Samstag, 11. März 2017

Alles verändert sich

Alles verändert sich
Es kann geschehen, dass einige Bedrohungssignale gelegentlich verschwinden, aber nur für eine Weile und genauso lange, wie jedes System im Gleichgewicht bleibt. Aber die Welt verändert sich immer, und so gibt es ständig Störungen in den Gleichgewichten meines Körpers, meines Geistes und meiner Beziehungen. Die Regulatoren meiner Lebenssysteme, von der molekularen Basis bis hinauf zur interpersonellen Spitze, müssen ständig versuchen, von Natur aus instabilen Prozessen eine statische Ordnung überzustülpen.
So muss ich an die Vergänglichkeit der physischen Welt denken, die von der Unbeständigkeit von Quantenteilchen bis zur Sonne reicht, die eines Tages Tages zu einem roten Riesen anschwellen und die Erde verschlucken wird. Aber ich muss auch an die Turbulenzen in meinem Nervensystem denken, so z.B. an die Bereiche im PFC, die mein Bewusstsein unterstützen, fünf- bis achtmal in der Sekunde aktualisiert.
Doch die neurologische Instabilität liegt allen Geisteszuständen zugrunde. Zu den Gedanken gehört eine vorübergehende Aufteilung des strömenden neuronalen Verkehrs in eine kohärente Anordnung von Synapsen, die lösen sich rasch in furchtbare Unordnung auf, aber um anderen Gedanken ein Auftauchen zu ermöglichen. Beobachte ich einen einzigen Atemzug, und ich werde erleben, dass die damit verbundenen Empfindungen kurz nach ihrer Entstehung verändern, sich auflösen und verschwinden.
Es verändert sich alles, denn es ist die universelle Natur meiner äußeren Realität und meiner inneren Erfahrung. Und solange ich lebe, nehmen die gestörten Gleichgewichte kein Ende. Aber um mir zu helfen, damit ich überleben kann, da versucht mein Gehirn den Fluss aufzuhalten und strengt sich an, um dynamische Systeme in einem bestimmten Zustand zu erhalten, in dieser wechselhaften Welt feste Muster zu finden und dauerhafte Pläne für sich wandelnde Bedingungen zu konstruieren.
Infolgedessen jagt mein Gehirn ewig dem vergangenen Augenblick nach, in dem versuch, ihn zu verstehen und zu kontrollieren. Aber mein Gehirn klammert sich immer an das, was gerade vorbei gerauscht ist.








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