oben, so geht die andere Hälfte nach unten.
Die parasympathische Aktivierung ist der normale Ruhezustand meines Körpers, meines Gehirns und meines Geistes. Wenn man meinen SNSD chirurgisch abtrennen würde, dann würde ich am Leben bleiben, auch wenn es in einer Notsituation für mich nicht nützlich wäre. Jedoch würde man meinen PNS abtrennen, dann würde ich aufhören zu atmen, und ich würde sehr rasch sterben. Die sympathische Aktivierung ist eine Veränderung am Grundgleichgewicht des PNS, die der Reaktion auf eine Bedrohung oder eine Chance dient. Doch der kühlende und beruhigende Einfluss des PNS hilft mir, klar zu denken und hitzköpfig ausgeführte Handlungen zu vermeiden, die mir selber und anderen schädigen könnten. Das PNS beruhigt auch den Geist und fördert die innere Ruhe, was die kontemplative Erkenntnis begünstigt.

Samstag, 22. April 2017

Ein intimer Prozess

Ein intimer Prozess
Meine Erfahrungen in diesen physiologischen Prozessen ist sehr intim, denn wenn ich aus der Fassung bin, dann denke ich nicht an alle biochemischen Details. Doch habe ich eine generelle Vorstellung von ihnen in meinem Hinterkopf, und das hilft mir, die Körperlichkeit eine Kaskade der zweiten Pfeile zu verstehen, in ihrer unpersönlichen Natur, in ihrer Abhängigkeit von vorausgegangenen Ursachen und in ihrer Vergänglichkeit.
Doch dieses Verständnis verleiht Hoffnungen und Motivation, denn das leiden hat klare Ursachen in meinem Gehirn und meinem Körper, und wenn ich seine Ursachen verändere, dann werde ich weniger leiden, und ich kann die Ursachen verändern. Und von diesem Punkt an, werde ich mich darauf konzentrieren, wie es eben geht.


Freitag, 21. April 2017

Depressive Stimmung

Depressive Stimmung
Die laufende Aktivierung des SNS/HPAA-Systems untergräbt die biochemische Basis eines ausgewogenen und heiteren Gemüts auf zahlreiche Weise:
Noradrenalin hilft mir, mich wach und voller geistiger Energie zu fühlen, aber durch Glucocorticoide wird dieses Hormon dezimiert. Aber ein verringerter Noradrenalin-Spiegel kann bewirken, dass ich mich matt oder sogar apathisch fühle und mich schlecht konzentrieren kann, und dies sind die klassischen Symptome der Depression.
Mit der Zeit führen Glucocorticoide zu einer Verringerung der Produktion von Dopamin, was zu einem Verlust der Freude an Aktivitäten führt, die man einst als vergnüglich empfunden hat, und das ist ein weiteres klassisches Merkmal einer Depression.
Stress verringert den Wert an Serotonin, den wichtigsten Neurotransmitter, um eine gute Stimmung zu bewahren. Fallen die Serotonin-Werte, so kommt es zu einer Verminderung des Noradrenalins, dessen Wert von Glucocorticoiden reduziert wird. So bedeutet weniger Serotonin eine höhere Anfälligkeit für eine niedergeschlagene Stimmung und ein weniger waches Interesse an die Welt.


Donnerstag, 20. April 2017

Angst

Angst
Die wiederholte Aktivität des SNS/HPAA-Systems erhöht die Reaktivität der Amygdala auf scheinbare Bedrohungen, das wiederum erhöht die Aktivität des SNS/HPAA-Systems, und damit wird die Amygdala noch weiter sensibilisiert.
Das geistige Korrelat dieses Prozesses ist eine zunehmend schnelle Erweckung der Zustandsangst, es ist eine auf spezielle Situationen basierende Angst. Die Amygdala hilft bei der Bildung impliziter Erinnerungen, und das sind Spuren vergangener Erfahrungen, die unterhalb der bewussten Wahrnehmung existieren, den bei zunehmender Sensibilisierung überschattet sie die Reste in einem stärkeren Maße mit Furcht und intensiviert damit die Eigenschaftsangst, was unabhängig von der Situation einer andauernden Angst ist.
Ein häufige Aktivierung des SNS/HPAA-Systems verschleißt den Hippocampus, der für die Bildung expliziter Erinnerungen, es sind eindeutige Aufzeichnungen dessen, was tatsächlich passiert ist, unerlässlich ist. Cortisol und andere chemische Stoffe schwächen bestehende synaptische Verbindungen im Hippocampus und hemmen die Bildung neuer. Der Hippocampus ist eine der wenigen Regionen im menschlichen Gehirn, die neue Neuronen hervorbringen können, doch Glucocorticoide verhindern die Entstehung von Neuronen im Hippocampus und beeinträchtigen seine Fähigkeit, neue Erinnerungen zu generieren.
Es ist eine schlechte Kombination, wenn die Amygdala über sensibilisiert und der Hippocampus beeinträchtigt ist: Denn schmerzvolle Erfahrungen können im implizierten Gedächtnis gespeichert werden, ist all den Verzerrungen und der Turboladung einer im Schnellgang operierenden Amygdala, ohne dass es eine exakte explizite Erinnerung an sie gibt. Es könnte sich so anfühlen: Es ist etwas passiert, aber ich weiß nicht was, denn ich bin richtig durcheinander. Und das kann helfen zu erklären, warum Traum-Opfer sich von schrecklichen Dingen, die sie erlebt haben, distanziert fühlen können, aber stark auf jeden Auslöser reagieren, der sie unbewusst an das erinnert, was einst passiert ist. Doch in wenigen extremen Situationen kann der Eins-Zwei-Schlag einer hochgedrehten Amygdala und eines geschwächten Hippocampus dazu führen, dass man sich durcheinander fühlt, aber ohne genau zu wissen, warum

Mittwoch, 19. April 2017

Geistige Folgen

Geistige Folgen
Bei ihren Auswirkungen auf den Körper haben die zweiten Pfeile ihre Größte Wirkung auf das psychische Wohlergehen. So sehe ich jetzt zu, wie die Pfeile in meinem Gehirn zu Werke gehen, und so erhöhen sie die Angst und senken die Stimmung.

Freitag, 14. April 2017

Körperliche Folgen

Körperliche Folgen
In der evolutionären Vergangenheit, als die Menschen mit etwa 40 Jahren verstarben, machten die kurzzeitigen Vorteile der Erregung des SNS/HPAA-Systems deren langfristige Kosten wett. Doch die Menschen von heute, haben aber das Interesse daran, in ihren vierziger Lebensjahren und danach gut zu leben, obwohl der zunehmende Schaden eines überhitzten Lebens eine wahre Bedrohung ist. So stört die chronische Stimulation von SNS und HPAA diese Systeme und das Risiko für die Gesundheitsprobleme wird erhöht.
Hier habe ich einige Gesundheitsprobleme notiert:
Gastrointestinal: Geschwüre, Dickdarmentzündung, Reizdarmsyndrom, Durchfall und Verstopfung.
Immunologisch: Häufigere Erkältungen und Grippen, langsamere Wundheilung, stärkere Anfälligkeit für ernsthafte Entzündungen.
Kariovaskulär: Arterienverkalkung, Herzinfarkte.
Endokrin: Typ-2-Diabetes, prämenstruelles Syndrom, Erektionsstörungen, niedrigere Libido

Donnerstag, 13. April 2017

Wenn das Leben köchelt

Wenn das Leben köchelt.
Aus gutem Grund kann ich auch entflammen, wenn ich leidenschaftlich oder enthusiastisch bin, eine Notsituation bewältige oder mich energisch für eine gute Sache einsetze, denn das hat defensiv seinen Platz im Leben. Aber der zweite Pfeile sind ein schlechter Grund für das Anfachen des SNS/HPAA-Systems, und sollen sie zur Routine werden, so kann ich die Nadel auf meinen persönlichen Stresszähler in den roten Bereich trieben. Aber ich lebe, ungeachtet meiner individuellen Situation, in einer „Vollgas-Gesellschaft“, denn die ist auf pausenlose Aktivierung des SNS/HPAA-Systems angewiesen, doch im Hinblick auf unsere evolutionäre Schablone vollkommen unnatürlicch.
Betrachte ich die gründe eingehend, so erlebe ich meistens eine fortlaufende Erregung des SNS/HPAA-Systems, wenn auch mein Topf nicht überkocht, so ist das bloße Vor-sich-hin-Köcheln durch die Aktivierung zweiter Pfeile durchaus ungesund. Denn hierdurch werden den Langzeitprojekten, wie den Aufbau des starken Immunsystems oder dem bewahren einer guten Stimmung, ständig zu Ungunsten kurzzeitiger Krisen Ressourcen entzogen, und das hat nachhaltige Folgen

Mittwoch, 12. April 2017

Hauptbestandteile des Gehirns

Hauptbestandteile meines Gehirns
Jeder Teil meines Gehirns verrichtet viele Dinge, aber bei den hier aufgelisteten Funktionen handelt es sich um diejenigen, die eigentlich sehr relevant sind:
Präfrontaler Kortex (PFC) setzt Ziele, macht Pläne, leitet das handeln, prägt Emotionen, teilweise durch das Steuern und gelegentliche Hemmen des limbischen Systems.
Anteriorer cingulärer Kortex (ACC) festigt die Aufmerksamkeit und überwacht Pläne, hilft bei der Integration von Denken und Fühlen, ein „Cingulum“ ist ein gewölbes Bündel an Nervenfasern.
Insula nimmt den inneren Zustand meines Körpers, einschließlich die Bauchgefühle, wahr, hilft ihnen, empathisch zu sein, liegt im Inneren der Temporallappen (Schläfenlappen) auf jeder Seite meines Kopfes.
Thalamus die wichtigste Relaisstation für sensorische Information.
Hirnstamm sendet Neuromodulatoren wie Serotonin und Dopamin zum Rest des Gehirns.
Balken dient dem Informationsaustausch zwischen den beiden Hemisphären des Gehirns.
Kleingehirn reguliert die Bewegungen
Limbisches System von zentraler Bedeutung für Emotion und Motivation, umfasst die Basalganglien, den Hippocampus, die Amygdala, den Hypothalamus und die Hypophyse, manchmal werden auch Teile des Kortex zu ihm gezählt, so z.B. der cinguläre Kortex und die Insula, der Einfachheit halber definieren wir es hier automatisch als Teil der subkortikalen Strukturen, neben dem limbischen System haben viele weitere Teile des Gehirns mit Emotionen zu tun.
Baslaganglien haben mit Belohnungen, der Suche nach Stimulation sowie mit Bewegung zu tun, „Ganglien“ sind Anhäufungen von Nervengewebe.
Hippocampus generiert neue Erinnerungen, spürt Bedrohungen auf.
Amygdala eine Art von „Alarmglocke“, die insbesondere auf emotional geladene oder negative Stimuli reagiert.
Hypothalamus reguliert Ur-triebe wie Hunger und Sex, bildet Ocytoxin, aktiviert die Hypophyse
Hypophyse bildet Endorphine, löst Stresshormone aus speichert Oxytocin und setzt es frei

Dienstag, 11. April 2017

Handlungsbereit

Handlungsbereit
Aber das Gehirn ist, innerhalb von ein oder zwei Sekunden nach dem ersten Alarmsignal in höchster Alarmbereitschaft, mein SNS leuchtet wie ein Weihnachtsbaum und Stresshormone strömen durch mein Blut. Doch mit anderen Worten: ich bin ein bisschen aus der Fassung, aber was geschieht in meinem Körper?
Epinephrin erhöht meinen Herzschlag, damit mein herz mehr Blut befördern kann und erweitert meine Pupillen, damit meine Augen mehr Licht aufnehmen. Norddrenalin verlagert Blut zu den großen Muskelgruppen. Zwischenzeitlich erweitern sich die Bronchiolen meiner Lungen für einen erhöhten Gasaustausch, der es mir ermöglicht, härter zu zuschlagen oder schneller zu rennen. Das Immunsystem wird durch das Cortisol unterdrückt, damit die Entzündungen von Wunden verringert wird, und es bringt Stressreaktionen auf zwei zirkuläre Weisen auf Touren: Erstens wird der Hirnstamm veranlasst, die Amygdala weiterhin zu stimulieren, und dadurch wird die Aktivierung als SNS/HPAA-Systems durch die Amygdala gesteigert, und dadurch wird mehr Cortisol produziert. Und zweitens unterdrückt Cortisol die Aktivität des Hippocampus, der normalerweise die Amygdala hemmt, dies nimmt der Amygdala die Bremsen weg und führt zu noch mehr Cortisol.
Dann wird die Fortpflanzung ausgesetzt, denn es gibt keinen Sex mehr, weil die zeit dazu fehlt, wenn ich nach Schutz suche, und dasselbe gilt für die Verdauung: Denn die Speichelbildung nimmt ab und die Peristaltik verlangsamt sich, so fühlt sich mein Mund trocken an, und ich bekomme Verstopfung. Die Emotionen werden stärker, organisieren und mobilisieren das gesamte Gehirn zum Handeln.
Die Amygdala wird durch die Erregung des SNS/HPAA-Systems stimuliert, die ist dazu veranlagt, auf negative Information zu fokussieren und intensiv auf diese zu reagieren. Folglich werde ich, wenn ich mich gestresst fühle, auf Furcht und Wut programmiert.
Die relative Stärke des exekutiven Kontrolle des PFC nimmt ab, während dessen steigt due limbische und endokrine Aktivität an. Und es ist so, als säße ich in einem Auto, in dem das Gaspedal außer Kontrolle geraten ist: Ich habe weniger Kontrolle über das Fahrzeug, und zudem wird der PFC durch die Erregung des SNS/HPAA-Systems beeinflusst, und dadurch werden Bewertungen und das Zuschreiben von Absichten gegenüber anderen sowie Prioritäten in eine negative Richtung getrieben, denn jetzt glaube ich als Fahrer der schlingernden Autos, dass jeder andere ein Idiot ist, aber nicht ich. So denke ich an den Unterschied zwischen meiner Absicht über eine Situation, wenn ich aufgebracht bin, und zu einem späteren Zeitpunkt an meine Meinung, wenn ich mich beruhigt habe.
Im Zuge der Evolution, die wir Menschen in einer rauen physischen und sozialen Umgebung entwickelt haben, half diese Aktivierung zahlreicher Körpersysteme meinen Vorfahren zu überleben. Doch wenn ich an heute denke, bei diesen chronischen kleinen Stressfaktoren des modernen Lebens, welchen Preis wir da bezahlen?

Montag, 10. April 2017

Alarmsignale gehen los

Alarmsignale gehen los
Wenn etwas passiert: ich werde beim Autofahren von einem anderen Auto geschnitten, bekomme von einem Kollegen einen Abfuhr oder es gibt nur einen beunruhigenden Gedanken: Denn auch soziale und emotionale Gegebenheiten können einen starken Effekt haben wie körperliche, weil psychischer Schmerz sich zu einem großen Teil auf dieselben neuronalen Netzwerke stützt wie körperlicher und das ist der Grund, warum ein Zurückgewiesen werden sich schlimm anfühlen können wie eine Wurzelbehandlung.Selbst die bloße Erwartung eines herausfordernden Ereignisses, wie das Halten eines Vortrags in der kommenden Woche, kann eine große Wirkung haben wie das tatsächliche Durchleben desselben. Aber was immer die Quelle der Bedrohung sein mag, die Amygdala läutet die Alarmglocken und löst mehrere Reaktionen aus:
Der Thalamus, dass ist die Relaistation in der Mitte meines Kopfes, sendet ein Wecksignal zu meinem Hirnstamm, der im Gegenzug stimulierendes Noradrenalin durch mein ganzes Gehirn schickt.
Das SNS sendet Signale zu den wichtigsten Organen und Muskelgruppen meines Körpers und macht sie damit bereit für den Kampff oder für die Flucht.
Der Hypothalamus, es ist die primäre Region in meinem Gehirn für die Regulation des endokrinen Systems, veranlasst die Hypophyse dazu, den Nebennieren zu signalisieren, die „Stresshormone“ Epinephrin (Adrealin) und Cortisol auszuschütten.




Sonntag, 9. April 2017

Moment des Aufheizens

Moment des Aufheizens
Leiden ist nicht abstrakt oder konzeptuell, aber es ist verkörpert: weil ich es in meinem Körper fühle, und es setzt sich durch Körpermechanismen fort. Den physischen Mechanismus des Leidens zu verstehen wird mir daher helfen, es als einen unpersönlichen Zustand zu sehen, der unangenehm ist, aber es nicht wert ist, dass ich mich darüber aufrege, was mir weitere zweite Pfeile bescheren würde.
Denn Leiden strömt kaskadenartig über das sympathische Nervensystem (SNS) und die Hypothalamus-Hypophyse-Nebennieren-Achse (HPAA) des endokrinen (hormonellen) Systems durch meinen Körper.
Ich werde diese Buchstabensuppe entschlüsseln, und ich muss an sehen, wie dies funktioniert. Wenn auch SNS und HPAA anatomisch eigenständig sind, doch sind sie eng miteinander verknüpft., deshalb werden sie auch gemeinsam als ein integriertes System beschrieben. Und ich konzentriere mich hier auf solche Reaktionen, die von einer Abneigung gegen Stöcke wie Furcht oder Wut statt von einem greifen nach Karotten bestimmt sind, da aversive Reaktionen aufgrund der Negativitätstendenz meines Gehirns eine größere Auswirkung haben.

Freitag, 7. April 2017

Die Pfeife, die ich selber werfe

Die Pfeile, die ich selber werfe
Die ersten Pfeile sind unangenehm, aber dann füge ich diesen Pfeilen meine Reaktionen hinzu. Doch diese Reaktionen sind die zweiten Pfeile, und es sind diejenigen, die ich selber werfe, denn der größte Teil meines Leidens entsteht durch die zweiten Pfeile.
Ich nehme an, und ich gehe nachts durch ein dunkles Zimmer und stoße mit meinem Zeh an einen Stuhl, denn gleich nach dem ersten Pfeil des Schmerzes kommt ein zweiter Pfeil des Ärgers. „Wer hat diesen verfluchten Stuhl verrückt.“ Oder vielleicht ist eine geliebte Person mir gegenüber kühl, wenn ich auf Warmherzigkeit hoffe, und zusätzlich zu den natürlichen Schmerzen in meiner Magengrube (erster Pfeil) fühle ich mich möglicherweise dadurch, dass ich als Kind ignoriert worden bin und unerwünscht (zweiter Pfeil) war.
Denn zweite Pfeile lösen durch assoziative neuronale Netzwerke weitere zweite Pfeile aus: denn ich kann die Schuld über meinen Ärger spüren, dass jemand den Stuhl verrückt hat, oder ich bin darüber traurig, dass ich mich ein weiteres Mal von jemanden verletzt fühle, den ich liebe. Denn in Beziehungen erzeugen zweite Pfeile ein Teufelskreis: meine Zweite-Pfeil-Reaktionen löst Reaktionen von der anderen Person aus, die noch mehr zweite Pfeile von meiner Seite auslösen und so weiter.
So treten bemerkenswerterweise die meisten meiner Zweiten-Pfeil-Reaktionen ein, wenn tatsächlich irgendwo ein erster Pfeil zu finden ist, denn den Situationen, auf die ich reagiert habe, wohnt kein Schmerz inne. Ich füge mir ein leiden, , so komme ich manchmal von der Arbeit nach Hause, und da ist ein einziges Chaos, überall liegen die Sachen der Kinder herum. Das ist die Situation, denn es ist ein erster Pfeil in Jacken und Schuhen auf dem Sofa oder in dem Durcheinander auf der Küchentheke zu finden? Nein, denn niemand hat einen Ziegelstein auf mich fallen lassen oder meine Kinder sind verletzt, und muss ich mich darüber aufregen? Doch nicht wirklich. Ich kann die Sachen ignorieren, sie ruhig aufsammeln, oder ich spreche mit den Kindern darüber. Ich schaffe es manchmal. Mit der Situation so umzugehen. Wenn ich es nicht schaffe, dann beginnt der zweite Pfeil zu landen, und mit Drei Giften bestückt: Habgier macht mich unbeugsam im Hinblick darauf, wie ich die Dinge haben möchte, Hass sorgt dafür, dass ich mich gestört fühle, und Verblendung bringt mich dazu, die Situation persönlich zu nehmen.
Es ist traurig, dass Zweite-Pfeil-Reaktionen auf Gegebenheiten hin erfolgen, die in Wirklichkeit positiv sind. Mache ich jemanden ein Kompliment, so ist das eine positive Situation. Aber dann kann ich mit Nervosität und mit etwas Scham zu denken anfangen:Oh, ich bin nicht wirklich ein guter Mensch. Vielleicht wird herausgefunden, dass ich ein Betrüger bin. Und genau dort beginnt das unnötige Leiden des zweiten Pfeils.

Donnerstag, 6. April 2017

Der erste und der zweite Pfeil

Der erste und der zweite Pfeil
Letztendlich ist Glück eine Frage des Wählens zwischen dem Unbehagen, sich seiner geistigen Nöte bewusst zu werden, und dem Unbehagen, von ihnen beherrscht zu werden.
Ich habe schon gespürt, dass manches körperliche Unbehagen unvermeidlich ist, denn dieses Unbehagen ist ein entscheidendes Signal dafür, , dass ich etwas unternehmen muss, um meinen Leib und mein Leben zu schützen, wie der Schmerz, der mich dazu veranlasst, meine Hand von einer heißen Herdplatte zurückzuziehen, aber manches geistige Unbehagen ist auch unumgänglich, so zum Beispiel motivierte die im Zuge unserer Evolution anwachsende emotionale Investition in Kinder und andere Mitglieder der Gruppe unsere Vorfahren dazu, diese Träger meiner Gene am Leben zu erhalten, verständlicher weise bin ich in Sorge, wenn geliebte Menschen bedroht sind, und es bereitet mir Kummer, wenn denen ein Leid angetan wird. Ich habe mich dahingehend entwickelt, dass mir mein Platz in der Gruppe und im herzen anderer wichtig ist, und deshalb ist es auch normal, wenn es mir wehtut, sobald ich zurückgewiesen und verachtet werde.
Hier übernehme ich einen Ausdruck von Buddha: „Das unvermeidliche körperliche und geistige Unbehagen ist der „erste Pfeil“ der Existenz.“ Denn solange ich lebe und liebe, werde ich einige dieser Pfeile begegnen.

Mittwoch, 5. April 2017

Hauptpunkte

Hauptpunkte
Es haben sich drei grundlegende Strategien herausgebildet, die mir bei der Weitergabe meiner Gene behilflich sind: sie schaffen Trennungen, stabilisieren Systeme und nähern sich an Chancen bei gleichzeitigem vermeiden von Bedrohungen.
Doch diese Überlebenszwecke sind für Überlebenszwecken sehr wirksam, aber sie bringen mir auch Leiden.
Das Bemühen, Trennungen aufrechtzuerhalten,steht im Widerspruch zu den unzähligen Arten und Weisen, auf die ich in Wirklichkeit mit der Welt verbunden und von ihr abhängig bin. Doch als Folge davon kann ich mich auf subtile Weise isoliert, entfremdet oder überwältigt fühlen oder so, als läge ich mit dieser Welt im Kampf.
Werden die Systeme innerhalb meines Körpers, meines Geistes und meiner Beziehungen instabil, so erzeugt mein Gehirn unangenehme Signale der Bedrohung, weil sich alles verändert hat und diese Signale kommen immer wieder.
Meine Erfahrungen werden von meinem Gehirn mit einem Gefühlston ausgemalt, angenehm, unangenehm oder neutral, damit ich mich dem Angenehmen näher, das Unangenehme meide und beim Neutralen einfach weitergehe.
Aber ich habe mich im Besonderen so entwickelt, das ich unangenehmen Erfahrungen eine große Aufmerksamkeit schenke, doch diese Negativitätstendenz schafft in mir Angst und Pessimismus und sorgt dafür, das ich gute Nachrichten übersehe, und das die schlechten Nachrichten hervorgehoben werden.
Das Gehirn hat eine wunderbare Fähigkeit, denn es kann Erfahrungen simulieren, aber dafür gibt es einen preis, den ich zahlen muss, denn der Simulator reißt mich aus dem aktuellen Augenblick und bringt mich dazu, den Freuden hinterherzujagen, die aber so großartig gar nicht sind, und man muss sich Schmerzen erwehren, die aufgebauscht oder nicht real sind.
Das Mitgefühl für mich selber hilft mir, mein Leiden zu verringern.

Dienstag, 4. April 2017

Selbstmitgefühl

Selbstmitgefühl
Die Wurzel des Mitgefühls ist das Mitgefühl für sich selbst.
Jeder Mensch leidet gelegentlich, und viele Menschen leiden sehr viele. Das Mitgefühl ist eine natürliche Reaktion auf leiden, einschließlich mein eigenes. Doch Selbstmitgefühl ist nicht Selbstmitleid, sondern Wärme, Anteilnahme und gute Wünsche, genau so wie das Mitgefühl für eine andere Person. Weil Selbstmitgefühl emotionaler ist als Selbstachtung, ist es mächtiger, was die Verringerung der Auswirkung schwieriger Situationen, die Bewahrung des Selbstwertgefühls und den Aufbau von Widerstandskraft angeht. Auch öffnet es ein Herz, denn wenn ich mich meinem Leiden verschließe, so ist es schwierig, für das Leiden anderer empfänglich zu sein.
Zusätzlich zu dem alltäglichen Leiden des Lebens, umfasst auch der Pfad des Erwachens selber schwierige Erfahrungen, die ebenfalls Mitgefühl erfordern. Um glücklicher , weiser und liebender zu werden, muss ich manchmal gegen alte Ströme in einem Nervensystem an schwimmen. Die drei Säulen der Praxis in mancherlei Hinsicht unnatürlich : Die Tugend bewirkt das Zurückhalten von emotionalen Reaktionen, die in der Serengeti gut funktioniert haben, Achtsamkeit mindert nach außen gerichtete Wachsamkeit, und Weisheit durchschneidet Überzeugungen, die mir einst geholfen haben, zu überleben. Das läuft der evolutionären Schablone zuwider, die Ursachen des Leidens aufzuheben, mit allem einst zu fühlen, mit dem sich verändernden Augenblick mit zufließen und von Angenehmen und Unangenehmen unberührt zu bleiben. Aber Selbstverständlich heißt das nicht, dass ich es nicht tun soll, denn es heißt nur, dass ich es verstehen soll, womit ich konfrontiert werde, und Mitgefühl mit mir selber haben soll.
Es gibt folgende Wege, um Selbstmitgefühl zu nähren und seine neuronalen Schaltkreise zu stärken:
Ich entsinne mich des Zusammensein mit jemanden, der mich wirklich geliebt hat, und habe das Gefühl der Fürsorglichkeit empfangen, und das hat den starken Schaltkreis des Bindungssystems in meinem Gehirn aktiviert und machte es breit, Mitgefühl zu schenken.
Denke ich an jemanden, für den ich Mitgefühl empfinde, an ein Kind oder einen anderen Menschen, den ich liebe, so erregt dieser einfache Strom des Mitgefühls seine neuronale Basis (einschließlich des Neuropeptids Oxytocin, der Insula, die den inneren Zustand meines Körpers wahrnimmt, und des PfC) und wärmt sie auf für das Selbstmitgefühl.
Beziehe ich mich selbst in dieses Mitgefühl mit ein, so bin ich meiner eigenen Leiden bewusst und so weite ich Anteilnahme und gute Wünsche auf mich selbst aus, und ich spüre, wie das Mitgefühl in wunde Stellen in meinem Inneren hinunter rieselt, wie es wie sanfter Regen fällt, der alles berührt. Die Handlungen, die mit einem Gefühl verbunden sind, stärken dieses, lege ich meine Handfläche mit der Zärtlichkeit und Wärme an meine Wange und an mein Herz, wie ich es mit einem verletzten Kind machen würde. Und ich sage im Geiste Sätze wie: Möge ich wieder glücklich sein. Möge der Schmerz dieses Augenblicks vorübergehen.
Öffne ich mich insgesamt dem Gefühl, so dass ich Mitgefühl empfange, denn tief im Inneren meines Gehirns spielt die tatsächliche Quelle guter Gefühle keine große Rolle, ob das Mitgefühl nun von mir stammt oder einer anderen Person, dann lasse ich das Gefühl, getröstet und umsorgt zu werden, in mich einsinken.

Montag, 3. April 2017

Simulationen bringen mich zum Leiden.

Simulationen bringen mich zum Leiden
Mein Gehirn produziert immer Simulationen, auch wenn ich nichts mehr mit dem Am-Leben-Bleiben zu tun habe. Denn ich beobachte mich selbst dabei, wie ich meinen Tagträumen nachgehe oder ein Beziehungsproblem noch einmal durchgehe, und ich werde die Clips spielen sehen, es sind kleine Spulen simulierter Erfahrungen, aber nur ein paar Sekunden lang. Wenn ich sie mir genau betrachte, so entdecke ich mehrere beunruhigende Dinge.
Es liegt in der Natur des Simulators, dass er mich aus dem gegenwärtigen Augenblick reißt, auch wenn ich bei der Arbeit einer Präsentation folge, mache eine Besorgung oder meditiere, und plötzlich ist mein Geist tausend Meilen weit weg und hat sich in einem Minifilm verfangen.Doch finde ich mein wahres Glück, meine wahre Liebe oder die Weisheit ausschließlich im gegenwärtigen Moment.
Doch im Simulator erscheinen Freuden ungewöhnlich groß, ob ich es gerade erwäge, ein zweites Törtchen zu essen oder mit mir die Reaktion auf einen Bericht vorstelle, den ich bei der Arbeit erstellt habe. Aber was fühle ich tatsächlich, wenn ich den Minifilm im realen Leben spiele? Ist es angenehm, wie es dort obenauf der Leinwand versprochen Wurde? Das eigentlich nicht. Doch in Wahrheit sind die meisten Belohnungen im täglichen Leben nicht so intensiv wie die die im Simulator hervorgezaubert werden.
Die im Simulator ablaufenden Clips beinhalten viele Überzeugungen: Natürlich sagt er X, wenn ich Y sage und es ist offensichtlich, dass man mich hängen lässt. Manchmal werden sie explizit ausgesprochen, einen Großteil der Zeit aber sind sie implizit, in den Handlungsstrang mit eingebaut. Sind diese expliziten und impliziten Überzeugungen in meinen Simulationen wirklich wahr? Manchmal „ja“, aber häufig „nein“. Minifilme halten um durch ihre vereinfachende Sicht der Vergangenheit und durch ihr weg definieren realer Möglichkeiten für die Zukunft, wie neue Wege,für andere da zu sein oder dem Träumen großer Träume, davon ab, weiterzukommen. Die in meinen enthaltenen Überzeugungen sind die Stäbe eines unsichtbaren Käfigs, die mich in einem Leben gefangen halten, das kleiner ist als das, das ich tatsächlich haben könnte. Es ist so, als wäre ich ein Zootier, das in einem großen Park in Freiheit gesetzt wird, sich aber immer noch innerhalb der Grenzen seines alten Geheges zusammenkauert.
Im Simulator laufen schlimme Ereignisse aus der Vergangenheit immer wieder ab, wodurch unglücklicherweise die neuronalen Verknüpfungen zwischen einem Ereignis und den mit ihm einhergehenden schmerzhaften Gefühlen gestärkt werden. Auch sagt der Simulator bedrohliche Situationen in meiner Zukunft voraus. In Wirklichkeit stellen sich die meisten besorgniserregenden Ereignisse niemals ein. Aber bei denen, die Realität werden, ist das Unbehagen, das ich empfinde, häufig milder und kürzer als erwartet. Ich stelle mir vor, ich würde aus dem Bauch herausreden: Und dies könnte einen Minifilm auslösen, der mit einer Zurückweisung endet und damit, dass ich mich schlecht fühle. Aber klappt es nicht in Wirklichkeit recht gut, wenn ich aus dem Bauch heraus rede, und fühle ich mich dabei nicht ziemlich gut?
Der Simulator holt mich aus dem gegenwärtigen Moment heraus und bringt mich dazu, Karotten hinterherzujagen, die nicht wirklich so großartig sind, und gleichzeitig wichtigere Belohnungen wie Zufriedenheit und inneren Frieden zu ignorieren.
Die Minifilme sind voller einschränkender Überzeugungen, und abgesehen davon, dass sie schmerzhafte Emotionen verstärken, veranlassen mich dazu, Stöcken auszuweichen, die mir in Wirklichkeit niemals begegnen oder die nicht wirklich allzu schlimm sind. Und der Simulator tut die Stunde für Stunde, Tag für Tag, selbst in meinen Träumen, ständig baut er neue neuronal Strukturen, von der ein großer Teil mein Leiden vermehrt.

Samstag, 1. April 2017

Virtuelle Realität

Virtuelle Realität
Aber man fragt sich, können diese Drei Gifte unübersehbar sein? Aber die meiste Zeit operieren oder agieren sie im Hintergrund meines Gewahrseins, feuern leise vor sich hin und verdrahten sich. Ich mache es, weil ich die außergewöhnliche Kraft meines Gehirns nutze, sowohl die innere Erfahrung als auch die äußere Welt darzustellen. So sehen die blinden Flecke in meinem linken und rechten Gesichtsfeld draußen in der Welt nicht wie Löcher aus, mein Gehirn füllt sie auf, ganz so, wie Fotosoftware die roten Augen von Menschen abdunkelt, die in den Blitz geschaut haben. Genau genommen ist vieles von dem, was ich draußen sehe, hier drinnen von meinem Gehirn angefertigt worden, und dazu gemalt wie Computergenerierte Grafiken in einem Film. Etwa 20 Prozent des an meinem Okzipitallappen (Hinterhauptslappen) gelangenden Inputs kommt der äußeren Welt, und der Rest kommt von inneren Gedächtnisspeichern und perpetuellen Verarbeitungsmodulen.
Mein Gehirn simuliert die Welt und jeder von uns lebt in einer virtuellen Realität, die eine ausreichende Ähnlichkeit mit der echten hat, um zu verhindern, dass ich gegen Möbel laufe.
Im Inneren dieses Simulator, dessen neuronales Substrat in der Mitte des mittleren Bereiches des PFC angesiedelt zu sein scheint, laufen fortwährend Minifilme ab. Diese kurzen Clips sind Bausteine eines großen Teils der bewussten geistigen Aktivität. Bei meinen Vorfahren förderte das Abspielen von Simulationen vergangener Ereignisse das Überleben, weil es das Lernen erfolgreicher Verhaltensweisen stärkte, indem es neuronale Feuermuster wiederholte. Auch Simulation zukünftiger Ereignisse förderte das Überleben, indem sie meine Vorfahren dazu in die Lage versetzte, mögliche Ausgänge miteinander zu vergleichen, um die beste Methode zu wählen, und potentielle sensomotorische Vorgänge für unmittelbares Handeln startbereit zu machen.
Über die letzten drei Millionen Jahre hat sich die Größe des Gehirn verdreifacht, zu einem großen Teil hat diese Expansion die Fähigkeiten des Simulator verbessert, was auf den Nutzen hinweist, den er für das Überleben hat.