Samstag, 2. November 2013

Begraben auf dem jüdischen Friedhof

Begraben auf einem jüdischen Friedhof
Warum habe ich dieses Thema genommen? Es hat sich zufällig so ergeben, denn am 31.Oktober 2013 habe ich im Fokus den kleinen Hinweis gelesen, dass der ehemalige „Gestapo-Müller“ auf einem jüdischen Friedhof beerdigt sein soll. Es ist schon etwas eigenartig von mir, einen Menschen, der schon verstorben ist, hier in diesen wenigen Zeilen zu erwäh­nen.
Müller war im dritten Reich Chef der Gestapo ( Geheime Staatspolizei), und er war dafür verantwortlich, dass Millionen Juden in den Konzentrations- und Vernichtungslagern getötet wurden. Und jetzt liegt er auf einem jüdischen Friedhof begraben, also unter den Menschen, die er von 1933 bis 1945 töten ließ. Man könnte es lustig empfinden, aber ich finde es nicht für lustig, auch nicht für abartig, denn geschehen ist geschehen. Warum es geschehen ist, das liegt oder lag an der damaligen Zeit. Der zweite Weltkrieg war zu ende, und es lagen noch Tote herum, die man unbedingt entsorgen musste, also wohin mit den Toten.
Bei der Leiche von Müller hatte man den Ausweis in deiner Tasche seiner Uniform gefunden, und beim Vergleich von Ausweisbild und Gesicht des Toten festgestellt, dass es Gestapo-Müller war. Vielleicht sollte Müller nicht in die Hände der Alliierten fallen, und man nahm seinen Leichnam und begrub diesen auf einen jüdischen Friedhof.
Lange Zeit galt Müller noch als lebend, aber jetzt stellte sich heraus, dass er schon im August 1945 tot war.
Im Grunde genommen kann es gleich sein, wo Müller´s Leichnam liegt, ob bei den jüdischen oder christlichen Toten, denn alle Menschen sind als Tote gleich. Das er jetzt bei den Toten liegt, die er als Lebende in die Konzentrations- und Vernichtungslager schickte ist vermutlich versehentlich geschehen, aber man sollte ihn bei diesen Toten liegen lassen, vielleicht verstehen sie sich jetzt besser als zu Lebzeiten.
Es werden sich vermutlich Menschen, die das gelesen haben, darüber aufregen, aber der Hass der Menschen gegen ist im Tode aufgehoben, denn die Toten kennen keinen Hass, weil sie im Tode wirklich gleich sind.
Ob Müller die jüdische Bevölkerung gehasst hat, darüber kann ich nichts sagen, aber er war auf Macht besessen, und er nahm deshalb den Chefposten bei der Gestapo an, weil er dann direkt an der Quelle der Macht saß. Er hat nicht nur Ju­den in die Vernichtungslager geschickt, sondern auch andere Menschen, die ihm oder den anderen Nazis nicht gefielen.
Gestapo-Müller ist ein Teil der Vergangenheit des deutschen Volkes und wird es auch immer bleiben, obwohl er auf ei­nem jüdischen Friedhof begraben wurde.
Mag Müller in Frieden ruhen sowie auch die anderen Menschen, die dort liegen und sich ausruhen.


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