Montag, 1. Juni 2015

Meditation und soziale Verantwortung

Meditation und soziale Verantwortung.
Es gibt Menschen, die die Meditation nicht als Übung halten, die uns in die Gegenwart führt, sondern die uns von der Welt wegführt.
Man denkt, wenn uns die Einsamkeit fasziniert, dann kann uns das von der Welt wegführen. Wenn spirituelle Übungen lebendig werde und sein sollen, dann muss man überall diese Übungen ausführen können, ob im Supermarkt, auf der Straße, in der Straßenbahn usw. Man kann sich regelmäßig zu Meditation-Wochenenden zurückziehen, aber der tiefere Sinn der Mediation besteht darin, zu erkennen, dass wir ein Teil des Lebens sind und nicht vor irgendeinen Aspekt davonlaufen.
Wir tragen die Verantwortung in unserem Leben. Es gibt überzeugende Argumente, die unsere soziale Verantwortlichkeit betreffen. Wir müssen uns mit den Problemen um uns herum beschäftigen, insbesondere mit Ausbeutung und Ungerechtigkeit, denn das finden wir überall auf dieser Welt.
Das gibt uns den Anschein, als würden wir uns ständig im Krieg befinden oder einen Krieg vorbereiten. Für uns Menschen ist der Krieg nicht nur ein Begriff, sondern eine tägliche schmerzvolle Realität. Aber das Gleiche gilt für den Hunger, die Armut und die Krankheit, aber auch das leid in dieser Welt. Die Menschen leiden in dieser Überflussgesellschaft auf vielfältige Weise, und das Wichtigste von diesem Standpunkt ist es, Leid und Ungerechtigkeit zu beenden.
Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man dann seine Zeit mit Meditation verbringen? Es gibt einen Standpunkt, der überzeugend ist und besagt, um Krieg und Leid zu mildern und zu vermeiden, besteht darin, ihre Ursachen zu erkennen.
Aber was ist die Ursache des Hungers, der Kriege und des Leidens? Es gibt genug Öl, Nahrungsmittel und Bodenschätze auf dem Planeten, aber die Ursache für den Großteil des Leidens ist die Gier, und die Ursache der Gier sind Vorurteile und Hass.
Wir mögen unser Land, unsere Familie und unsere Religion, aber wir verabscheuen Menschen mit anderen Religionen, anderer Hautfarbe und anderen Sitten und Gebräuchen.
So gibt es Hamstern, Zusammenraffen, Gier, Hass und Unwissenheit. Im Verlauf der Geschichte hat es Revolutionen gegeben, die Verbesserungen gebracht haben, trotzdem treten noch immer die gleichen Probleme auf, die uns ständig belasten, aber warum?
Weil wir nicht an die Wurzeln der Probleme herangekommen sind. Der Kern des Problems liegt darin, das wir die Wurzel nicht in uns selbst wie Wut und Hass entdeckt haben, um zu verstehen, wie sich das in der Außenwelt auswirkt. Die Lösung könnte darin liegen, dass man lernt, sich von Ängsten und Vorurteilen, die in den Köpfen und Herzen der Menschen entstehen, befreit
Wir müssen lernen, die Welt so zusehen, wie sie ist und nicht Angst zu haben, was schmerzvoll ist, und verführen zu lassen, was angenehm ist.
Wir müssen entdecken, die Herzen für alle Menschen offen zu halten. Wir brauchen nicht mehr Öl, Nahrung, Geld oder etwas anderes Äußerliches, sondern Menschen, die verstehen, wie man sich nicht in Ärger, Furcht und Vorurteile verstricken lässt.
Meditation ist weder ein Luxus noch eine Weltflucht, sondern eine Möglichkeit, ein tiefes Gefühl für unsere Verantwortung zu entwickeln und zu lernen, von diesen Kräften gefangen genommen zu werden.
In den Meditation-Übungen lernen wir, was diese Erkenntnis für uns innerlich bedeutet, bevor wir dieses Verständnis in Begegnungen mit dem ökonomischen, sozialen und politischen Leiden in der Welt einbringen. Aber es besteht auch die Gefahr, dass wir die Meditation benutzen, um uns vor der Welt zurückzuziehen.
In der buddhistischen Tradition gibt es eine Lehre, die heißt „enge Feinde“ . Das festhalten maskiert sich als Liebe, aber es bedeutet etwas anderes. Wenn es sagt: „Ich liebe dich“ , dann meint es, „Ich klammere mich an dich fest, denn ich brauche dich, um ganz zu werden.“ Auch das Gefühl von Mitleid ist ein enger Feind. Es sagt: “Ach die armen Leute, wie schlecht es ihnen geht.“ Und das trennt uns in Wirklichkeit von den Menschen. Der „enge Feind“ von Gleichmut oder einem ausgeglichenen Geist ist Gleichgültigkeit. Sie maskiert sich als Gleichmut, weil wir das Gefühl haben, dass alles in Ordnung ist. Es bedeutet statt dessen, dass wir keine Gefühle für andere Menschen haben. Wirkliche Gleichmut entsteht, wenn wir unsere Herzen offen halten und alles, und was die Welt darbietet, mit Ausgeglichenheit, Liebe und Verständnis erleben.
Wir laufen vor der Welt nicht davon, sondern setzen uns in die Mitte nieder, richten unsere Aufmerksamkeit auf alles, was gegenwärtig da ist, egal ob es unerfreulich oder schmerzlich ist, wir fangen an, zu beobachten und zu lernen, aber auch zu lernen, wie wir auf weise Art mit allem in unserem Leben in Beziehung treten können.

Das Wollen des Einzelnen hat selten Erfolg, wenn es sich gegen die Menge stellt. Den Willen der Menge anzugreifen hat noch weniger Aussicht auf Erfolg. Und dennoch vermag der Wille der Menge das Wollen des Einzelnen nicht zu brechen.





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