Samstag, 18. Juni 2016

Konventionelle Bezeichnung

Konventionelle Bezeichnung
Es gibt eine weitere Untersuchung: es ist die dritte reflektierende Untersuchung, die man konventionelle Bezeichnung nennt, d.h.dass man so etwas benennt.
Nimmt man z.B. eine Geburtsurkunde, die die Geburt eines Kindes bezeugt, aber man schaut tiefer , so erkennt man, dass es keine Geburt gibt, weil das Kind nur die Fortführung von Vater, Mutter und den Ahnen ist, denn das Kind ist nur ein neuer Beginn, aber die Geburt ist eine konventionelle Bezeichnung, und man soll sich in der Vorstellung von Geburt nicht mehr verfangen.
Praktizieren wir eine Sitzmeditation, so sind wir überzeugt und stimmen darin überein, die Richtung über unseren Kopf ist oben und die andere ist unten, und so haben wir uns in die Vorstellung von oben und unter verfangen.
Unsere japanischen Freundinnen und Freunde auf der anderen Seite der Erde sitzen so wie wir, aber ihr Oben ist in Wirklichkeit Unten und Ihr Unter in Wirklichkeit ist Oben.
Was sind die rechte und die linke Seite? In Wirklichkeit gibt es keine rechte und linke Seite, weil es konventionelle Bezeichnungen sind.
Wenn man der Sohn ist, so ist man nicht der Vater. Doch es gibt den Sohn, wenn es den Vater gibt. Man glaubt, der Sohn etwas Verschiedenes vom Vater, und er könne außerhalb des Vaters existieren, doch das ist nicht der Fall.
Eines Tages bekommt man als Sohn selbst einen Sohn und wird Vater, so sind Vater und Sohn konventionelle Bezeichnungen und hängen in ihrer Existenz voneinander ab. Ich, Selbst und Dings sind konventionelle Bezeichnungen, die aus sich heraus existieren. Es ist in Ordnung, „Buddha“ Buddha zu nennen oder „Osama Bin Laden“ Osama Bin Laden, doch man sollte wissen das Buddha aus Nicht-Buddha-Elementen und Osama Bin Laden aus Nicht-Osama Bin Laden-Elementen besteht.
Und das Gleiche besteht für Bush, den ehemaligen US-Präsidenten. Betrachtet an Bush näher, so erkennt man, aus was er gemacht ist. Man erkennt seinen evangelikalen, geografischen, kulturellen und religiösen Hintergrund. Hat man das nicht gesehen, so hat man Bush nicht gesehen. Hat man verstanden, woraus jemand gemacht wurde, so versteckt man, dass es eine konventionelle Bezeichnung ist. Geht man zu dritten Untersuchungsebene über, so erkennt man das wechselseitige Miteinander-Verbunden sein zur Natur.
Wenn man eine Blume betrachtet, so sieht man, dass sie aus Nicht-Blumen-Elementen besteht. Gleichzeitig erkennt man, dass es ein wechselseitiges Durchdringen gibt, denn alle durchdringen sich miteinander.
Betrachtet man den Menschen, so erkennt man, dass er aus vielen Zellen besteht und jede Zelle trägt die Gesamtheit der Genetik in sich. Sollte man die Worte Vater, Mutter und zur selben zeit Sohn und Tochter benutzen, so soll man sich erinnern, dass man beides zur selben Zeit ist.

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