Montag, 4. Januar 2016

Die Gedanken beobachten.

Die Gedanken beobachten.
Wenn sich die Meditation vertieft, dann stellen die Menschen oft fest, dass man sich in Gedanken verstrickt., aber was kann man tun?Man hat gelernt, dass die Gefühle von Verlangen, Unruhe, Zweifel, Furcht oder Abneigung auftauchen und wieder verschwinden, und dass sich vor ihnen verbeugt, da man sie als Bestandteil der Meditation akzeptierten kann. In gleicher Weise gibt es Bewegungen des Verstandes oder der Gedankenfabrik, die die Geschichten erzählt oder Pläne, Erinnerungen und Phantasien ausbreitet. Die Aufgabe der Meditation besteht darin, zu akzeptieren, dass die Gedankenfabrik Pläne, Erinnerungen oder sonst noch was produziert. Aber es verschwindet wieder, wenn man es erkennt und der gedanklichen Produktion einen Namen gibt, es also anerkennt. Dann kann man zum nächsten Atemzug zurückkehren.
Man ertappt sich aber manchmal, dass man etwas , was einem in der Vergangenheit zugestoßen ist, noch einmal durchlebt. In der Meditation rekapituliert der Verstand die Vergangenheit. Der Verstand erzählt uns Geschichten über das, was wir in der Vergangenheit erlebt haben, und er macht sich Vorstellungen darüber, was uns in der Zukunft begegnen könnte. Man wird nach einer Weile die Geschichten der Vergangenheit und der Zukunft satt haben, doch das Wichtigste ist dabei, man hat sie nicht bewerten müssen.
Man soll versuchen, zu erkennen, dass die Geschichten nicht wirklich sind, denn es sind Geschichten, die uns unbedingt etwas erzählen wollen, was gerade im Augenblick nicht geschieht. Aber wir erkennen die Geschichten nur als erinnern und planen und kehren zum Atmen zurück.
Es spielt keine Rolle, wie oft die Gedanken abschweifen und wie lange es dauert, denn das ist etwas, was man unter Kontrolle hat. Doch wichtig ist der magische Moment, wenn man erwacht und erkennt: „ich war in Gedanken“ und das ist der entscheidende Moment, in dem man die Wahl hat, sich weiter in Gedanken zu verlieren oder ins Hier und Jetzt zurückzukehren. Wenn man Letzteres macht, dann übt man sich darin, zu erwachen und in achtsamer Art und Weise im gegenwärtigen Augenblick zu leben.
Aber wie steht es mit den Geschichten, die sich unablässig wiederholen? Doch es gibt einige Geschichten, die die Top Ten der Meditation darstellen. Man sitzt da, und die Geschichte beginnt immer und immer wieder die Gedanken zu durchlaufen, so dass man diese schon benennen kann. Aber wenn die Geschichten immer und immer wieder kommen, dann ist es ein Zeichen, das da etwas da ist, das Gefühl oder es will angenommen werden. Es könnte ein Verlust sein, der anerkannt werden will, oder eine Liebe, die angenommen werden will, oder ein kreativer Impuls, der gesehen oder respektiert werden möchte.
Man wird auch möglicherweise etwas erleben, was man als „Anfälle von Kreativität“ nennt, das bedeutet, wenn man zur Ruhe kommt, dann öffnen sich tiefere Ebenen der Besinnung und des Verstehens, oder verborgene Dinge kommen an die Oberfläche, die zum Ausdruck gebracht und verstanden werden wollen. Man kann diesen Einsichten gelegentlich etwas zeit widmen, aber es sollte nicht zur Gewohnheit werden, denn damit verstopft man leicht seinen Geist. Doch es ist besser, den Geist leer zu halten, einfach alles loszulassen, die machtvollen Einsichten eingeschlossen. Man hat reichlich Zeit, sich mit dem zu beschäftigen, wenn man nicht meditiert. Es ist ganz natürlich, dass diese Gedanken während der Meditation auftauchen, aber anstatt sich auf die zu fixieren, wird es besser sein, sich an ihnen zu erinnern., da man hier mit der Absicht sitzt, zu meditieren. Man könnte sich sich selbst sagen, dass man sich mit den Ideen weiter beschäftigen werde, wenn die Meditation vorbei ist, aber jetzt wolle man mit er Meditation fortfahren.
Die Gedanken sind die Verbindung zu allen Dingen, die in mir selbst und in der Umwelt oder im Umfeld geschehen. Es sind auch oft die unmittelbaren Sinneseindrücke.
Versucht man während der Meditation, seine Gedanken zu erkennen, dann werden sie bisweilen nicht sofort Zu Bewusstsein kommen, oder sie werden vielleicht sehr still sein. Auch wenn man geduldig wartet, dann denkt man: es ist so still hier, es kommen wenige Gedanken. Aber es gibt auch das Problem, dass man oft dazu neigt, sich mit den eigenen Gedanken zu identifizieren., d.h., dass man in der Meditation erstmalig in der Lage ist, den inneren Strom der Gefühle wahrzunehmen.
Mit der Zeit lernt man seine Denkweise kennen. Es gibt Menschen, die benutzen ausschließlich Bilder, aber nur wenige Worte. Dann gibt es wieder Menschen, die verwenden viele Bilder und Worte, und manchmal synchron. Doch manchmal sind diese Bilder auch mehr Erinnerungen und Phantasien oder etwas anderes. Die Worte beschäftigen sich mit Plänen oder haben andere verschiedene Aufgaben. Aber es gibt auch Menschen, die benutzen ausschließlich Worte, aber nur sehr selten Bilder.
Man wird entdecken, dass es möglich ist, man kann sich nicht nur den Atem oder die Körperempfindungen oder die Geräusche bewusst machen, sondern auch den inneren Strom von Bildern, Vorstellungen und Worten, die sonst unbeachtet blieben. Als Schlüsseleinsicht in der Meditation gibt es einfach die Art und weise, wie der Verstand arbeitet, und es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man damit umgehen kann. Man muss einfach anerkennen, dass man viel Zeit damit verbringt, sich in Gedanken zu verlieren. Darauf besteht eine mögliche Reaktion, man nimmt alles ernst, und schenkt den Gedanken und Stimmungen und dergleichen, den Glauben. Aber im allgemeinen führt das zu einer Menge von Schwierigkeiten und Leiden. Es gibt aber eine andere Möglichkeit, es von einem anderen Ort aus anzuhören, der sich nicht im Verstand befindet, sondern im Herzen, der mit mehr Sinn für Offenheit, mit Weisheit und Verständnis zuhört, und man geht dann auf die Dinge ein, ohne sich von ihnen einfangen zu lassen.
Auch in dieser Meditation soll man zu einer Haltung finden, in der man aufrecht und bequem sitzen kann. Man konzentriert sich auf seinen Atem und macht ihn zum Mittelpunkt der Meditation. Man soll ihn aufmerksam beobachten und den Anfang, die Mitte und das Ende spüren. Tauchen körperliche Empfindungen, Geräusche oder Gefühle auf,während man den Atem beobachtet, und diese immer deutlicher werden, dann verlässt man den Atem, während man ihnen die gleiche Aufmerksamkeit zuteil werden lässt, wie dem Atem.
In dieser Meditation kann man den Bereich der Gedanken mit einbeziehen.Während man dem Atem folgt, und es tauchen Gedanken auf, die eindringlich sind und man in ihnen verstrickt wird,, egal ob sie eine Reihe von Bildern oder Worten erscheinen oder als Erinnerung oder Planung, dann kann man sie als „Denken“ benennen, oder auch als planen oder erinnern bezeichnen.
Ist es ein belastender oder starker Gedanke, so bezeichne ihn als Denken, dann könnte er andauern. Aber wenn ich ihn weiter sehr sanft benenne, bis er verschwindet, dann verschwindet er auch. Und man kann zum Atem zurückkehren. Aber man soll sich bewusst machen, was sich gegenwärtig abspielt, soll man nicht verändern, sondern mit einer freundlichen, sorgfältigen Aufmerksamkeit beobachten.Manchmal geraten Menschen bei diesem Prozess in Verwirrung. Denn es scheint bisweilen zu schwierig zu sein, für alle Gefühle und Gedanken einen Namen zu finden.
Im Verlauf der Meditation dehnt sich die Aufmerksamkeit aus, was vom Atem und der Körperhaltung ausgeht, und schließt die Energie und die Körperempfindungen in uns ein. Man hat gelernt, die Geräusche einzubeziehen, die um uns herum sind, aber auch die Gedanken, Vorstellungen und Geschichten, die der Verstand produziert. So wird die Meditation, für die ganze Melodie des Lebens geöffnet, für den Tanz der Energien, den wir erfahren, wenn wir dasitzen. Der Atem wird in den Mittelpunkt gestellt, um zur Ruhe zu kommen und friedlich zu werden, aus diesem Bewusstsein begegnet man allem, was auftaucht, mit Freundlichkeit und Annahme. Und so wird das, was auf uns zukommt, zu einem Teil der Meditation.


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