Sonntag, 8. Mai 2016

Geistige Gebilde

Geistige Gebilde
Gebilde, die im Bewusstsein existieren heißen geistige Gebilde oder Geistesformationen. Wenn es zu einem Kontakt zwischen einem Sinnesorgan und einem Objekt kommt, dann entsteht das Sinnes-Bewusstsein. Sobald das Auge ein Objekt sieht und die Haut einen Windhauch verspürt, dann manifestiert sich ein geistiges Gebilde: der Kontakt. Und dieser Kontakt verursacht eine Vibration auf der Ebene des Speicher-Bewusstseins.
Aber ist der Eindruck schwach, so hört die Vibration auf, und das gegenwärtige Speicher-Bewusstsein kehrt zur Ruhe zurück. Man selbst setzt seine Aktivitäten fort, weil die Berührung nicht stark genug war, um die Aufmerksamkeit des Geist-Bewusstsein auf sich zu ziehen. Es ist so, wenn ein Insekt auf einer Wasseroberfläche lande, die sich leicht kräuselt, und nachdem es weggeflogen ist, dann beruhigt sich das Wasser wieder. Obwohl sich ein geistiges Gebilde manifestierte, und das Lebenskontinuum vibrierte, war der Eindruck zu schwach.
Wut oder Zorn können auch ein geistiges Gebilde sein. Und das Geist-Bewusstsein kann so operieren, das sich die Wut im Geist-Bewusstsein manifestiert, und mit diesem Augenblick ist das Geist-Bewusstsein voller Wut, und man hat das Gefühl, dass es nichts anderes sei als Wut. Man kann aber auch feststellen, dass das Geist-Bewusstsein nicht nur aus Wut und Zorn besteht, sondern später steigt auch ein Mitgefühl in einem auf, und das Geist-Bewusstsein wird ein Mitgefühl. Doch das Geist-Bewusstsein hat zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene geistige Gebilde, die positiv, negativ oder neutral sind.
Man kann schon sagen: ohne geistige Gebilde gäbe es kein Geist-Bewusstsein. Man sieht es am Flug eines Vogelschwarms, denn der Schwarm hält die Vögel zusammen, weil sie niemanden brauchen, der sie zusammenhält, denn sie fliegen in einer Formation, die kein Selbst benötigt, um einen Schwarm zu schaffen, denn die Vögel tun es einfach.
Wenn man sagt: es regnet, dann regnet es einfach, denn das Regnen geschieht. Es gibt ein geistiges Gebilde: dass das „Einsetzen des Denkens“ genannt wird, doch in Wirklichkeit braucht man beim Entstehen eines Gedankens keinen Denker, d.h. Denken ohne Denker ist möglich, denn Denken bedeutet etwas denken. Und Wahrnehmen bedeutet etwas wahrnehmen, doch die Wahrnehmenden und das Objekt der Wahrnehmung sind eins.
Wenn man tief schaut, dann sieht man, ein Gedanke braucht keinen Denker, um möglich zu sein. Und es gibt keinen Denker hinter dem Denken, denn da ist nur das Denken, sonst nichts.
Denken ohne Denkende, fühlen ohne Fühlende oder Wut ohne „Ich“ oder „Selbst“, das ist das Objekt der Meditation. Mit dem Meditieren erfasst man ein tiefes Schauen, indem man mehr Licht und Klarheit in die Sicht der Dinge bringt, und erlangt man die Sicht des „Nicht-Ichs“ fallen alle Täuschungen fort. Das nennt man Transformation, was man durch tiefes Verstehen ermöglicht, und dann kann man sich an Freiheit und Glück erfreuen.


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