Sonntag, 11. Dezember 2016

Mit den Gefühlen arbeiten

Mit den Gefühlen arbeiten
Die Trennungslinie zwischen „Gut“ und „Böse“ durchschneidet jedes menschliche Herz, denn es ist nicht so, dass die anderen Menschen Voller Zorn, Furcht, Hass, Gier Aggressionen sind, , denn der Grund für all diese Probleme dieser Welt liegen nicht bei jemanden anders, sondern sie sind die menschliche Natur, und die teilen wir Menschen alle miteinander. Es ist sehr wichtig, dass ich in der Meditation lerne, wie ich mit den stärksten Energie unseres Wesen umgehe und inmitten all dieser Emotionen zu Mitgefühl, Achtsamkeit und Offenheit finde.
In der Zwischenzeit habe ich auch schon das Wechselspiel von Stimmungen, Geisteszuständen und Gefühlen bemerkt, denn die verändern sich und beeinflussen mein Erleben in einem hohen Maße. Ich sitze da, bin gelangweilt, mal bin ich ruhelos oder in Sorge, dann mal wieder glücklich, verliebt oder deprimiert. Ich erkenne, dass diese Zustände, wenn sie in mir aufsteigen, meine Weltsicht ständig verändern oder einfärben. Wache ich auf und bin in einer scheußlichen Stimmung, dann spielt es keine Rolle, wer mich begegnet, an dem werde ich bestimmt etwas auszusetzen haben. Meine Empfindsamkeit, die Gefühle und die Stimmung in meinem Verstand und in meinem Herzen haben einen starken Einfluss auf den Ablauf meine Lebens, mehr als die äußeren Umstände selbst.
Erlebe ich meine Gefühle unmittelbar, dann fange ich vielleicht an zu weinen oder bin traurig. Doch dann bemerke ich plötzlich, das unter der Traurigkeit ein anderes Gefühl verbirgt, und ich spüre dem eine Zeitlang nach, aber dann verschwindet es oder es verwandelt sich und ich kehre zum Atem zurück.
Es gibt viele Menschen, die glauben, dass sie erst meditieren können, wenn sie ihre Probleme losgeworden sind, doch diese Probleme sind oft ein wichtiger Teil auf die Reise durch die Meditation, denn ich bekomme so viele Ansichten, was gut ist oder nicht. Stelle ich mich ganz auf ein Gefühl ein, so denke ich, dass ich es ganz vermeiden könnte wie Ärger der Groll, so kann es sich unter Umständen herausstellen, dass ich offen geworden bin für eine Lektion, die ich zu lernen habe.Untersuche ich meinen Ärger und lerne dabei, ihn ohne Bewertung zu akzeptieren, dann ist es ein erster Schritt, ihn in einer Weise zu verstehen, die in mir eine tiefgreifende Wandlung hin zur Vergebung einleitet.
Das erste Gefühl, das viele Menschen in der Meditation erleben, ist das Verlangen oder der wünschende Verstand, und der wird auch als „Wenn-doch-nur-Verstand“ bezeichnet. So sitze ich in der Meditation da und folge meinem Atem, aber dann sagt mir der Verstand:“Wenn man was essen könnte“ oder „wenn es etwas kühler wäre“, denn die Schwierigkeit mit dem wünschenden Verstand ist die, das er nicht locker lässt, denn es im gegenwärtigen Augenblick immer etwas was ich nicht habe.
In der Meditation kann ich mit den Wünschen in gleicher Weise umgehen wie mit meinem Körperempfinden, denn es ist nicht sinnvoll sie zu unterdrücken, denn wenn ich das tue, dann tauchen sie auf andere Weise wieder auf, aber da will ich sie auch nicht folgen. Aber wenn ich auf alle Wünsche reagieren würde, dann würde ich bald unter diesen Wünschen begraben sein. Aber das heißt für mich: ich werde meine Wünsche weder ganz begraben noch ganz erfüllen.
Was kann ich tun, um mit meinen Wünschen zu mehr Einsicht und Verständnis zu kommen, um von den Wünschen zu lernen, wie ich im Verhältnis zu ihnen, zu mehr Freiheit zu gelangen? Wenn Wünsche aufkommen, dann kann ich sitzen bleiben und sie benennen, und ich spüre ihnen nach, um zu erkennen, aus welchem Wesen sie bestehen.Aber schließlich werden sie verschwinden und es werden neue folgen. Jetzt erkenne ich die unbeständigen Wesen der Wünsche und kann erfassen dass ich mir nicht jeden Gedanken und Wunsch erfüllen kann. Ich lerne, dass ich die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten habe, wie ich auf Wünsche reagieren kann, wenn sie auftauchen, und kann eine neue Art der Freiheit entdecken, weil ich den Wünsche nicht unbedingt gehorchen muss, sondern ich kann entscheiden, auf neue Art und Weise darauf zu reagieren.
Es gibt nicht nur der wünschenden Verstand, dessen Aufforderungen ich Folge leiste, wenn auch nicht immer, aber es gibt auch das Gegenstück vom wünschenden Verstand, das ist die Abneigung, und es gibt verschiedene Arten von Widerstand. Aber es ist schwierig mit dem Widerstand wie Abneigung, Furcht oder Abwertung umzugehen. Normalerweise bringe ich meine Furcht, meinen Ärger oder meine Abwertung unbewusst und ohne es zu verstehen zum Ausdruck, aber die beste Vorgehensweise, um mit ihnen in der Meditation zu arbeiten, besteht darin, ihnen ins Gesicht zu sehen. Wenn ich das Hochsteigen spüre, dann werde ich ihnen nicht folgen oder wegstoßen, sondern ihnen mit offenen Armen entgegengehen.
Wenn ich ärgerlich bin, dann gestatte ich mir, ärgerlich zu sein, aber ich achte darauf, wie sich der Ärger in meinem Körper äußert, wie sich seine Energie anfühlt und wie sich mein Atem verändert. Man kann ihn als Hitze erleben, aber ich kann ihn genauer untersuchen: ob er angenehm oder schmerzhaft ist.

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