Dienstag, 28. Juni 2016

Keine Geburt und keinen Tod

Keine Geburt und keinen Tod
Man selbst ist verantwortlich, was man im Leben schafft, was man denkt, sagt und tut. Die Illustration eines Bildes kann sehr hilfreich sein.
Es ist die Manifestation einer Welle. Ein junger Mensch mit Energie, einer Menge Hoffnungen und Ambitionen, und so steigt die Welle der Jugendlichkeit auf und ab. Kommt man zum Kamm der Welle, so beginnt der Abstieg. Steigt die Welle an, so schafft man eine Art von kraft, doch diese Kraft ist von zweifacher Art, die kraft der Karma-Energie und die Kraft der greifenden Energie.
Steigt man als Welle ab, dann schafft man auch Kraft eins und zwei, denn die Energie ist dynamisch, es ist der Grund der Manifestation in dieser Form und der Manifestation der Umgebung dieser Form.
Betrachtet man die Meeresoberfläche, so denkt man: ist das Aufsteigen der Welle die Geburt (der Beginn) und das Absteigen der Tod (das Ende). Wenn man die Kräfte näher betrachtet, erkennt man, dass die Welle nicht aus nichts heraus entstanden ist. Es gibt eine Kraft, die die Welle emporhebt. Ist eine Kraft vor der sogenannten Geburt der Welle vorhanden, so war sie schon in der Vergangenheit da.
Als Mensch ist man eine Fortführung einer anderen Welle in der Vergangenheit, denn es muss eine Welle gegeben haben, die kräftig hoch gedrückt hat, und deshalb wurde der Mensch geboren. Das Emporsteigen der Welle ist ihr Fortführungstag, und wenn sich die Welle auflöst, stirbt sie nicht, es geht nichts verloren.
Das Verständnis von Fortführung ist kein Widerspruch von der Unbeständigkeit nach der buddhistischen Lehre. Wenn man glaubt, dass es eine Seele gibt, die immer gleich bleibt, den Körper verlässt und im anderen Körper in Raum und Zeit eintritt, so hat man sich in der Vorstellung eines beständigen Selbst verfangen. Doch Buddha bestätigt: es geht nichts verloren, es wird nichts ausgelöscht, aber es bleibt nichts für immer das Gleiche.
Untersuucht man die Worte „Geburt“ und „Tod“, so glaubt man, dass es von Geburt eine Wirklichkeit jenseits der Erscheinungsform gibt, und von Tod eine Wirklichkeit jenseits der Erscheinungsform gibt. Man denkt, dass Geboren werden bedeutet, dass man aus dem Nichts plötzlich zu Etwas wird. Es ist die normale Vorstellung von Geburt, man existiert nicht und plötzlich existiert man. Bevor das Ding die Form annimmt, war sie vorher schon da. Wenn der Gegenstand seine Form annimmt, dann kommen viele Dinge zusammen. Der Augenblick, den wir Geburt nennen, ist der Augenblick der Fortführung.
Da niemand und nichts wirklich geboren wird, wird auch niemand und nichts sterben. Der Moment der Empfängnis ist nicht der Moment der Existenz, denn man hat schon vorher existiert, denn man ist nicht aus dem Nichts gekommen, also ist man eine Fortführung, sowie der Fluss auf der Erde eine Fortführung der Wolke am Himmel ist, denn der Fluss wurde nicht geboren, er ist eine Fortführung der Wolke.
Das Wort „Tod“ bedeutet für uns Menschen „Angst“, weil man an die Auslöschung des Selbst denkt, denn man denkt, dass man aus Etwas zu Nichts wird.
Es gibt keine „Geburt“ und keinen „Tod“, denn beides ist eine Fortführung von dem was schon da war, denn alles was man denkt, sagt und tut ist eine Fortführung, denn es gibt keinen Transfer von hier nach dort.






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