Freitag, 5. Februar 2016

Der fehlende Dirigent

Der fehlende Dirigent
Der Geist sitzt nicht im Kopf.
Manchmal stellt sich bei mir die Frage, besonders wenn ich dann wieder geschriebenes lese, so zum Beispiel: fehlt für unser Gehirn ein Dirigent und wie müsste er sein? Dann werde ich meist stutzig und schon habe ich das Bestreben, dieser Sache nachzugehen, um zu erforschen, ob unser Gehirn wirklich einen Dirigenten benötigt.
Vergleichen wir einmal, das Gehirn mit einer Symphonie und deren Orchestermusikern. So stellt man bald fest, dass die Orchestermusiker, die eine Symphonie spielen auf jeden Fall einen Dirigenten benötigen, der sie leitet und dirigiert. Aber wie ist es mit unserem Gehirn, und benötigen wir für dieses auch eine solche Einrichtung, die auch das Gehirn leitet und dirigiert? Oder gibt es ein Teil oder ein Organ, das alles leitet und dirigiert? Denn man hat manchmal das Gefühl, das es etwas gibt, was man noch nicht kennt oder erkannt hat.
Doch die moderne Wissenschaft, die nach Zellen oder Zellgruppen, die als Dirigenten in Frage kämen, gesucht, aber hat dann doch das Suchen aufgegeben, weil nichts zu finden war, weil es keine Zelle oder Zellgruppe gibt, die die Regie über das Empfinden, die Wahrnehmung, das Denken und andere Formen von mentaler Aktivität innehat
Es gibt kein Areal wie „Selbst“ und „Ich“ im Gehirn, von dem man sagen könnte, das es für die Koordinierung der Kommunikation verantwortlich ist.
Man widmet sich in der Erforschung von Prinzipien und Mechanismen, das man die im Gehirn verteilten Neuronen ihre Aktivitäten harmonisch koordinieren können, ohne eine zentrale Leitstelle zu bedürfen. Legt man die herkömmliche Sichtweise zugrunde, so müsste der Geist, wenn er eine Auswirkung hat, wie Gefühle und Emotionen, auch irgendwo lokalisierbar sein.
Wenn man das Gehirn Stück für Stück bis hinunter zur subatomaren Ebene zerlegen kann, dann fragt man sich, wie kann jemand den Geist präzise identifizieren, und wie sollte es möglich sein, da jede Zelle aus vielen kleineren Zellen besteht, aus diesen Zellen den Geist erkennen?
Aber aus buddhistischer Sicht ist der Geist zufolge nicht, ein spezifisches Objekt, sondern es ist die Fähigkeit, die Erfahrungen und die Wahrnehmungen zu erkennen und darüber nachzudenken.
Das Gehirn ist in der tat die Stütze des Geistes. Doch der Geist selbst ist nicht etwas, das man sehen, berühren oder mit Worten definieren kann, aber man kann sagen, Gehirn und Geist sind nicht identisch.
Der Geist wird nicht als eigenständige Entität betrachtet, sondern ist ein fortwährend entfaltende Erfahrung.Was wir für unsere Identität halten: wie Geist, Körper und Ich, ist in Wirklichkeit eine Illusion, die von einem unaufhörlichen Strom von Gedanken, Emotionen, Empfindungen und Wahrnehmungen erzeugt wird.
Man kann auch die Erfahrung der Freiheit im Unterscheiden zwischen einem Denken in Begriffen von „mein“ Geist oder „Mein“ Ich und der Möglichkeit, einfach das „Sein“ zu erfahren.
Wenn man jeden Gedanken, jedes Gefühl und jede Empfindung, die durch das Bewusstsein streicht, beobachtet, löst sich die Illusion von einem begrenzten „Ich“ oder „Selbst“ auf und wird durch ein Gewahrsein ersetzt, das ruhig, weiträumig und gelassener ist.
Da die Erfahrung die neuronale Struktur des Gehirns verändert, kann man, wenn man der Geist beobachtet, kann die Erfahrung das „Ich“ aufrecht erhalten.


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