Freitag, 9. Oktober 2015

Geistige Haltung

Geistige Haltung
Dieser Geist, von Geschäftigkeit gefesselt, ist befreit, sobald du entspannst – kein Zweifel.
Die gleichen Prinzipien, die dazu führen sollen, dass wir zu einer entspannten und wachen Körperhaltung finden, gelten auch, um zu einem entsprechenden Gleichgewicht im Geiste zu kommen. Wenn der Geist ganz natürlich in einem Zustand zwischen Entspannung und Wachsamkeit schwebt, treten seine inhärenten Eigenschaften spontan hervor. Das sind die Dinge, die man lernen kann, auch in kurzer Zeit, wenn man seinen Geist in dieser Zeit intensiv beobachtet.
Ich denke dabei an die Worte: wenn das Wasser ruhig und still wird, sondern sich Schlick, Schlamm und andere Sedimente allmählich ab und sinken auf den Grund, was einem dann ermöglicht, das Wasser und alles was darin ist, sehr klar zu sehen. Und auf die gleiche Weise setzt sich, wenn man im Zustand geistiger Entspannung verweilt, das „mentale Sediment“ der Gedanken, Emotionen, Empfindungen und Wahrnehmungen ganz natürlich ab, und die dem Geiste innewohnende Klarheit offenbart sich.
Wie bei der körperlichen Haltung geht es auch bei der geistigen Haltung im Kern darum, dass man zu einem entspannten Gleichgewicht findet. Ist der Geist zu angespannt oder zu stark fokussiert, quält einem am Ende der Gedanke, ob man nun im Meditieren zu gut ist oder nicht. Ist der Geist zu locker, wird man von Ablenkungen mitgerissen oder man verfällt in eine Art von Dumpfheit. Man sucht nach einem Mittelweg zwischen vom Perfektionswahn getriebener Anspannung und einer Art missmutiger Trübseligkeit, die Besagt:“O je, ich muss mich hinsetzen und meditieren.“ Die ideale Herangehensweise besteht darin, dass man sich in aller Freiheit darauf besinnt, dass es nicht wirklich eine Rolle spielt, ob mein Üben gut ausfällt oder nicht, denn wichtig ist die Absicht zu meditieren, das allein ist genug.

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