Sonntag, 17. Juli 2016

Zeichenlosigkeit

Zeichenlosigkeit
Was bedeutet das zweite Tor der Befreiung und zweite Konzentration? Es ist die Zeichenlosigkeit, und sie bedeutet, dass man sich nicht in den Erscheinungsformen der Dinge nicht verfängt. Wenn ich zum Himmel sehe und dort eine Wolke beobachte, dann denke ich an die Geburt der Wolke also an einen Anfang und so wird von Geburt einer Wolke gesprochen, aber dann sehe ich, dass die Wolke am Abend stirbt, und ich werde sie nicht mehr sehen. So habe ich eine Vorstellung von „Geburt“ und „Tod“. Doch in der Praxis kann ich durch tiefes Schauen die Natur von Nicht-Geburt und Nicht-Tod der Wolke berühren. Wenn ich mein Leben voller Achtsamkeit lebe, dann kann ich die Natur der Zeichenlosigkeit berühren. In der Weisheit der Zeichenlosigkeit entdecke ich, dass nichts geboren wird und nichts sterben kann, und ich habe die Nicht-Angst erlangt, denn ohne wahres Glück oder vollkommenes Glück ist ohne Nicht-Angst nicht möglich. Ich schaue tief und berühre die Natur von Nicht-Geburt und Nicht-Tod, so wird alle Angst von mir genommen.
Doch es gibt in mir das Element der Täuschung und Verblendung, aber es gibt auch das Element des klaren Gewahrseins. Aber das Element der Verblendung lässt mich leiden, doch das Element des Klaren Gewahrseins lässt mich zum Buddha werden. So kann auch die Dualität zwischen Gehirn und Geist aufgelöst werden, aber die Wirklichkeit drückt sich als Gehirn oder Geist aus. Aber das Gehirn entsteht nicht aus dem Geist, doch der Geist entwickelt sich auch nicht auf der Grundlage des Gehirns. Ich denke, Geist und Gehirn manifestieren sich aus dem Speicher-Bewusstsein und unterstützen einander in ihrer jeweiligen Manifestation. Und so erkenne ich darin, dass das Geist nicht ohne Gehirn möglich ist, und ich denke, ohne Gehirn könnte sich der Geist nicht manifestieren. Es ist wie bei einem Blatt, das sich auf das Nicht-Element stützen muss, um sich zu manifestieren, und das Gleiche gilt für Geist und Gehirn.




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