Donnerstag, 18. Februar 2016

Wir selbst sein

Wir selbst sein
Man muss seinen Grundzustand erkennen.
Man erfährt die grundlegende Natur des Geistes dadurch, dass man den Geist, sowie er ist, ruhen lässt.
Mit einer kurzen Übung, kann man versuchen, den Geist ruhen zu lassen. Es ist keine Meditationsübung, sondern eine Übung der Nichtmeditation, man nimmt den Druck einer Vorstellung weg, wie das Erreichen eines Zieles oder das Erlangen eines Zustandes.
In der Nichtmeditation beobachtet man was passiert ohne sich einzumischen, also ist man ein interessierter Beobachter bei einer Art introspektivem Experiment, ohne interessiert zu sein, wie das Experiment ausgeht. Man nimmt eine Körperhaltung ein, Rückgrat gerade aufgerichtet und entspannt, und der Körper befindet sich in einer bequemen Haltung und der Geist ruht.
Ob Gedanken oder Gefühle aufkommen, und man nimmt Laute und Gerüche wahr und das Bewusstsein ist völlig leer, so bleibt man unbekümmert. Doch alles was geschieht oder nicht, ist ein teil der Erfahrung, der besagt, den Geist ruhen zu lassen. Man verweilt im ruhigen Gewahrsam, was auch immer den Geist durchzieht. Doch nach dem Ruhen fragt man sich: wie war die Erfahrung, keine Erklärung zu versuchen, auf das Geschehen und die Gefühle zurückzublicken, und so könnte es eine kleine Kostprobe von Frieden oder Offenheit sein.
Das ist gut, aber warum? Das bloße Gewahrsam von Gedanken und Gefühlen wird aufrechterhalten, eine direkte Einsicht in den Geist wurde genommen, der die eigentliche Funktion ausübt. Wenn man in einem beliebigen Moment die Aufmerksamkeit auf das Geschehen im Geist ruhen lässt, dann ist es Meditation, was man auch immer dabei erfährt oder erlebt. Einfach in dieser Weise ruhig verweilen, ist die Erfahrung des natürlichen Geistes.
Der einzige Unterschied zwischen der Meditation und den üblichen Prozessen des Denkens, Fühlens und Empfindens besteht eigentlich darin, dass man das simple Gewahrsein anwendet, das tritt ein, wenn man den Geist einfach lässt, so wie er ist, ohne Gedanken nachzujagen oder durch Gefühle und Empfindungen abgelenkt zu werden.
Man kann erkennen, dass die Meditation wirklich völlig normal, gewöhnlich und mit den Wahrnehmungsgewohnheiten so nahe zu sein scheint, man muss nur innehalten um sich das zu vergegenwärtigen.
Als Mensch bringt sehr viel Beurteilung und Bewertung in seinen Erfahrungen ein, und man glaubt, dass die Gedanken des Ärgers, der Wut, der Angst oder Furcht, die über den Tag kommen und gehen, seien schlecht oder kontraproduktiv, d.h. seien mit dem natürlichen Frieden nicht vereinbar. Die in der Übung der Nichtmeditation enthaltenen Lektion besagt, dass man, wenn man sich entspannen und einen mentalen Schritt zurücktritt, allmählich erkennt, dass die verschiedenen Gedanken einfach im Kontext eines unbegrenzten Geistes kommen und Gehen, der wie der Raum auf fundamentale Weise ungestört bleibt, ganz gleich, was sich darin abspielt.
Um den natürlichen Frieden zu erfahren, muss man nur den Geist in seiner natürlichen Offenheit ruhen lassen, denn er braucht keinen speziellen Fokus und keine speziellen Bemühungen.
Kann man aus irgendeinem Grund den Geist nicht zur Ruhe bringen, dann kann man einfach nur beobachten, was an Gedanken, Gefühlen oder Empfindungen aufkommt, man verweilt einen Augenblick dabei und sagt sich:“Also das geht gerade in meinem Geist vor sich.“
Egal, was man gerade tut und wo man ist, wesentlich ist, dass man die jeweilige Erfahrung als etwas Gewöhnliches, Normales ansieht, nämlich als den natürlichen Ausdruck des Geistes. Versucht man nicht, das Geschehen im Geist zu stoppen, und wenn man es nur beobachtet, so verspürt man ein ungeheures Gefühl von Entspannung, nimmt ein immenses Gefühl von Offenheit im Geiste wahr,und das ist der natürliche Geist, der natürliche ungestörte Hintergrund, vor dem Gedanken kommen und gehen.Gleichzeitig stellt man neue neuronale Verbindungen her,und wenn sie an Stärke zunehmen, die eigenen Fähigkeiten steigern, die Gedankenflut auszuhalten., die durch den Geist rauscht. Was immer an störenden oder verstörenden Gedanken aufkommt, fungiert als Katalysator, der das Gewahrsein vom natürlichen Frieden stimuliert, weil dieser Friede die Gedanken umgibt und durchdringt, so wie der Raum jedes Teilchen in der Welt der Phänomene umgibt und durchdringt.

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