Montag, 12. Dezember 2016

Mit Gefühlen arbeien (Fortsetzng)

Mit Gefühlen arbeiten (Fortsetzung)
Bemerke ich, dass ein Gefühl mit Ärger aufkommt, so versuche ich herauszufinden, was hinter dem Ärger liegt. Bevor der Ärger auftaucht, so habe ich oft das Gefühl von Furcht oder Verlust, dann kann ich selbst fühlen und feststellen, wie wenig Mitgefühl und Freundlichkeit ich mir selbst und anderen entgegenbringe. Denn wenn ich Furcht oder Schmerz empfinde oder mich verletzt fühle, so reagiere ich oft mit Ärger. Es ist am heilsamsten, wenn ich den Ärger akzeptiere und feststelle, was ihn hervorgerufen hat und meine Aufmerksamkeit darauf richte.
In ähnlicher Weise kann ich mir meiner Abwertungen bewusst machen, denn ich sitze da, und mein Verstand schweift ab und ich denke: die Gedanken sollen nicht abschweifen, und ich kehre zum Atem wieder zurück. Ob ich es richtig gemacht habe oder falsch, ist eine negative Abwertung, aber ich kann auch sagen, jeder Mensch hat einen abwertenden Verstand.
Eine weitere Emotion ist die Furcht, die ich vermeiden möchte, und die keiner erfahren sollte. Habe ich die Furcht in mir, dann renne ich davon, aber die Furcht kommt hinterher, um mich zu finden.
Kommt während meiner Meditation die Furcht auf, so bleibe ich sitzen und nenne die Furcht und ich spüre, wie mein Körper reagiert oder sich äußert. Wie beeinflusst die Furcht meinen Atem? Macht sie meinen Geist größer oder kleiner? Doch ich nehme die Furcht zur Kenntnis und ich denke: Furcht, du bist mir willkommen, du bist mein Freund.
Während der Meditation kann die Müdigkeit auftauchen. Ich setzt mich hin und fühle, dass ich müde bin, denn der Kopf fällt auch schon nach vorne. Doch die Müdigkeit hat verschiedene Ursachen, und sie ist eine Mahnung des Körpers, weil der Körper einer Erholung bedarf. So kann ich die Meditation im Gehen fortsetzen.
Manchmal ist eine Müdigkeit im Körper, auch wenn ich ausgeruht bin. Soll ich bei der Meditation zur Ruhe kommen, dann setze ich mich aufrechter hin, und ich atme einige Atemzüge tiefer, denn dann steigt die Müdigkeit wie ein Nebel auf und verschwindet wieder.
So verbringe ich oft mein Leben damit, dass ich vor den grundlegenden Gefühlen wie Einsamkeit, Langeweile, Unruhe oder Furcht davonlaufe. Was die Unruhe mächtig macht, ist der Widerstand gegen die Unruhe, den ich einbringe, aber in dem Augenblick, wo ich die Gefühle annehme, verlieren sie den Großteil der macht, denn es ist der Widerstand gegen sie, der sie zum Problem macht.


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