Samstag, 23. Mai 2015

Mit Gefühlen arbeiten.

Mit Gefühlen arbeiten.
In jedem Menschen gibt es Zorn, Furcht, Hass, Gier und Aggression, sie gelten als das Böse, und dieses Böse liegt in der menschlichen Natur.
In der Meditation lernen oder sollen wir lernen, mit diesen Energien umzugehen, und so zu Mitgefühl, Achtsamkeit und Offenheit zu gelangen.
Man bemerkt auch das Wechselspiel von Stimmungen, Geisteszuständen und Gefühlen, die sich verändern und das Erleben beeinflussen. Empfindsamkeit, Gefühle und Stimmung im Verstand und im Herzen einen starken Einfluss auf das Leben haben und den Ablauf dieses Lebens beeinflussen.
Viele Menschen glauben, dass sie erst dann wirklich meditieren können, wenn sie all ihre Probleme los geworden sind. Aber diese Probleme sind ein wichtiger Teil unserer Reise. Auch wenn wir viele Ansichten darüber haben, was gut oder nicht gut ist, aber wissen tun wir es nie genau. Wenn wir denken, das Gefühl z.B. Ärger oder Groll vermeiden, dann stellt sich unter Umständen heraus, wir sind für eine Lektion offen geworden, die wir zu lernen haben.
Wenn wir unseren Ärger einmal gründlich untersuchen und lernen, ihn ohne Bewertung zu akzeptieren, dann wird der erste Schritt dazu sein, ihn so zu verstehen,das eine tiefgreifende Wandlung hin zur Vergebung einleitet.
Das erste Gefühl, was Menschen in der Meditation erleben, ist Verlangen bzw. der wünschende Verstand. Man bezeichnet ihn auch als der „Wenn-doch-nur-Verstand“. Wenn ich da sitze und dem Atem folge, so sagt plötzlich der Verstand: „Wenn ich nur etwas zu essen hätte“ oder „wenn es nur wärmer wäre“ oder „wenn ich nur ein bequemeres Kissen hätte“. Der wünschende Verstand lässt nicht locker, denn es gibt immer etwas, was ich im gegenwärtigen Augenblick nicht habe, aber was ich haben möchte, um das verlangen zu befriedigen.
In der Meditation können wir mit unseren Wünschen auf gleiche Weise umgehen wie mit den Körperempfindungen. Es ist nicht sinnvoll, sie zu unterdrücken, denn an einer anderen Stelle erscheinen sie wieder.
Man beginnt damit, mit Hilfe der Wünsche zu mehr Einsicht und Verständnis zu kommen, und von ihnen kann man lernen, über das Verständnis zu einer gewissen Freiheit zu gelangen.
In der Meditation wird man versuchen, die Wünsche nicht zu erfüllen, sondern man wird sitzen bleiben, ihnen nachspüren und erkennen, worin ihr Wesen besteht. Du wirst beobachten, wie sie entstehen, du wirst sie fühlen, wie sie sich im Körper äußern, und schließlich verschwinden sie, und neue entstehen.
Man wird die Wünsche als unbeständige Wesen erfassen und erkennen, dass man sich nicht jeden Gedanken oder Wunsch zu erfüllen braucht. Man lernt, dass man eine Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten hat, wie man auf Wünsche reagiert, wenn sie auftauchen, und man entdeckt eine neue Art von Freiheit, denn man gehorcht nicht mehr seinen Wünschen, sondern man entscheidet sich, denn man reagiert auf eine neue Art und Weise.
Wenn sich der wünschende Verstand meldet, dann kannst du entscheiden, ob du dem Wunsch nachkommst oder nicht, denn die Entscheidung liegt bei dir. Man muss den Weg für diese Entscheidungen finden. Man kann sitzen bleiben und den Wunsch anerkennen. Zum wünschenden Verstand gibt es das Gegenstück: Abneigung, Ärger oder Furcht. Denn es gibt verschiedene Arten von Widerstand. Normalerweise hat man Furcht, Ärger und Abwertung unbewusst zum Ausdruck gebracht. Aber um in der Meditation mit ihnen zu arbeiten, muss man ihnen in das Gesicht sehen. Du kannst den Wünschen folgen, oder sie wegstoßen oder ihnen mit offenen Armen entgegengehen. Wenn man ärgerlich ist, kann man sitzen bleiben. Kommt das Gefühl von Ärger auf, dann versucht man zu erforschen, was hinter dem Ärger liegt.
Ärger bedeutet oft, ein Gefühl von Verletzung oder Furcht oder Verlust zu haben. Man fühlt wie wenig Mitgefühl oder Freundlichkeit man sich selbst und anderen entgegenbringt. Am heilsamsten ist es, den Ärger zu akzeptieren, feststellen, woher er kommt und man richtet die Aufmerksamkeit darauf.
Das Abschweifen der Gedanken während der Meditation ist nicht abwertend zu betrachten, sondern es gibt auch einen abwertenden Verstand.
Die Furcht ist eine weitere Emotion, vor der wir nicht wegrennen sollten. Man soll die Furcht, wenn man sie erkennt, mit Freundlichkeit aufnehmen, so wird die Furcht zum Freund.
Wenn die Müdigkeit in der Meditation auftaucht, dann kann man sie aufnehmen, und sie in die Meditation eingliedern. Sie wird dann zu einem Teil der Meditation.
Das gegenteil der Meditation sind Müdigkeit, Unruhe und Besorgnis, und man muss versuchen, wie sich die Unruhe anfühlt.
Wir versuchen vor der Müdigkeit, der Einsamkeit, der Langeweile, der Unruhe und der Furcht davonzulaufen, aber wir können sitzen bleiben, und wir können diese Emotionen auch aufnehmen, so dass sie für uns Freunde werden.
Eine häufige Erfahrung während der Meditation ist das Auftauchen des Zweifels. Wenn der Zweifel auftaucht, dann kannst du dich verbeugen und sagen:“Jeder hat seinen Zweifel.“
Aber es gibt verschiedene Arten von Zweifel:, den kleinen Zweifel: „Ich kann es nicht,“ aber es gibt auch den großen Zweifel, der eine tiefere Fragestellung hat: „Was bist du? Wesen des Herzens, deines Verstandes und deines Bewusstseins?“ Das führt zur Erkenntnis und zum Verstand.
Bei der Meditation erlebt man nicht nur Schwierigkeiten, sondern auch Gefühle von Liebe, Glück, Wonne und Begeisterung. Man muss sie nicht unterdrücken, sondern was da erscheint, öffnen und zwar bewusst, weise und freundlich.
Wenn wir von vielen Dingen im Leben abgeschnitten werden, so werden wir durch den Prozess der Meditation und das aufmerksame Beobachtung das nach und nach begreifen. Wenn man Stimmungen und Gefühle benennt, so erkennt man: Gedanken kommen schnell und dauern allgemein einige Sekunden. Körperempfindungen sind langsamer und Stimmungen liegen in der Mitte.
In der Regel gibt es mehrere unterschiedliche Gefühle, die nicht lange anhalten und von anderen Gefühlen abgelöst werden. Es tauchen immer unterschiedliche Gefühle auf, die sich unterschiedlich äußern. Die Gefühle kommen und gehen, weil es die eigene Meditation ist, aber man braucht die Gefühle nicht fürchten, denn diese treten auch während der Meditation in Erscheinung.
Der Atem ist das wichtigste Objekt der Aufmerksamkeit.

Das Gelingen ist eine Frucht der vollkommenen Kenntnis Deiner selbst und der Mechanismen der Welt. Der gesellschaftliche Erfolg bleibt zerbrechlich, bedroht, wenn er nicht in einem inneren Gelingen wurzelt.




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