Dienstag, 25. September 2012

Arm und reich

Die Begriffe „arm und reich“ sind Gegensätze in einer Aussage über eine Situation, die zwischen Menschen be­stehen kann. Denn „arm“ ist, wenn man nur das Nötigste für das tägliche Leben hat, d.h. wenn man täglich über­leben kann.
Reich“ ist, wenn man zu viel für das Leben hat, also wenn man mehr besitzt als man verbrauchen kann. So be­deutet das „Reich sein“ , den Armen von seinem Reichtum etwas abzugeben, damit die Armen auch leben können, damit sie sie sich keine Sorgen darüber machen müssen, wie sie die nächsten Tage überstehen müssen, oder ob sie den nächsten Tag noch überleben können.
Wie sind eigentlich diese Begriffe in dieser Form entstanden? Das wäre jetzt einmal die erste Frage. Wie ist es zu den Begriffen „Arm und Reich“ eigentlich gekommen, und wie entstanden die Merkmale?
In der Tierwelt haben wir die Merkmale nicht, denn da geht es darum, den Nachwuchs zu zeugen, und um die Jagd nach Beute, damit ich überleben kann. Man kann sagen: Zeugung und Beute. Es gibt kein arm und reich, sondern es gibt nur das Überleben und natürlich auch das Sterben, was es bei uns Menschen auch gibt, denn wir sind auch nichts anderes als Tiere, und wir gehören zur Tierwelt dieses Planeten.
Doch wir haben uns der Tierwelt entfernt, und wir Menschen sind scheinbar in eine andere Richtung gegangen oder haben uns anders entwickelt.
Am Anfang unserer Entwicklung waren wir Jäger und Sammler. Wir haben unsere Nahrung gesammelt und haben das Wild gejagt, um zu überleben, aber gleichzeitig haben wir Fähigkeiten entwickelt, die uns selbst verändert ha­ben aber auch unser Leben. Es ging nicht mehr um das Sammeln von Beeren und Wurzeln, sondern wir gebaut, zuerst unsere Unterkünfte und dann haben wir Gegenstände für den Lebensalltag gebaut, um uns das Leben zu er­leichtern. Damit begann der Tauschhandel und später der Handel allgemein, es wurde das Geld in Form von Mün­zen entwickelt.
Jetzt war auch die Basis des Kapitals geschaffen, denn begann auch der Unterschied zwischen „arm und reich“. Die einen arbeiteten für wenig Kapital, und die anderen wurden reich, indem sie mit dem erarbeiteten handelten, sie schufen sich ihr eigenen Kapital. Dazu kam natürlich noch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen menschlichen Gruppen, die sich zu Völkern bildeten, aber dieser Kampf begann schon früher. Denn man führte anfangs Kriege wegen der Nahrungsmittel, denn man wollte auf dieser Welt überleben. Um die Gruppen oder spä­ter auch Völker führen zu können, schuf man innerhalb dieser Gruppen Führungspersönlichkeiten, die sich nicht nur zu guten oder auch schlechten Führern entwickelten, nein, diese Herren entwickelten einen untrüglichen Sinn für den Diebstahl von fremden Eigentum, um sich zu bereichern.
Der Kapitalismus entwickelte sich über den friedfertigen Handel und den kriegerischen Auseinandersetzungen, durch Eroberungen und Diebstahl von fremden Eigentums.
Damit entstanden auch die Begriffe wie „arm und reich“.
In einer der neuesten Studien hat man festgestellt, dass die wenigen Reichen immer reicher werden, und vielen Armen immer ärmer. Die Reichen haben ein Vermögen angesammelt, das ausreichen würde, allen Staaten auf die­sem Planeten den Haushalt gut zu sanieren.
Ich bin eigentlich sehr erstaunt, weil es so viele Arme auf unserem Planeten gibt, was nicht hätte sein dürfen, weil wir alle Menschen sind, und wir alle haben das Recht zu leben. Aber wahrscheinlich sind noch die frühmenschli­chen Verhaltensweisen in uns, die uns immer noch als Jäger und Sammler auszeichnen. Aber warum?
Heute jagen wir nicht mehr Tiere, um das Überleben zu sichern, oder sammeln Beeren und Wurzel, sondern wir jagen das Kapital in Form von Immobilien und Kapitalanlagen, die höhere Zinsen auf unser Kapital bringen. Wir sammeln dazu andere Schätze die auch Kapital erbringen, und wir bilden für uns selbst ein Kapital, von dem wir gut leben können, aber von dem auch andere leben können, wenn wir es wollten. Das meiste Kapital wird nicht mehr durch Arbeit erlangt, sondern jetzt über den Rechner im eigenen Büroraum. Wir schalten den Rechner ein, geben dann das Wort Immobilien ein und schon erscheint der Gegenstand auf dem Rechner, und wir brauchen nur zu zugreifen.
Obwohl es sehr viel Kapital in privater Hand gibt, so gibt es mehr Armut unter den Menschen. Aber warum ist es so? Ist unsere Psyche so gestört, dass man nicht einmal bemerkt, wie es den anderen Menschen geht, oder ist et­was in uns Menschen, das uns ausbremst und sagt: für die Armen nichts machen, die sollen selbst mit ihrer Situa­tion fertig werden.
Ich kann es leider nicht sagen, was sich in uns Menschen manchmal abspielt. Oft habe ich das Gefühl, es ist so wie: man erschlägt einen Menschen, setzt sich danach neben dem Erschlagenen nieder und weint und meint dann: mir tut der arme Erschlagene leid, weil er jetzt tot ist. So scheint es auch zwischen arm und reich zu sein, denn der Reiche wird manchmal auch sagen: die armen Armen tuten mir sehr leid.
Vielleicht beschäftige ich mich später noch einmal mit der Armut und dem Reichtum, aber jetzt möchte ich mit dem Gedanken schließen: wie seht ihr die beiden Begriffe in der menschlichen Praxis oder im menschlichen Zu­sammenleben?


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