Mittwoch, 28. März 2012

Die Todesstrafe

Die Medien schreiben noch immer über die Todesstrafe, und sie weisen daraufhin, dass es noch in vielen Ländern die Todesstrafe als Vollstreckungsmittel einer Verurteilung gibt. Aber viele Länder haben dieses Vollstreckungsmittel aus ihrer Verfassung entfernt, denn sie sehen in dieser Art der Bestrafung keine sinnvolle gesetzliche Handhabe gegen das Verbrechen.

Bei einer Verurteilung zum Tode gibt es immer einen bitteren Beigeschmack, denn man fragt sich: wenn das Urteil ein Fehlurteil ist, was geschieht dann? Der Getötete kann nicht mehr in das Leben zurückgeholt werden, denn er bleibt tot. Und die Angehörigen stehen vor einem psychischen Di­lemma, das sie selbst nicht lösen können, weil sie zuerst durch das Todesurteil gegen ihren Angehö­rigen betroffen sind, dann die Vollstreckung des Urteils, und jetzt die Feststellung, dass der Verur­teilte unschuldig ist. Wer hält das durch?

Es geht auch um die Angehörigen und nicht nur um den Verurteilten, wenn eine Strafe ausgespro­chen wird. Wird ein Angeklagter für schuldig befunden, und wird er dann zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, denn besteht die Hoffnung, wenn es ein Fehlurteil ist, dass er als Lebender die Haftanstalt oder Vollzugsanstalt verlassen kann.

Warum wird noch immer der Tod als Strafmittel für Kriminelle genommen? Eine Haftstrafe genügt auch, und diese Strafe ist ein gutes Mittel, um Verbrechen zu bekämpfen.

Ich habe in meinem Religionsunterricht gelernt, „du sollst nicht töten“ . Es ist auch richtig, wenn Religion oder Philosophie drauf hinweisen, besonders in unserer heutigen Zeit, dass das Töten in unseren Gesellschaften nicht mehr zulässig ist.

Wenn auch ein Menschen einen anderen tötet, so hat die Gesellschaft nicht das Recht, den Men­schen selbst zu töten, der getötet hat. Für dieses Delikt können andere Arten und Formen von Sank­tionen angewendet werden. Aber in der Bibel steht auch, das man Gleiches mit Gleiches vergelten soll, denn wenn man einen Menschen getötet hat, dann wird man selbst getötet.

Ich möchte jetzt nicht auf die Bibel als Wort Gottes eingehen, vielleicht mache ich es später einmal.

Aber hier sieht man schon die Widersprüchlichkeit im menschlichen Denken und Handeln. Aber ich sehe hier mehr das emotionale Handeln des Menschen, denn der Mensch handelt nicht rational sondern häufig oder auch immer emotional.

Manchmal glaubt man oder ist der Meinung, rational zu handeln, aber nach einer gewissen Zeit stellt man fest, man handelt eher emotional. Ich sage nur: wir Menschen sind gefühlsmäßig eine Mischung aus Rationalität und Emotionalität als eine Mischung aus Rationalität und emotionalen Gefühlen. Beide Einheiten liegen sehr eng beieinander und beeinflussen sich gegenseitig.

So ist es aus zu verstehen, wenn Menschen sagen: liebt eure Feinde, aber die Rache ist mein. Das heißte, ich sage zu meinem Nachbarn: ich liebe dich und schlage ihn gleichzeitig den Kopf ab, weil er mich beleidigt hat. Es ist eine makabere Vorstellung, wenn man so handeln würde, aber so sehe ich das menschliche Handeln, wenn Rationalität und Emotionalität gemeinsam eine Entscheidung treffen.

Das Gesetz für die Todesstrafe ist auch aus diesem Gefühl entstanden: ich will nicht das Menschen getötet werden, aber gleichzeitig töte ich den Täter der selbst getötet hat. Man könnte hier davon sprechen: es liegt bei uns Menschen ein Hang zur Schizophrenie vor, was sehr gut vorstellbar ist, denn in vielen Handlungen kann man das feststellen.

Wir sprechen immer von einer aufgeklärten Gesellschaft, aber sind wir wirklich so weit, das wir von offenen menschlichen Gesellschaften sprechen können, oder steckt immer noch das Animali­sche in uns, was uns dazu treibt, alte Wertvorstellungen aus der Vergangenheit als erstrebenswertes Ziel an die Spitze gesellschaftlichen Handelns zu setzen?

Ich bin mir heute noch nicht so sicher. Das Streben nach Reichtum und Macht bringt es mit sich, andere Menschen die zu mir nicht auf der gleichen Stufe stehen, zu verachten und zu vernichten oder vernichten zu lassen, auch per Gesetz geht so etwas.

Die Todesstrafe bleibt uns als Makel in der Gesetzgebung erhalten, und es kann auch sein, dass die Todesstrafe dahin wieder zurückkehrt, wo man sie als Strafe abgesetzt hat.

Ich selbst bin mir nicht so sicher, denn Menschen nicht Wesen, die nicht makellos sind, sondern sie stecken voller Makel bis hin zur Selbstvernichtung.







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