Freitag, 29. April 2016

Zum Gleichgewicht finden
Lasse den Geist völlig offen, ohne an irgendetwas festzuhalten.
Verlässt man den Bereich von Wissenschaft und Theorie und wendet sich dem Praktischen zu, so kann sich einiges verändern, oder man sieht manches, was in der Wissenschaft und Theorie so gesehen, aber in der Praxis anders sieht oder wahrnimmt. Praxis und Theorie sind oft etwas unterschiedlich, was auch in unseren geistigen Fähigkeiten oft erkennbar ist.
So möchte ich hier eine kleine Geschichte erzählen, die sich mit der Praxis von Menschen beschäftigt, dort wo sie die täglichen Übungen ablegen, um zu leben oder auch überleben können.
Ich lernte einen älteren Mann kennen, der mir erzählte, dass er in jüngeren Jahren ein großer Sportler war, viele Meisterschaften errungen hatte, aber als er älter wurde, bemerkte er, dass sein Körper nicht mehr Leistungen erbrachte, die er sich gewünscht hatte, und er sah sich nach etwas anderem um, was er machen könnte. So kam er auf Gedanken, sich der Meditation als Herausforderung hinzugeben, denn er ahnte, dass er als älterer Mensch hier mehr seinen Fähigkeiten entsprechen könnte.
Und so begann der Mann mit der Meditation, aber er merkte schon nach einiger zeit, dass ihm das Meditieren sehr schwer fiel, so sucht er einen Lehrer auf, und dem schilderte er, wie schwer im die Meditation fiel, und dieser meinte, der alte Mann müsse im die Meditation zeigen, damit er selbst sehen kann, was der Mann bei der Meditation nicht ganz richtig macht.
Der alte Mann nahm die Haltung zur Meditation ein, der Lehrer schaute zu und schon nach einiger zeit, als der Mann die Meditation einstellte, schaute ihn der Lehrer an und sagte zu dem Mann:
Ist Schwimmen möglich, weil man die Muskeln anspannt, oder weil man sie locker lässt?“
Die Antwort darauf ist, keines von beiden, denn außer von einem selbst zwingt keiner einem dazu, die Muskeln anzuspannen.
Wenn man feststellt, dass der Geist in der Meditation zu sehr angespannt ist, dann erzeugt man die Anspannung selbst, aber wenn man alle Anspannung loslässt, dann wird der Geist locker und man wird schläfrig. Man muss deshalb lernen, die richtige Balance zwischen Anspannung und Lockerheit zu finden, aber in der Meditation muss der Geist selbst das Gleichgewicht finden.
Findet man das Gleichgewicht nicht, dann wird man nie zur Erkenntnis und Verwirklichung der vollkommenen Ausgeglichenheit innerhalb der eigenen Natur gelangen. Hat man es entdeckt, so wird man durch jeden Aspekt des eigenen Lebens gleiten können.
Die effektivste Herangehensweise an die Meditation ist die, das Beste zu versuchen, ohne sich allzu sehr auf die Ergebnisse zu konzentrieren.






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