Samstag, 19. September 2015

Die Dunkelheit erhellen.

Die Dunkelheit erhellen.
Du kannst einen hell erleuchteten und einen schattigen Bereich nicht genau voreinander trennen, die liegen so eng beieinander.
Um die Klarheit des verstehen zu lernen, ergibt sich ein allmählicher Prozess, so wie es auch das Entwickeln der Bewusstheit oder des Gewahrseins der Leere ist.
Zuerst kapiert man den Hauptpunkt, man wird langsam vertrauter damit und übt sich einfach weiter in der Erkenntnis. Sowie die Leere lässt sich auch die wahre Natur der Klarheit unmöglich vollständig definieren, ohne sie dabei in eine Art Konzept umzuwandeln, das man in eine mentale Schublade ablegen kann mit dem Gedanken: Okay, ich hab` es, mein Geist ist klar. Doch die Klarheit in ihrer reinen Form muss erfahren werden, und wenn man sie erfährt, dann gibt es kein: „Und was jetzt?“
Wenn man bedenkt, wie schwer sich etwas beschreiben lässt, was sich im Wesentlichen einer Beschreibung entzieht, kann man bis zu einem gewissen Grad die Herausforderung nachvollziehen.
Um die Klarheit in begriffen unseres Alltagslebens zu verstehen, bedient man sich in der Beschreibung der Analogie des Traumes.
Man muss sich die absolute Dunkelheit des Schlafes vorstellen: Die Augen sind geschlossen, die Vorhänge vorgezogen, man versinkt in einen Geisteszustandes totalen Nichts. Doch in dieser Dunkelheit beginnen allmählich Formen und Erfahrungen in Erscheinung zu treten. Man begegnet Menschen, die vertraut sind oder auch fremd oder man findet sich an einem bekannten Ort wieder oder an Orten, die man sich eben gerade vorgestellt hat.
Diese Ereignisse, die man erlebt, kann ein Widerhall von Dingen sein, die an im Wachzustand erlebte, oder auch völlig neue Dinge, die man sich noch nie vorgestellt hat. Denn in unseren Träumen sind alle Erfahrungen möglich, und das Licht, das die verschiedenen Leute, Orte und Ereignisse in der Dunkelheit des Schlafes erhellt und unterscheidbar macht, das ist ein Aspekt der reinen Klarheit des Geistes.
Der Hauptunterschied zwischen dem Traumbeispiel und der wirklichen Klarheit besteht darin. Dass man oft beim Träumen immer noch den Unterschied zwischen dem ich und den anderen macht, also den Orten und den erlebten Ereignissen. Wenn man die Klarheit wirklich erfährt, dann nimmt man keinen Unterschied wahr, denn der natürliche Geist ist unteilbar. Aber es ist nicht so, als würde ich die Klarheit hier und der andere dort drüben erfahren, denn die Klarheit ist wie die Leere unendlich: sie hat keine grenzen, keinen Anfang und kein Ende.
Doch je weiter und tiefer man in die Untersuchung des Geistes vordringt, desto weniger wird es möglich, eine klare Unterscheidung zu treffen, wo der Geist endet und der Geist der anderen anfängt.
Setzt der Vorgang allmählich ein, so weicht das Gefühl vom Unterschied zwischen dem „Ich“ und dem „anderen“ einem sanfteren fließen deren Identifikationsgefühl mit anderen Wesen und unserer Umwelt.
Durch das neue Identifikationsgefühl erkennt man allmählich, das die Welt kein furchterregender Ort ist: Denn feinde sind keine Feinde, sondern Leute wie du und ich, die sich nach Glück sehnen und nach bestem Wissen und Können danach trachten.
Man begreift, dass alle über das Einsichtvermögen, die Weisheit und das Verständnis verfügen, um über augenblickliche Unterschiede hinauszusehen und Lösungen zu finden, die nicht nur uns selbst, sondern allen Wesen um uns herum zum Wohl gereichen.








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