Freitag, 9. September 2016

Die Erde berühren

Die Erde berühren
Die Praxis der Erdberührung lässt mich zur Erde zurückkehren als zu meinen Wurzeln, zu meinen Vorfahren und lässt mich erkennen, dass ich nicht alleine bin, sondern verbunden bin mit einem ganzen Strom spiritueller und leiblicher Vorfahren, denn ich bin deren Fortführung und werde mich mit ihnen in zukünftigen Generationen fortsetzen. Ich berühre die Erde und lasse damit die Vorstellung los, ich sei abgetrennt und vereinzelt, und erinne mich daran, dass ich Erde bin und Teil des Lebens.
Wenn ich die Erde berühre, werde ich klein, bescheiden und einfach wie ein Kind. Wenn ich die Erde berühre, werde ich groß wie ein Baum, der seine Wurzeln tief in die Erde getrieben hat und aus der Quelle allen Wassers trinkt. Wenn ich die Erde berühre, atme ich die Stärke und Stabilität der Erde ein und atme mein Leiden aus, meine Gefühle der Wut, des Hasses, der Angst, des Ungenügendseins und der Trauer. Ich lege meine Handflächen zu seiner Lotusblume zusammen und lege mich sanft der Länge nach auf den Boden, sodass meine Gliedmaßen und meine Stirn bequem auf dem Boden ruhen. Während ich die Erde berühre, drehe ich meine Handflächen um, um meine Offenheit und die Drei-Juwelen – für Buddha, Dharma und Sang-ha – zu zeigen. Auch wenn ich die fünf Erdberührungen oder die Drei Erdberührungen erst ein oder zwei Mal praktiziert habe, werde ich schon viel von meinen Leiden und meinen Gefühlen der Entfremdung aufgelöst haben und uns mit meinen Vorfahren, Eltern, Kindern, Freunden und Freundinnen versöhnt zu haben.


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