Mittwoch, 15. März 2017

Der Gefühlston einer Erfahrung

Der Gefühlston einer Erfahrung
Aber wie entscheidet mein Gehirn, ob ich nähern, oder ob ich es vermeiden soll. Ich wandere durch einen Wald, und ich gehe um eine Kurve und sehe vor mir auf dem Boden einen kurvenreiches Gebilde. Ich vereinfache den kommenden komplexen Prozess: denn in den ersten Zehntelsekunden wird mir das von diesem kurvenreichen Objekt abprallende Licht zum okzipitalen Kortex geschickt, es ist für eine visuelle Information zuständig, um es zu einem bedeutungsvollen Bild weiterzuverarbeiten. Und dann sendet der okzipitale Kortex die Darstellung dieses Bildes in zwei Richtungen: aber für eine Einschätzung, ob sich um eine potentielle Bedrohung oder Chance handelt, zum Hippocampus und für eine differenziertere, und Zeit aufwendigere Analyse zum PFC und zu anderen Teilen meines Gehirns.
Doch umgehend vergleicht mein Hippocampus das Bild mit einer Liste der wichtigsten „Erst-Springen-später-denken-Bedrohungen. Schnell findet der Hippocampus das kurvenreiche Gebilde auf meiner Gefahrenliste, was ihn dazu veranlasste, eine Warnung hoher Priorität an meine Amygdala zu senden: „Pass auf“. Die Amygdala funktioniert wie eine Alarmglocke,, schickt denn eine allgemeine Warnung durch mein Gehirn und schickt ein spezielles Signal an meine für Kampf-oder Flucht-Reaktion zuständige neuronalen und harmonalen Systeme. Hier kommt es auf die Tatsache an, dass ich weniger als eine Sekunde nach dem Erblicken des kurvenreichen Gebildes alarmiert zurückspringe.
Der leistungsstarke aber relativ langsame PFC hat zwischenzeitlich Informationen herangezogen, um sich darüber klar zu werden, ob das Ding eine Schlange oder ein Stock ist. Verstreichen weitere Sekunden, so konzentriert sich der PFC auf die Regungslosigkeit des Objekts.
In dieser Episode war alles, was ich erlebt habe, entweder angenehm, unangenehm oder neutral. Am Anfang der Wanderung gab es neutrale und angenehme Anblicke, dann kam die unangenehme Angst vor der potentiellen Schlange, und dann die Erleichterung aufgrund der Erkenntnis, dass es ein Stock war. Dieser Aspekt der Erfahrung, ob es angenehm, unangenehm oder neutral ist, wird im Buddhismus als Gefühlston bezeichnet.
Dieser Gefühlston wird durch meine Amygdala hervorgerufen und weiträumig verbreitet. Es handelt sich um einen einfachen, aber wirksamen Weg, meinem Gehirn zu sagen, was zu tun ist: sich angenehmen Karotten zu nähern, unangenehme Stöcke meiden und bei allen anderen einfach weitergehen.






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