Samstag, 20. Juni 2015

Achtsamkeit.

Immer und immer wieder den Geist betrachtend, der nicht betrachtet werden kann, kann man die Bedeutung deutlich sehen, genauso, wie sie ist.
Der Schlüssel, das „Wie“ der buddhistischen Praxis liegt darin, dass man einfach in einem nackten Gewahrsam der Gedanken, der Gefühle und der Wahrnehmungen, so wie sie sich ereignen, zu ruhen lernt.
Das sanfte Gewahrsam ist in der buddhistischen Tradition als Achtsamkeit bekannt. Es ist ein einfaches Ruhen in der natürlichen Klarheit des Geistes. Wenn ich mir meiner gewohnheitsmäßigen Gedanken, Wahrnehmungen und Empfindungen bewusst bin, statt von anderen mitgerissen zu werden, so schwindet deren Macht über mich.
Ihr Kommen und Gehen erlebe ich als natürliche Funktion meines Geistes . Allein durch das Anschauen von Vorgängen im Geiste gibt es Veränderungen. Es ist eine natürliche Klarheit der Freiheit.
Wenn ich aufrecht hinsetze, und atme normal ein und aus, so spüre ich das Gewahrsam des Einatmens und des Ausatmens, und gleichzeitig bemerke ich viele Gedanken, die mit dem Atem durch meinen Geist strömen.
Es können lange Gedankengänge werden, die man durch die Konzentration auf den Atem, die Richtung geben kann. Es strömen viele Gedanken durch das Gewahrsam, aber diese Erkenntnis durch die gemachte Erfahrung wird zu einem Erfolg, weil man jetzt weiß, wie viel an Gedanken durch den Kopf strömen.
Durch die Praxis des Atems lernen wir, dass die Gedanken und die Gefühle kommen und gehen, aber die Klarheit des Geistes wird nie gestört oder unterbrochen.
Im Geiste verändern sich die Gedanken und Gefühle ständig und spiegeln diese wider, wenn sie durch unseren Kopf ziehen, aber der Geist verändert sich nicht, denn er bleibt sauber und klar, ganz gleich, was er widerspiegelt.
Die Übung der Achtsamkeit kann einem schwer vorkommen, und man hat anscheinend keinen Erfolg, aber wenn man die Übung über einen längeren Zeitraum macht, dann wird man einen Erfolg haben, wenn der stellt sich erst nach längerem Üben ein.
Man soll nicht hetzen bei der Verrichtung der Übungen, sondern allmählich das Ziel erreichen.

Zunächst sollte man reiflich bedenken, wie ähnlich man den anderen ist: Sie erfahren Freude und Leid genau wie ich. Darum muss ich sie beschützen wie mich.


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