Donnerstag, 16. Juli 2015

Ein SS-Mann wurde verurteilt.

Ein SS-Mann wurde verurteilt.
Gestern, am 15.07.2015, 60 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, wurde ein ehemaliger SS-Mann zu vier Jahren Haft verurteilt. Dieser Mann ist jetzt 94 Jahre alt, und benötigt für seine mühsamen Fußmärsche einen Geh-reif oder Rollator.
Man kann schon so manches verstehen, wenn das Verbrechen des Mannes schon über 40 Jahre bekannt war, und jetzt erst, im hohen Alter wird der Mann verurteilt.
Natürlich hat er sich eines Verbrechens schuldig gemacht, denn er war in Verwaltung des Konzentrationslagers Auschwitz tätig. Er hat die Häftlinge dort notiert, und hat deren vermögen und Gelder einkassiert, und anschließend wurde diese Beute der SS übergeben. Nach dem krieg ist er untergetaucht, nicht im Ausland wie Südamerika, sondern in Deutschland. Hier in Deutschland ging er einer Beschäftigung nach, aber scheinbar war er auch in einer Organisation, die die SS gegründet hatte, wo SS-Leute Unterschlupf und Schutz finden konnten, wenn sie verfolgt wurden. Es war sozusagen, ein Kameradschaft-Verein, er auch weitreichende Macht innehatte, die bis in die höchsten Stellen der Ministerien Deutschlands reichten.
Es gab zu der Zeit viele Minister oder Abgeordnete, die auch zur SS gehörten, und deshalb ihre Kameraden in Schutz nahmen, aber um sich gleich selbst zu schützen.
Jetzt gibt es nicht mehr viele Leute, die den verurteilten SS-Mann in Schutz nehmen konnten, denn viele Minister und Abgeordnete sind schon tot, aber auch hohe Beamte in den Ministerien oder Ämter waren auch bei der SS, sind aber bis heute wegen ihrer Verbrechen noch nicht vor Gericht gestanden, und man wird sie auch nicht vor Gericht stellen, denn die haben die Augen auch schon zugemacht, liegen in der Erde oder in einer Urne.
Meine lieben Freunde, jetzt sieht man deutlich die Ungerechtigkeit, denn es werden Verbrechen begangen, aber diese werden nicht gesühnt, so wie es sein soll. Wenn man das so betrachtet, dann fühlt man sich richtig verarscht, aber leider war es schon immer so gewesen, denn ich bin nur kurz auf dieser Erde als lebendes Wesen, und ich könnte jetzt sagen, was kümmert mich der zweite Weltkrieg und diese ganzen Verbrechen, die in diesem Krieg passiert sind. Man könnte schon diese Einstellung bekommen, und man kann sich dann auch fragen: „Ist diese Einstellung richtig?“
Nein, diese Einstellung entspricht nicht dem Gedanken, nach Recht und Menschenwürde, denn beide Begriffe gehören als oberstes Ziel und an die Spitze einer jeden menschlichen Gesellschaft, denn der Mensch ist frei geboren, und er hat ein Recht auf seines eigenes Leben, und wir anderen Menschen sollen ihm behilflich, sein Leben in Freiheit zu gestalten.
Wir jetzt Lebenden sollen keine Rache an die Menschen üben, die einem schweren Irrtum unterlagen, aber wir sollen die Menschen, die die Verbrechen begangen haben, behilflich zu sein, ihre Verhaltensweisen zu ändern, und sich bei den Opfern zu entschuldigen, auch wenn diese schon tot sind.
Warum diese Verhandlung vor einem Gericht sehr spät gekommen ist, darüber kann man nur spekulieren, aber ich möchte mich da herausnehmen.
Das Urteil wurde ausgesprochen, und zwar von Berufsrichtern, und die Israelis sind mit diesem Urteil einverstanden, so auch die jüdischen Mitbürger, die in unserem Lande leben.
Was jetzt mit dem 94-jährigen passiert, darüber kann man nachdenken oder auch nicht. Das Urteil wurde ausgesprochen, ob er die Freiheitsstrafe in einer Justizvollanstalt verbüßt oder nicht, darüber müssen sich andere Gedanken machen, aber ich denke, er wird vermutlich in Freiheit bleiben, denn man muss sein Alter berücksichtigen.

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