Mittwoch, 9. September 2015

Geschenk der Ungewissheit.

Das Geschenk der Ungewissheit.
Ist der Geist frei von Bezugspunkten ist dies der Mahamudra.
Kommen wir vom Blick auf den Tisch vorne im Raum zurück, so kann man auf der ganz normal beobachtbaren Ebene sagen, ein Tisch befindet sich im Zustand fortwährender Veränderung.
In der Zeit zwischen gestern und heute kann etwas Holz weggebrochen oder etwas Farbe weg geblättert sein. Wenn wir den Tisch aus der Sicht eines Physikers betrachten, so sehen wir auf der mikroskopischen Ebene, dass sich die Komponenten des Tisches, das Holz, die Farbe, die Nägel und der Leim, aus Molekülen und Atomen zusammensetzen, die aus sich rasend schnell bewegenden, durch die weite des subatomaren Raums tanzenden Teilchen bestehen.
Auf dieser subatomaren Ebene stößt man auf ein interessantes Problem: Will man die genaue Position eines Teilchens im subatomaren Raum durch Messung bestimmen, kann dessen Geschwindigkeit nicht 100-prozentig genau gemessen werden, d.h., man kann seine genaue Position nicht ausmachen.
Dieses Problem einer gleichzeitigen Messung von genauer Position und Geschwindigkeit eines Teilchens drückt sich im Prinzip in der sogenannten Heisenberg`schen Unschärferelation aus.
Wenn wir dieses Paradox als Art einer Beschreibung menschlicher Erfahrung betrachten, kann man sehen, dass es in ähnlicher Weise wie bei den Teilchen geschieht.
Es besagt auch, dass alle unsere Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen durch mentale Gewohnheiten bedingt sind, die wir dabei einbringen.
Unser Verständnis für materielle Phänomene sind bis zu einem gewissen Grad eingeschränkt, aber gleichzeitig weist die Unbestimmtheit der genauen Vorhersage, wie und wo Teilchen im subatomaren Universum in Erscheinung treten, auf eine gewisse Freiheit in der Bestimmung der Natur unserer Erfahrung hin, so ist es auch mit unseren Gedanken.

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