Sonntag, 19. März 2017

Annäherung beinhaltet Leiden

Annäherung beinhaltet Leiden
Die zwei neuronalen Systeme sind für das Überleben notwendig. Ich kann sie zusätzlich für positive Zwecke nutzen, weil sie nichts mit der Weitergabe von Genen zu tun haben. So kann ich meine Motivation, etwas Gesundes zu tun, z.B. mich zu bewegen, dadurch erhöhen, dass ich wirklich achtsam gegenüber den damit verbundenen Belohnungen bin so wie bei Gefühlen der Vitalität und Kraft.
Aber wenn ich nach dem Angenehmen greife, dann kann es mir auch Leiden bringen.
Begierde kann unangenehm sein, aber selbst mildes Sehnen ist auf subtile Weise unangenehm.
Wenn ich die Dinge nicht haben kann, die ich begehre, so ist es natürlich, dass ich mich frustriert, enttäuscht und entmutigt fühle, oder sogar hoffnungslos und verzweifelt.
Ist eine Begierde erfüllt, so sind die damit verbundenen Belohnungen häufig nicht so großartig. Es ist in Ordnung, aber ich sehe meine Erfahrung an: Ist der Keks wirklich so lecker, insbesondere der dritte Happen? Oder war die aus der guten Arbeitsbeurteilung gezogene Befriedigung intensiv und anhaltend.
Sind Belohnungen ziemlich groß, so zahlt man einen hohen Preis. Denke ich auch an die Belohnungen, wie Anerkennung zu erhalten, einen Streit zu gewinnen oder andere dazu zu bringen, sich auf eine bestimmte Art zu verhalten. Aber wie sieht das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus?
Und wenn ich es bekomme, was ich möchte, und jede Erfahrung wird sich verändern, aber ich werde regelmäßig von Dingen getrennt, die ich genieße, aber eines Tages wird die Trennung dauerhaft sein. So werden auch die Freunde gehen, Kinder verlassen das Haus, Karrieren enden und schließlich kommt und geht mein eigener Atemzug, denn alles was beginnt, das wird auch enden. Und alles was zusammenkommt, muss sich auch zerstreuen. Aber Erfahrungen sind nicht in der Lage, befriedigend zu sein, weil sie eine unzuverlässige Basis für ein wahres Glück sind.
Wenn das Aus-der-Fassung-Geraten über etwas Unangenehmes so ist, wie von einer Schlange gebissen zu werden, ist das Greifen nach dem Angenehmen so, wie den Schwanz der Schlange zu packen, aber früher oder später wird die Schlange dich trotzdem beißen.

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