Mittwoch, 15. Juni 2016

Die vier reflekterenden Untersuchungen

Die vier reflektierenden Untersuchungen
Spricht man von einem Ort, so schafft man in seinem Geist eine Vorstellung des Ortes. Man kann tiefer in Vorstellungen und Abbilder hineinschauen, um die Wirklichkeit in einem zu berühren. Wenn man es tun will, so muss die Natur der Namen, die man den Dingen gibt, näher untersuchen. Es gibt die vier reflektierenden Untersuchungen, die hier bedeuten, bei den Untersuchungen nicht geistig-intellektuell vorzugehen, sondern man muss mit den Dingen in Berührung kommen, um zu sehen, wie sie wirklich sind. Man soll tief schauen, sich von den Namen der Dinge nicht täuschen lassen, denn nur so entdeckt man die wirkliche Natur.
Schaut man in die Wirklichkeit eines Dinges mit bestimmten Namen hinein, dann sollte man es so sehen wie es ist und sich keine Vorstellungen darüber machen. Man übt sich darin, sich nicht vom Namen beeinflussen zu lassen, denn wenn man darin verfangen ist dann sieht man nicht die Wirklichkeit.
Wenn man z.B.das Wort „Wolke“ hört, so bringt der Klang „Wolke“ ein Blick, ein Zeichen, eine Form mit Farbe in einem hervor, aber es können auch Gefühle und Gedanken hervorgebracht werden, wenn man den Namen betrachtet und nur den Namen sieht, so sieht man nur den Namen als Namen.
Hier möchte ich die Frage stellen: „Ist das Bewusstsein eines Embryos genau dasselbe Bewusstsein wie das eines Sterbenden? Ist es das gleiche Bewusstsein oder ist es verschieden?“
Und so entsteht die Frage von Gleichheit und Verschiedenheit. Ist es dieselbe Person, die verstorben ist oder ist es eine andere? Man ist zwar nicht die Gleiche, aber man ist nicht zwei verschiedene Dinge.
Man soll sich nicht in die Vorstellung der Gleichheit oder Verschiedenheit verfangen. Man hat den gleichen Namen, jetzt und als Baby, aber man entwickelt sich ein ganzes Leben lang und so ist man verschieden. Man betrachtet die Wirklichkeit nicht unter dem Aspekt der Gleichheit und Verschiedenheit, und wenn man die Wiedergeburt auf diese Weise versteht, so ist man im Einklang mit dem buddhistischen Denken.
Eine Frau gab einer anderen Milch zur Aufbewahrung und wollte dann einen Tag wegbleiben, aber sie blieb viele Tage weg. Als sie zurückkam, war aus der Milch Jogurt geworden, und sie war der Meinung: es sei nicht ihre Milch, weil es jetzt etwas anderes sei.
Doch die Frau sah nicht die Wahrheit, obwohl Jogurt und Milch sind nicht das Gleiche, sie sind auch nicht unterschiedlich.

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