Samstag, 16. Mai 2015

Warum meditieren?

Warum meditieren?
Nachdem Buddha seine Erleuchtung erlangt hatte, ging er bei einer seiner Wanderungen auf einer Landstraße entlang und begegnete einen Wanderer.
Dieser sah in Buddha einen schönen Yogi von bemerkenswerter Ausstrahlung., und so soll es zu folgendem Gespräch gekommen sein.
Du scheinst außergewöhnlich zu sein,“ sagte der Wanderer. „Was bist du? Eine Art Engel oder Deva? Offensichtlich bist du kein Mensch.“
Nein,“ sagte Buddha.
Bist du dann vielleicht eine Art Gott?“ fragte der Wanderer.
Nein“, sagte Buddha.
Dann bist du doch ein Mensch.“ sagte der Wanderer.
Nein,“ erwiderte darauf Buddha.
Was bist du denn dann?“ fragte der Wanderer.
Buddha antwortete darauf: „Ich bin erwacht“.
Mit diesen drei Worten: „Ich bin erwacht“ wird der Kern aller buddhistischen Lehren umschrieben. Als Buddha wird jemand bezeichnet, der erwacht ist, und es bedeutet, jemand zu sein, der zur wahren Natur von Leben und Tod erwacht ist und inmitten der Welt sein Mitgefühl erweckt und befreit hat.
Die Meditation verlangt nicht von uns, dass wir Buddhisten werden und ständig in der Meditation spirituell versunkene Menschen sind, sondern lädt uns ein, die erwachenden Fähigkeiten in Anspruch zu nehmen, achtsamer, gegenwärtiger, mitfühlender und wacher zu sein.
Wir sollen lernen, dem Leben zu lauschen, das uns umgibt, und wach zu sein und wirklich gegenwärtig.
Zu was sollen wir erwachen? Wir erwachen zum „Dharma“. Das „Dharma“ bezieht sich auf die Gesetze und Lehren des Universums. Denn „Dharma“ ist die Weisheit, die immer gegenwärtig ist und die darauf wartet, entdeckt zu werden. Das „Dharma“ der Weisheit, zu dem wir erwachen können, ist die Wahrheit, die genau dort ist, wo wir sind, wenn wir uns auf die Wirklichkeit der Gegenwart einlassen. Denn wenn wir das tun und aufmerksam sind, dann beginnen wir die Merkmale des „Dharma“in eben dem Leben zu erkennen., das wir gerade leben.
Die ersten Merkmale des „Dharma“, die sich während der Meditation enthüllen, gehören Unbeständigkeit und Unsicherheit.
In einer buddhistischen „Sutra“ heißt es:
So sollst du denken über diese flüchtige Welt. Ein Stern in der Dämmerung, eine Luftblase im Fluss, ein Lichtblitz in einer Sommerwolke, ein Echo, ein Regenbogen, ein Trugbild und ein Traum.“
Je ruhiger du sitzt, je genauer du beobachtest, umso deutlicher wird dir, dass sich alles, was du siehst, in einem Zustand der Veränderung befindet. Doch gewöhnlich erscheint uns alles, was wir erleben, beständig – auch unsere Persönlichkeit, unsere Umwelt, unsere Gefühle und die Gedanken in unserem Kopf.
Genau das geschieht in unserem Leben. Nichts in unserem Leben bleibt lange Zeit beständig oder unverändert. Kann man einen bestimmten Geisteszustand über einen langen Zeitraum aufrechterhalten? Bleibt etwas im Leben lange gleich?
Wir werden zum nächsten Gesetz des „Dharma“ gebracht. Wenn die Dinge, die sich ständig ändern, unverändert bleiben, und uns daran festklammern, dann werden wir enttäuscht. Und leiden. Nicht, dass wir leiden müssen, und dass wir bestraft werden, es ist einfach der Lauf der Welt. Auch wenn wir darauf bestehen, dass es so bleibt, dann verändert es sich trotzdem, denn das Leben ist ein Fluss.
Wir müssen die Gesetze des Lebens anerkennen, aber wir fühlen auch, dass es einen anderen Weg geben muss. Es gibt ihn, den Weg der „Unsicherheitsweisheit“.
Das ist die Fähigkeit mit den Veränderungen zu fließen, um zu erkennen, dass alles sich in einem Wandlungsprozess befindet und man fügt sich in die Ungewissheit.
Denn Meditation lehrt uns, loszulassen und in der Mitte des Wandels zu bleiben. Wenn wir erkennen, dass alles unbeständig ist, und wir es nicht festhalten können, denn klüger zu leben ist es, zu entspannen und loszulassen.Gewinn und Verlust, Lob und Tadel, Lust und Pein gehören zum Leben dazu. Sie sind im Körper des Menschen hineingeboren. Loslassen heißt nicht, den Dingen gleichzeitig gegenüber zu stehen, sondern es bedeutet, sich in kluger und angespannter Weise um die Dinge zu kümmern.
In der Meditation muss man dem Körper eine sorgsame und respektvolle Beachtung schenken. Die Natur des Körpers ist es: wachsen, altern, gelegentlich krank werden und am Ende sterben.
Bei der Meditation empfinden wir den Zustand unseres Körpers: die Spannungen und Maß an Ermüdung oder Energie. Wir fühlen uns im Körper wohl, leiden an Schmerzen, sind dann wieder ruhig und dann rastlos. Die Meditation lässt uns uns empfinden, dass wir den Körper nicht besitzen, nur für kurze Zeit bewahren, und dass er sich selbst verändert, ohne uns zu fragen, d.h., ohne nach unseren Wünschen zu fragen. Das Gleiche gilt für unseren Geist und unser Herz, mit seinen Hoffnungen und Befürchtungen, mit Freude und Leid.
Das Gleiche gilt für unseren Geist und unser Herz, mit seinen Hoffnungen und Befürchtungen, mit Freud und Leid. Je länger wir meditieren, um so mehr Weisheit erwächst uns im Umgang mit dem Leben.
Anstatt uns vor schmerzhaften Erfahrungen zu fürchten und vor ihnen wegzulaufen oder nach angenehmen Erfahrungen zu streben in der Hoffnung, sie mögen andauern, erkennen wir schließlich, dass unser Herz die Fähigkeit hat, für all das gegenwärtig zu sein und voller und freier mit dem zu leben, was gerade da ist.
Wir erkennen, dass alles verschwindet und wir können uns mit Gelassenheit einrichten.
Wir meditieren, um zur Erkenntnis der Lebensgesetze zu erwachen. Wir erwachen, indem wir die Aufmerksamkeit von der Vielzahl unserer Gedanken und Gedanken abziehen und sie auf unseren Körper und unser Empfinden lenken, wir beginnen zu verstehen, wie unser Körper und unser Geist funktionieren, und so können wir eine weisere Beziehung zu ihnen aufnehmen. Der Kern dieses inneren Übungsweges ist das aufmerksame Lauschen und Achten auf unser Umfeld, auf unserem Körper, auf unseren Geist, auf unser Herz und auf die Welt um uns herum.
Das ist es, was als Achtsamkeit bezeichnet wird – eine sorgsame und respektvolle Achtsamkeit. Die Achtsamkeit, die wir durch die Meditation erlernen, kann sehr hilfreich sein.
Durch die Achtsamkeit lernt man, den inneren Stimmen zu zuhören. Die Achtsamkeit lehrt dir, auf Gefühle zu achten, dir die angenehmen , neutralen und unangenehmen Aspekte bewusst zu machen.
Der Glaube verdeutlicht nicht die Wirklichkeit, sondern nur durch die Erfahrungen lernen wir die Wirklichkeit kennen, denn die Dinge ändern sich.
Die Meditation lässt uns eine natürliche, offenherzige, nicht bewertende Bewusstheit unseres Körpers und unserer Gefühle entdecken. Diese gütige und offene Bewusstheit können wir dazu bringen, alles wahrzunehmen, was unseren Geist ausmacht. Die Gesetze der Unbeständigkeit lernen wir zu verstehen und zu vertrauen. Wir fangen damit an, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist. Wir beginnen zu begreifen, wie wir zu allem was ist, mitfühlend, gütig und weise eine Beziehung herstellen können.

Für gesundes mentales und emotionales Wachstum brauchen wir eine sanfte, erfahrene und ausbalancierte Einstellung die unsere Extreme vermeidet. Werden wir arrogant oder selbstgefällig, so besteht das Gegenmittel darin, sich seiner eigenen Probleme und Leiden bewusst zu werden, um uns auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. Fühlen wir uns jedoch überwältigt, mutlos, hilflos oder depressiv. Dann ist es wichtig an unsere positiven Eigenschaften oder Erfolge zu denken um der Seele einen Auftrieb zu geben.

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