Donnerstag, 14. Juli 2016

Drei Tore der Befreiung oder drei Konzentrationen

Drei Tore der Befreiung oder drei Konzentrationen.
Man sagt, dass in der Befreiung drei Tore gibt, aber dazu sagt man gleichzeitig die drei Konzentrationen.
Die Leerheit ist das erste Tor, aber Leerheit ist keine abstrakte Philosophie, kein Versuch, um die Wirklichkeit zu beschreiben, denn Leerheit ist als Instrument gedacht und damit als Werkzeug. Aber man soll gleichzeitig sehr geschickt mit der Vorstellung und dem Begriff Leerheit sehr geschickt umgehen, um sich darin nicht zu verfangen.
Wenn man den Begriff der Leerheit und die Einsicht der Leerheit einmal genauer betrachtet, dann erkennt man zwei verschiedene Dinge. Wenn ich eine Kerze anzünde, dann benötige ich Streichhölzer, denn ohne Streichhölzer kann ich keine Flamme erzeugen, und ohne Flamme kann ich keine Kerze anzünden, denn es ist mein Ziel, die Kerze zum Brennen zu bringen. Hier bietet man den Begriff Leerheit an, weil man zur Kommunikation die Worte und Vorstellungen benutzt.
Wenn ich geschickt bin, dann kann ich den Begriff Leerheit benutzte, um zur Einsicht in die Leerheit zu gelangen, aber sobald sich das Feuer manifestiert, kann es den Begriff Leerheit verzehren und zerstören. Aber bin geschickt darin, die Vorstellung der Leerheit zu nutzen, so kann ich die Einsicht in die Leerheit gewinnen und bin frei von dem Wort „Leerheit“. Ich denke, man kann den Unterschied zwischen der Einsicht der Leerheit und der Vorstellung der Leerheit erkennen.
Wenn ich mit meinem Finger auf den Mond deute und sage:“Der Mond ist schön.“ So ist der Finger nicht der Mond, aber jemand ergreift meinen Finger und sagt:“Das ist der Mond.“ Aber der Finger ist nicht der Mond, sondern der Jemand hat sich in meinem Finger verhakt.
Es heißt:“Form ist Leerheit, Leerheit ist Form.“ Aber was bedeutet das?“ Es bedeutet, alles ist leer, aber leer von was? Man kann sagen: leer von etwas. Es ist wie beim Bewusstsein, der Wahrnehmung und dem Gefühl. Denn Fühlen bedeutet fühlen, Gewahr bedeutet gewahr sein und achtsam bedeutet achtsam sein. Denn das Objekt ist zur gleichen Zeit da wie das Subjekt, weil es keinen Geist ohne Objekt des Geistes gibt. So kann man zum Beispiel sagen: ein Glas ist leer, aber man kann nicht sagen, dass es leer von Luft ist, denn es ist voller Luft.
Ich sitze da, und ich berühre ein Blatt, und dank des wunderen Instrumentes des Geistes berühre ich nicht nur ein Blatt, sondern gleichzeitig eine Wolke. Ich spüre, dass die Wolke im Blatt gegenwärtig ist, denn ohne Wolke gibt es keinen Regen und ohne Regen kann kein Baum wachsen. Wenn ich ein Blatt berühre, dann berühre ich Nicht-Blatt-Elemente, denn eines dieser Nicht-Blatt-Elemente ich die Wolke. So berühre ich die Wolke und den Regen, indem ich das Blatt berühre, denn im Blatt sind Wasser, Regen und Wolke gegenwärtig sind, aber gleichzeitig berühre ich die Sonne, denn ohne Sonnenschein kann nichts wachsen, damit ist die Sonne im Blatt präsent. Setze ich meine Meditation fort, dann berühre ich die Zeit, den Raum, das eigene Bewusstsein, Wasser, Erde, Luft und so weiter, und wie kann man sagen, es sei alles leer?
Das Blatt ist erfüllt von allem, aber es fehlt das Dings, die eigenständige, abgetrennte Existenz ein „Selbst“, weil ein Blatt nicht aus sich selbst existieren kann, denn es muss sich mit allem anderen aus dem Kosmos wechselseitig durchdringen und bedingen. Ein Ding kann nicht aus sich selbst heraus existieren, denn Leerheit bedeutet leer von einem eigenständigen Selbst

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