Dienstag, 29. September 2015

Der Emotional Körper.

Der Emotional Körper.
Es gibt kein bestimmtes Zentrum für die Emotionen, so wie es auch keines für Tennisspiele oder andere komplizierte Dinge gibt.
Unser Körper spielt beim Erzeugen von Emotionen eine sehr viel größere Rolle, als den meisten von uns bekannt ist. Der Prozess beginnt mit der Wahrnehmung, die, wie wir bereits wissen, das Übermitteln von Informationen von den Sinnesorganen an das Gehirn beinhaltet, wo eine begrifflich fassbare Darstellung eines Objekts erzeugt wird. Die meisten von uns nehmen natürlich an, das, wenn das Objekt erst einmal wahrgenommen und erkannt ist, eine emotionale Reaktion hervorgerufen wird, die wiederum irgendeine Art von körperlicher Reaktion in Gang setzt.
Aber tatsächlich geschieht das Gegenteil. Wenn der Thalamus seine Botschaft zu den für die Analyse zuständigen Gehirnregionen im Nordkortex schickt, sendet er gleichzeitig eine „Alarmbotschaft“ an den Mandelkern, etwa walnussgroße neuronale Gebilde im limbischen System, das, wie schon beschrieben, für emotionale Reaktionen von Wichtigkeit ist, speziell für Angst, Ärger und Wut. Weil der Thalamus und der Mandelkern nahe beieinander liegen, kommt das Alarmsignal schneller an als die an den Neokortex geschickten Botschaften. Sobald der Mandelkern das Alarmsignal erhalten hat, setzt er eine Reihe von körperlichen Reaktionen in Gang, die das Herz, die Lungen, bestimmte Muskelgruppen in den Armen, im Brustkorb, im Unterleib und in den Beinen sowie die Organe aktivieren, die Hormone wie Adrenalin ausschütten. Erst nachdem der Körper reagiert hat, bedeutet der für die Analyse zuständige Teil im Gehirn die körperlichen Reaktionen im Sinne einer spezifischen Emotion.
Wir sehen etwas Schreckenerregendes, fangen an zu rennen und deuten dann die Körperreaktion als Angst. Doch schon nach sehr kurzer Zeit (einige Millisekunden), können wir die Reaktionen einschätzen und darüber entscheiden, ob sie angemessen sind und unser Verhalten der spezifischen Reaktion angepasst ist.
Emotionen wie Angst, Empörung und Abscheu treten im rechten Stirnlappen in Erscheinung und Emotionen wie Freude, Liebe, Mitgefühl, Vertrauen und Zuversicht lassen sich in größerer neuronalen Aktivität im linken Stirnlappen ablesen.
Diese Reaktionsfähigkeiten sind sehr wichtig für das Überleben, weil wir oft schneller erkennen, was wir machen müssen, um tatsächlich zu überleben. Aber es kann auch sein, das die im Mandelkern gespeicherten neuronalen Muster leicht von Ereignissen aktiviert werden können, wenn sie nur leichte Ähnlichkeiten mit früheren Vorfällen hatten, und die Wahrnehmung des gegenwärtigen Augenblicks des stattfindenden Ereignisses verzerren können.




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