Mittwoch, 2. November 2016

Meditation

Meditation
In den besten buddhistischen Klöstern finde ich die wesentlichen Übungen und Lehren, die auch dem Westen zugänglich sind. In diesen Klöstern werde ich mit den einfachsten und am weitesten verbreiteten Meditationsübungen bekannt gemacht, aber ins besondere mit den Übungen der Achtsamkeit und liebevollen Güte.
Aber der Zwecks dieses Unterfangens ist es nicht, dass ich jetzt Buddhist werde oder fernöstliche Zeremonien bzw. rituelle Verbeugungen erlerne, nein, es geht darum, dass ich erlerne: wie ich meditiere und im täglichen Leben davon profitiere. Nehme ich mir die Zeit, um zur Ruhe zu kommen, und das kann jeder Mensch, so spüre ich, dass ich mein Leben mitfühlender und wachsamer leben könnte. Doch was bedeutet meditieren? Meditieren bedeutet, dass ich meine inneren Fähigkeiten fördere und sie in meinem Leben zum Ausdruck bringe.
Aber es gibt viele brauchbare Formen von Meditationsübungen, und im Grunde genommen ist es jede, die mir hilft, für meinen Körper, meine Sinne und mein Herz achtsamer und bewusster zu werden. Welche Art von Meditation ich mir aussuche, ist nicht so sehr von Bedeutung, denn wichtig ist es, dass ich, nachdem ich mich für eine Art entschieden habe, auch dabei bleibe und sie praktiziere. Die Meditation verlangt Disziplin, denn es ist so, als würde ich Klavier spielen lernen, und es genügt nicht, nur gelegentlich ein paar Tage zu üben. Wenn ich wirklich daran interessiert bin, eine Fertigkeit zu erlernen und Fortschritte zu machen, dann brauche ich Ausdauer , Geduld und regelmäßiges Üben.
Also suche ich mir eine Art von Meditation heraus, die mir zusagt, und ich praktiziere sie. Daran arbeite ich dann täglich, wenn möglich mit einem Lehrer oder im Rahmen einer Meditationsgruppe. Übe ich regelmäßig, so werde ich allmählich eine Fähigkeit entwickeln, die mich ganz dem gegenwärtigen Augenblick öffnet. Durch das Meditieren entwickle ich, Geduld und Mitgefühl und werde für alles offen, was es hier gibt.
Die Grundübungen der Achtsamkeitsmeditation sind das Herzstück buddhistischer Meditation, auch Vipassana genannt.Vipassana bedeutet :“Die Dinge so zu sehen, wie sie sind.“ Sie ist die am weitesten verbreitete Meditationsweise in Südostasien und ist von zentraler Bedeutung in allen buddhistischen Traditionen, denn sie betont die Achtsamkeit, sowie ich das unmittelbare Gewahrsam meiner Erfahrungen in allen Bereichen meines Handelns entwickle.
Die Meditation hilft mir, das Licht der Achtsamkeit auf jeden Aspekt meiner täglichen Erfahrungen zu werfen, und damit wird mir gezeigt, wie ich die heilende Kraft liebevoller Güte auf mich selbst und auf andere Menschen ausdehnen kann. Es geht nicht darum, die Aufmerksamkeit auf ein Bild von Buddha, eine Gottheit, ein Licht, eine Kerze oder heilige Worte zu lenken, vielmehr entdecke ich in der Achtsamkeit eine Möglichkeit, inmitten von Bewegung unbewegt zu bleiben. Achtsamkeitsübung wird auch Einsichtsübung genannt. Es können auch weltliche Übungen wie Essen, Spazierengehen oder Telefonieren in die meditative Bewusstheit einbezogen werden als Teil der Der Achtsamkeitsübung. Die Meditation ist keine Übung, die ich von zeit zu Zeit durchführe, sie ist eine Seinsweise, die jeden Augenblick des Tages bei mir ist.
Achtsamkeit hilft mir, geistesgegenwärtiges und lebendiger auf alles zu reagieren, was mich begegnet, um das zu entwickeln, was ich als Lebenskunst bezeichne. Doch Lebenskunst ist kein sorgloses Dahintreiben noch ein angstvolles Festklammern an der Vergangenheit, denn die Lebenskunst besteht darin, jeden Augenblick gefühlsam zu sein, es völlig neu und einzigartig anzusehen sowie das Bewusstsein offen, ganz und gar empfänglich zu halten.
Beginne ich mit dem Meditieren, so bedeutet es, dass ich mein Leben mit Anteilnahme und Liebenswürdigkeit betrachte und herausfinde, wie wachsam und frei ich sein kann. Ich habe viele Vorstellungen und Überzeugungen von mir selbst, und ich erzähle Geschichten über das, was ich will oder wer ich bin, ob es klug ist oder nicht. Es sind oft nicht hinterfragte und begrenzte Vorstelllungen anderer Menschen, die ich verinnerlicht habe und dann in meinem Leben zum Ausdruck bringe. Meditieren heißt also: neue Möglichkeiten entdecken du eine Möglichkeit entwickeln, die ich und andere Menschen besitzen, nämlich: ein weiseres, liebevolleres, mitfühlender es und erfüllter es Leben zu führen.

Keine Kommentare: