Freitag, 23. Mai 2014

Die Schuld von Conchita Wurst


Der Metropolit von Montenegro behauptet jetzt, dass Conchita Wurst Schuld sei, dass Gott die Balkanflut geschickt habe, denn das sei die Strafe für das Ver­halten von Wurst.
Das sind wirklich die Worte eines Mannes, der mit Gott in telepathischer Ver­bindung stehe.
Was soll man von einer derartigen Aussage halten, gerade von einem Kirchen­mann, der seinen Glauben an die Menschen vermitteln will, damit diese Men­schen an ein ausgedachtes Wesen glauben, d.h., nur glauben, denn Gott hat noch niemand gesehen, auch ich nicht.
In dieser Aussage widerspricht sich der Inhalt der christlichen Religion mit der Aussage eines Kirchenmannes, denn man respektieren sollte, aber nur als Kir­chenmann.
Der christliche Glauben geht davon aus, dass Gott den Menschen vergibt, denn die Vergebung von Sünden oder gemachten Fehlern ist in dieser Religion sehr wichtig, denn nur so können wir miteinander kommunizieren, und zwar in Ruhe und in der Hingebung zur Freundlichkeit.
Ich persönlich habe noch nie erlebt, dass ein Mensch keine Fehler begeht, auch wenn Menschen behaupten, sie seien ohne Fehler.
Doch man muss sich eingestehen, dass wir fehlerhafte Wesen sind.
Der Metropolit hätte einmal darüber nachdenken sollen, warum die Menschen ins Gesamt gesehen so unterschiedlich sind. Der eine ist heterosexuell, der an­dere homosexuell und wieder einer, der dazwischen steht wie Conchita Wurst. Aber Conchita Wurst ist ein Mensch wie wir alle.
Wenn es einen Gott gibt, so kann man davon ausgehen, dass dieser Gott uns Menschen geschaffen hat, und uns alle Möglichkeiten mitgegeben hat, uns so darzustellen wie wir uns fühlen. Der eine ist als männliches Kind geboren, aber er fühlt sich als Mädchen. Der andere fühlt sich zu seinen Altersgenossen hin­gezogen und wird als Homosexueller bezeichnet. Warum auch nicht, denn wir haben alles von der Natur mitbekommen, und eines Tages entscheiden wir uns, für einen Weg, den wir gehen bzw. betreten wollen.
Der Metropolit musste wahrscheinlich etwas sagen, besonders darüber, wer die Schuld an der Balkanflut hat. Also musste irgendetwas an den Haaren herbei­gezogen werden, dem man die Schuld geben konnte, und diesmal war es Con­chita Wurst.
Der Metropolit hätte mehr über die Natur nachdenken sollen, und darüber, wie lange schon die Erde durch das Weltall treibt, es sollen über vier Milliarden jahre sein, und in dieser Zeit hat sich auf unserem Planeten sehr viel ereignet, Dinge, von denen wir nichts wissen, nur die Forschung bringt hin und wieder etwas zu Tage.
Der Glaube des Metropoliten ist erst etwa zweitausend Jahre alt, und wurde von Menschen erschaffen, und wurde in der Vergangenheit im Detail manchmal verändert, sowie es den Kirchenmännern gefiel.
Die Schuld an der Balkanflut hat die Natur, die Unwetter, die über den Balkan tobten bzw. austobten. Solche Fluten hat es auf unseren Planeten schon immer gegeben, so hat es in der Vergangenheit auch manchmal keine Polkappen aus Eis gegeben, und der Wasserstand der Meere war wesentlich höher.
Ich sage nur eins: wir müssen mit der Natur leben, und müssen darauf schauen, wie wir uns am besten schützen können. Vor Conchita Wurst brauchen wir uns nicht schützen, ich finde ihn eigentlich sehr reizend.
Aber ich verachte den Metropoliten nicht, denn er ist ein Mensch wie ich und macht auch seine Fehler sowie ich.

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