Freitag, 3. August 2012

Ich habe auf Dich gewartet.....


Gestern sahen meine Frau und ich einen Krimi im Fernsehen. In diesem Krimi ging es um den Tod von 12 Men­schen.Es waren schwerkranke Menschen die von jüngeren Menschen in Form der Krankenhauspflege betreut wurden.
Diese Menschen machten einen Schiffsausflug auf dem Bodensee, und was dann geschah macht mich sehr nach­denklich. Dieser Krimi war nicht mit großen Aktionen vollgepackt, aber mit viel Nachdenklichem.
Ich bin eigentlich erst später darauf gekommen, und zuerst ein bisschen gelangweilt gewesen, aber gerade die tiefgründigen Aktionen zeigen ihr wahres Gesicht in der Stille des Nachdenkens, und so war es auch bei mir.
Ich hörte dann gegen Ende des Krimis die paar Worte „ich habe auf Dich gewartet....“. Diese Worte sagte eine Frau zu ihrem Mann, der gerade das Zyankali eingenommen hatte, um seinem schwer geprüften Leben ein Ende zu setzen.
Auch ich griff diese Worte gleich auf, und ich machte mir die Gedanken darüber, was unter diesen Worten zu ver­stehen ist. Sind es Worte, die nur ein älterer Menschen, der mit einem anderen älteren Menschen zusammenlebt, verstehen kann? Ich weiß es nicht, aber mit diesen Worte wurde meine Psyche getroffen, denn ich begann über diese Worte nachzudenken.
Wenn ich zu meinem Lebenspartner sage, mit dem ich über 48 Jahre zusammenlebte oder noch zusammenlebe, „ich warte auf Dich...“, dann meine ich damit: jetzt zum Lebensende sind wir zusammengekommen. Wir haben al­les und vieles gemeinsam erlebt und durchlebt, und ich habe auf Dich gewartet, und jetzt bist Du da. Bringen wir beide den Rest dieses Lebens zu ende, denn es ist unser Leben das wir 48 Jahre gelebt haben.
Ich befinde mich jetzt, so auch meine liebe Frau, in der Endphase eines Lebens, das sehr schön und geistig sowie psychisch ergiebig war. Es war bisher ein schönes Leben, und wir beide haben uns sehr intensiv angenähert, so dass man bald sagen könnte, wir seien eins geworden. Alles was wir machen, machen wir gemeinsam, und wenn einer einmal im Krankenhaus ist, dann fehlt es dem anderen, und der andere bekommt Sehnsucht nach dem feh­lenden Partner. Diese Sehnsucht wird immer intensiver, und es ist so, als wenn man mit seinem Partner eins ist, also nur eine Person.
Es ist so, der Partner hat gewartet, ein langes Leben, dann haben wir uns vereint, schon vor dem Tode, und nicht erst nach dem Tode.
Dieses warten war für mich sehr schön, denn es weckte in mir ständig die Sehnsucht, mich mit meinem Partner geistig und psychisch zu vereinen, um mit ihm eins zu werden. Denn ich möchte mit meinem Partner eins werden, und gemeinsam die letzten Tage, Wochen, Monate und Jahre mit ihm gemeinsam verbringen.
So soll das Warten nicht umsonst gewesen sein, sondern das Warten soll mit Inhalt erfüllt und ausgestattet wer­den, um seinen hohen Zweck zu erfüllen.
Meine lieben Freunde, wartet ihr auch auf jemanden, mit dem ihr die letzten Jahre in der Schönheit und Abendrö­te des Leben verbringen wollt, mit der Gemeinsamkeit von Geist und Psyche?
Ich wünsche heute, der Mensch würde die Abendröte des Lebens verstehen, um auf einen anderen Menschen war­ten zu können, mit dem er den schönen Lebensabend abschließt. Ich wünsche Euch meine Lieben alles Liebe und Gute im weiteren Leben, und das euer Geist in der Abendröte des Lebens aufgeht.




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