Mittwoch, 6. Januar 2016

Vergebung-Meditation

Vergebung-Meditation
Zu den bisherigen Achtsamkeit-Übungen, bei denen mit Atem und Körper, Herz und Verstand gearbeitet hat, da gibt es noch zwei ergänzende Übungen, die in der Meditation-Praxis als „Vergebung“ und „Herzensgüte“ bekannt sind.
Vergebung ist eines der Schlüsselworte im spirituellen Leben, denn wenn man anderen vergibt, dann ist man in der Lage, die Vergangenheit loszulassen und das Leben neu zu beginnen. Wenn man nicht vergibt bleibt man immer an dem „Wer hat was wenn getan“ hängen und damit dreht man sich ewig im Kreis.
Hass wird niemals durch Hass vertrieben, nur durch Liebe kann er geheilt werden“.Jedes menschliche Wesen trägt in seinem Herzen die Kraft der Vergebung.
Doch Vergebung bedeutet nicht, dass man das, was geschehen ist, auch gutheißt, wenn man die Vergebung anbietet, dann kann man auch dazu sagen, dass das, was geschehen ist, falsch war und man niemals zulassen wird, das es noch einmal geschieht, so dass man noch einmal sein Leben einsetzen muss, dass anderen Menschen nicht noch einmal solch ein Leiden angetan wird. Vergebung besteht darin, dass man keinen Menschen aus seinem Herzen ausschließt, auch dann nicht, die aus tiefer Unwissenheit heraus, oder aus Verwirrung und Schmerz, etwas Unrechtes tun. Aber Vergebung besteht auch darin, das Vergangene loszulassen und sich darüber klar zu sein, dass, auch wenn etwas falsch war, der Weg nach vorne damit beginnt, dass wir neu anfangen.
Man muss begreifen, dass die Vergebung-Übung eine Übung ist, d.h. man muss öfter die Übungen ausführen, damit sich ein echtes Gefühl von Vergebung im Herzen einstellt. Ein teil des Prozesses kann Zorn und Empörung beinhalten, ein anderer Teil Kummer und Sorgen.Dabei kann man erstmals erfahren, wie viel Zorn man mit sich herumschleppt, und wie tief der Schmerz ist. Denn Schmerz kann man nicht spirituell oder mit Vergebung oder mit Nächstenliebe übertünchen.
Vergebung bedeutet, dass man den Hass in seinem Inneren herumschleppt, denn dieser Hass vergiftet uns. Man muss erkennen, dass die Gewährung von Vergebung eine gewaltige Wirkung auf den Menschen hat, der das macht.
Menschen stellen manchmal fest, dass es sich gekünstelt oder unnatürlich anfühlt, zu vergeben. Sollte es bei einem selbst der Fall sein, dann kann das in Ordnung sein, und dass man seine Meditation weiter durchführt, und man dabei offen ist für alles, was sich auch ereignen mag. Man wird auch das Gegenteil von Mitgefühl erleben, wie Zorn, Frustration und Leere. Wenn man das selbst erfährt, dann sollte man diese Gefühle mit liebevoller Güte annehmen.
Es gibt einen Teil in uns, der sich nach Liebe sehnt, der verlangt, in Sicherheit zu sein und sich selbst und andere mit Respekt behandeln möchte. Doch dieser teil ist häufig unter vielen Schichten von Furcht, alten Wunden, Zynismus und Schmerz begraben, denn man will versuchen, sich vor Verletzungen zu schützen.
Man kann zuerst, um Vergebung für sich selbst bitten, dafür, dass man irgendjemand durch Gedanken, Worte oder Taten, wissentlich oder Unwissentlich, verletzt oder geschädigt hat, aber das haben wir alle irgendwie. Man benimmt sich bisweilen ungeschickt aus dem Schmerz oder der Angst heraus. Diese Vorfälle, wo man andere geschädigt hat, kann man vor seinem geistigen Auge erscheinen lassen, man nimmt sie zu Herzen und bittet um Vergebung. Dann bittet man um Vergebung für alle Fälle, wo man sich selbst aus Angst, Schmerz, Unwissenheit, Nachlässigkeit oder Unehrlichkeit, Verletzungen oder Schaden zugefügt hat. Die Bilder von all den Fällen, in denen man sich selbst verletzt oder geschädigt hat, in das Bewusstsein aufsteigen lässt, und um Vergebung bitten.
Und man lässt den Kummer und die Wunden, die einem durch Handlungen anderer Menschen zugefügt wurden, ins Bewusstsein kommen. Man macht sich klar, dass die Menschen einem aus Furcht, Schmerz oder Verwirrung heraus verletzt und geschädigt haben. Spüre die Stellen im Herzen, wo man noch Groll hegt, berühre sie mit Güte und Vergebung und schau, ob es Zeit ist loszulassen. Und dann dehne deine Vergebung auf all die Menschen aus die einem wissentlich oder unwissentlich verletzt oder geschädigt haben, durch Gedanken, Worte oder Taten.




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