Mittwoch, 16. September 2015

Die Gabe der Klarheit.

Die Gabe der Klarheit.
Alle Phänomene sind Ausdrucksformen des Geistes.
Obwohl wir für unser Verständnis von der grenzenlosen Natur des Geistes die Leerheit mit dem Raum vergleichen, handelt es sich doch um keine perfekte Analogie. Soweit wir wissen, hat der Raum kein Bewusstsein. Aus der Sicht der Buddhisten sind Leerheit und Gewahrsam untrennbar. So kann man die Leerheit nicht vom Gewahrsein trennen, wie man Nässe vom Wasser oder Hitze vom Feuer trennen kann.
Mit anderen Worten, unsere wahre Natur ist in ihrem Potenzial nicht nur unbegrenzt, sie ist auch von vollkommenem Gewahrsam. Entsprechend der buddhistischen Terminologie ist dieses spontane Gewahrsam als Klarheit oder als das klare Licht des Geistes bekannt.
Der Bewusstheitaspekt des Geistes macht es möglich, dass wir die fortwährend aus der Leerheit hervorgehende grenzenlose Vielfalt der Gedanken, Gefühle, Empfindungen und Erscheinungen erkennen und unterscheiden können. Die Klarheit ist auch dann in Aktion, wenn wir nicht bewusst aufmerksam sind, wenn wir zum Beispiel plötzlich denken, ich muss was essen, ich muss unbedingt gehen, ich muss bleiben. Ohne dieses klare Licht des Geistes würden wir nicht denken, nicht fühlen, würden wir nicht wahrnehmen können. Wir wären nicht im Stande, unseren eigenen Körper zu erkennen oder das Universum oder irgendetwas, dass darin in Erscheinung tritt.

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