Montag, 30. Juli 2012

Weg in die Vergangenheit


Heute bin ich in die Vergangenheit zurückgekehrt. Als ich das Grundstück des großen oder der großen Gebäude­komplexe betrat, betrat ich auch die Zeit, als ich dort als junger Soldat stationiert war. Ich wurde 1960 zur Luft­landepionier-Einheit nach Bruchsal versetzt. Man benötigte bei dieser Einheit junge Unteroffiziere für die Ausbil­dung der Mannschaften zu Fallschirmjägern und Pionieren. Damals nahm ich diese Versetzung gerne an, denn sie brachte für mich ein neue Aufgabe, aber ich kam damals auch in einen neuen Standort, und lernte wieder neue Menschen kennen.
Es war die Dragoner-Kaserne. Dort waren vor dem Ersten Weltkrieg die gelben Dragoner des badischen Fürsten­hauses stationiert, und jetzt wurden wir die Herren dieser Kaserne, die 1960 sehr herunter gekommen war, aber man begann damals schon mit dem Aufbau dieser Kaserne.
Eigentlich war es schön in diesen alten Backsteingebäuden zu leben, und auch wir Pioniere brachten Leben in diesen neuen Standort Bruchsal. Bloß die ständigen Kommandos zu anderen Einheiten blieb auch hier bestehen, weil die Division weiterhin ihre Finger im Spiel hatte.
Ich blieb in der Dragoner-Kaserne bis 1964, dann kam ich in die Eichelberg-Kaserne zum Stab der 1.Luft-Lande-Division, und dort blieb ich bis 1970, danach nahm ich dann mein Studium an der Uni Mannheim und Uni Hei­delberg auf.
Das Schöne war meine Hochzeit mit einer jungen Bruchsalerin, und am 7.August 2012 sind wir 48 Jahre verhei­ratet. Ich habe die Stadt Bruchsal und ihre Umgebung sehr lieb gewonnen, denn Bruchsal stellt für mich meine Heimat dar, denn geboren wurde ich an der deutsch-russischen Grenze. Hier in Bruchsal möchte ich auch blei­ben, denn auch meine Tochter ist in Bruchsal geboren worden. Sie ist eine echte Bruchsalerin.
So besuche ich hin und wieder die Dragoner-Kaserne, die seit 1994 nicht mehr von Militär belegt ist, sondern zu einer Universität wurde, was wohl eine sehr schlechte Entscheidung war. Jetzt ist sie auch keine Universität mehr, sondern wird von Gymnasien und der Stadtverwaltung Bruchsal und einigen Firmen aus Bruchsal benutzt.
Ich durchstreife die Dragoner-Kaserne sehr gerne, weil die Erinnerungen an vielen Kameraden noch vorhanden ist, und manchmal sehr die diese Kameraden, wie sie durch die Kaserne gehen, und wie wir uns unterhalten. Viele Kameraden sind nicht mehr da, sie wohnen woanders oder sind schon verstorben, aber für mich leben sie noch immer, sobald ich durch das Kasernengelände streife.
Es ist schon eigenartig wie deutlich Erinnerungen sein können, besonders in den letzten drei Jahren sind die Erin­nerungen an die Erlebnisse in der Vergangenheit aktueller geworden, aber auch sehr schön, weil sie sich deutli­cher darstellen und sich mir auch so offenbaren.
Ich bin glücklich darüber, und ich werde auch weiterhin die Dragoner-Kaserne aufsuchen, denn sie war einst ein Teil meiner Heimat gewesen, aber auch ein Teil der Kameradschaft und des Fallschirmspringens mit den Kame­raden. So etwas kann man einfach nicht vergessen, denn besonders das Fallschirmspringen war eine besondere Leidenschaft von mir.
Doch heute springe ich nicht mehr mit dem Schirm, denn ich bin alt geworden. Es ginge vielleicht noch, aber bei welcher Einheit sollte ich schon springen.
Aber es bleiben die schönen Erinnerungen an das Fallschirmspringen und an die Kameraden.

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