Dienstag, 28. Februar 2017

Nicht so begrenzt

Nicht so begrenzt
Ein Organismus muss metabolisieren, um zu Leben. Er muss Stoffe und Energie mit seiner Umgebung austauschen, und so werden im Laufe von Jahren viele Atome in meinem Körper durch neue ersetzt. Denn die Energie, die ich aufwende, um einen Schluck Wasser zu trinken, stammt vom Sonnenschein, der sich durch die Nahrungskette zu mir hocharbeitet, und so kann ich im eignen Sinne sagen: das Licht hebt die Tasse an die meine Lippen. Und so ähnelt die Mauer zwischen meinem Körper und der Welt eher einem Lattenzaun.
Un die zwischen meinem Geist und der Welt ist wie eine auf dem Bürgersteig gemalte Linie. Mit dem Augenblick der Geburt gelangen Sprache und Kultur in meinen Geist und gestalten ihn. Und von Natur aus sorgen Empathie und Liebe dafür dass ich mich auf andere Menschen einstimme, so dass mein Geist mit den ihrigen mitschwingt. Doch diese Ströme geistiger Aktivität fließen in beide Richtungen, da ich auch andere beeinflusse.
Denn in meinem Geist gibt es überhaupt keine Grenzen. Die ganzen Inhalte strömen ineinander, denn Empfindungen werden zu Gedanken, Gefühlen, Begierden, Handlungen und noch mehr Empfindungen. Doch dieser Bewusstseinsstrom korreliert mit einer Kaskade an flüchtigen neuronalen Verbindungen, wobei jede Verbindung innerhalb von häufig weniger als einer Sekunde in der nächsten verschwindet.






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