Freitag, 30. März 2012

Doktortitel und Doktorarbeit

Heute möchte ich mich einmal mit den Titeln der sogenannten Doktoren befassen. Früher galt der Doktortitel etwas, denn es gab nur wenige davon. Wer seinen Doktortitel machte, der musste sich wissenschaftlich mit einem Thema auseinandersetzen. Gut, davor wurde der Doktortitel verliehen, oder diejenigen, die meinten, sei seien reif für einen Doktortitel, die verliehen sich diesen Titel selbst.

Aber gehen wir einmal davon aus, dass der Doktortitel durch eine wissenschaftliche Arbeit erarbei­tet bzw. erworben werden muss. Hier beginnt dann ein Zeitproblem für den Kandidaten. Er kann nach dem Abschluss seines Studiums, wenn er das Diplom in der Tasche hat, den Doktortitel be­kommen, wenn er sich ein Thema wählt, über dem er wissenschaftlich arbeiten will. Hier muss man auf das Wort „wissenschaftlich“ achten, denn jede Doktorarbeit benötigt eine wissenschaftliche Grundlage, aber auch etwas Anderes, nämlich einen Begleiter für die Zeit, in der die Doktorarbeit angefertigt wird. Der Begleiter wird der „Doktorvater“ genannt, er ist auch gleichzeitig ein Mit­glied der späteren Jury, die die Arbeit beurteilt und dann den Doktortitel vergibt.

So sieht die Situation vor Beginn aus, wenn ich mit der Doktorarbeit anfange. Ich habe selbst kei­nen Doktortitel, denn dazu reichen meine geistigen Qualitäten nicht aus. Gut, ich lasse hier einmal die Spekulationen weg, warum es bei mir zu einem Doktortitel nicht gereicht hat.

Also in früherer Zeit war es schon schwierig, an einen Doktortitel zu kommen, denn man benötigte die Finanzen für diese Zeit. Aber hier komme ich dann zu dem Zeitraum, in der eine Doktorarbeit angefertigt werden soll. Man braucht mindestens zwei Jahre, wenn man sich ganz in die Arbeit hin­ein hängt und nichts anderes macht, als sich nur mit der Doktorarbeit zu beschäftigen.

Wenn man schon berufstätig ist, dann werden es schon drei bis fünf Jahre. So hatten einige Politi­ker das Vergnügen, sich durch andere Menschen die eigene Doktorarbeit schreiben zu lassen, oder sie haben für ihre Arbeit alles abgeschrieben. Besonders bei von Gutenberg, ehemaliger Verteidi­gungsminister, fiel diese Mogelei auf, weil sich die Presse für die Doktorarbeit interessierte.

Aber es gibt auch genügend andere Kandidaten von Doktorarbeiten, die sehr erfolgreich gemogelt haben, so könnten die Universitäten bestimmt fünfzig Prozent dieser Arbeiten als ungültig erklären, wenn man bedenkt, dass man sich schon früher Doktortitel kaufen konnte mitsamt der Arbeit.

Heute kann man sich offiziell aus dem Internet für 39 Euro einen Doktortitel kaufen, der aber Dok­tor h.c. genannt wird. Aber ich werde mir diesen Titel nicht kaufen.

Ich würde heute nicht einmal einen Doktortitel erarbeiten, denn bei der Doktorschwemme sehe ich nur die gekauften Titel, und man würde auch meinen Titel unter den gekauften stellen.

Es gibt sogar viele Ärzte, die auf einen Doktortitel verzichten, denn ihre Fähigkeiten bestimmen, ob sie gute oder schlechte Ärzte sind, aber nicht der Doktortitel.

Ich wäre dafür, den Doktortitel abzuschaffen, weil er nur noch eine Zierde für das Kapital ist, denn wer das Geld hat, der kann sich auch einen Doktortitel kaufen. So einfach ist es heute.

Wirkliche wissenschaftliche Arbeit ist das Ergebnis aus dieser Arbeit, wenn das Ergebnis auch nur vorläufig ist, denn ich habe schon gelernt, dass die meisten Erkenntnisse nur vorläufige sind, weil diese Erkenntnisse erst in der Praxis beweisen müssen, ob sie tauglich sind und der Tatsache oder Realität entsprechen.

Die meisten Titel von Doktorarbeiten sind mehr als Toilettenpapier geeignet, denn für die alltägli­che Arbeit taugen sie nichts. Sie sind einfach nur Hirngespinste oder für das Philosophieren geeig­net.

Aber ich will hier nicht päpstlicher sein als der Papst, auch wenn der keine Ahnung von der Wirk­lichkeit hat, in der die Menschen leben und leben müssen.

Anstelle der Doktortitel sollte man das Leben der Menschen verändern.



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